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Mandichosee

auch Lechstaustufe 23, gehört zu Merching im Landkreis Aichach-Friedberg; ein beliebtes Naherholungsgebiet der Augsburger

Allgemeines

Der Mandichosee (Gewässernummer 8969) ist die frühere Lechstaustufe 23 und liegt bei Merching zwischen Augsburg und Landsberg?. Genauer: im Westen von Merching, im Osten von Königsbrunn und im Süden von Augsburg. Der Mandichosee gilt als Augsburger Freizeitparadies und dient gleichzeitig zur Elektrizitätsgewinnung aus Wasserkraft durch die Firma E.ON Wasserkraft. Gespeist wird der Mandichosee durch den Lech, über den das Wasser des Mandichosees auch wieder abgeleitet wird. Dort, wo der Lech in den Mandichosee fließt, befindet sich eine Insel im See. Diese Insel am südlichen Ende darf wegen des Naturschutzes nicht betreten werden. An der Insel fließt rechts und links der Lech vorbei, weshalb das Wasser an dieser Stelle meist sehr kalt ist und sich nur im Hochsommer auf um die 20 Grad erwärmt.

Der Mandichosee dient also vornehmlich der Wasserkraftgewinnung un der Erholung. Ist der Mandichosee voll gestaut, lässt sich seine Wasserfläche auf ungefähr 160 Hektar Wasserfläche ausdehnen, wozu noch einige Liegeflächen hinzukommen.

Im Mandichosee gibt es, verursacht durch den Lechzufluss, merkbare Wasserströmungen. Eine Wasserströmung von Süd nach Nord ist von Segelbooten nur im Stauwurzelbereich an der westlichen Lecheinmündung bei Kurs in westlicher Richtung und bei wenig Fahrt spürbar. Sie führt zu einem geringen Stromversatz in nördlicher Richtung. Das sollten Segler bei Ausweichmanövern und beim Kreuzen im Stauwurzelbereich einkalkulieren. Da der Mandichosee also zum Teil ein bewegtes Gewässer ist, ist er immer durch sauberes, frisches Wasser versorgt.

Der See liegt etwa 430 Meter über Meereshöhe und hat etwa 160 Quadratmeter Wasseroberfläche, wenn er komplett gestaut ist. Der Mandichosee ist an der längsten Stelle etwa 1.400 Meter lang und etwa bis 1.150 Meter breit. Er kann ungefähr 5 Mio. Kubikmeter Wasser speichern und hat ein Einzugsgebiet von mehr als 2.500 Quadratkilometern. Damit ist er das größte Gewässer im Landkreis Aichach-Friedberg.

Die Talsperre des Mandichosees besteht aus einem Absperrbau mit einer Gewichtsstaumauer und einem Wehr, ergänzt durch einen Erddamm. Das Stauwehr erhebt sich etwa 24 Meter über der Gründungssohle, die Krone des Bauwerks liegt 430 Meter über der Meereshöhe. Die Länge der Talsperrenkrone beträgt 4,3 Kilometer. Das Kraftwerk am Mandichosee erzeugt 12 Megawatt Strom. Die Bereiche in der Nähe der Staumauer sollte man immer meiden, da bei Betrieb des Wasserkraftwerks eine Untergrundströmung entsteht, die einem zum Verhängnis werden kann. Das Kraftwerk hat drei Turbinen und die Kraftwerksausbaufallhöhe beträgt 9,7 Meter.

Neben der wirtschaftlichen Nutzung hat der Mandichosee einen hohen Erholungswert. Zum Mandichosee kommen Badegäste, Segler und Surfer. Es gibt einen Kiosk mit Toiletten, eine Wasserwachtstation und Liegewiesen. Für Wanderer und Radwanderer sind die gut ausgebauten Wege um den See ideal und Kinder können sich neben einem Beachvolleyballfeld auf einem Spielplatz in der Nähe der Liegewiesen austoben.

Neben dem Mandichosee liegen Auwälder; westlich fließt der Lochbach und östlich der Verlorene Bach?.

Geschichte

Der Mandichosee hat eine Vorgeschichte, die mit der menschlichen Nutzung des Lechs zusammenhängt. Um Acker- und Siedlungsland zu gewinnen, leitete der Mensch den alpinen Wildfluss Lech in den letzten Jahrhunderten um und begradigte ihn. Dadurch erhöhte sich seine Fließgeschwindigkeit, wodurch sich die Flusssohle um mehrere Meter vertiefte. Um dem entgegen zu wirken, hat man schon im 19. Jahrhundert Querbauwerke im Lech errichtet, was aber die Flusssohlenvertiefung nur linderte, nicht aufhielt.

Deshalb musste man sich im 20. Jahrhundert etwas Neues überlegen und den Lech grundlegend mit sohlstützenden Wasserkraftwerken sanieren. Die Talsperre wurde in den Jahren 1975 bis 1978 errichtet. Der entstandene Stausee hieß bis 2003 Lechstaustufe 23. Erst 2003 benannte man das Gewässer nach dem Bayern-Fürsten Mandicho?. Dieser Fürst soll die Gemeinde Merching gegründet haben, was aber unter Historiker umstritten ist.

Den ersten Spielplatz am Mandichosee legte die Gemeinde Merching zwischen November 2002 und Juni 2003 an. Er war etwa 800 groß und kostete damals etwa 60.000 Euro. Herausragend war ein großes hölzernes Schiff (Wikingerschiff) zum Schippern auf dem Trockenen. Damals wurde auch das Beachvolleyballfeld angelegt.

Weil der Mandichosee an einer zunehmenden Verkrautung litt und das Wachstum und die Verbreitung krautiger Unterwasserpflanzen stellenweise, vor allem im flachen Uferbereich so stark war, dass dort nicht nur die Ausübung des Segelsports, sondern auch der Angelfischerei und das Schwimmens nicht mehr möglich war, begann man 2011 das Mähen der krautigen Unterwasserpflanzen mit Hilfe spezieller Mähboote.

Im Sommer 2012 errichtete Merching für 20.000 Euro am Mandichosee einen neuen Spielplatz mit Niedrigseilparcours und Wasserrad samt Matschanlage. Das frühere Holzschiff auf dem Spielplatz war so marode, dass es entfernt werden musste.

Zu einer spektakulären Rettungsaktion am Mandichosee kam es im Juli 2012. Bei einem Segelausflug kenterte das Boot eines Seglers, der von der Wasserwacht gerettet werden musste.

So, wie wir heute den Lech als Fluss-Seen-Landschaft kennen, ist dies ein völlig neues, erst ein paar Jahrzehnte altes Landschaftsbild. Unter anderem brachte die Sanierung des Lechs den Mandichosee, den es vor 1978 nicht gab. Durch seine Gestaltung und eine standortgerechte Bepflanzung wurde er harmonisch in die Landschaft eingebunden.

Details

Parken

An der nördlich gelegenen Staumauer führt unmittelbar die Meringer Straße am Mandichosee vorbei, die Königsbrunn mit Mering und Merching verbindet. Im Sommer sollten PKW-Fahrer hier äußerste Vorsicht walten lassen, weil oft Radwanderer oder Fußgänger, die von Augsburg am Lech entlang zur Staustufe 23 kommen, gefährlich die Straße kreuzen. Für PKW gibt es in der Nähe des Bootsanlegers bzw. des Kiosks genügend Parkplätze.

Wassersport

Das Freizeitparadies Mandichosee hat sowohl auf der Ost- wie auf der Westseite Badestrände und Liegewiesen. Auf dem Mandichosee werden Regatten und Segelwettbewerbe ausgetragen. Die Wasserqualität des Mandichosees ist seit 2008 durchgehend ausgezeichnet und wird ständig überwacht. Allerdings darf die südöstliche Bucht des Mandichosees während der Badesaison (01. Juni bis 30. September) nur mit Luftmatrazen und kleinen Badebooten (Schlauchboote mit Traglast bis 4 Personen) befahren werden. Der Bereich ist mit kleinen roten Bojen gekennzeichnet. Die südwestliche Bucht und der Stauwurzelbereich sind beruhigte Zonen (Vogelschutzgebiet) und dürfen nicht mit Booten befahren werden. Die Lechmündungen sind mit rot-weiß-roten Schwimmtonnen gekennzeichnet. Während der Wintermonate ist das Westufer Ruhe- und Rastplatz für zahlreiche Vogelarten. In diesem Bereich darf von Oktober bis April kein Wassersport betrieben werden. Das Ostufer ist jedoch ganzjährig als Wassersportgebiet ausgewiesen. Zwar sind Ruder-, Paddel- und Tretboote wie überall auch auf dem Mandichosee gegenüber Segelbooten ausweichpflichtig, doch sollten Segler davon ausgehen, dass das nicht jedem auf dem Mandichosee bekannt ist. Ebenso sollten Segler auf dem Mandichosee die Angelboote beachten, die oft flachgehende geschleppte Angelschnüre ziehen, die für Schwert und Ruder einer Jolle gefährlich werden können.

Für die Nutzung des Mandichosees ist eine Verordnung des Landkreises Aichach-Friedberg zu beachten. Danach darf man den Mandichosee mit Windsurfbrettern, Segelbooten (nicht jedoch mit Mehrrumpfbooten) sowie sonstigen kleinen Wasserfahrzeugen mit weniger als 9,20 Metern Länge und ohne eigene Treibkraft (Ruder-, Tret-, Falt-, Schlauchboote, Luftmatrazen) befahren. Die Verwendung von elektrischen Hilfsantrieben ist nicht erlaubt. Es gilt ein Nachtfahrverbot für die Zeit zwischen einer halben Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang.

Für Surfer jeglicher Couleur bietet der Mandichosee eine schöne Spielwiese. Nur für Kitesurfer ist der See eigentlich zu klein. Besonders zu empfehlen ist er aber für Anfänger, da hier nichts passieren kann. Auch im Herbst und Winter wird durchgesurft, sofern der Mandichosee eisfrei ist. Surfer sollten einen Neoprenanzug oder im Hochsommer ein Shorty anziehen. Eine Schwimmweste ist zu empfehlen, denn nach einem unglücklichen Sturz kann der Weg im kalten Wasser zum Ufer lang sein.

Um das Kraftwerk gibt es einen Gefahrenbereich bzw. ein Sperrgebiet, das durch zwei Schwimmtonnen markiert ist und zu keiner Zeit mit irgendwelchen Wasserfahrzeugen befahren werden darf.

Segler-Vereinsgelände Mandichosee

Ein Vereinsgelände für Segler liegt am Ostufer des Mandichosees vom Parkplatz aus etwas nach Süden. Auf einem abgesperrten Gelände befinden sich Landliegeplätze der Seglervereinigung Merching?, des Königsbrunner Segelclubs?, der MBB-Sportgruppe Segeln? und des Surfclubs Augsburg?. Auf dem Gelände befinden sich auch ein Regattabüro, Umkleide-, Schulungs-, Sitzungs- und Sanitärräume. Auch Räume für Segelmaterial sind vorhanden.

Ebenfalls am Ostufer des Stausees befinden sich zwei Schwimmstege, an denen Boote festgemacht werden können. Der etwas nördlicher gelegene Schwimmsteg ist jünger. Hier liegen größere Segelboote (über 300 Kilogramm). In der Nähe der Steganlagen liegt eine betonierte Slippanlage, auf der Boote zu Wasser gelassen werden können.

Wind

Untersuchungen über längere Zeit zeigten, dass die Hauptwindrichtung am Mandichosee Südwest ist, häufig kommt der Wind jedoch auch aus nordöstlicher Richtung. Es kommt durch thermische Einflüsse auf dem See auch zu unerwarteten totalen Winddrehungen bei lokal variierender Windstärke. Segler wissen, dass der Wind nördlich einer gedachten Linie von der Bootsrampe am Ostufer zu der Liegewiese am Westufer meist spürbar stärker weht als südlich im Bereich der Badebuchten. Denn dort wird der Wind durch den Bewuchs in Bodennähe stärker abgebremst oder nach oben abgelenkt.

Wasserkraftwerk

Das Kraftwerk am Mandichosee wurde 1978 in Betrieb genommen und erzeugt durchschnittlich pro Jahr etwa 56 Mio. kWh mit drei Turbinen.

Die Kraftwerksausbaufallhöhe beträgt fast 10 Meter. Bei Starkregen kann der Lech –Abfluss an der Staustufe bis über 300 Kubikmeter pro Sekunde betragen. Die Turbinen sind Kaplan-Rohrturbinen und wurden 1977 von Escher Wyss gefertigt, während die Rohrgeneratoren von AEG kamen.

E.ON Bayern? erzeugt hier den Strom im Schwellbetrieb, hält also die im Stromnetz befindlichen 50 Hz. Das Absperrbauwerk besteht aus einer Gewichtsstaumauer mit einem Wehr, kombiniert mit einem Erddamm.

Sonstiges

Der Kiosk „Werners Brotzeitoase“ und die Wasserwacht sind in Holzhäusern am Ostufer des Mandichosees untergebracht. Der Kiosk hat einen beheizbaren Nebenraum, den Surfer und Segler an kühlen Tagen gern aufsuchen. Die Wasserwacht ist offiziell vom 15. Mai bis 15. September, außerhalb der Sommerferien, von Samstagmittag bis Sonntagabend im Einsatz. In den Bayerischen Schulferien (Pfingsten und Sommer) ist sie täglich auf Wacht.

Naturfreunde lieben die benachbarten Lechauwälder mit ihrer Flora und Fauna. Im Mandichosee leben viele heimische Fischarten. Fische im Mandichosee sind u. a. Aal, Bachforelle, Barsch, Hecht, Huchen, Karpfen, Quappe, Regenbogenforelle, Rotauge, Schleie und Zander. Zum Angeln braucht man eine Angelkarte.

Am Mandichosee wird mit einem über flachgehende Zugketten vor Anker liegenden Schwimmbagger immer noch Kies gefördert. Der Sicherheitsbereich ist mit Schwimmtonnen gekennzeichnet und darf nicht befahren werden. Der Schubverband, der zwischen dem Schwimmbagger und der Anlegestelle des Kieswerkes verkehrt, hat Vorrang vor allen anderen Wasserfahrzeugen.

Grillen lässt sich am Mandichosee nicht, für die Hungrigen gibt es "nur" einen Kiosk neben der Surfschule, wo man sich Snacks gönnen kann. An den Wochenenden ist die Wasserwacht am Mandichosee vor Ort. Es zeigt auch, dass man hier wegen Surfern und Bootsfahrern immer auf der Hut sein sollte, dass einem selbst nichts passiert.

Lage


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