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Ludwigsbau

Vorläuferbau der Augsburger Kongresshalle ("Kongress am Park")

Allgemeines

Der Ludwigsbau in Augsburg war eine Konzerthalle im damaligen Stadtgarten (heute Wittelsbacher Park) und bot 1.200 Konzertgästen Platz. Ein angebauter Gastronomietrakt konnte für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Der Saalbau mit einer Kuppel war nach König Ludwig III.? benannt.

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Ludwigsbau Augsburg, Ansichtskarte o. J. Zur Verfügung gestellt von Thomas Werthefrongel.

Bis in die 1960er Jahre fanden im Ludwigsbau die musikalischen Großereignisse Augsburgs statt - von Symphoniekonzerten bis zu Jubiläen großer Gesangsvereine oder den Jahreskonzerten der Sing- und Musikschule.

Geschichte

Errichtet wurde der Ludwigsbau in den Jahren 1913/1914. Zuvor war an seiner Stelle eine 1889 nach Plänen von Jean Keller errichtete hölzerne Konzerthalle mit 2.000 Sitzplätzen im Jahr 1910 abgebrannt. Daraufhin entschloss sich die Stadt einen nicht mehr aus Holz zu errichtenden Konzertbau zu planen und schrieb einen Architekturwettbewerb aus, der zwar viele Entwürfe brachte, aber keinen, der den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Augsburg entsprach. So ließ man den damaligen Stadtbaurat? Otto Holzer einen selbst geplanten Kuppelbau errichten.

Am 3. April 1919 rief man im Ludwigsbau die Räterepublik für Augsburg aus. Auch in den nachfolgenden 1920er Jahren fanden hier und in der nahe gelegenen Sängerhalle viele politische Veranstaltungen statt. Hier sprachen Politiker der Weimarer Zeit wie Ernst Thälmann, Philipp Scheidemann, Erich Ludendorff und Adolf Hitler.

Schon bald nach der Errichtung des Ludwigsbaus schien er den Augsburgern zu klein geraten zu sein und viele forderten die Planung einer größeren Stadthalle. Damit begann der Augsburger Architekt Thomas Wechs 1926. Ihm schwebte eine starke Erweiterung des Ludwigsbaus vor. Sein Ziel war es, ein "Ausstellungs- und Sportgelände" am Rosenauberg? zu errichten.

Als 1934 die nahe gelegene Sängerhalle abgebrannt war, schrieben die Nationalsozialisten? einen Wettbewerb für eine neue Stadthalle aus. Die Jury zeichnete die Pläne von Thomas Wechs mit dem ersten Preis aus. Verwirklicht wurden sie jedoch nicht, denn bis 1937 nahmen die Stadthallen-Pläne die Form eines riesigen Gauforums an. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Umsetzung der Pläne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt Augsburg froh, den Ludwigsbau und sein Umfeld in den 1950er Jahren als Messegelände nutzen zu können, 1955 stellte man die großen Messezelte bei Sankt Anton? zum ersten Mal auf.

In den 1960er Jahren war in Augsburg immer öfter zu hören, die Kuppel des Ludwigbaus sei nicht mehr tragfähig. Deshalb sei der Ludwigsbau baufällig. 1963 schloss man ihn deshalb und plante den Neubau einer Sport- und Konzerthallen-Kombination. Doch noch 1963 entschied man sich für den separaten Bau der Sporthalle?. 1965 sprengte man den Ludwigsbau. Dabei stellte sich heraus, dass die als porös bezeichnete Kuppel die Sprengung fast unbeschädigt überstand. Viele Augsburger vermuteten deshalb, dass die Sprengung des Ludwigbaus nur der Kongresshalle Platz schaffen sollte.

Nach dem Abriss des Ludwigsbaus stand seine Orgel noch bis in die 1990er Jahre in der Herz-Jesu-Kirche in Pfersee, wurde dann aber nach Ungarn verkauft.

Details

Otto Holzer benutzte am Ludwigsbau Architekturformen wie Kuppeln, Rankgitter und Klappläden, die als "heimatlich" galten.

Weblinks


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