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Mittlerer Lech

eine historische Straßenbezeichnung im Lechviertel östliches Ulrichsviertel, das zum Planungsraum I Innenstadt gehört; Postleitzahl 86150

Allgemeines

Der Mittlere Lech verläuft parallel zum Hinteren Lech. Nicht weit von Sankt Ursula? teilt sich Am Schwall der Schwallech, der in der Altstadt? die Fortsetzung des Kaufbachs? ist, in zwei Arme: den Hinteren Lech und den Mittleren Lech, der etwa 570 Meter lang ist. Beide Lechkanäle vereinigen sich wieder zum Stadtbach?, in den später auch noch der Vordere Lech einmündet.

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Geschichte

Zum ersten Mal wird der Mittlere Lech als "Klessingeslaech" 1276 im damaligen Stadtrecht von Augsburg erwähnt. Er hieß damals so, weil er die Klessingesmühle, die Wolfsmühle und die Schwallmühle antrieb. Später wandelte sich der Name zu "Klessingeslech".

In der Straße Mittlerer Lech wurde am 24. Juli 1348 das erste bürgerliche Stift in der Reichsstadt? Augsburg "für arme Pilgrime und kranke Dürftige" eröffnet: die Paritätische Sankt-Jakobsstiftung?, früher auch Jakobspfründe.

Details

Mittlerer Lech 2: Hier steht ein Bürgerhaus. 1604 hatte hier Elias Holl das Vorläufergebäude errichtet, ein so genanntes "Ganthaus" (Pfandhaus). Vor dem Hollbau stand hier die Kreßlermühle, die wegen eines Wasserschadens abgerissen werden musste. Damit das Haus auch stabil errichtet werden konnte, hat Elias Holl einen Rost ausgelegt und darauf ein hohes und starkes Kellergewölbe errichtet. So, wie das Haus heute aussieht, ist es um etwa 1850 hergerichtet worden. Vor allem die Segmentgiebel und Akrotere der Fenster sowie der Zahnschnitt am Traufgesims gehen auf diese Zeit zurück. Von 1881 stammen die Ladeneinbauten im Norden und die Schaufenster mit ihrer kompositen Ordnung und den gusseisernen und kannelierten Pfeilern. Zunächst hatte das Haus eine hohe Mauer. Nach Süden ist es als Altane getreppt verlängert. Das Gebäude steht an der Ecke zur Barfüßerstraße?. Zum Metzgplatz hin ist es nur zwei Fensterachsen breit und hat einen neugotischen Giebel mit Zinnenfries. Die Dachgauben haben zinnenförmige Giebel.

Mittlerer Lech 5: Paritätische Sankt-Jakobsstiftung?

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Mittlerer Lech 7: Wenn man durch das schmale Schleifergässchen in den Mittleren Lech eintritt, liegt links ein Eckhaus, in dem früher der "Graue Adler" untergebracht war, eine frühe selbstverwaltete studentische Alternativkneipe. Von hier ging manche alternativ-kulturelle Bewegung aus, z. B. auch die Augsburger Filmtage?. Es hat ein Mansarddach mit einem geschweiften Giebel. Mit dem daneben liegenden Traufenhaus ist es durch kräftige Gesimse verbunden. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert, doch ist es im Kern sicher älter.

Das Bürgerhaus Mittlerer Lech 9 hat drei Geschosse und ist ein Giebelbau mit Flacherker aus dem 16. Jahrhundert. Die ehemalige Münze mit Erker und abgewalmtem Mansarddach hat die Nummer Mittlerer Lech 13/15. Der ursprüngliche Bau wurde 1612 von Elias Holl errichtet. Schon 1643 hat man es renoviert. Vielleicht war es Caspar Walter (Vollmar), der den Dachstuhl im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts umgebaut hat. Dieser Umbau zeugt mit seinen Verzapfungen und Verblattungen von bester Zimmermannskunst. Die Häuser Mittlerer Lech 14, 16, 18, 20, 39 und 45 sind alte Bürgerhäuser, die schon im 16. Jahrhundert hier standen.

Mittlerer Lech 39: Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde in den Jahren 1998/99 saniert. Die Planungen stammten vom Architekturbüro Ferrara?. Das Gebäude hat 550 Quadratmeter Wohnfläche und ein Grundstück von 210 Quadratmetern. Die gesamte Nutzfläche beträgt 650 Quadratmeter und reicht für zwei Gewerbe- und 8 Wohneinheiten. Anfang 2000 erhielt die Sanierung einen Preis und eine Förderung aus dem Friedrich-Prinz-Fond?.

Mittlerer Lech 46: Dies ist ein ehemaliges Färberhaus, ein dreigeschossiger Traufseitbau mit Zwerchgiebel. Die Abseite hat einen hohen Holzaufbau als Trockenboden und stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Es ist das letzte seiner Art in Augsburg. Ursprünglich bestand das Haus, das auch als Gerberhaus verwandt wurde, aus zwei Häusern. In der Mitte hat es einen Zwerchgiebel und eine korbbogige Durchfahrt. An der Wandung zum Lech hin wurden großformatige römische Tuffsteinspolien verbaut. Im Erdgeschoss gibt es moderne Einbauten, nördlich ist ein kleiner Vorgarten mit hoch aufragenden dreigeschossigen Trockenböden. Im Süden hat man an der L-förmigen Anlage die Abseite niedergelegt. Nach Westen liegt eine offene Holzloggia, der hohe Kamine des Gebäudes wurde abgetragen und sollte rekonstruiert werden. Auch an diesem Haus wurden dendrologische Untersuchungen angestellt. Sie ergaben das Jahr 1558 für die oberen Geschosse und 1634 für das Vorderhaus-Dachgeschoss. 1687 hat man die oberen Geschosse erhöht, im Kern geht das Haus auf die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. In den Jahren 1988 und 1989 wurde es grundlegend saniert.

Mittlerer Lech 47 umfasst mehrere Giebelhäuser aus dem 16. Jahrhundert.

Mittlerer Lech 48: Nicht nur das Färbergässchen erinnert in Augsburg an das Gewerbe der Tuchfärber. Auch dieses "Färberhaus" genannte Gebäude ist eine Reminiszenz an den früheren Handwerksberuf. Im Kern geht das Färberhaus auf das 16./17. Jahrhundert zurück. Nach Süden hat es einen mehrstöckigen Trockenspeicher für die Tuche und einen auskragenden Balkon. Von ihm hat man früher die zu trocknenden Tuchbahnen herabgelassen. Das Haus ist ein dreigeschossiger Trauseitbau mit Zwerchgiebel. Außerdem handelt es sich hier um das letzte in Augsburg erhaltene Haus für das Färberhandwerk.

Die Nummern Mittlerer Lech 50, 52 und 53 sind Bürgerhäuser. Sie gehen alle in das 16. Jahrhundert zurück.

Lage


Weblinks


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