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Pferseer Unterführung

Bahnhofsunterführung Pfersee; eine Augsburger Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs; wegen ihrer Enge und Dunkelheit auch „Angströhre“ genannt

Allgemeines

Jeden Tag benutzen Tausende Menschen die enge Unterführung als Fußgänger oder Radfahrer und genießen den Gestank der Stoßstange an Stoßstange fahrenden PKW. Die Pferseer Unterführung ist Teil der Pferseer Straße und ein Beispiel für die Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs in der Augsburger Verkehrspolitik. Darüber hinaus ist sie für eine Großstadt wie Augsburg direkt am Hauptbahnhof keine adäquate Einladung an Touristen, die etwa per Bahn in Augsburg ankommen und in einem Hotel in Pfersee oder Stadtbergen untergebracht sind.

Bis heute hat kein Augsburger Politiker die Pferseer Unterführung von der Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs befreit, so dass weiterhin große Gefahren hier lauern. Statt die Unterführung zu entschärfen, wurden bislang nur Umleitungsempfehlungen für Radfahrer aufgestellt, bei denen sich viele Augsburger fragen, wieso man nicht Umleitungsempfehlungen für Autofahrer aufstellt. Ob das so genannte Portal West geeignet ist, die Pferseer Unterführung sicherer zu machen, ist unklar und wird davon abhängen, wie die Bahnhofsuntertunnelung im Zuge der Mobilitätsdrehscheibe ausfällt. Auf jeden Fall könnte die zusätzliche Straßenbahnlinie 5 an der Kreuzung von Pferseer Straße und Rosenaustraße zu einer Verdoppelung der Gefährdungssituation an dieser Verkehrsengstelle Augsburgs führen.

Geschichte

Schon 1953 schrieb die Schwäbische Landeszeitung? zur Bahnhofsunterquerung: "Beim Stadtbauamt ist man sich der Notwendigkeit, den Fußgängerverkehr aus der Pferseer Unterführung herauszunehmen, durchaus bewusst ... (jedoch) fehlen noch die sehr hohen Mittel, die für eine Ausführung nötig wären."

1994 setzte sich die Bürgeraktion Pfersee? mit einem so genannten "1. Spatenstich" für eine neue Bahnhofsunterquerung aus der Richtung Pfersee ein. Am 8. Oktober des Jahres hatten sich viele Bürger aus Pfersee und dem Thelottviertel? auf dem Sebastian-Buchegger-Platz? zur Demo versammelt.

Auch die Planung der Mobilitätsdrehscheibe vernachlässigte die Westseite des Hauptbahnhofs im Bereich der Pferseer Straße. Im Zuge des BBP 500 sollte die Fröhlichstraße? auf Tempo 30 verlangsamt werden, was auf der im Westen anschließenden Augsburger Straße längst erfolgt war. Viele Anwohner forderten einen Westzugang zum Hauptbahnhof, der aber nicht geplant wurde. Er hätte das Potenzial AVV? –Linien aus dem Süden, Westen und Norden Augsburg zu bündeln und damit den Bahnhofsvorplatz? zu entlasten.

Durch Umbaumaßnahmen im August 2012 entfiel die Trennung der Fußgänger- und Radfahrerbereiche in der Pferseer Unterführung. Auch die Trennwand, die Fußgänger schützte, wurde niedergelegt. Für die Radfahrer bedeutete das einen Fortschritt, weil sie nicht mehr gemeinsam mit Straßenbahn und Individualverkehr die gleiche Fahrspur benutzten mussten, für die Fußgänger jedoch weniger Schutz.

Details

Radfahrer auf der Fahrbahn kommen immer wieder in bedrohliche Situationen und behindern andererseits den PKW-Verkehr. Die Unterführung hat ein leichtes Gefälle Richtung Pfersee. Auf der gesamten Länge der Pferseer Straße bestehen nur ausschnittsweise Radfahrstreifen oder –wege. An der Kreuzung von Rosenaustraße und Pferseer Straße endet der Radfahrstreifen aus der Rosenaustraße. Diese Stelle ist sehr unübersichtlich für PKW, Fußgänger und Fahrradfahrer.

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Links: Kontrollierte Höhe. Blinkendes Gelblicht und Warntafeln schalten sich ein, wenn ein zu hoher Lastwagen auf die Pferseer Unterführung zufährt. Rechts: Je zwei parallele Lichtschranken überwachen an den Zufahrten etwa 100 Meter vor der Pferseer Unterführung die Höhe. Werden beide gleichzeitig unterbrochen, schlägt die Kontrolle an – ansonsten könnte auch nur ein durchfliegender Vogel eine Lichtschranke unterbrechen. Fotos: swa / Thomas Hosemann

Seit März 2016 hilft eine elektronische Höhenkontrolle das Nadelöhr Pferseer Unterführung zu entschärfen. Immer wieder waren dort zu hohe Lastwagen stecken geblieben, beschädigten die Oberleitungen der Straßenbahn und legten den Verkehr teilweise über Stunden lahm. Fährt heute ein zu hoher Lastwagen auf die Pferseer Unterführung zu, wird der Fahrer dank der Höhenkontrolle mit blinkendem Gelblicht und digitalen Warntafeln auf die drohende Gefahr hingewiesen. Gleichzeitig wird automatisch die Verkehrsleitstelle der Stadtwerke Augsburg informiert, die sich über eine Verkehrskamera einen Überblick über die Situation verschaffen und bei Bedarf Hilfe vor Ort organisieren oder die Polizei informieren kann. Nötigenfalls muss der LKW aus dem Zufahrtsbereich gelotst werden.

Lage


Weblinks


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