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Milchberg

eine Augsburger Straße im 1. Stadtbezirk (Lechviertel östliches Ulrichsviertel), der zum Planungsraum I (Innenstadt) gehört; Postleitzahl 86150

Allgemeines

Der Milchberg in Augsburg führt von der Kreuzung Weite Gasse? / Ulrichsplatz in der Oberstadt? den Verkehr hinab in die Unterstadt? der Handwerker?. Vor Sankt Margareth liegt die Kreuzung mit der Bäckergasse, Spitalgasse und Margaretenstraße, die den Milchberg Richtung Osten weiterführt.

Der Name Milchberg leitet sich von der Tatsache ab, dass am Ende des Milchbergs in der Oberstadt? einige Jahrzehnte lang Milch verkauft wurde.

Am Milchberg lassen sich einige Zeugen der alten Augsburger Bürgerhauskultur studieren.

Geschichte

Ab 1561 erhielten Milchverkäufer die Erlaubnis, am Abhang bei Sankt Ulrich und Afra für die Bevölkerung der Oberstadt? Milch zu verkaufen. Der Stadtrat wies ihnen hier ihren Platz zu. Die Erlaubnis galt bis zu ihrer Aufhebung im Jahr 1613.

Weil der Straßenbelag am Milchberg in schlechtem Zustand war, musste er im April 2015 ausgebessert werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Lage der Straßenbahngleise des Milchbergs blieb unverändert, die Gleisbefestigung wurde jedoch auch stabilisiert.

Details

Milchberg 7: Das Augsburger Bürgerhaus geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Es ist ein Giebelbau mit Flacherker und Putzbändern, die waagrecht angeordnet wurden. Vom Mittelalter bis Ende des 20. Jahrhunderts war hier eine Bäckerei untergebracht. Durch die lange Geschichte und verschiedene Umbauten schädigte man die innere Tragstruktur des Gebäudes, vor allem im Obergeschoß. Interessant ist die Schrägstellung im Bereich zum Hof: Der Giebel und das anschließende Dachtragwerk sind um 6° gegenüber der Horizontalen gedreht, die Zerrbalkenebene weist dadurch einen Höhenunterschied von einem Meter auf. Nur eine Hälfte des Gebäudes steht auf tragfähigem Kies, die andere Hälfte auf weichem Schluff. Architekten vermuten, dass es im 19. Jhrd. beim Neubau des Nachbargebäudes zu einem Grundbruch und einem Teileinsturz der Außen- und der Giebelwand kam. Dadurch verkippte das Haus. Deshalb zog man die Zerrbalken im Westen von der Wand weg und verlängerte sie bei der anschließenden Sicherung mit Laschen. Im Osten kragten sie über die Außenwand hinaus. 2014 reparierte man die Holzschäden am Dachstuhl zimmermannsmäßig. Zur Abtragung der Vertikallasten und zur Aussteifung baute man in Querrrichtung eine Stahlrahmenkonstruktikon ein und sicherte auch den Grund.

Milchberg 7 Augsburg
Milchberg 7 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 14: Dieses Bürgerhaus besitzt drei Geschosse und geht im Kern auf das 16./17. Jahrhundert zurück. Später wurde jedoch die Giebelfassade verändert, die heute klassizistisch wirkt.

Milchberg 14 Augsburg
Milchberg 14 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 16: Dieses Gebäude wird "Alte Schmiede" genannt. Es handelt sich um die historische Werkstatt einer alten Hufschmiede. die ursprünglich dem Kloster Sankt Ulrich und Afra zugehörte. Das Kloster gab die Schmiede als Zinslehen an Handwerker? weiter. Schon 1184 soll diese Hufschmiede in einer schwäbischen Chronik erwähnt worden sein. Der östliche Anbau geht nach dendrochronologischen Untersuchungen auf das Jahr 1466 zurück. Besitzer der Schmiede sind namentlich ab 1580 nachweisbar. Das Gebäude ist traufständig und hat ein z. T. steiles Satteldach. Zusammen mit Zwerchgasse 2 bildet es eine Baugruppe. Auffällig ist ein polygonaler Eckerker, der auf einer profilierten Konsole aufsitzt. Die Bauteile des Gebäudes wurden vom 15. bis 17. Jahrhundert erstellt. Das Erdgeschoss ist eine flachgedeckte Werkhalle mit einem unregelmäßigen Grundriss. Dielen belegen den Boden außer im Bereich des offenen Kamins, der mit Steinplatten abgedeckt ist. Bis 1967 arbeitete hier noch ein Schmied. 1989 wurde das Gebäude außen restauriert.

Milchberg 16 Augsburg
Milchberg 16 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 17: Der traufseitige Bau mit drei Geschossen ist ein Bürgerhaus aus dem 16./17. Jahrhundert und bildet mit Milchberg 19 eine Einheit (gleiche Grunddaten). Beide Häuser zeichnen sich durch eine Kehlbalkenkonstruktion mit liegendem Stuhl und Holzverbindungen aus, die verblattet wurden. So wurde im 16. Jahrhundert ein Dachstuhl errichtet, weshalb man beide Häuser in diese Zeit datiert. Bei Renovierungsarbeiten fand man an den Giebelwänden der Häußer Abtreppungen von Vorgängerbauten.

Milchberg 17 Augsburg
Milchberg 17 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Milchberg 19 Augsburg
Milchberg 19 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 18: Das Bürgerhaus hat vier Geschosse, einen Barocken Giebel zur Zwerchgasse und einen polygonalen Eckerker. Man glaubt, das Haus geht auf das 16./17. Jahrhundert zurück.

Milchberg 18 Augsburg
Milchberg 18 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 20: Ebenfalls ein viergeschossiges Bürgerhaus, das im Kern wohl auf das 16./17. Jahrhundert zurückgeht. Auffällig sind "gequetschte" Ochsenaugen unter der Traufe. Im 18. Jahrhundert (dendrologische Untersuchungen bestimmten ein Fälldatum des Holzes um 1750) wurde das Haus umgebaut. Seine Ausstattung bezeugt die Augsburger Bürgerhauskultur dieser Zeit.

Milchberg 20 Augsburg
Milchberg 20 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Milchberg 22: Der dreigeschossige Giebelbau mit einer Tordurchfahrt geht im Kern auf das 16. Jahrhundert zurück. Die Fassade ist nicht mehr original, weil sie in späteren Jahren verändert wurde.

Milchberg 22 Augsburg
Milchberg 22 am 6. März 2013. By Gliwi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Lage


Weblinks


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