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Museum im Schloss

auch Museum im Wittelsbacher Schloss genannt; ein Friedberger Museum, das im Friedberger Schloss untergebracht ist

Allgemeines

Das Museum im Schloss Friedberg ist im Schloss Friedberg untergebracht, das auf dem östlichen Höhenzug des Lechtals im Osten der Stadt Augsburg liegt und um 1257 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig II. gegründet wurde.

Bereits 1886 richtete der Historische Verein von Friedberg (heute Heimatverein Friedberg) eine Sammlung von Altertümern ein, die bis heute reich ergänzt wurde. Das Museum im Schloss ist das Heimatmuseum Friedbergs und präsentiert

  • eine Abteilung zur Vor- und Frühgeschichte
  • Schätze der Friedberger Uhrmacherkunst darunter prachtvolle Tisch-, Wand- und Kutschenuhren
  • eine Apotheke aus der Biedermeierzeit mit Labor und Officin

Geschichte

1982 erfolgte eine Sanierung des Museums. Danach präsentierte das Museum in 14 Räumen Ausstellungsstücke zur Regional- und Stadtgeschichte. Schwerpunkte sind waren die Vor- und Frühgeschichte des Lechraines?, religiöse, bürgerliche und ländliche Kultur und die bedeutenden Sammlungen Friedberger Uhren und Fayencen. Denn während des 17. und 18 Jahrhunderts war Friedberg ein Zentrum des Uhrmacherhandwerks. Einige Spitzenstücke dieser Produktion sind in dem Museum erhalten. Die "kurfürstlich privilegierte Porzellanmanufaktur" im Friedberger Schloss? produzierte von 1754 bis 1768 teilweise reich verziertes Fayence-Geschirr. Auch von dieser Produktion hat das Museum im Schloss einige Stücke bewahrt.

2011 feierte das Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg sein 125-jähriges Bestehen mit der Sonderausstellung „Blumen. Susanna Taras zum 125-jährigen Museumsjubiläum“: Monumentale Blumenobjekte von leuchtender Farbigkeit und überwältigender Strahlkraft überzogen die Wände der gewölbten Ausstellungsräume und vermittelten eine Atmosphäre der Heiterkeit und Freude.

2014 konnte mit einer Spende eine seltene Nachtlichtprojektionsuhr mit astronomischen Angaben des Friedberger Uhrmachers Johann Georg Mayr für das Museum im Schloss gekauft werden. Der Handwerker war Kleinuhrmacher in Friedberg und wurde um 1662 Hofuhrmacher in der Münchener Residenz. Die 50 Zentimeter hohe Uhr gilt als die einzig bekannte Nachtlichtprojektionsuhr mit Kalendarium und astronomischen Angaben. Das Ziffernblatt ist feuervergoldet und mit Blütenranken graviert. Die Uhr entstand um 1670 und befindet sich in einem Gehäuse aus Eiche und Nußbaumholz, das um 1720 entstand. Stellte man in das Gehäuse eine Kerze, warf sie Licht und damit die Angabe der Uhrzeit durch eine Projektionslinse nach Außen. So konnte man die Uhrzeit auf eine Wand projezieren.

Im Herbst 2014 ersteigerte das Friedberger Museum ein Gemälde aus dem Nachlass der Wittelsbacher. Es zeigt die Kürfürstin Maria Anna Sophie von Bayern. Zuvor war das Ölbild Teil der Königlich Bayerischen Staatsgemäldesammlung, zuletzt dann Teil des Nachlass von Wittelsbachern und konnte bei einem Münchner Auktionshaus gekauft werden. Das Gemälde hatte einen Schätzwert um die 10.000 Euro. Mit Hilfe einer Spende der Firma Segmüller ging der Zuschlag nach Friedberg. Die bayerische Kurfürstin (1728 - 1797) war die Frau des Kurfürsten Maximilian III. Joseph., der die fürstliche Fayence-Manufaktur begründet hatte, die von 1754 bis 1766 im Friedberger Schloss arbeitete. Maria Anna Sophie bekam deshalb einen Platz in der Fayence-Abteilung des Friedberger Museums. Das Gemälde entstand um 1764 in der Werkstatt des kurfürstlichen Hofmalers George Desmarées. Die Prinzessin erscheint im Alter von Mitte 30 bayerisch weiß-blau gekleidet. Die Kleidung und der zurückhaltende Schmuck weisen auf eine private Darstellung hin. In ihrer Hand hält sie ein Schiffchen mit Garn.

Im November 2014 schloss man das Museum im Schloss, weil Anfang 2015 Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Wittelsbacher Schlosses erfolgten und man das Museum neu konzeptionierte. Damals plante man die Wiedereröffnung für Anfang 2018. Nach dem Umbau sollte auch die Geschichte des mehrmals zerstörten und wieder aufgebauten Friedberger Schlosses im Museum dargestellt werden.

Details

Sammlungsschwerpunkt Vor- und Frühgeschichte: In diesen Bereich fallen Funde aus der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Urnenfelderzeit, Hallstattzeit, Latènezeit (Keltenzeit), der römischen Kaiserzeit und aus dem Mittelalter. Zu sehen sind z. B. Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein, Schwerter aus Bronze und Eisen, goldene keltische "Regenbogenschüsselchen" sowie römische Münzen und Gewandfibeln.

In der Abteilung Ländliche Kultur sind u. a. ein Friedberger Schrank von 1817, Trachten und bemalte Bauernmöbel, Schränke, Truhen, eine Wiege und ein Bett zu sehen. So gewinnt der Besucher einen Einblick in die Kultur des bäuerlichen Lebens in der Umgebung von Friedberg.

Friedberger Fayencen: Die von Kurfürst Maximilian III. Joseph im Friedberger Schloss eingerichtete "Kurfürstlich privilegierte Porzellanmanufaktur" produzierte zwischen 1754 bis 1768 kunstvoll gefertigtes Fayence-Geschirr. Das mit einer weißen, deckenden Glasur überzogene und reich verzierte Tongeschirr schmückte oftmals die Festtafeln der damaligen Zeit. In dieser Abteilung sind einige der damals produzierten Fayencen erhalten.

Friedberger Uhren: Diese Abteilung ist der Höhepunkt der Sammlung des Museums im Schloss. Im 17. und 18. Jahrhundert fertigten Friedberger Uhrmacher kunstvolle Zeitmessgeräte für den Adel und gehobenen Bürgerstand in ganz Europa. Die Spezialsammlung an Friedberger Uhren (Taschen-, Kutschen-, Tisch-, Stutz- und Telleruhren) bildet heute mit der sogenannten "Schatzkammer" den optischen und kunsthandwerklichen Höhepunkt des Rundganges durch die Ausstellungsräume.

Die Dauerausstellungen des Museums im Schloss werden durch regelmäßige Wechselausstellungen ergänzt.

Das Museum im Schloss besitzt ein nettes Museumscafé, das zur Entspannung und zum Genießen einlädt - bei schönem Wetter mit Sitzgelegenheit im arkadenumsäumten Schlosshof.

Adresse

Museum im Schloss
Schlossstraße 21
86316 Friedberg

Tel. 0821/6002-681
Fax. 0821/607875
E-Mail: [email protected]

Bürozeiten: Montag bis Freitag 8-13 Uhr und 14-16 Uhr


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