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Pfefferlen, Erich

Ein Schriftsteller, Herausgeber und Pädagoge, der in Horgau bei Augsburg lebt.

Leben und Wirken

Erich Pfefferlen wurde 1952 in Nördlingen? geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er studierte Pädagogik in Kassel, Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an der Universität Erlangen?. Dort legte er auch das 1. und 2. Staatsexamen ab, schrieb eine Sozialgeschichte Nördlingens zwischen 1500 und 1750 als Examensarbeit und begann erste Gedichte zu veröffentlichen. So wurde der damalige Erlanger Kulturreferent auf seine Lyrik aufmerksam und holte ihn zu Poetentreffen nach Erlangen?. Zuhause förderte ihn Albert Schlagbauer und veröffentlichte seine Werke ab 1980 im Heimatmagazin "Nordschwaben".

Nach seinem Referendariat in Regensburg? begann Pfefferlen in Augsburg am Stetteninstitut? als Gymnasiallehrer zu unterrichten.

1989 finanzierte der Verein Rieser Kulturtage Pfefferlens ersten Gedichtband "Augen-Blicke". Darauf folgten weitere Gedicht-Bände, Beiträge in zahlreichen Anthologien und literarischen Zeitschriften. So wurde er in ganz Bayern bekannt und bekam Einladungen und Preise in ganz Deutschland. Als einziger Süddeutscher gewann er 1996 den schleswig-holsteinischen Fedor-Malchow-Lyrikpreis zusammen mit Bodo Heimann.

Heute lebt und arbeitet er als Studiendirektor und Schriftsteller in Horgau bei Augsburg (seit 1985). Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Von 1996 bis 2001 war er Mitglied im Arbeitskreis "Kreativität im Unterricht" am Institut für Schulbildung und Bildungsforschung (ISB), ab 2005 Mitglied im Verband deutscher Schriftststeller (VS). Ab 2007 war er Pressesprecher des VS-Augsburg/Schwaben.

Ab 2005 bis 2016 arbeitete er als Studiendirektor i. K. in der Beurteilungskommission für Lehrkräfte in der Probezeit an kirchlichen Schulen der Evangelischen Schulstiftung in Bayern.

Im Februar 2016 begann Pfefferlen als Studiendirektor a. D. nur noch überschulisch (Lehrerbeurteilung, Lehrerfortbildung und Juror bei Schülerwettbewerben) zu arbeiten, ansonsten arbeitet er seitdem hauptberuflich als freier Schriftsteller. Die mit dieser neuen Priorität verbundene Freiheit weiß Pfefferlen sehr zu schätzen und fühlt sich dabei richtig glücklich.

Werk

Erich Pfefferlens schreibt vor allem Lyrik und Kurzprosa. Dabei sind seine Themenschwerpunkte zwischenmenschliche Beziehungen, Naturlyrik, Gesellschaftskritik und Politik. Die Gedichte von Pfefferlen sind meist knapp, sprachlich ausgefeilt und erfordern viel Aufmerksamkeit, um alle Bezüge des Textes zu erfassen. Die Gedichte Pfefferlens zeigen, dass er trotz vieler Preise und Ehrungen – und damit gesellschaftlicher Anerkennung – ein Suchender geblieben ist. Darüber hinaus zeichnen sich seine Texte durch die Schärfe seines Blicks aus, der im Alltäglichen das Besondere entdeckt. Wenn der Leser diesen Blick nachvollzieht, gelingt es ihm vielleicht, die Alltagsrealität aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Es mag dem pädagogischen Impuls Pfefferlens geschuldet sein, die Alltagswirklichkeit auf diese Weise so für den Leser aufzubrechen, dass er ihm damit sein Verständnis von Humanität vermitteln kann.

Erich Pfefferlen kann auf zahlreiche Veröffentlichungen blicken. Seit 1980 veröffentlichte er Lyrik, Essays und Kurzprosa in Zeitungen, Literatur- und Kulturzeitschriften, Kalendern, Anthologien (im In- und Ausland), Dokumentationsbänden, Jahrbüchern und im Rundfunk und Fernsehen.

Immer wieder liest er aus seinem Werk bei Kulturveranstaltungen im ganzen Bundesgebiet. Bei seinen Lesungen führt er nicht nur sein eigenes Werk auf, sondern interpretiert auch die Texte anderer Dichter.

Einzeltitel seines Schaffens sind u. a.:

  • Augen-Blicke (1989)
  • Distelblüten (1992)
  • Den Käfig öffnen (1995)
  • Wie ein Fallschirm (1998)
  • ausgekugelt (2004)
  • Keiner soll frieren (2007)
  • Der Stille abgelauscht (2012)
  • Schweigen segelt lautlos. Kurzgeschichten und Gedichte (2013)
  • Nachtschwarz mit Mondschaum (2016)

Herausgegeben hat er u. a.:

  • Die Literarische Venus: Dorstener Lyrikpreis 2003 (2003)
  • Wasser und Salz: Poesie der Lebensquelle (2004)
  • Sternschnuppen der Poesie (2008)
  • Zeitschrift Gegenwind? (seit 2009 zusammen mit U. Fuchs-Prestele, M. Ganzenmüller und Peter Dempf)

Erich Pfefferlens Werke sind u. anderem in den Verlagen Droemer Knaur, Herder, AIK, Angles, Edition Leu, Edizioni Universum, Eichhorn, Einhorn, Geest-Verlag, F. Steinmeier, HW, A. G. Konrad, Konrad Theiss, Landpresse, Presse-Druck-und Verlags GmbH Augsburg, VfA und Weltbild erschienen. Werke von ihm erschienen auch in der Schweiz, Österreich, Italien und Dänemark.

Foto: Catharina Conrady, Augsburg

Gedichtprobe "Liebe Feinde"

Liebe Feinde

Habt Dank
für all die vielen Steine
die ihr mir in den Weg gestellt
so lernte ich
immer besser ausweichen

habt Dank
für neidische Blicke
durch sie erst
hab ich tiefer in euch blicken können
als in manchen sogenannten Freund

habt Dank
für die mit Volldampf losgelegte Feindschaft
durch sie erst hab ich erlernt
Geduld für kleine Schritte
notwendig für jedes
große Ziel

habt Dank
für eure schlechten Worte hintenrum
so lernte ich
dass jedes Wort und jeder Satz
von Angesicht zu Angesicht
wie eine Münze eine zweite Seite hat
die absichtsvoll versteckt sein kann
und sehr verschieden von der ersten

habt Dank
für euren Undank
denn so lernte ich
was für viele Feinde gilt
dass Feinde anders geliebt sein wollen
als Freunde
– und anders geliebt werden müssen
als Freunde

habt Dank
für zugefügte Schmerzen vieler Art
so lernte ich
für jede Art
gewachsenes Kraut zu finden

habt Dank
meine lieben Feinde
ich verdanke euch so viel

(aus Pfefferlen, Erich: Keiner soll frieren)

Gedichtprobe "Vergangenes"

Als der Mond
Deinen verwaisten Lippen
Eisblumen spendete, streute ich Asche
ins einstige Paradies

Längst gepackte Koffer der Erinnerung
bleiben verschlossen, unsere Narben
welken dahin

(aus Pfefferlen, Erich: Der Mond ist aufgegangen)

Preise, Ehrungen, Auszeichnungen

  • Nominierung vom B. A. für den Internationalen Preis der Poesie "Auf den Spuren von Ada Negri" in Mailand (1995)
  • Finalist (7. Platz) beim Internationalen Lyrikwettbewerb "SANNIO 1995" in Benevento/Italien (1995)
  • Horgauer Kulturpreis (1996)
  • Fedor-Malchow-Lyrikpreis des Landes Schleswig-Holstein (1996)
  • Preis beim Lyrikwettbewerb zum 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart (1999)
  • Stipendium der BMW - Eberhard von Kuenheim Stiftung (2003/04 und 2004/05)
  • Preis beim Literaturwettbewerb zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover (2005)
  • Aufnahme im Friedrich-Bödecker-Kreis (2007)
  • Lehrer-Preis der Bundeszentrale für politische Bildung (2007)
  • Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Literarischen Arbeitskreis Dorsten (2008)
  • Ehrung durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kunst (2017). Pfefferlen habe sich "um den Erhalt von Kunst und Kultur, sprich der Heimat, verdient gemacht", sagte der damalige Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und zeigte sich besonders von seinen Schreibprojekten angetan, da er mit ihnen in allen Schularten neue Impulse für den kreativen Schulalltag zu vermitteln vermochte, sein schriftstellerisches und pädagogisches Engagement auf diese Art fruchtbar miteinander verknüpfe.

Presse

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"Pfefferlens Gedichte sind klar konzipiert und zielen ohne jegliche Umschweife auf eine wesentliche Aussage. Das gilt querdurch für seine Landschafts-, Natur-, Gedanken-, Liebes- und Gesellschaftslyrik. Die geschmackvolle Sprache ist manchmal mit Ironie gewürzt, indes frei von Frivolitäten." (Deutsche Tagespost)

"Der Autor kann gleichzeitig Objektivität und Innerlichkeit, Aufklärung und Romantik demonstrieren und für beide zugleich Anerkennung einheimsen. Der Lyriker Erich Pfefferlen hat das besagte Talent zur ganzheitlichen Weltsicht in ungezählten Versen unter Beweis gestellt." (Nürnberger Nachrichten)

"Pfefferlen macht wenig Worte, gibt ihnen aber Gewicht. Ruhig und unaufgeregt gleitend, führt uns der Autor über eine Welt, die in ihrer Schönheit, aber auch in ihrer Abgründigkeit erscheint." (Augsburger Allgemeine)

"Es gibt kaum Themen, denen sich der scharfsinnige Poet nicht widmet. Alles was er in seinen Werken formuliert hat, ist die Liebe zum Detail. Er schreibt mit Hintergründigkeit, bei der auch manchmal feinsinnige Satire erkennbar ist." (Schwäbische Post)

"Pfefferlens Verse, kurz, prägnant, haben Aussagekraft. Eine Aussagekraft, über die nur jemand verfügt, der mit dem Wort umzugehen weiß. Mit dem Wort umgehen, mit ihm drohen, warnen, aber auch mit ihm spielen. Eine Kunst, die der Autor auf eine hintergründige, auf poetische, liebenswürdige und `stachelige´ Art beherrscht." (Passauer Neue Presse)

"Jenseits des dogmatischen Kulturpessimismus stehend sind seine Verse von den zeitlosen Fragen der menschlichen Existenz durchdrungen. (...) Der in Horgau lebende Dichter macht wenig Worte. Mit diesem Minimum zaubert er eine einheitliche und eindringliche Atmosphäre. Und das Nachhaltigste: Er gibt diesen wenigen Worten viel Gewicht. (...) Mit Pfefferlen ist die moderne Literatur um eine große dichterische Begabung reicher geworden." (StadtZeitung Augsburg)

"Mit großem Eifer ließ Pfefferlen den Facettenreichtum dieses magischen Elements in der dichterischen Gestaltung aufscheinen: Kosmologisches, Wasser als Spiegel der Seele, als Emotionsträger, die heilende Wirkung des Elements, aber auch die Augenlust und den spielerischen Umgang damit." (Süddeutsche Zeitung)

Sonstiges

Seit 1993 ist Erich Pfefferlen Literaturbeauftragter (Referent in der Lehrerbildung und -fortbildung, Leiter von Kursen im "Kreativen Schreiben") an den Schulen in Bayern. Mit seinem Engagement im Bereich kreativen Schreibens will er Jugendlichen zeigen, dass Schreiben und das Geschriebene vor Publikum zu präsentieren Spaß machen kann.

Weblinks


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