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Müller, Manfred

ein in Augsburg geborener ehemaliger Bischof von Regensburg? (1982 – 2002)

Leben und Wirken

Jugend und Ausbildung

Manfred Müller wurde am 15. November 1926 in Augsburg geboren. In Augsburg besuchte er die Volksschule und das Holbein-Gymnasium? (damals eine Oberrealschule).

1943 zog man Manfred Müller als Flakhelfer ein, später nahm er als Soldat noch am Zweiten Weltkrieg teil, wo er von den Briten gefangen genommen wurde. Nach seiner Freilassung 1946 studierte er zunächst Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Dillingen?. Danach wechselte er an das Herzogliche Georgianum? der Ludwig-Maximilians-Universität München?, wo er katholische Theologie studierte.

Zum Diakon weihte man ihn am 22. Juli 1951 und am 24. Juni 1952 erhielt er die Priesterweihe in München.

Religionsunterricht

Zwischen 1955 und 1972 arbeitete er als Religionslehrer und Studiendirektor in Augsburg. Das Wirken von Bischof Manfred Müller war seit seiner Priesterweihe im Jahr 1952 eng mit Fragen der Schule und des Religionsunterrichtes verknüpft. Auf die dreijährige Kaplanszeit in Starnberg? folgten sieben Jahre als Lehrer an einer Berufsschule in Augsburg, drei in der Oberrealschule in Lindenberg? und sechs am Hans-Holbein-Gymnasium? in Augsburg. Zuletzt wurde er Fachberater für Katholische Religionslehre in Südbayern.

Weihbischof in Augsburg

Papst Paul VI. ernannte am 10. Januar 1972 Manfred Müller zum Weihbischof in Augsburg und Titularbischof von Jubaltiana. Zum Bischof weihte ihn der damalige Augsburger Bischof Josef Stimpfle am 25. März 1972 im Augsburger Dom. Mitkonsekratoren waren der damalige Regensburger Bischof Rudolf Graber und der Passauer Bischof Antonius Hofmann. Als bischöflichen Wahlspruch wählte Manfred Müller: „Die Wahrheit in Liebe verkünden“ (Eph. 4, 15).

Auch als Weihbischof in Augsburg und später ab 1982 als Bischof von Regensburg blieb Manfred Müller Fragen der Schule und der Erziehung besonders verbunden. Auf Bayernebene war er in der Freisinger Bischofskonferenz? Referent für Schulfragen und zuständig für die Genehmigung der im bayerischen Religionsunterricht verwendeten Bücher.

Bischof von Regensburg

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 16. Juni 1982 zum Bischof von Regensburg?. 1983 wurde Manfred Müller Vorsitzender des Verwaltungsrates des Katholischen Schulwerkes für Bayern.

In den 1980er Jahren versuchte Manfred Müller eine neutrale Position zwischen Kernkraftgegnern und Befürwortern einzunehmen: In seinem Bistum lag Wackersdorf?, wo eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage geplant war. Diese neutrale Position brachte ihm vor allem von Seiten der Atomgegner heftige Kritik ein.

Seit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" engagierte sich Bischof Manfred Müller für die Unterstützung der Nachbarbistümer Prag - und seit dessen Neugründung für das direkte Nachbarbistum Pilsen. So wurde in Pilsen das neu errichtete Katholische Gymnasium unterstützt und unmittelbar nach der Grenzöffnung im Prager Stadtteil Strasnice der Bau der ersten Kirche in der tschechischen Republik nach über 50 Jahren von ihm gefördert.

1992 beendete Müller die auf ein Pogrom im Jahre 1338 zurückgehende Wallfahrt „Deggendorfer Gnad?“. Bis dahin hatte das Bistum Regensburg diesen Schritt über Jahrzehnte hinausgezögert. In seinem Hirtenwort hierzu distanzierte er sich in unzweideutiger Weise von antisemitischen Geschichtsfälschungen und der jahrhundertelangen Judenfeindschaft vieler Christen.

Im Jahr 2000 kam Manfred Müller mit Joseph Ratzinger in Konflikt, der den Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerenkonfliktberatung in Deutschland durchsetzte, was Müller verhindern wollte.

Am 15. Januar 2002 nahm Papst Johannes Paul II. das Rücktrittsgesuch von Bischof Manfred Müller anlässlich seines 75. Geburtstags an. Manfred Müller zog sich in das Kloster Mallersdorf zurück. Nachfolger in Regensburg? wurde Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Bischof em. Manfred Müller verstarb am 20. Mai 2015 in Mallersdorf-Pfaffenberg? an der Folge eines Schlaganfalls, den er 2014 erlitten hatte.

Ämter und Aufgaben (1972-2002)

In der Deutschen Bischofskonferenz war Manfred Müller seit 1972 Mitglied und seit 1991 Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule. In der Kommission für Fragen der Wissenschaft und Kultur, der er ebenfalls seit 1972 als Mitglied angehörte, wirkte er von 1982 bis 1991 als Vorsitzender.

Von 1981 bis 1986 gehörte er zu den Mitgliedern der Publizistischen Kommission und von 1978 bis 1987 leitete er die Jury zur Verleihung des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises der Deutschen Bischofskonferenz.

International in Schulfragen engagiert war Bischof Manfred Müller von 1982 bis 1986 als Präsident des Rates der OIEC, eines Weltverbandes katholischer Schulen.

Auszeichnungen

  • 1985 wurde er von Kardinal-Großmeister Maximilien Kardinal de Fürstenberg zum Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 11. Mai 1985 durch Franz Kardinal Hengsbach, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert.
  • 1991 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
  • 2001 Die von ihm gegründete katholische freie Grund- und Mittelschule der Schulstiftung der Diözese Regensburg trägt den Namen Bischof Manfred Müller Schule. Er selbst spendete 100.000 Euro für die Schule.
  • Bayerischer Verdienstorden?

Bischofswappen

Coat of arms of Manfred Müller
Wappen von Manfred Müller 2014. I, Sajo R? [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Manfred Müllers Bischofswappen zeigt ein Brot, das über das Mehl auf den Familiennamen "Müller" hinweist. Dazu ein Fisch. Brot und Fisch sind biblische Zeichen für die Speisungswunder des Herrn und für die Eucharistie. Der Fisch ist das älteste Christussymbol und Attribut des Bischofs Ulrich von Augsburg. Die Farben rot, grün und weiß sind die Farben der Stadt Augsburg, wo Bischof em. Müller seit 1972 Weihbischof war. Sie werden ergänzt im Obereck durch das Wappen des Hochstifts von Regensburg: auf rotem Grund diagonal ein silberner (im Druck weißer) Streifen.

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