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Müller-Brot

heute Höflinger Müller GmbH, aber immer noch unter dem Namen Müller-Brot bekannt; eine Großbäckerei mit Sitz in Neufahrn? bei Freising? und Niederlassungen in Augsburg

Allgemeines

Müller-Brot ist heute im Eigentum der Bäckerfamilien Müller & Höflinger (München und trägt deren Namen. Beide Bäckerfamilien blicken auf eine Jahrzehnte währende Tradition zurück. Sie stellen Brot, Brezen und andere Backwaren her.

Die Großbäckerei hat über 100 Müller-Brot-Filialen mit dem Müller & Höflinger-Symbol, die das Symbol Mühle und den Schriftzug „Bayrisches Bäckerhandwerk seit 1930“ tragen (Stand 2013).

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1930 in Giesing? gegründet. 1951 übernahm Hans Müller, der Gründersohn, das Unternehmen nach dem Tod seiner Eltern. Nach dem Verkauf der ursprünglichen Bäckerei setzte er sich das Ziel, Großbäcker und Supermarktlieferant für Backwaren in ganz Deutschland zu werden. Er führt bei Müller-Brot 1953 die weltweit erste vollautomatische Produktionsanlage für Semmeln ein.

In den 1970er Jahren wurden neben der Belieferung von Supermärkten auch eigene Müller-Filialen aufgebaut. Hans Müller verkaufte Müller-Brot 2003 und wechselte in den Aufsichtsrat des jetzt in eine Aktiengesellschaft verwandelten Unternehmens. Die Führung übernahm der Mehrheitsaktionär Klaus Ostendorf. Er hatte von der Familie Müller und dem Finanzinvetor MOP Aktienpakete übernommen. Damals war Müller-Brot mit einem Umsatz von 425 Mio. Euro und 387 eigenen Filialen in Europa der viertgrößte Hersteller von Backwaren.

2004 kündigte der Barilla-Konzern einen Vertrag mit Müller-Brot, so dass die Großbäckerei auf einen Umsatz von etwa 250 Mio. Euro bei 2000 Beschäftigten zurückfiel.

Ab 2005 sammelte Müller-Brot Schulden an, weil das Backunternehmen jedes Jahr Verluste schrieb.

Weitere Probleme kamen 2009 mit einer Kontrolle des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit? auf Müller-Brot zu. Nach der Kontrolle wurden mehrere Bußgelder verhängt. Zwischen Oktober 2010 und Januar 2012 musste die Fabrik unter amtlicher Aufsicht Backwaren wegen Hygienemängeln vernichten. Auch Rückrufaktionen von Backwaren aus den Filialen kamen in dieser Zeit vor.

Im Januar 2012 war Müller-Brot in eine GmbH verwandelt, hatte etwa 260 eigene Filialen und weitere 3.600 Verkaufstellen vor allem in Süddeutschland?. Damals betrug die Mitarbeiterzahl etwa 1.300 bei 115 Mio. Euro Umsatz. Zu diesem Zeitpunkt gehörten zu Müller-Brot die Marken Müller, Mühlbacher Bauernbrot, Pack mich Back mich, Bayrisch Back und weitere. Klaus Ostendorf war immer noch Geschäftsführer, jetzt bei der Müller-Brot GmbH.

Am 30. Januar 2012 stoppten Kontrolleure wegen schwerwiegenden Hygienemängeln die Produktion in Neufahrn?, was die Süddeutsche Zeitung? am 1. Februar 2012 publik machte. Bis dahin war die Öffentlichkeit weder von staatlichen Stellen noch von Müller-Brot über die Hygienemängel informiert worden. Im Anschluss wurde eine komplette Reinigung des Betriebs und der Anlagen von Müller-Brot in Neufahrn? durchgeführt. Diese Hygienemängel führten in der Folge dazu, dass Großkunden Müller-Brot kündigten und die Kunden in den Filialen ausblieben. In einzelnen Filialen sollen die Umsätze um bis zu 80 Prozent eingebrochen sein.

Müller-Brot meldete deshalb am 16. Februar 2012 Insolvenz an. Zu diesem Datum hatt Müller-Brot 80 Mio. Euro Schulden, bot nur noch 1100 Arbeitsplätze und hatte gerade einmal 241 Filialen.

Seit April 2012 befindet sich das Unternehmen zum Teil wieder in der Hand der Müller-Familie. Evi Müller, Enkelin des Firmengründers, übernahm im April 2012 mit Franz Höflinger die Leitung des Unternehmens. Allerdings nur einen Teil des Filialnetzes der insolventen Firma und auch nur einen Teil der Mitarbeiter.

In der Zeit danach arbeitete das Unternehmen daran, zerstörtes Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen und verordnete sich dazu fünf Leitsätze: Zurück zum Original - Höchste Qualitätsstandards - Wir leben Werte - Echt und ehrlich - Mit ganzem Einsatz. Ziel war es, das Unternehmen zu alter Stärke zurückzuführen.

Deshalb wurde 2012 in die übernommenen Filialen investiert (neue Ausstattung, neue Farben, attraktive Präsentation). Dazu kamen Umfirmierungen auf Höflinger oder Brioche Doreé. Danach wurden Kaffeemaschinen, Kühlschränke und Spülmaschinen ausgetauscht und der Investitionsstau der Jahre zuvor aufgehoben. Ende des Jahres war der Umsatz der neu gestalteten Filialen um etwa 30 Prozent angestiegen und wieder auf dem Niveau wie vor dem Hygieneskandal.

Details

Müller-Brot / Müller & Höflinger verwenden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien - sowohl in den Müller-Brot-Filialen, der Verwaltung wie im Versand- und Logistikbereich.

Selbst gebacken wird nicht mehr, denn die alte Backanlage in Neufahrn? wurde nicht in die neue Firma nach April 2012 übernommen. Das Backen nach Müller-Brot-Rezepturen übernehmen andere Bäckereien der Umgebung, doch ist es Ziel, wieder eine eigene Backanlage aufzubauen (Stand Frühjahr 2013).

Adressen

Zentrale

Höflinger Müller GmbH
Ludwig-Erhard-Straße 2
85375 Neufahrn?

Tel. 08165/790
Fax. 08165/4003
E-Mail: [email protected]

Augsburger Filialen

Müller & Höflinger
Bei der Jakobskirche 3
86152 Augsburg

Tel. 0821/1598403

Montag - Freitag: 7.00-20.00 Uhr
Samstag: 7.00-20.00 Uhr
Sonntag: -


Müller & Höflinger
Bürgermeister-Aurnhammer-Straße 59
86199 Augsburg

Tel. 0821/9984356

Montag - Freitag: 7.00-20.00 Uhr
Samstag: 7.00-20.00 Uhr
Sonntag: -


Weblinks


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