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Luftfahrtgeschichte Augsburgs

Allgemeines

Geschichte

Frühe Pioniere

Der erste Mensch, der in Augsburg zu fliegen versuchte, hieß Salomon Idler. Um 1640 scheiterte er beim Flugversuch mit selbst gefertigten Flügeln.

1786 versuchte Joseph Maximilian Freiherr von Lütgendorf (geb. 1750 in Rom; gest. am 11. August 1829 in Regensburg?) aus dem Augsburger Siebentischwald mit einem Ballon zum ersten deutschen "Luftsegler" zu werden. Der Ballon war in Augsburg nach den Vorstellungen des Erfinders und thurn- und taxisschen Hofrats gefertigt worden. Die Gondel hatte die Form eines kleinen Segelschiffes. In Anlehnung an die Montgolfière bezeichnete der Luftfahrtpionier seinen Ballon als Gondolfiere. Am 24. August 1786 versuchte der Luftreisende sein Gefährt zu erheben, doch erwies sich das benutzte Gas als schlecht oder nicht genügend, jedenfalls erhob sich der Ballon mit der Gondel nicht in die Lüfte.

Professionalisierung

1897 gründete August Riedinger die Augsburger Ballonfabrik. Lange blieb Augsburg damit einer der führenden Orte für die Ballonfabrikation.

1901 gründete sich der Augsburger Ballonfahrverein, der ein Jahr nach seiner Gründung schon mehr als 110 Mitglieder, darunter drei Frauen, hatte. Die meisten seiner Mitglieder stammten damals aus dem Augsburger Großbürgertum?, weshalb der Verein Mäzene wie August Riedinger und die Gersthofener Niederlassung der Farbwerke Hoechst? hatte. Startplatz und Wasserstoffgas stellte die Niederlassung der Farbwerke Hoechst? dem Ballonfahrverein, der sowohl den Zweiten Weltkrieg wie das daran anschließende Flugverbot überlebte und noch Anfang der 1990er Jahre aktiv an internationalen Wettbewerben teilnahm. Der Start des Ballons Augusta VI 1952 war ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte.

1909 erwarb der Augsburger Fridolin Keidel? mit der Nummer fünf eine der ersten Fluglizenen, die das Deutsche Reich vergab.

Im Ersten Weltkrieg erhielt Augsburg seinen ersten Flugplatz, weshalb 1917 im nahe gelegenen Gersthofen die Fliegerausbildungsgruppe V gegründet wurde, wo auch der Maler Paul Klee eindreiviertel Jahre seinen Dienst tat und in seiner Freizeit über 370 Bilder malte. 1916 legten die Rumpler Flugzeugwerke? an diesem Flughafen ein Zweigwerk an. Es bildete sich ein militärisch-industrieller Komplex von Rumpler Flugzeugwerken? sowie MAN und Riedinger, die beide ebenfalls schon im Ersten Weltkrieg für die Luftkriegsrüstung arbeiteten. Die Rumpler Flugzeugwerke? in Augsburg sollen bis 1918 etwa 1.400 Flugzeuge hergestellt haben, wobei die Angaben über die Zahl der 1918 in der Fabrik beschäfigten Angestellten zwischen etwa 800 und 2.300 schwankt, je nachdem, welcher Quelle man Glauben schenkt.

Etablierung

Ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg begannen die Rumpler Flugzeugwerke? zivile Tätigkeiten aufzunehmen und eröffneten die Flugstrecke Berlin - Augsburg als zivile Linienverkehrsfluglinie. Dieser Linienverkehr musste allerding schon 1920 wieder eingestellt werden, weil die Alliierten ein Flugverbot anordneten, wodurch der Flughafen zum Notlandeplatz wurde.

Im August 1926 zogen die Udet-Flugzeugwerke? von München auf das Firmengelände der Augsburger Niederlassung der Rumpler Flugzeugwerke?. 1927 kam der Ingenieur Willy Messerschmitt von Bamberg? nach Augsburg, um für Udet und Rumpler zu arbeiten. In diesem Jahr übernahm der Freistaat Bayern? die Niederlassung der Rumpler Flugzeugwerke? und der Udet-Flugzeugwerke?, weil beide Firmen Bankrott anmelden mussten. Der Staat gab der neuen Firma den Namen Bayerische Flugzeugwerke? und ließ Sport- und Verkehrsflugzeuge herstellen. Das genügte Willy Messerschmitt nicht. Er begann damals schon wieder Militärflugzeuge gegen das Verbot der Alliierten zu projektieren, weshalb der Freistaat Bayern? im damaligen Reichstag der verkappten Aufrüstung bezichtigt wurde.

1931 flog Auguste Piccard mit einem Ballon aus der Ballonfabrik von Augsburg aus auf eine Rekordhöhe von 15,8 Kilometer.

NS-Zeit

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten? erlangten die Bayerischen Flugzeugwerke? große wehrwirtschaftliche Bedeutung und wurden 1938 in Messerschmitt AG umbenannt. Die Messerschmitt AG stellte mit der Me 109 das Standardflugzeug der Deutschen Luftwaffe her. Von diesem Flugzeug wurden bis Kriegsende etwa 30.000 Exemplare gefertigt. Eine der Me 109 ähnliche Maschine flog 1939 von Augsburg aus einen Geschwindigkeitsweltrekord - 755,1 km/h und 1941 erreichte die Me 163 fast die Schallmauer. Auch die Me 262, der erste Seriendüsenjäger der Welt, wurde von der Messerschmitt AG gebaut. Am Ende des Krieges hatte die Firma etwa 27.300 Beschäftigte, von denen etliche Tausende Zwangsarbeiter? und KZ-Häftlinge? waren. Willy Messerschmitt musste sich nach dem Krieg einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen, in dem er zu 3.000 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Die Messerschmitt-Werke blieben bis 1955 in alliiertem Besitz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Später hieß die ehemalige Messerschmitt AG Messerschmitt-Bölkow-Blohm? (MBB), aus ihr ging die Deutsche Aerospace? (Dasa) hervor, die ein Teil des Daimler-Benz-Konzerns war. So konnten in Augsburg weiter Militärflugzeuge gebaut werden, etwa Teile des Tornados, aber auch Teile des zivilen Airbus. In den 1990er Jahren drohte die Firma mit großen Entlassungen, falls das Verteidigungsministerium nicht ein neues Jagdflugzeug in Auftrag gäbe.

Schon früh produzierte die MAN Booster für die europäischen Ariane-Raketen.

Weblinks


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