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Marianische Kongregation

lateinisch "Congregatio Latina Maior Beatae Mariae Virginis ab angelo salutatae"

Allgemeines

Unter einer Marianischen Kongregation versteht die katholische Kirche eine kirchliche Gemeinschaft, die ihre Mitglieder zu eigenem geistlichen Wachsen und apostolischen Wirken in der Kirche und der Welt formt. Die Marianische Kongregation geht auf den Jesuiten? Jean Leunis zurück, der sie 1563 gründete. Die Augsburger Marianische Kongregation war eine der ersten auf deutschem Boden (nach Dillingen? 1574, Köln 1576, Koblenz 1582). Anfänglich waren die Mitglieder nach Ständen und Alter getrennt.

Aus der Gründungsgeschichte wird verständlich, dass die Marianischen Kongregationen meist mit den Jesuiten? verbunden waren und wie diese "Gott suchen und finden" wollten. Besonders die Marienverehrung lag ihnen am Herzen. Dabei bildeten sie aber keinen "Dritten Orden, waren also nicht an die Jesuiten? angebunden, sondern besaßen eigene Rechte und eigenes Vermögen, wenn auch der Vorsitzende ("Präses") meist ein Priester der Jesuiten? war. Das übrige Leitungsgremium wurde jedoch aus den Laienmitgliedern gewählt. Man spricht hier von einer Laienbewegung, die allerdings bis 1751 nur Männer aufnahm.

In Augsburg gibt es mehrere Marianische Kongregationen:

  • eine Familien- und Jugendkongregation
  • eine Frauenkongregation
  • und eine Männerkongregation.

In Augsburg verstehen sich die Marianischen Kongregationen als Zusammenschluss von Katholiken, die, gestützt auf diese Gemeinschaft, ihr Leben bewusst nach dem christlichen Glauben in der katholischen Kirche gestallten wollen. Sie vertrauen bei diesem Bemühen auf den Schutz und die Hilfe der Gottesmutter Maria.   Die Mitglieder nennen sich "Sodalen" (aus dem Lateinischen: dt. "Weggefährten"). Die Marianischen Kongregation Augsburgs in ihrer Gesamtheit gehört der Arbeitsgemeinschaft der Marianischen Kongregationen in Bayern an.

Die Sodalen stellen Gott ins Zentrum des eigenen Daseins, z. B. indem sie regelmäßig den Gottesdienstbesuch besuchen, die Sakramente empfangen, täglich beten, eine Schriftlesung bzw. geistliche Lesung halten, sich der Verantwortung als Christ in der Welt stellen (z. B. in der Familie, gegenüber Nachbarn, Arbeitskollegen, Hilfsbedürftigen ...), sich im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten in der und für die Kirche einsetzen (Teilnahme am kirchlichen Leben, Übernahme von Diensten, Mitarbeit in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, Engagement für kirchliche Vereine und Verbände usw.

Gebet füreinander, Zusammenkünfte (Konvente) und gemeinsame Gottesdienste, Glaubensinformation durch das Sodalenblatt usw. tragen zum Zusammenhalt bei. Die Augsburger Kongregation nennt sich "marianisch", interpretiert dies jedoch streng im Sinne von "Per Mariam ad Jesum" ("Durch Maria zu Jesus").

Geschichte

Gegründet wurde die Marianische Kongregation Augsburg 1588 (nach anderen Quellenangaben 1589) unter dem Titel "Mariae Verkündigung". Nach der Gründung zählte sie 90 Mitglieder.

Am 15. Juli 1589 unterzeichnete der damalige Jesuitengeneral? Claudius Aquaviva eine Urkunde, in der er die neu in Augsburg am katholischen Gymnasium in Augsburg gegründete Marianische Kongregation an die Congregatio Primaria am Collegium Romanum angliederte. Das Dokument war aufwändig gestaltet und wurde in einer vergoldeten Kapsel aufbewahrt. Es überlebte die Aufklärung und die Säkularisation, bis es in der Bombennacht vom Februar 1944 mit Sankt Stephan zerstört wurde.

In der ersten Zeit des Bestehens der Marianischen Kongregation in Augsburg suchte man sich Jahrzehnte lang geeignete Säle in der Stadt, um für die unterschiedlichen Veranstaltungen den jeweils richtigen Rahmen zu haben.

1715 musste man zum wiederholten Mal einen neuen Versammlungsraum finden, weil der bisherige Raum der Kongregation wegen steigender Mitgliederzahlen erneut zu klein geworden war.

Östlich der Kirche Sankt Salvator (heute Jesuitengasse) richtete man z. B. im zweiten Obergeschoß eines Hauses in der Kohlergasse einen Versammlungssaal ein, der halb so groß war wie der spätere Kleine Goldene Saal. Bei Öffnungen zur Untersuchung der Statik und Schadensbehebung fand man vor einigen Jahren heraus, dass auch dieser frühere Kongregationssaal der Marianischen Kongregation Deckenmalereien aufwies. 1763 kaufte die Marianische Kongregation das östlich daran anschließende Wohnhaus (das "Bingen´sche Haus"), so dass in der Folge der Kleine Goldene Saal als Versammlungsraum eingerichtet werden konnte.

Als 1773 der Jesuitenorden? päpstlicherseits aufgelöst wurde, gingen auch in Augsburg die Aktivitäten und die Mitgliederzahl der Marianischen Kongregation stark zurück. Gleichzeitig ordnete Papst Clemens XIV. an, die Jurisdiktion der Jesuiten? über die Marianische Kongregation zu beenden und die Gemeinschaften der Jurisdiktion der lokalen Bischöfe zu unterstellen.

Das Dogma von der "Unbefleckten Empfängnis Mariens", das 1854 verkündet wurde, gab den Marianischen Kongregationen weltweit einen neuen Aufschwung, die sich nach der Wiederzulassung der Jesuiten? im Jahr 1814 zum Teil wieder an ihnen orientierten.

1911 wurde die Marianische Frauenkongregation Augsburg (Titel: "Unbefleckte Empfängnis") gegründet.

1967 änderte man den Namen der Marianischen Kongregation in "Gemeinschaft Christlichen Lebens". Zuvor hatte sich 1953 der Weltverband der Marianischen Kongregation gegründet, der sich 1956 der Konferenz der Internationalen Katholischen Organisationen anschloss, woraus sich die Gemeinschaft Christlichen Lebens entwickelte.

Seit 2003 gibt es die Jugend- und Familienkongregation (Patronat: Hl. Josef) in Augsburg.

Details

Die Marienfrömmigkeit der Marianischen Kongregation besteht im Schauen auf Maria. Sie sei von Ewigkeit her durch Gott zur "Pforte des Heils" erwählt. Sie wird als Jungfrau und Gottesmutter betrachtet, weil sie denjenigen geboren hat, den die katholische Kirche als wahren Sohn Gottes betrachtet. Vorbildlich ist Maria durch ihre Antwort auf den Anruf Gottes: "Siehe, ich bin die Dienerin des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort!" (Lk 1,38)

Mitglied der Augsburger Marianischen Gemeinschaft können Einzelpersonen jeden Alters, Männer und Frauen, Mütter, Väter und Kinder werden.

Dreimal im Jahr erscheint das Mittteilungsblatt Der Augsburger Sodale? und Mitglieder können zweimal im Jahr das Kulturmagazin Roma Aeterna? beziehen, das ebenfalls die Marianische Kongregation Augsburg herausgibt.

Adresse

Marianische Kongregationen
Arbeitsgemeinschaft e. V. im Bistum Augsburg
Heilig-Kreuz-Straße 3
86152 Augsburg

Weblinks


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