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Obstmarkt

Ein Augsburger Markt, der ehemals ein beliebter Wohnort der Augsburger Oberschicht war.

Allgemeines

Bevor man in Augsburg den Stadtmarkt gründete, gab es zwischen der Domstadt? und Sankt Moritz viele kleine Märkte, auf denen sich die Bevölkerung mit den Gegenständen des täglichen Bedarfs oder mit Lebensmitteln versorgen konnte. Der nördlichste dieser kleinen Märkte war der Obstmarkt.

Geschichte

Ab 1448 hat man den Obstmarkt in der Judengasse abgehalten, die 1825 in Karlstraße umbenannt wurde. Der Obstmarkt war im Mittelalter von vielen Juden? bewohnt, da hier ein jüdisches Wohnviertel bestand.

1508 verlegte man den Obstmarkt an die Stelle, die auch heute noch als Obstmarkt bezeichnet wird. Er lag zunächst direkt am so genannten Imhofhaus?, das später in das Riedingerpalais bzw. Riedingerhaus umgewandelt wurde. Auch das Zimmerleutehaus? und das Moschelhaus? befanden sich hier.

Der Obstmarkt war auch der erste Wohnort der jüdigschen Familie Obermayer, aus der Carl von Obermayer? stammte. Hier richteten die Obermayers auch das erste inoffizielle jüdische Augsburger Bethaus der Neuzeit ein, ehe in den 1860er Jahren ein Haus in der Wintergasse für diesen Zweck angekauft und umgebaut wurde.

1938 hob man die Litera auf und schrieb "Obstmarkt" als Straßennamen fest, um auf die Nutzung der Gemarkung zu verweisen.

Die Bombennacht im Februar 1944 zerstörte die historische Bausubstanz des Obstmarktes.

Details

Am Obstmarkt 6 steht ein Bürgerhaus mit vier Geschoßen. Es ist ein Traufseitbau, der auf das 16./17. Jahrhundert zurückgeht und außen einen hohen Flacherker, innen ein spätgotisches Netzgewölbe aufweist. Der Flacherker ist mittelachsig und zieht sich über die drei Hauptgeschoße. Dazu kommt ein Mezzaningeschoß und ein korbbogig gewölbter Ladenraum, der keine Stützen aufweist. Darin sind großflächige spätgotische Stuckgratfigurationen erhalten und Stichkappen. Im 17. Jahrhundert hat man hier Einbauten vorgenommen, so dass die fischblasenartigen Netzfigurationen gestört erscheint. Sie zieht sich parallel zur Straße hin. Die Holzumrahmung und die Tür des Ladens gehen auf den Klassizismus zurück, in einer rund gebogenen Flachnische am Erker ist eine Hausmadonna untergebracht.

Auf Bildern vor der Zerstörung des Obstmarktes sind im Süden des Platzes mehrere giebelständige Gebäude mit Flacherkern und klassizistischer Fassadenmalerei zu erkennen. Diese Gebäude wurden während des Februar-Luftangriffs 1944 zerstört, so dass man die Grundstücke in diesem Bereich (wie auch in der Grottenau, der Ludwigstraße sowie auf dem Kesselmarkt) völlig neu parzellierte. Es war 1562 von Hans Holl? errichtet und später zu einem Eckbau vereinigt, der nahe dem Imhof-?, Hoechstetter-? und Stettenhaus lag.

Obstmarkt 15: Stettenhaus

Lage


Weblinks


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