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Öffentlicher Personennahverkehr

abgekürzt oft auch ÖPNV

Allgemeines

In Augsburg wird der öffentliche Personennahverkehr von der Augsburger Verkehrsgesellschaft, auch AVG genannt, betrieben. Dazu ist auch der Augsburger Verkehrsverbund? (AVV) auf dem Stadtgebiet aktiv. Während die fünf Straßenbahnlinien der Stadtwerke Augsburg das Rückgrat des Öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg sind, kommt den Bussen zumeist eher die Erschließung der Stadtteile zu.

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Fahrplanwechsel im ÖPNV Augsburgs finden jeweils im Dezember und Mai statt. Das sind einheitliche Termine, an denen bundesweit Änderungen an Fahrplänen vorgenommen werden. Zu Fahrplanwechseln werden die Fahrpläne der aktuellen Praxis angepasst, Haltestellenbezeichnungen geändert oder der Komfort für Fahrgäste verbessert.

Geschichte

1945 bis 1989

Bis in die 1960er Jahre des letzten Jahrhunderts baute man in Augsburg Straßenbahnlinien ab und ersetzte sie durch Buslinien?.

1990 bis 2000

1993 begannen die Stadtwerke Augsburg damit die Haltestellen zu erhöhen, um einen ebenerdigen Einstieg zu gewährleisten.

2001 bis 2010

Im Jahr 2001 eröffnete der Haltepunkt Augsburg-Messe?.

2001 gab es sechs Regionalbahnlinien mit 425 Zügen im AVV, was eines Zunahme des Zugverkehrs um fast 38 % gegenüber 1992 bedeutete. Dazu kamen 21 Busunternehmer, die 104 Regionalbuslinien bedienten und alle Orte über 200 Einwohner erschlossen, was auch etwa 800 Anschlüsse von Bus und Zug pro Tag bedeutete.

Seit 2003 untersucht „Socialdata“, ein Institut für Verkehrs- und Infrastrukturforschung, die Verkehrssituation in Augsburg.

Im Jahr 2007 wurden die Fahrer der SWA Verkehrs GmbH? in die AVG mbH? übernommen und der Tarifvertrag der BMT-G (Bundesmanteltarifvertrag für Arbeiter gemeindlicher Verwaltungen und Betriebe) in den TV-N-Bayern (Tarifvertrag Nahverkehr Bayern) geändert.

2008 wies Augsburg im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe mit 13,4% Radverkehr, 18.9% ÖPNV, 23,9% Fußgängern und 43,7% MIV ein leichtes Plus bei ÖPNV und Fahrrad aus, einen durchschnittlichen Wert beim MIV (Motorisierter Individualverkehr) und einen etwas geringeren Fußgängeranteil.

Ergebnisse in 2009 waren, dass von 7.000 Augsburgern 77 Prozent die Nahverkehrspreise in Augsburg für zu hoch halten und die die Nahverkehrssituation im Schnitt mit einer 3 bewertet wurde. Am 19. Mai 2009 veranstaltete die Augsburger Verkehrsgesellschaft einen Informationsabend, auf dem Werner Brög vom Institut Sozialdata den Vortrag „Mobilität in Augsburg – Verhalten, Einstellungen, Potentiale“ hielt, der die Ergebnisse seiner Befragungen und Forschungen in Augsburg vorstellte. In Auftrag gegeben wurden die Forschungen von den Stadtwerken.

Danach gingen in Augsburg damals

  • 22 % der Verkehrsteilnehmer zu Fuß
  • 12 % bewegten sich mit dem Fahrrad
  • 36 % nutzten PKW
  • 13 % waren Mitfahrer im PKW
  • 17 % nutzten den ÖPNV

Nur 63 % der Befragten zeigten sich mit dem Augsburger ÖPNV zufrieden. Die Untersuchung ergab, dass vor allem die Zustimmung zur Tarifpolitik der Stadtwerke Augsburg im Lauf der Jahre sank, immer weniger Benutzer die Tariferhöhungen für angemessen hielt.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung war, dass 52 % in Augsburg den PKW ausschließlich aus subjektiven Gründen nutzen, obwohl Alternativen vorhanden sind. Nur für 48 % besteht ein Sachzwang zur PKW-Nutzung, weil keine Alternative vorhanden ist. Und zwar nur, was den Binnenverkehr angeht, unter Ausschluss des Durchgangsverkehrs. Für die PKW-Fahrten im Binnenverkehr (Augsburg 2008) in Höhe von 52 % gibt es durchschnittlich 1,5 Alternativen, nämlich den ÖPNV mit einem Anteil von 31 %, das Fahrrad mit 34 % und „Zu Fuß“ mit 14 %. Das bedeutet, dass durch verkehrspolitische Maßnahmen in Augsburg viele weitere Menschen durch den ÖPNV erreichbar wären.

2011 bis 2015

Im Oktober 2012 begannen die Stadtwerke Augsburg aktuelle Informationen rund um den Nahverkehr in Augsburg auf Facebook zu veröffentlichen, wozu die Verkehrsbetriebe der swa auf der sozialen Netzwerkplattform einen neuen Kanal einrichteten (swaverkehr auf Facebook).

Zum 1. Januar 2013 erhöhten sich die Preise im Augsburger ÖPNV und die Stadtwerke Augsburg starteten ins 75. Jubiläumsjahr.

Im Mai 2013 behandelte der Wirtschaftsausschuss? einen neuen Nahverkehrsplan für Augsburg. In ihm wird eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn gefordert und der Bau einer Tramlinie durch die Grottenau ab 2020 eingeplant. Durch diese Tramlinie sollte unter anderem der Königsplatz entlastet und eine zusätzliche Direktanbindungen zum Hauptbahnhof ermöglicht werden. Zudem wollte man mit dieser zentralen Ost-West-Achse den Individualverkehr in der Innenstadt reduzieren. Perspektivisch begann damit die Auflösung der sternförmigen Ausrichtung der Augsburger Straßenbahnlinien auf den Königsplatz und ihre Umwandlung in eine moderne Netzstruktur.

Die GRÜNEN forderten im April 2014 eine radikale Reform der AVV Tarif- und Zonenstruktur. Die Tarif- und Zonenstruktur im Augsburger Verkehrsverbund sei nicht mehr zeitgemäß und dürfe einer Überarbeitung. Damals gab es in Augsburg kein Jahresabo. Deshalb wollten die Augsburger GRÜNEN für den Großraum Augsburg ein 365-€-Jahresabo einführen. Die Einführung von attraktiveren Abo-Angeboten führe zu deutlich mehr ÖPNV-NutzerInnen und somit auch zu steigenden Einnahmen. Damit werden auch der Anteil des Individualverkehrs und die somit die Umweltbelastung deutlich zurück gehen. Darüber hinaus forderten die Augsburger GRÜNEN auch eine Reform der Zonenstruktur, z. B. durch die Zusammenlegung der Zonen 10+20. Mittelfristig strebten sie die kostenlose ÖPNV-Nutzung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren an.

Im Sommer 2014 weiteten die Stadtwerke Augsburg (swa) mit ihrer App "swa Fahrinfo" den Handyticket-Service aus. So konnten die Nutzer nicht nur einfach und rasch Fahrscheine online kaufen, sondern erhielten über die App auch aktuelle Informationen. Ab Freitag, 26. Februar 2015 konnten auch Streifenkarten über die App gekauft werden. Diese Funktion war nach dem Systemwechsel im Juni 2014 zunächst nicht möglich und musste programmiert werden.

Um schneller auf Veränderungen im Verkehr und Wünsche der Fahrgäste reagieren zu können, führten die Stadtwerke Augsburg (swa) im Juni 2014 einen "kleinen" Fahrplanwechsel zur Jahreshälfte ein. Große Linien- oder Fahrplanänderungen, die Auswirkungen auf Anschlüsse zu anderen Netzen haben, sollten aber weiterhin im Dezember eines Jahres stattfinden.

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Das swa Faltrad lässt sich als Gepäckstück einfach und kostenlos in Bus und Tram transportieren. Die gemeinsame Faltrad-Aktion stellten swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza (re.) und der Landesvorsitzende des ADFC Bayern, Armin Falkenhein, vor. Foto swa / Thomas Hosemann.

Ebenfalls im Juni 2014 stellten die Stadtwerke Augsburg in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC)? das swa Faltrad zur Mitnahme in Bussen und Straßenbahnen vor. Dabei handelte es sich um ein Faltrad-Modell des Herstellers Tern mit Sonderkonditionen. Während normale Fahrräder aus Platz- und Sicherheitsgründen nicht in Bussen und Straßenbahnen transportiert werden dürfen, gilt das zusammengeklappte Faltrad als Gepäckstück und kann problem- und kostenlos in den Fahrzeugen mitgenommen werden - auch in allen Züge der Bahn?. Es ist ein leichtes "Immer-dabei-Rad", lässt sich in wenigen Sekunden zusammenfalten und braucht nicht mehr Platz als ein Rollkoffer. Ausgestattet mit Schutzblechen, Gepäckträger und Lichtanlage ist das Faltrad für alle Herausforderungen des Alltags gewappnet. Dank der Acht-Gang-Kettenschaltung lassen sich selbst längere Strecken bewältigen. Zum Start des Projekts erhielten die ersten 200 Käufer ein Aktionspaket mit bis zu 180 Euro Preisvorteil. So gab es das Rad für 599 Euro statt 699 Euro. Dazu war ein Monat im Rahmen eines bestehenden oder neu erworbenen ÖPNV-Abos kostenlos, ebenso eine Jahresmitgliedschaft beim ADFC?, die Codierung des Rades durch den ADFC? und die erste Inspektion durch den Fahrradhändler.

Mehr als 4,9 Millionen Euro für Schwaben und mehr als 2,4 Millionen Euro für die Stadt Augsburg - das waren die staatlichen Zuweisungen für den Öffentlichen Personennahverkehr im Jahr 2014 - bekanntgegeben im September 2014. Vor allem die Stadt Augsburg profitierte mit einem Plus von 10,71 Prozent, die Zuweisungen im Regierungsbezirk Schwaben erhöhten sich um rund 2 Prozent.

Zum Fahrplanwechsel im Augsburger ÖPNV am Sonntag, 14. Dezember 2014, gaben die Stadtwerke Augsburg neue Takte, neue Linien und neue Namen für Haltestellen bekannt. So wurde der Takt der Straßenbahnen am Abend bis nach Ladenschluss verdichtet, dafür am Vormittag leicht ausgedünnt. Die Takte der Buslinien am Abend wurden daran angepasst. Von 7 bis 8 Uhr sowie am Nachmittag von 12 bis 18.30 Uhr blieb im Schüler- und Berufsverkehr der gewohnte Fünf-Minuten-Takt unangetastet. In Hochzoll passten die swa ihr Angebot den Fahrgastwünschen an: Als Ergebnis von Bürgerveranstaltungen in Hochzoll fuhr die Linie 29? nicht nur bis 19 Uhr, sondern ganztags und auch an Sonntagen. Damit wurde vor allem die geforderte Anbindung des Bahnhofs Hochzoll? sichergestellt. Und der Takt wurde für alle Linien einheitlich: Von Montag bis Freitag und sonntags ab 5 Uhr bis nach Mitternacht galt der 15-Minuten-Takt, samstags bis 20:30 Uhr der 20-Minuten-Takt, danach der Viertelstundentakt. Haltestellennamen sollten eindeutig sein und im Stadtplan auffindbar. Deshalb wird eine Haltestelle in der Regel nach der nächstgelegenen Querstraße benannt. Namen von Institutionen und Firmen sollten vermieden werden, weil es hier immer wieder Wechsel gibt. Deshalb wurde die Haltestelle "Lechhausen Brücke" in "Ulrichsbrücke" umbenannt, die Haltestelle "Ulrichswerk" in "Siedlerweg" und die Haltestelle "Schillstraße (Uni)" in "Albrecht-Dürer-Straße". Einen Zusatz bekam die Haltestelle "Oberhausen Bahnhof". Nachdem der dortige Platz umbenannt wurde bekam sie den Namen "Oberhausen Bahnhof / Helmut-Haller-Platz".

2015 wurde der Nahverkehrsplan des Augsburger Verkehrsverbundes als "Nahverkehrsplan 2015plus" fortgeschrieben. Er kam minimal beim Bemühen den Individualverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr umzulenken voran. Im Kreistag? beschlossen die Politiker, dass die Lücken auf den Bushauptverbindungslinien geschlossen werden und hier künftig mindestens ein Stundentakt gefahren werden sollte. Abends sollte die Busbedienung um eine Stunde bis 21 Uhr verlängert werden. In den Stauden gibt es Ortschaften mit 300 bis 500 Einwohnern, die immer noch schlecht an den ÖPNV angeschlossen sind. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 wurde von der Zielplanung in die Ausführungsplanung übernommen. Es bedeutete, dass die Maßnahme zeitnah umgesetzt werden kann, sobald die Rahmenbedingungen dafür geklärt sind. Für Königsbrunn als größte Stadt im Landkreis Augsburg mit dem dichtesten besiedelten Gebiet im Verkehrsverbund war die Anbindung durch eine Straßenbahn für die weitere Entwicklung von wesentlicher Bedeutung. Für die Stadt Augsburg blieb die Tramlinie durch die Maximilianstraße im Ausführungsnetz und die Verlängerung der Linie 1 bis nördlich der Mühlhauser Straße? wurde neu aufgenommen. Im Nordosten der Stadt, also im nördlichen Lechhausen und der Hammerschmiede lagen damals noch viele ungenutzte Potentiale für den ÖPNV.

Im Frühjahr 2015 konnte durch Zustimmung des Stadtrats, der Kreistage Augsburg, Dillingen und Aichach-Friedberg der Nahverkehrsplan für die Region Augsburg fortgeschrieben werden, der über mehrere Jahre erarbeitet wurde. In dem Plan wurden für die nächsten fünf Jahre vom Augsburger Verkehrsverbund? (AVV) Grundsätze, Ziele und Standards des öffentlichen Personennahverkehrs festgeschrieben.

Im Juni 2015 verkündeten die Stadtwerke Augsburg zum Wintersemester 2015/16 kostenloses WLAN in Bus und Tram zu planen. Ab Oktober 2015 sollte der Internetzugang zunächst in rund 60 Bussen zur Verfügung stehen, in einem zweiten Schritt, wenn die notwendigen Genehmigungen vorliegen, auch in den Straßenbahnen. Mit dem WLAN in Bussen sollte in Kooperation mit der Stadt Augsburg der kostenlose Internetzugang im öffentlichen Raum ausgeweitet werden. Damals war seitens der Stadt am Königsplatz und am Rathausplatz WLAN verfügbar. Künftig sollte der Nutzer dann etwa vom Bahnsteig am Kö in einen Bus – und später in eine Straßenbahn - einsteigen und übergangslos im WLAN-Netz bleiben können. Ebenfalls im Juni 2015 gaben die Stadtwerke Augsburg bekannt, nach einem erfolgreichen Test auf der Linie 32? ab 1. August 2015 den ganztägigen Vordereinstieg bei Bussen einzuführen. Vor allem würde dadurch das absichtliche oder versehentliche Schwarzfahren verringert. Im ersten Monat der Testphase sei auf der Linie 32? der Barverkauf von Fahrkarten im Fahrzeug um rund 20 Prozent gestiegen. Mobilitätseingeschränkte Personen, Fahrgäste im Rollstuhl oder mit Rollator, mit Kinderwagen oder schwerem und sperrigem Gepäck können auch künftig hinten, an der zweiten Türe zusteigen.

Ende November 2015 erreichten die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Augsburg bei einer Kundenbefragung eine gute Zwei. Das bedeutete, dass die Fahrgäste von Bussen und Straßenbahnen in Augsburg mit dem Angebot so zufrieden wie noch nie waren. Laut der Studie von TNS Infratest waren die Fahrgäste vor allem mit dem Streckennetz, dem Takt aber auch der Pünktlichkeit oder den Anschlüssen zufrieden. Besonders gut schnitt bei einer Testkundenanalyse die Freundlichkeit des Fahrpersonals ab.

2016 bis 2020

Ab März 2016 konnten in den langen Straßenbahnen und neuen Bussen der Stadtwerke Augsburg Fahrräder mitgenommen werden. Damit wollten die Stadtwerke Augsburg einen Beitrag zum städtischen Projekt Fahrradstadt 2020? leisten.

Im Mai 2016 waren noch sieben M8C-Straßenbahnen im Bestand der Stadtwerke Augsburg und immer dann im Einsatz, wenn aufgrund von Unfällen oder Werkstattarbeiten die anderen 79 Niederflurstraßenbahnen nicht zur Verfügung standen. Dann kamen sie insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr zum Einsatz, wenn zu den regulären Fahrten im Fünf-Minuten-Takt zusätzliche Bahnen eingesetzt wurden, weil die Nachfrage so groß war, wie etwa auf der Linie 3 zur Uni. Die Fahrzeuge aus dem Jahr 1985 waren nicht nur für die Fahrgäste wegen der Einstiegstreppen unbequem und nicht barrierefrei, sondern zudem störanfällig. Ebenfalls im Mai 2016 wurde die Halltestelle "Landesamt für Umwelt" der Straßenbahnlinie 3 umbenannt in "Innovationspark / LfU".

In einer Kundenbefragung von 500 Augsburger Fahrgästen im Sommer 2016 konnten die Stadtwerke Augsburg einen Zufriedenheitswert von 2,45 erreichen. Die Studie wurde von TNS Infratest durchgeführt. Im deutschlandweiten Gesamtvergleich steigerten sich die Stadtwerke Augsburg damit auf Platz neun von 49 teilnehmenden Verkehrsunternehmen. Positiv vermerkten die 500 befragten Augsburger vor allem die Schnelligkeit der Beförderung, die Taktfrequenz, Informationen im Fahrzeug, Sauberkeit, Fahrplan-Information an Haltestellen, umweltfreundliche Busflotte, Informationen bei Störungen, Fahrinfo-App und Fahrkartenautomaten, die mit Notrufeinrichtung ausgerüstet sind.

Weil angeblich noch nie zuvor in der Stadt Augsburg derartig umfangreiche Maßnahmen beim ÖPNV geplant waren wie 2016 (z. B. Verlängerung der Straßenbahnlinie 1, Straßenbahnlinie 5, Änderungen bei der Straßenbahnlinie 3 und damit verbunden diverse Änderungen bei den Buslinien?), forderten die Freien Wähler am 24. November 2016 einen Online-Dialog, wie ihn die Stadt Ulm führte, um die Wünsche der Bürger schon im Vorfeld abzuklären.

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Im Dezember 2016 nahmen die Stadtwerke Augsburg zum Fahrplanwechsel Änderungen an ihrem Busnetz vor. So führten sie einen weitgehend einheitlichen 15-Minuten-Takt der Buslinien untertags ein und trennten Gewerbe- und Wohngebiete. Abends führte man den 30-Minuten-Takt ein, außer auf stärker genutzten stadtteilverbindenden Linien (Buslinie 32? und Buslinie 41). Samstags führte man tagsüber den 20-Minuten-Bustakt ein, ab abends den 30-Minuten-Takt. Sonntags war bis 9 Uhr und nach 20.30 Uhr (auch auf den Linien 32 und 41) ein 30-Minuten-Takt und untertags ein 15-Minuten-Takt vorgesehen. In den Stadtvierteln von Augsburg kam es zu folgenden Veränderungen:

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38 Bahnsteige an Straßenbahnhaltestellen bauen die Stadtwerke Augsburg 2017 barrierefrei aus – so wie hier am Königsplatz. Dann werden bereits Zweidrittel der Trambahnsteige für mobilitätseingeschränkte oder sehbehinderte Menschen barrierefrei nutzbar sein. Foto: swa/Thomas Hosemann

Am 20. März 2017 begannen die Stadtwerke Augsburg an der Haltestelle "Universität" der Straßenbahnlinie 3 ein Ausbauprogramm "Barrierefreiheit". 2017 kamen so 38 barrierefreie Bahnsteige auf den Straßenbahnlinien 2 und 3 Richtung Süden und 4 im Norden dazu. Dafür investierten die swa 2017 rund 3,3 Millionen Euro. Schon vor dem März 2017 waren 85 der 187 Haltesteige der Straßenbahnhaltestellen Augsburgs vollständig barrierefrei. Vollständig barrierefrei heißt, dass sie von mobilitätseingeschränkten Personen, wie etwa Rollstuhlfahrern, ohne weitere Hilfsmittel genutzt werden können und mit Blindenleitsystemen im Boden und akustischen Ansagen für sehbehinderte Menschen ausgestattet sind. Weitere 68 Haltesteige waren damals zumindest bedingt barrierefrei, also niederflur- oder sehbehindertengerecht.

In einer erneuten Kundenbefragung von 500 Augsburger Fahrgästen 2017 konnten die Stadtwerke Augsburg eine glatte 1 erreichen. Die Frage "Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen der Stadtwerke Augsburg insgesamt?" beantworten die meisten Befragten mit "vollkommen zufrieden". Damit erreichten die swa im deutschlandweiten Vergleich mit 42 Städten wie im Vorjahr den neunten Platz.

Am Dienstag, den 20. Juni 2017 wurde im Wirtschaftsförderungsausschuss? über eine AVV Tarifreform beraten. Dabei wurde beschlossen, dass die Zone 10 abgeschafft wird. Was zur Folge hatte, dass alle ehemaligen Nutzer der Zone 10 fast den doppelten Fahrpreis zahlen mussten. Das Konzept dahinter: Abonnements fördern, Gelegenheitsfahrten unattraktiver machen. Der Preis einer Einzelfahrt im Stadtgebiet verdoppelte sich so. Das neu eingeführte Kurzstreckenticket für 5 Stationen brachte keinen Ersatz für die früherer Zone 10.

Details

Neben dem Königsplatz hat Augsburg als Hauptumsteigepunkte noch den Hauptbahnhof, den Kennedy-Platz und den Moritzplatz. Ebenfalls wichtig als Umsteigehaltestellen sind die Karlstraße, die Remboldstraße? und das Rote Tor.

Damit Fahrgäste im ÖPNV Augsburgs nur einmal umsteigen müssen, treffen sich alle radial auf die Innenstadt zulaufenden Linien mindestens an einem der Hauptumsteigepunkte.

Das Bus- und Straßenbahnnetz der Stadtwerke Augsburg ist kein geschlossenes System, sondern an vielen Stellen mit anderen Netzen verknüpft, mit dem Regionalbusnetz des AVV oder dem Schienennetz der DB?. Entsprechend sind die Fahrpläne aufeinander abgestimmt. Für größere Veränderungen an Fahrplänen, die Auswirkungen auf Anschlüsse zu anderen Netzen haben, gibt es deshalb bundesweit - und also auch in Augsburg - einheitlich den Fahrplanwechsel im Dezember.

Vorrang ÖPNV

Das Augsburger ÖPNV-System ist mit intelligenten Steuergeräten ausgestattet. Sie ermöglichen unterschiedliche Grade der Vorrangschaltung für den ÖPNV – abhängig von der Bedeutung der Straße für den Autoverkehr und abhängig von der jeweiligen Verkehrsdichte. Die Steuergeräte sind so programmiert, dass sowohl der Verkehrsfluss wie die Kapazität der Verkehrsmittel beachtet werden. Mit dem Rechnergestützten Betriebsleitsystem (RBL) sichern die Stadtwerke Augsburg den optimalen Fahrbetrieb durch zyklischen, rechnergesteuerten Datenfunk, der relevante Wegedaten der Fahrzeuge übermittelt und damit die Abbildung einer stets aktuellen Verkehrslage ermöglicht. Anhand dieser Daten kommuniziert man außerdem an vielen Haltestellen die prognostizierten Ankunftszeiten über dynamische Fahrgastinformationsanzeiger. Statistische Auswertungen helfen die Fahrpläne zu verbessern.

Fahrgast-Info-System

auch Fahrgast-Informationssystem oder abgekürzt FIS. Das Augsburger FIS basiert auf intelligenten Steuergeräten und einem rechnergestützten Betriebsleitsystem (RBL). Durch zyklischen, rechnergesteuerten Datenfunk werden die Wegedaten der Fahrzeuge im ÖPNV übermittelt und die Abbildung einer stets aktuellen Verkehrslage ermöglicht, die über Fahrgastinformationsanzeiger an den Haltestellen informieren.

Das Augsburger Fahrgast-Info-System sollte schon im Juni 1998 umgesetzt werden, doch begann man erst Ende September 1998 an der Universität Augsburg und in Lechhausen damit, erste dynamische FIS-Anzeigen aufzustellen. Im Dezember 1998 startete in Lechhausen und am Bahnhof Augsburg-Oberhausen der Testbetrieb.

Ersthilfe

Die Fahrer der Stadtwerke Augsburg werden in Ersthelferkursen und regelmäßigen Auffrischungen im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung darin geschult, in Notfällen kompetente Ersthilfe ausüben zu können, bis der Notarzt bzw. Rettungswagen kommt. Die Leitstelle weiß sofort über einen Notfall Bescheid, weil die Fahrer per Funk und GPS mit ihr in Verbindung stehen, so dass Polizei und Notdienste von dort aus alarmiert und informiert werden. Auch die Fahrscheinautomaten sind per SOS-Knopf an das Notrufsystem angeschlossen.

Fahrgastzahlen

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Wurden 1950 noch mehr als 45 Mio. Fahrgäste mit dem ÖPNV befördert, waren es 1985 nur noch 41,5 Mio. - und das, obwohl die Bevölkerung von Augsburg in dieser Zeit von etwa 209.000 auf etwa 253.000 Einwohner gestiegen war. Kontinuierlich hatte die Attraktivität des ÖPNV in Augsburg also abgenommen. Es war höchste Zeit geworden, etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen.

Der wichtigste Meilenschritt zur Verbesserung des Angebotes des ÖPNV war die Einführung des 5-Minuten-Taktes im Jahr 1990. Von da an explodierten die Fahrgastzahlen geradezu. Zwar hat sich die Zuwachskurve in den letzten Jahren etwas abgeflacht, aber sie ist immer noch sehr deutlich nach oben zeigend und mit 55 Mio. beförderten Passagieren im Jahr 2005 eindrucksvoll.

Von diesen 55 Mio. beförderten Passagieren wurden 18,7 Mio. durch Stadtbusse? befördert, 36,3 Mio. durch die Straßenbahn.

Bei Fahrten in die Innenstadt nehmen heute 40 - 45 Prozent der Menschen die Leistungen des ÖPNV in Anspruch. Dabei sind die Straßenbahnlinien das Rückgrat des Augsburger Verkehrsnetzes, das weiter ausgebaut werden soll.

2011: 32,2 Mio. Fahrgäste bis Ende Juli
2012: 31,9 Mio. Fahrgäste bis Ende Juli

Im November 2016 gaben die Stadtwerke Augsburg bekannt, dass 2016 die 60-Millionen-Marke bei den Fahrgastzahlen überschritten werde. Immer mehr Menschen fuhren in Augsburg mit Bussen und Straßenbahnen. Bis Ende Oktober hatten 50,1 Millionen Fahrgäste die Nahverkehrsangebote der swa genutzt, 2,2 Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das war eine Steigerung um rund 4,5 Prozent. Nachdem die Zahl der Fahrgäste 2015 mit insgesamt 59,3 Millionen knapp unter der 60-Millionen-Marke lag, gingen die swa davon aus, diese Marke 2016 deutlich zu überschreiten. Und in der Tat: Am Ende des Jahres 2016 konnten 61,6 Mio. Fahrgäste, etwa 2,2 Mio. mehr als in 2015 gemessen werden. Das bedeutete eine Steigerung um 3,8 Prozent. Damit lag Augsburg deutlich über dem bundesweiten Fahrgastzuwachs von 1,8 Prozent in 2016, der größten Steigerung auf Bundesebene seit 20 Jahren.

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Handyticket

Die Handytickets gelten bei allen Verkehrsunternehmen innerhalb des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) und sind sofort nach Kauf gültig. Vorteile: Die lästige Suche nach Münzen entfällt, denn das Handyticket kommt als Fahrschein bargeldlos per Telefon. Zudem beinhaltet die App (Android, iOS) eine integrierte Fahrplanauskunft. Ende 2012 nutzten etwa 1.600 Kunden bei den Stadtwerken das Handyticket. Die Novemberzahlen 2012 belegten: Mit rund 2.500 Tickets wurden im Vergleich zum Oktober des Jahres 40 Prozent mehr Tickets über das Handy verkauft.

Zum 9. Juni 2014 stellten die Stadtwerke Augsburg ihren Handyticket-Service um auf die App "swa FahrInfo". Mit der mobilen Anwendung konnten die Stadtwerke flexibler auf Veränderungen reagieren und den Kunden zusätzliche Funktionen und Services bieten. Die swa verabschiedeten sich damit von dem auf den reinen Verkauf ausgerichteten System Handyticket Deutschland. Eine Neuerung gegenüber dem bis dahin verwendeten Handyticket Deutschland System war, dass der Nutzer von der Fahrplanauskunft direkt zum Ticketkauf kam. Je nach Ziel und Fahrstrecke wurden die möglichen Ticketarten auf einen Blick angeboten. Nachrüsten wollten die Stadtwerke eine Echtzeit-Auskunft für jede Haltestelle, entsprechend der elektronischen Haltestellen-Anzeigen.

Schwarzfahrer

2011 zählte man in der Region Augsburg 7.500 erwischte Schwarzfahrer – bei etwa 77,5 Mio. Fahrgästen im Augsburger Verkehrsverbund? (AVV), was dem bundesdeutschen Durchschnitt und Einnahmen von etwa 300.000 € entsprach.

Facebook-Nahverkehrskanal swa

Zu finden gibt es unter swaverkehr auf Facebook aktuelle Verkehrsmeldungen, Baustelleninformationen und damit einhergehende Anpassungen im Linienverkehr von Bussen und Straßenbahnen, eine Fahrplanauskunft, Minifahrpläne, das Liniennetz und alle wichtigen Broschüren zum Download. Außerdem werden Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um den ÖPNV in Augsburg gegeben sowie auf Termine von Events und Führungen zum Thema Bus? und Straßenbahn hingewiesen. Mit dem Verkehrsinfo-Kanal werden sowohl Kundenanfragen und Beschwerden bedient, es kann aber auch außerhalb der normalen Geschäftszeiten auf Änderungen im Nahverkehr hingewiesen werden. Der Inhalt unterscheidet sich vom Angebot des seit Anfang 2011 auf Facebook bestehenden „avg Channels“ der Stadtwerke, bei dem es vor allem um besondere Veranstaltungen, Aktionen und Tipps geht.

Verkehrserziehung

Im April 2013 gaben die Stadtwerke Augsburg ihr Projekt "Spielekiste" an die Öffentlichkeit, mit dem Vorschulkinder lernen sollten, wie Nahverkehr funktioniert. Die Spielekiste enthält Spiele, Kinderbücher, ein "Fahrerkostüm" und Spielfahrscheine für Rollenspiele sowie originale Fahrzeugteile. Die Spielekiste kann von Kindertagesstätten und Kindergärten in Augsburg ausgeliehen werden. Nach der Ausleihfrist kommt "Busfahrer Andy" von den Stadtwerken Augsburg mit einem echten Bus vorbei und beantwortet Fragen der Kinder, erzählt aus seinem Alltag und zeigt ihnen den Bus inklusive der Fahrerkabine. Ziel ist, Kinder frühzeitig mit dem öffentlichen Nahverkehr vertraut zu machen. Dabei geht es vor allem darum, natürlich gegebene Begeisterung für Bus und Tram zu verstärken, aber auch darum, richtiges und verkehrssicheres Verhalten zu trainieren.

Die Spielekiste ist die erste von vier aufeinander aufbauenden Säulen des Kinder- und Jugendmarketings der Stadtwerke Augsburg mit dem Titel "Vorfahrt! Bus und Tram". Weitere Elemente sind die "Stadt-Rallye" für sieben bis neun Jahre alte Kinder, der Bus & Tram Erlebnistag für Neun- bis Elfjährige und das Projekt "Coolrider" um jugendliche Fahrzeugbegleiter.

Einzelheiten

Weblinks


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