Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Museen | MAN-Museum


MAN-Museum

ein Augsburger Museum der Industriegeschichte, das sich mit der Firma MAN beschäftigt

Allgemeines

Im Augsburger MAN -Museum kann man anhand vieler Originalexponate - darunter der erste Dieselmotor der Welt - in zwei Jahrhunderte Industriegeschichte der Firma einsteigen. Man sieht frühe Dieselmotoren, historische Druckmaschinen, U-Boot-Motoren und Ackerdiesel. Dazu kommen Bilder, Modelle und Infotafeln.

Das Museum ist in einem zweigeschossigen denkmalgeschützten Gebäude aus den 1930er-Jahren beheimatet und hat unter anderem einen großen Veranstaltungssaal sowie einen kleinen Konferenzraum. Das Ergeschoss zeigt Exponate von MAN Energy Solutions wie den ersten Dieselmotor, den zweiten verkauften Dieselmotor (1898), einen U-Boot-Dieselmotor von 1943 sowie verschiedene Turbolader. MAN Truck & Bus? ist durch einen Traktor von 1951 sowie Fahrzeugdieselmotoren repräsentiert, aber auch LKW und Busse werden neuerdings gezeigt. Von Renk sieht man Getriebe, eine Kupplung und ein Zahnrad. manroland web systems? zeigt mit einer Schnellpresse von 1846 das älteste Ausstellungsstück sowie weitere alte Exponate aus dem Druckmaschinenbau.

Im Obergeschoss sind weitere Ausstellungsstücke von MAN Energy Solutions wie z. B. Kompressorlaufräder und ein Modell eines Luxuskreuzfahrtschiffes zu sehen.

Die Galerie bietet eine Fotozeitreise durch die Geschichte der Firmenteile und die Produktpalette.

Dem MAN-Museum Augsburg angeschlossen ist ein Historisches Archiv mit etwa 1,5 Millionen Dokumenten über die Geschichte der MAN Gruppe und ihrer Vorgängergesellschaften sowie der manroland web systems?.

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th85---ffffff--MAN-Museum_Augsburg_Museumsfuehrung_2006_1.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th85---ffffff--MAN-Museum_Augsburg_Museumsfuehrung_2006_2.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th85---ffffff--MAN-Museum_Augsburg_Museumsfuehrung_2006_3.jpg.jpg

In der MAN wurde der bis heute effizienteste Verbrennungsmotor entwickelt: der Dieselmotor, benannt nach Rudolf Diesel, der ihn von 1893 bis 1897 mit Hilfe von Heinrich Buz? in Augsburg entwickelte. Heute präsentiert das MAN-Museum neben den ersten Dieselmotoren auch Porträts von Rudolf Diesel und Heinrich Buz? sowie wichtige Dokumente der Technikgeschichte aus ihrer Hand. Das Portrait von Rudolf Diesel schuf 1910 der russische Prominentenmaler Alexander Fuks - drei Jahre vor Diesels Tod.

Das MAN-Museum ist ein Gemeinschaftsprojekt von MAN Energy Solutions und MAN SE?.

Geschichte

Das Technikmuseum der MAN in Augsburg wurde 1953 in den früheren Räumen der Forschungsanstalt für Mechanik und Gestaltung eröffnet. Diese Forschungsanstalt für Mechanik und Gestaltung hatte man im Jahr 1938 errichtet. Generalsdirektor Otto Meyer eröffnete das Museum 1953 auf 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th100---ffffff--1928_Feuerloeschwagen_MAN_Kempten.jpg.jpg

Details

Wichtigstes Ausstellungsstück der Sammlung von Industrieobjekten ist der erste Dieselmotor der Welt. Es handelt sich um den Versuchsmotor 22/40, mit dem Rudolf Diesel von 1895 bis 1896 experimentierte. Dazu sind Patentschriften ausgestellt und die Lebensgeschichte Rudolf Diesels kann hier studiert werden. Dieser erste Dieselmotor der Welt steht in der großen Halle des MAN-Museums, wo man idealerweise mit einem Rundgang beginnt. Links dieser so genannten "Augsburg-Halle" stehen weitere Exponate der Motorenentwicklung und Antriebstechnik, rechts finden sich historische Druckmaschinen.

Das Museum der Technikgeschichte konnte früher auch als ausgefallener Rahmen für Tagungen, Firmenfeiern oder Symposien genutzt werden. Dazu wurden in geschichtsträchtigen Räumen unterschiedliche Umgebungen zur Verfügung gestellt. Bis zu 200 Gäste konnten sich hier treffen, entsprechende technische Möglichkeiten und Catering sind vorhanden. Als Tagungsräume stehen im Erdgeschoss die „Augsburg-Halle“ und im Obergeschoss der „Heinrich-von-Buz-Raum“ (HvB-Raum) zur Verfügung. Heute werden diese Tagungsmöglichkeiten nur noch firmenintern genutzt.

Ausstellungsstücke in Auswahl

Versuchsdieselmotor der Jahre 1893-95: Dieser Motor hatte eine Leistung von 10 PS (7 kW) bei einer Drehzahl von 88 Umdrehungen pro Minute. Er gilt als erster von Rudolf Diesel in der MAN gebaute Dieselmotor der Welt, arbeitete im Viertaktverfahren und mit einer Kraftstoff-Einblasung. Am 26. Juni 1895 arbeitete er zum ersten Mal. Man errechnete einen Wirkungsgrad von etwas über 16 Prozent.

Erster Versuchsdiesel - Foto: MAN-Museum Augsburg

Zweizylinder-Kreuzkopf-Dieselmotor von 1898 mit 50 PS Leistung bei einer Drehzahl von 190 U/min. Es war der zweite Dieselmotor, der von der Maschinenfabrik Augsburg verkauft wurde. Bis 1930 arbeitete er in der Augsburger Papierhülsenfabrik Rugendas. Die Motorenanlage wiegt fast 13 Tonnen. Eine ähnliche erste Dieselmotor-Anlage war am 5. März 1998 in der Actiengesellschaft Union, Zündholz- und Wichsefabrik in Kempten erfolgreich in Betrieb gegangen.

Einzylinder-Tauchkolben-Dieselmotor aus dem Jahr 1905. Bei einem Hubraum von 7791 ccm, 255 Umdrehungen pro Minute und einer Leistung von 10 PS (7 kW) wog der Motor 1,8 Tonnen. Korrekt hieß er "Wärmemotor Nr. 659 Patent Diesel. Er hatte eine Kraftstoffeinblasung und arbeitete in Landshut bei der Schnupf- und Rauchtabakfabrik Pöschl - bis 1935. Die Kosten von 6.500 Goldmark hatten sich bis dahin amortisiert. Die MAN baute den Motor vor allem als Kraftmaschine für Kleinbetriebe, mit Leistungen bis 12 PS (9 kW).

Aus dem Kriegsjahr 1943 stammt der Sechszylinder-Dieselmotor M6V 40/46 für den U-Boot-Antrieb. Die Drehzahl betrug 520 U/min, die Leistung lag bei 2.000 PS (1.400 kW). Zum ersten Mal gebaut wurde der Motor 1930, 1935 baute man in den U-Booten U 25 und U 26 zum ersten Mal je vier Stück ein. Insgesamt lieferte die MAN 800 Exemplare als Sechs- oder Neunzylindermaschinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man noch etwa 100 dieser Motoren auf Frachtschiffen oder im stationären Betrieb verwenden. Der ausgestellte Motor arbeitete nach dem Krieg bis 1982 friedlich in den Ruselkraftwerken Deggendorf?.

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--MAN-museum_dieselmotorengalerie.jpg.jpg

Das Turboplanetengetriebe TPA 50p mit fluchtenden Wellen stammt von 1966 und hat eine Antriebsleistung von 2.370 PS (2.007 kW). Drehzahl Antrieb 1.490 U/min, Drehzahl Abtrieb 8.359 U/min, Übersetzung 5,61. Bei diesem Übersetzungsgetriebe läuft die getriebene Welle schneller als die Antriebswelle. Solche Planetengetriebe fertigte Renk seit 1936. Der Durchmesser konnte über drei Meter gehen - bei sechs Planetenrädern. Das ausgestellte Exemplar arbeitete in einer Erdöl-Chemie-Fabrik zwischen einem Verdichter und einem Elektromotor.

Aus der Druckmaschinenherstellung stammt der Zweitouren-Druckautomat Poly 50 (Baujahr 1962), der 5.000 Bogen pro Stunde bedrucken konnte. Die Flachsatzbuchdruckmaschine erledigte in der ersten Tour die Bogenanlage und den Bogendruck, in der zweiten Tour die Bogenauslage und den Karrenrücklauf. Zwischen 1931 und 1963 gingen etwa 3.800 Maschinen von Augsburg aus an ihre jeweiligen Einsatzorte. Das Ausstellungsstück arbeitete bis 1979 in der Augsburger Firma Stumböck?.

Neben Tiefdruckzylinder, Offsetzylinder und Plattenzylinder einer Hochdruckrotationsmaschine für Zeitungen steht eine einbahnige Hochdruckrotationsmaschine für den Illustrationsdruck aus dem Jahr 1906, die 6.000 Exemplare pro Stunde druckte und bis 1965 in der Schweiz arbeitete. Die Maschinenfabrik Augsburg? schaffte es 1879 als erste Fabrik in Europa eine Rotationsmaschine für "Werk- und Zeitschriftendruck" zu bauen, auf der Illustrationsdruck möglich war.

Eine ähnliche Leistung ist die einbahnige Hochdruckrotationsmaschine für Zeitungsdruck von 1877, die 8.000 Bogen/Stunde schaffte. 1873 baute die Maschinenfabrik Augsburg? die erste deutsche Rotationsdruckmaschine für den Zeitungsdruck und erfand dabei den Endlosdruck: Die Papierbahn wurde endlos durch die Druckwerke der Maschine, rotierende Formzylinder zum Schön- und Widerdruck, geführt. Die ausgestellte Druckmaschine stand als 14. verkaufte Maschine dieser Art in Leipzig, wo sie unter anderem im Bibliographischen Institut das Meyer´sche Konversationslexikon druckte.

Noch viel älter ist die handbetriebene Schnellpresse (Stoppzylindermaschine) mit Eisenbahnbewegung von 1846, die 1.000 Bogen pro Stunde bedruckte - bis 1974. Sie kam von der Justizvollzugsanstalt Amberg?, wo sie Formulare druckte, wieder an ihren Fertigungsort Augsburg. Erfunden wurde der Maschinentyp 1845 in der C. Reichenbach´schen Maschinenfabrik und Eisengießerei Augsburg?; gebaut wurde er bis 1889. Ähnlich wie bei einer Eisenbahn rollt der Wagen mit der Druckform auf zwei fest im Grundgestell verankerten Schienen.

Die ausgestellte Illustrationsschnellpresse J VI a stammt aus dem Jahr 1912 und kann 1.300 Bogen pro Stunde bedrucken. Zunächst wurden die Papierbogen mit der Hand angelegt, später baute man einen automatischen Bogenanleger mit Vorderkantensauger auf. Die Maschine war bis 1980 in der Schweiz in Betrieb.

Aus dem Jahr 1923 stammt der Einzylinder-Versuchdieselmotor 1K14/19, der 13 PS (10 kW) bei einer Drehzahl von 625 U/min leistet. Versuche zu diesem Motor gehen bis auf 1919 zurück. Es war der erste Fahrzeugdieselmotor mit Kraftstoffdirekteinspritzung auf der Welt und der Beginn einer neuen Zeit, weil Fahrzeugdieselmotoren jetzt schneller laufen konnten.

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th94---ffffff--man-museum_menschen-1.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th94---ffffff--man-museum_menschen-2.jpg.jpg

Auch der Viertakt-Dieselmotor VV40/54 von 1965 ist eine technische Meisterleistung. Hier wurden die Zylinder in V-Position angeordnet und erstmals ersetzte das so genannte Anlenkpleuel herkömmliche parallel liegende Treibstangen.

Der doppelt wirkende Elfzylinder-Zweitakt-Dieselmotor L11Z 19/30 von 1935 hatte bei 1.400 PS (1.030 kW) und einer Drehzahl von 900 U/min ein so geringes Leistungsgewicht, dass man den Motor in Schnellbooten verwenden konnte statt ihn wie geplant in Luftschiffe einzubauen.

Der Ackerschlepper AS 325 H mit Vierzylinder-Dieselmotor aus dem Jahr 1951 hat 25 PS (18 kW), eine Drehzahl von 1.500 U/min und einen Hubraum von 2.676 ccm. Er wurde zwischen 1949 und 1952 fast 1.500 mal gebaut und arbeitete mit einem neuartigen kugelförmigen Verbrennungsraum, in den mittels Flachsitzdüse der Kraftstoff direkt eingespritzt wurde.

Ein MAN-Feuerlöschfahrzeug mit Vierzylinder-Ottomotor von 1928 leistete 65 PS (48 kW). Es hat eine 26 Meter hohe Magirus-Drehleiter, eine automatische Kippsicherung und Kardanantrieb. In München überstand es den Zweiten Weltkrieg und wurde noch bis 1971 in Kempten verwendet. Als das 40 km/h schnelle Gefährt damals ins Museum kam, hatte es erst 8.000 Kilometer auf dem Buckel.

Ein Leckerbissen für FC-Bayern-München-Fans ist der ausgestellte Triple-Truck TGX mit Sechszylinder-Dieselmotor von 2013. Technische Daten: 400 PS (294 kW), Drehzahl 1.900 U/min, Hubraum 10.500 ccm. Der Truck ist eine Sonderanfertigung der MAN zum historischen, dreifachen Titelgewinn (Deutscher Meister, DFB Pokal?-Sieger, Champions-League-Sieger) in der Saison 2012/2013 für den FC Bayern München. Mit diesem Triple-Truck fuhren die FCB-Stars nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale und dem damit vervollständigten Triple am 2. Juni 2013 durch die Münchner Innenstadt.

Die hier erwähnten Ausstellungsstücke im MAN-Museum Augsburg sind nur eine kleine Auswahl. Gezeigt werden viele weitere LKW, aber auch Turbokompressoren, Gasturbolader, Kupplungen, Triebwerke, Getriebe, Raketenteile für die ARIANE und viele Modelle von Druckmaschinen und weiteren Motoren.

Öffnungszeiten

Von Montag bis Freitag zwischen 9 bis 16 Uhr nach telefonischer Voranmeldung.
Der Eintritt ist frei.

Adresse

MAN-Museum
Heinrich-von-Buz-Straße? 28
86153 Augsburg

Gerlinde Simon
Tel. 0821/3223366
Fax. 0821/322-3291 E-Mail: gerlinde.simon(@)man-ed.com


Anfahrt mit dem Auto: Autobahn A 8 bis Ausfahrt Augsburg-Ost. Über Mühlhauser Straße?/Hans-Böckler-Straße? zur MAN-Brücke. Nach der Brücke erste Kreuzung rechts (MAN-Diesel-Hochhaus), weiter über die Sebastianstraße zur Heinrich-von-Buz-Straße? 28.
Anfahrt mit der Bahn: ab Augsburg Hauptbahnhof mit dem Taxi? oder mit Straßenbahn-Linie 3? (Richtung Inninger Straße) bzw. Linie 4? (Richtung Augsburg Nord), dann Umsteigen am Königsplatz in die Straßenbahn-Linie 2? (Richtung Park & Ride Augsburg West, Haltestelle Senkelbach)

Weblinks


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Museen | MAN-Museum


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis