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Nachhaltigkeit

Allgemeines

Es gibt viele Definitionen zur Nachhaltigkeit. Einigkeit besteht jedoch darin, dass Nachhaltigkeit ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung beschreibt, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. Einfacher gesagt: Nachhaltigkeit bedeutet, dass nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen kann. Nachhaltigkeit ist also eine sozialethische, politische und ökologische Maxime für globales Handeln: „Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können."

Davon ausgehend stellen sich für Augsburgs Stadtentwicklung? folgende Herausforderungen:

  • Ökologische Herausforderungen: Hier stehen Klimaschutz? durch Energieeffizienz und Energieeinsparung, Flächenverbrauch und Biodiversität, Lärmschutz und Ressourcenschutz? durch Kreislaufwirtschaft, Müllvermeidung und Ressourceneffizienz im Vordergrund des städtischen Handelns.
  • Soziale Herausforderungen: Stichworte auf diesem Nachhaltigkeitshandlungsfeld sind Demographischer Wandel?, Migration, Bürgerengagement, Bildung und soziale Gerechtigkeit.
  • Ökonomische Herausforderungen stellen sich bei der Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften?, in der fairen Beschaffung, der Herstellung nachhaltiger Produkte und einem ausgeglichenen Haushalt.

Im Augsburger Nachhaltigkeitsprozess engagieren sich Initiativen und Vereine, Institutionen und interessierte BürgerInnen. Es gibt einen Nachhaltigkeitsbeirat (bis 2012 „Agendarat“), der alle drei Jahre vom Stadtrat neu bestimmt wird. Hier sind gesellschaftlichen Einrichtungen wie Wohlfahrtsverbände?, Kirchen und Religionsgemeinschaften oder Gesamtelternbeirat? über Wirtschaftsakteure (Kammern,Gewerkschaften?, Umweltwirtschaft? und Wirtschaftsjunioren? bis hin zu kulturellen, Umwelt- und Eine Welt-Akteuren viele maßgebliche Motoren der Stadtgesellschaft vertreten.

Geschichte

1992 hat die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio alle Kommunen aufgefordert, nachhaltige Entwicklung planvoll anzugehen.

1996 hat Augsburg auf Betreiben aktiver Bürger und Institutionen mit dem Nachhaltigskeitsprozess begonnen.

1998 wurden in einem stadtweiten Diskussionsprozess 22 Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs entwickelt.

2002 wurden die Augsburger Leitlinien an Runden Tischen überprüft, erweitert und mit konkreten Zielen belegt.

2004 beschloss der Stadtrat diese Leitlinien einstimmig als „Handlungsprogramm Nachhaltigkeit“.

2006 schrieb die Stadt Augsburg zum ersten Mal den Augsburger Zukunftspreis aus, um zur Umsetzung des Nachhaltigkeitshandlungsprogramm beizutragen und das Thema Nachhaltigkeit in der Stadtgesellschaft zu verankern und bekannt zu machen. 2006 erhob die Stadt etwa 30 Nachhaltigkeits-Indikatoren und präsentierte sie in einer Bilanz- und Entwicklungskonferenz der interessierten Öffentlichkeit.

Im Herbst 2010 erarbeitete Augsburg zusammen mit 15 weiteren deutschen Nachhaltigkeitsstädten „Strategische Eckpunke für nachhaltige Entwicklung in Kommunen“. Außerdem wurde in diesem Jahr der 1. Augsburger Nachhaltigkeitsbericht? erarbeitet, der den Umsetzungsstand des „Handlungsprogramms Nachhaltigkeit“ erfasste. Es wurden alle Indikatoren zusammen mit Kurzbeschreibungen der Entwicklung und der Beschreibung der Aktivitäten verschiedener Akteure gesammelt und gedruckt veröffentlicht.

Ende 2013 erhielt die Stadt Ausburg die Auszeichnung als nachhaltigste Großstadt Deutschlands.

2014 begann die Stadt Augsburg, gefördert vom Bayerischen Umweltministerium?, das "Handlungsprogramm Nachhaltigkeit" von 2004 weiterzuentwickeln. Geplant war, es als Basis für ein geplantes Stadtentwicklungskonzept? zu verwenden. Neben Ökologie, Ökonomie und Sozialem sollte die Kultur zur vierten Nachhaltigkeitsdimension erklärt werden. Damals schlossen sich auf Initiative der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH 21 Forschungseinrichtungen, Netzwerke und Einrichtungen aus Augsburg zur Plattform Ressourceneffizienz zusammen.

Am 21. Oktober 2016 wurde die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH mit ihrer Plattform Ressourceneffizienz offizieller Regio-Partner des damals eröffneten Bayerischen Ressourceneffizienz-Zentrums. Mit dem im April 2016 online geschalteten Kompetenzatlas Ressourceneffizienz, dem Ahochdrei Magazin Ressourceneffizienz sowie der Veranstaltungsreihe Herausforderung Ressourceneffizienz hatte die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH den Augsburger Ressourceneffizienz-Kompetenzen bundesweit Beachtung verschafft. Die Augsburger Plattform Ressourceneffizienz war damals mit ihrer einzigartigen Konzentration von Kompetenzen und Institutionen auf engstem Raum in Bayern und Deutschland einmalig.

Details

Zu Beginn des Nachhaltigkeitsprozesses in Augsburg sollte an 13 Indikatoren abgelesen werden, wie weit die Stadt kam. 2013 waren es schon 55 verschiedene Indikatoren passend zu den Nachhaltigkeitszielen.

Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs

Ökologische Zukunftsfähigkeit

  • Erdatmosphäre und Klima schützen
  • Ressourcen schonen
  • gesundes Stadtklima fördern
  • biologische Vielfalt erhalten
  • Lärmbelastungen vermindern
  • sinnvoll Energie nutzen
  • ökologisch mobil bleiben

Ökonomische Zukunftsfähigkeit

  • Region stärken
  • sozialverantwortliche Wirtschaftsweise fördern
  • Wirtschaft durch umwelttechnologischen Wandel fördern
  • bewusst konsumieren
  • sozial und ökologisch planen und bauen
  • Stadtteile stärken
  • mit allen Weltregionen zusammenarbeiten (B7)

Soziale Zukunftsfähigkeit

  • Beteiligung, Dialog und Konsens pflegen
  • in Bildung investieren
  • sozialen Ausgleich schaffen
  • Einfluss für Kinder und Jugendliche verwirklichen
  • Gesundheit für alle ermöglichen
  • zusammen leben
  • Initiativen fördern
  • Generationengerechtigkeit sichern

Nachhaltiges Wirtschaften

Im Bereich nachhaltigen Wirtschaftens glaubt sich die Stadt Augsburg durch den Innovationspark Augsburg? gut aufgestellt, denn durch ihn werde Augsburg und der Wirtschaftsraum Augsburg zu einem europäischen Zentrum für Ressourceneffizienz. Allerdings gibt es auch Hemmnisse bei dem Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen. So bemängeln manche Unternehmer, dass Nachhaltigkeit bzw. deren Resultate teilweise schlecht messbar sind und Nachhaltigkeit nur dann umfänglich gelebt werden kann, wenn das Management und relevante Mitarbeiter entsprechendes Wissen haben. Auch das fehlende Budget für die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Maßnahmen ist ein großes Hemmnis.

Dagegen steht die Erfahrung von Unternehmen, dass Werte immer wichtiger werden. Das führt dazu, dass Konsumenten von Unternehmen wünsche, dass diese einen Mehrwert schaffen. Dieser Mehrwert aber kann und darf nicht nur monetär gemessen werden. Da Nachhaltigkeit zukunftsorientiert ist, forschen Unternehmen auch an neuen Technologien für ihre Produkte, was Geld kostet, ohne dass in jedem Fall sicher gestellt ist, dass sich diese Forschung auch auszahlt.

Nachhaltiges Wirtschaften hat viele positive Synergien: Es kann Innovationstreiber sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, die Kunden begeistern und Kosten senken. Deshalb hat sich die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH dieses Themas angenommen und möchte Unternehmen für das Thema sensibilisieren und darüber informieren. Mit dem Arbeitskreis "Unternehmerische Verantwortung" der Lokalen Agenda 21 gibt es bereits ein Augsburger Netzwerk, in dem sich Unternehmen treffen und sich Impulse zur Nachhaltigkeit holen können. Der Arbeitskreis führt die Veranstaltungsreihe Fokus N? durch, an der auch die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH mitarbeitet. Des Weiteren hat die Regio in der Vergangenheit bereits eine Schulungsreihe zu Corporate Social Responsibility angeboten und bietet seit 2016 das CSR-Barometer, einen kostenfreien Online-Schnelltest zur Nachhaltigkeit, an. Außerdem wirkte sie an der Internet-Plattform Lifeguide Region Augsburg mit, auf der sich Bürgerinnen und Bürger rund um nachhaltig orientiertes Leben in und um Augsburg informieren können.

Fokus N

Fokus N ist eine eintägige Fortbildung mit Begleitausstellung, in der es um die Weiterbildung in Fragen der Nachhaltigkeit in Augsburg geht. Fokus N fand 2013 zum ersten Mal als Nachhaltigkeitstag Wirtschaft statt. 2014 fand Fokus N unter dem Motto "Wertewandel in der Wirtschaft" zahlreiche Teilnehmer aus der Wirtschaft, die über die Vorteile und Möglichkeiten von nachhaltigem Wirtschaften informiert wurden und gemeinsame Werte erarbeiteten. Miteinander ins Gespräch kommen – abseits vom Small-Talk und auch mal einen Sichtwechsel vornehmen – das wollen die Veranstalter von Fokus N erreichen. Veranstalter von Fokus N ist der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung im Rahmen der Lokalen Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg. Das Fokus-N-Team des Arbeitskreises setzt sich aus Selbständigen aus der Region Augsburg und Führungskräften verschiedener Organisationen zusammen – unter anderem aus dem Bündnis für Augsburg, der Regio Wirtschaft Augsburg GmbH?, den Wirtschaftsjunioren?, dem imu Augsburg, dem Institut für Geographie der Universität Augsburg?, der Neonpastell GmbH?, ideenhochdrei?, , der Bürgerstiftung Augsburg? und dem Büro für Nachhaltigkeit? der Stadt.

Demographischer Wandel

Das Projekt Admire A3 sieht sich als regionale Allianz für das Demographie-Management (neben den Themen Innovation und Ressourceneffizienz).

Nachhaltige Projekte

Weblinks


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