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Mozartstadt Augsburg

Eine Bezeichnung für Augsburg, die das Stadt-Marketing seit Ende der 1980er Jahre verbreiten lässt.

Allgemeines

Mozartstadt nennen sich neben Augsburg auch noch Wien und Salzburg. Die drei Städte sind Mitglieder im Verein Europäische Mozartwege?.

Augsburg nennt sich Mozartstadt, weil hier 1719 der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart geboren wurde, der auch Erzieher und Musiklehrer des genialen Komponisten war. Leopold Mozart sprach mehrere Sprachen, war Aufklärer, Komponist und Musikpädagoge, stellte aber sein Talent zurück, um die außergewöhnliche Begabung seines Sohnes Wolfgang zu fördern, der 1756 in Salzburg geboren wurde. Wolfgang Amadeus Mozart kam die hochrangige Bildung zugute, die sein Vater in Augsburg erhalten hatte und er erbte das Augsburger Bürgerrecht? seines Vaters.

Außerdem kam der berühmte Sohn zwischen 1763 und 1790 insgesamt fünfmal nach Augsburg, der „vatterstadt meines papa“, sowohl als „Tourist“ wie als Musiker und Verwandter. Hier soll Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem Augsburger "Bäsle" auch zum ersten Mal die Freuden der Liebe erforscht haben, bei seinem zweiten Aufenthalt in Augsburg 1777, als sich Wolferl in seine Cousine Maria Anna Thekla Mozart verliebte. Seine witzigen und deftigen Briefe an sie blieben erhalten.

Geschichte

Die Bezeichnung "Mozartstadt" für Augsburg ist eine relativ neue Erscheinung. Bis in die 1980er Jahre hatte die Stadt fast vergessen, dass die Familie Mozart in ihren Mauern und ihrer Umgebung ihre Wurzeln hatte. Doch dann näherte sich das "Mozartjahr" 1992 und die Stadt wollte von dem touristischen Kuchen, den sich bis dahin andere und bekanntere "Mozartstädte" teilten, etwas abhaben und so entwickelte das Stadt-Marketing Ideen, Augsburg mit eigenen Mozartschwerpunkten, -einrichtungen und -veranstaltungen von den anderen "Mozartstädten" abzuheben. Lustige Produkte, die aus der damaligen Werbekampagne hervorgingen, sind ein Mineralwasser namens "Mozartquelle" und ein Wein mit dem Namen des Komponisten.

Am 7. Mai 2010 wurde im Schaezlerpalais das erste Leopold-Mozart-Werkverzeichnis aus dem Augsburger Wißner Verlag vorgestellt. Zehn Jahre hatte Cliff Eisen, Professor of Music am King’s College London und anerkannter Leopold-Mozart-Experte, daran gearbeitet. Leopold Mozart war ein eifriger Komponist, doch viele seiner Werke sind verloren oder können ihm nicht eindeutig zugeschrieben werden. Cliff Eisen bietet einen fundierten Gesamtüberblick nach dem aktuellen Stand der Forschung.

Im Dezember 2010 fand die Veranstaltung „Mozart 10: Poetische Geschwister - Advent mit Catarina Carsten“ statt. Unter diesem Titel trafen Lyrik und Musik in einer adventlichen Veranstaltung des Leopold-Mozart-Zentrums (LMZ) der Universität Augsburg aufeinander. Dieser Abend am 9. Dezember 2010 wurde von Catarina Carsten gestaltet, die aus ihren Werken las. Dozenten und Studierende des Mozarteums Salzburg und des LMZ Augsburg spielten ausgewählte Kammermusik. Es war ein Zusammentreffen im Rahmen einer geplanten engeren Kooperation zwischen diesen beiden Institutionen der Mozart-Städte.

Am 23. Mai 2012 machten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 5 mit ihren LehrerInnen aus verschiedenen Augsburger Schulen auf den Weg in Augsburg an Mozartstätten zu musizieren. So musizierten sie auf den Spuren der Familie Mozart an authentischen Orten in der Fuggerei, im Fronhof, dem Serenadenhof in den Fuggerhäusern und weiteren Plätzen Frühlingslieder, Tierlieder, lustige Bewegungslieder und neue Texte zu Melodien von Wolfgang Amadé. Zum Abschlusskonzert trafen sich alle Teilnehmer Innen? um in St. Ulrich und Afra, ebenfalls ein Augsburger Mozart-Ort, wo das Vororchester der Musikschule Mozartstadt Augsburg bereits wartete und Musik von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart, G. Ph. Telemann sowie Valentin Rathgeber spielte. Mitwirkende waren die Schülerinnen und Schüler der Schiller-Volksschule?, der Volksschule Bärenkeller?, der Werner Egk-Volksschule?, der Friedrich Ebert-Grundschule?, der Sankt Anna-Volksschule?, der Goethe-Volksschule? und der Volksschule Göggingen West?.

Der Sommer 2013 stand in der Mozartstadt Augsburg unter dem Motto "Wunderkindreise", die von der Deutschen Mozartgesellschaft? in Erinnerung an eine 250 Jahre zuvor veranstaltete Reise veranstaltet wurde. Im 18. Jahrhundert brach Leopold Mozart mit seinem Sohn und "Wunderkind" zu einer Reise durch Westeuropa auf, die dreieinhalb Jahre dauerte und auf der er seinen Sohn an Königs- und Fürstenhöfen vorstellte. 17 deutsche Städte nahmen an diesem Mozart-Erinnerungsprojekt teil.

Im Oktober 2013 veranstaltete die Deutsche Mozart-Gesellschaft? in Augsburg eine Philharmonischen Matinee unter dem Titel "Mozart und Prag" im Kleinen Goldenen Saal. Es waren Klavierquartette von Mozart, Dvorak und Suk mit Wilhelm Walz (Violine), Hartmut Rohde (Viola), Maximilian Hornung (Violoncello) und Paul Rivinius (Klavier) zu hören. Gemessen an seiner kurzen Lebensspanne und dem frühen Beginn seiner künstlerischen Laufbahn war Mozart nicht mehr der Jüngste, als er im Januar 1787, als 31-jähriger, zum ersten Mal nach Prag reiste. Im Jahr zuvor hatte er in Wien kurz nach der Oper "Le nozze di Figaro" auch sein Klavierquartett in Es-Dur fertiggestellt, das vor allem im Finale deutlich auf die Oper verweist. In Prag empfing man ihn mit großen Ehren und Begeisterung: seine Figaro-Arien wurden an jeder Ecke gespielt, geblasen und gepfiffen. Und auch 100 Jahre später war Mozart hier noch als künstlerisches Vorbild allgegenwärtig. So diente er etwa dem böhmischen Nationalkomponisten Antonín Dvořák immer wieder als Inspirationsquelle. Daher schlugen die vier Interpreten im Quartett einen Bogen von Mozart zu Dvořák und weiter zu dessen Schwiegersohn, dem Prager Josef Suk.

Details

Die Stadt Augsburg bemüht sich im Bereich Dachmarke Mozart um die Vernetzung mit anderen Mozartakteuren, insbesondere mit dem Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. In der Zusammenarbeit aller Mozartakteure am Ort versucht die Mozartstadt Augsburg ihren Ruf nach außen zu wahren und zu verstärken. Dies ist eine kulturpolitische Aufgabe der jeweiligen Stadtregierung.

Neben dem Mozarthaus gibt es in Augsburg noch weitere Mozartstätten? und darüber hinaus Musikveranstaltungen zum Thema Mozart.

Weblinks


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