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Löb, Arno

Arno Löb wurde am 4. März 1953 in Augsburg geboren und lebt hier als Autor mit gelegentlichen Ausflügen in die Musikszene, die graphische Gestaltung, die Politik? und die Bloggerei. Ehemals verheiratet, geschieden. Drei Kinder.

Leben und Wirken

Kindheit, Jugend, Ausbildung

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Arno Löb ist ein waschechter Augsburger, an dem sich die Geister scheiden, ein Multitalent, ein Autor, Musiker und Blogger. Gelernter Grafiker.

Geboren wurde Arno Löb im Krankenhaus Vincentinum in der Altstadt von Augsburg 1949. Er wuchs in der Wartenburgerstraße? 2 in Lechhausen bei seinen Eltern auf und besuchte ab 1956 die Goetheschule? des Stadtteils. Ab 1958 besuchte er die Löweneckschule in Oberhausen, ab 1959 die Elias-Holl-Schule? in der Jakobervorstadt, wo seine Familie im Meister-Veits-Gässchen? 20 lebte. Von 1961 bis 1963 besuchte er Internate in Tuttlingen und Weilheim?, um 1963 die Handelsschule Neumann? in Augsburg zu besuchen. Ab 1966 absolvierte Arno Löb eine Ausbildung zum Textilkaufmann Industrie in der NAK (Neue Augsburger Kattunfabrik).

Wer Arno Loeb kennt, kann sich kaum vorstellen, dass er 1969 als Feldjäger bei der Bundeswehr in Passau? diente, aber so war es. 1970 besuchte er in Augsburg die Fachoberschule?, wo er den sozialen Zweig belegte. Damals wohnte er in einer WG in Kriegshaber und arbeitete 1971 als Beifahrer in der PCI.

Daneben gründete Arno Löb 1972 die Nonprofit-Konzert-Agentur AK Afra Concerts?, die unter anderem Konzerte mit Can, Rory Gallagher, Kraan, Ton Steine Schwerben, Birth Control, Wallenstein, Bröselmaschine, Embryo, Doldingers Passport, UFO, Albert Mangelsdorff, Guru Guru, Catharsis, Sameti, Wolfgang Dauner, Mal Waldron und anderen organisierte. Auch das erte Augsburger Deutsch-Rock-Festival in der Sporthalle Augsburg und das erste progressive Jazz-Festival in der Kongresshalle ging auf die Kappe von AK Afra Concerts?. Naheliegend, dass er auch das erste Augsburger Plattenlabel gründete. Es hieß AuBuMu? und produzierte Augsburger Bands.

Ab 1974 besuchte Arno Löb die FHS Gestaltung Augsburg.

Beruf und Berufung

Nach dem Besuch der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg gründete er zusammen mit Bernhard Leitenmaier das erste Stadtmagazin von Augsburg (1977). Es hieß "Lueginsland", später "Szene" und existiert unter anderer Führung noch heute unter dem Namen "Neue Szene". Arno Loeb schreibt auf seiner Webseite, dass zum Gründungsteam des Lueginsland auch Kurt Idrizovic, Peter Fischer, Julianne Zabawski, Arthur Müller-Doldi, Inge Kattler, Wilhelm Schmid, Siegfried Zagler?, Joseph Sedlmair, Helmut Angeli und Klaus und Gerd Müller gehörten. 1980 endete das Augsburger Stadtmagazins Lueginsland. Schon 1979 hatte sich Arno Loeb als Grafiker, Journalist und Texter selbständig gemacht und trat im Winter 1980 erstmals mit der Pop`n`Punkband Impotenz im You Z?, Königsbrunn auf. In den 1980er Jahren war Loeb Texter und Stimme der Augsburger Band Impotenz, die sich als Porno-Punk-Band bezeichnete und Lieder wie "Nutten an die Macht", "Monika und Otto", "Arme Hunde" oder "Rote Krallen" herausbrachte.

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1982 gründete Arno Loeb das Stadtmagazin Szene mit Bernhard Leitenmaier und Teddy Nehmlich-Kant, zeitweise arbeitete auch Michael Symolka dabei führend mit. Ebenfalls 1982 organisierte Löb das Open Air Festival 1000 Töne am Autobahnsee. Zum 2000-jährigen Stadtjubiläum von Augsburg im Jahr 1985 brachte Arno Löb eine Langspielplatte "2000 Töne" mit Augsburger Rockbands heraus und organisierte das Festival 2000 Töne. Ein Jahr später erfolgte die Gründung der Agentur Literatur-Marketing Arno Loeb, die ihr Büro in der Schmiedgasse hatte. Unter diesem Label organisierte Löb 1990 z. B. das "Festival der Poesie - Moskau Augsburg", das von wie Kuka, WEKA Firmengruppe oder Hasen-Bräu gesponsert wurde. Das Festival-Motiv stammte von dem Illustrator Mike Loos, der später Professor an der Hochschule für Gestaltung, Augsburg wurde.

In den 1990er Jahren schrieb Arno Loeb einige Bücher und gab ein Vampir-, ein Deutschrock-, ein Beat- und ein Hippie-Lexikon heraus. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Literatur-Agent und gründete zusammen mit Kurt Idrizovic Literatur-Reihen: z. B. "Literatur im Biergarten", "Literarischkulinarisch", Spät-Lese", "Sound & Reading". Einige dieser Reihen laufen noch heute. In diese Zeit fällt auch seine Tätigkeit als Herausgeber oder Produzent von Büchern zu den Beatles, Elvis, Queen, Doors, Madonna, Metallica, Abba ... Ab 1999 wirkte Arno Loeb beim Projekt Peter Garski und dessen Augsburg-Krimis mit.

Hin und wieder spielte Arno Löb auch in Filmen, zu denen er am Drehbuch mitwirkte: u. a. "Club der einsamen Herzen" (Tatort), "Wo die Liebe hinfällt" (RTL), "Heute ist ein neuer Tag" (SAT 1). In den letzten Jahren versiegten die Print-Veröffentlichungen Arno Löbs - es sei denn, man hält ihn für die Person hinter Peter Garski. Kaum zu glauben, dass er zu einem Roy Black? -Musical, das im Jahr 2000 in der Augsburger Kongresshalle? Premiere hatte, das Libretto schrieb.

Das Internet gab Arno Löb neue Möglichkeiten an die Hand, sich schriftstellerisch zu betätigen. So gibt er z. B. seit 2007 die Augsburger Skandalzeitung heraus oder gründete 2008 die Augsburger Gastro-News.

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Ab April 2010 wurde im Savoy-Kino? „Der letzte Streich“ gezeigt, ein Film, bei dem auch Arno Löb mitwirkte. Im Film geht es um den jungen Studenten Hannes (Morten Prohm), der wegen des tragischen Unfalls seines ehemals besten Freundes (Vitus Aumann) in seine Heimat zurück kommt. Seine Rückreise verzögert sich aus mysteriösen Gründen, die alten Geschichten der Beiden werden wieder lebendig und ein interessantes Wochenende beginnt: Er trifft seine alte Kinderliebe Marie (Theresa Braun) wieder. Diese ist mittlerweile mit dem Dorfmacho Marco (Jonas Zügel) zusammen. Der Streifen erzählt in einer nicht alltäglichen Art und Weise und mit einer Prise Humor den Kontrast zwischen Stadt, Land, Freundschaft und Liebe. Das Drehbuch zum Film schrieb der Allgäukrimiautor Willibald Spatz („Alpendöner“ und „Alpenlust“). Michael Kalb führte die Regie. Auch Eberhard Peiker? spielte bei dem Film mit. Die Kulissen für den Film waren Schauplätze im westlichen Landkreis Augsburg.

Im April 2012 erschien Arno Löbs Krimi "Der Neuschwanstein-Code" im Unsichtbar Verlag.

Enfant terrible

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Mehrere Auffälligkeiten gehören zu Arno Löb. Da ist zum einen seine lange Beschäftigung mit dem Vampirismus. Schon 1986 gab er ein Vampir-Lexikon heraus. 1997 veranstaltete er eine Ausstellungs- und Lesetour durch Deutschland zu diesem Thema. Das Motto lautete "100 Jahre Dracula - Ein Blutsauger erobert die Welt". Dazu stellte er gesammelte Bücher, Merkwürdigkeiten, Spiele und Hör-Literatur in Sarg-Regalen aus. Ein Erfindung Arno Löbs war der so genannte Knoblomat, angeblich ein original transsylvanisches Glücksspielgerät, das mit Knoblauch-Knollen betrieben wurde. Auch dieses Gerät präsentierte er den Besuchern der Leseveranstaltungen. Immer wieder hielt er seinen Vortrag über Vampir-Kultur: "Ein Blutsauger erobert die Welt" lautete die Überschrift.

Zum zweiten gerät Arno Löb immer wieder mit der Justiz in Berührung. Anfang des neuen Jahrtausends durfte er sich die Augsburger Justizvollzugsanstalt? von innen ansehen, weil er einen Berliner Verleger beleidigt und ihn der Ausnutzung von Autoren bezichtigt hatte. Und im Jahr 2006 und 2007 ermittelte die Staatsanwaltschaft wiederum gegen Arno Löb. Diesmal wegen uneidlicher Falschaussage. Dahinter steckte eine skurrile Geschichte um das Buch "Rudolph Moshammer - der einsame König", in dem ein gewisser Claudio Carra? zu dem Tod des Münchener Modeschöpfers im Jahr 2005 die Behauptung aufstellte, dass Andy Schmidt?, ein Augsburger Moshammer-Double, etwas mit dem Mord von Rudolph Moshammer zu tun hätte. Gegen diese Behauptung ging Andy Schmidt? sowohl zivil- wie strafrechtlich vor. Während der Prozesse gegen den Verleger des Buches Dieter Auer? vom Augsburger Soso-Verlag? musste auch Arno Löb Aussagen tätigen, da er vorgab unter dem Namen Peter Garski ein Nachwort zu dem Buch geschrieben zu haben. Er sei aber keinesfalls der Autor des Buches, so Arno Löb in den Prozessen. Das aber versuchte die Augsburger Justiz nachzuweisen, weshalb sie 2007 gegen Arno Löb Ermittlungen aufnahm und seine Wohnung durchsuchte. Allerdings stellte die Staatsanwaltschaft Ende 2007 das Verfahren wegen Uneidlicher Falschaussage in dieser Sache gegen Arno Löb wieder ein.

Und ein dritter Punkt: Die Ermittlungen der Augsburger Justiz gegen Arno Löb zeigen, dass er nicht Claudio Carra? ist. Aber in welcher Beziehung steht Arno Löb zu Peter Garski? Möglicherweise ist das ein Pseudonym Arno Löbs, möglicherweise ist es wirklich eine andere Person. Möglicherweise aber hat Arno Löb auch noch andere Pseudonyme, etwa Erwin Jänsch, der angeblich unter der Herausgeberschaft Arno Löbs die Redaktionsleitung eines Lexikons zur Augsburger Popgeschichte hatte.

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Und viertens: Seit 2007 spielte Arno Löb wieder in der Band Impotenz und punkrockte dort, bis die Säle brannten. Man schaue sich nur z. B. auf YouTube den Song "Fröhliches Russland" an: Impotenz mit "Fröhliches Russland". Während des Jahres 2008 und der nachfolgenden Jahre ging es mit den Punkrockern von Impotenz weiter aufwärts und Arno Löb konnte auch außerhalb von Bayern mit seinen Songs reüssieren.

Im Jahr 2008 geriet er erneut in die Schusslinie der Augsburger Staatsanwaltschaft?. Diesmal im Zusammenhang mit Gerüchten über das Privatleben von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Zu Beginn des Jahres 2009 erließ die zweite Zivilkammer des Augsburger Landgerichts? eine einstweilige Verfügung gegen Arno Löb, nach der er ein Ordnungsgeld von 250.000 € zahlen oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft absitzen sollte, wenn er weiterhin bestimmte Behauptungen über das Privatleben von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl öffentlich mache. In diesem Zusammenhang wurde seine Wohnung gewaltsam wegen einer angeblichen Verleumndung, die später zu einer üblen Nachrede herabgestuft wurde, aufgebrochen und sein Computer beschlagnahmt. Weil er gegen einen Strafbefehl über 2.400 € Einspruch eingelegt hatte, musste er sich am 17. Februar 2009 wegen Verleumdung vor dem Amtsgericht? verantworten. Der Prozess unter Vorsitz der Richterin Gabriele Holzer? dauerte nicht einmal eine halbe Stunde. Es waren keine Zeugen geladen und der Vorwurf der Verleumdung wurde fallen gelassen. Dafür wurde Arno Löb wegen Beleidigung von Oberbürgermeister Kurt Gribl zu einer Strafe von 120 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt. In der nächsten Instanz wurde das Verfahren wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters Dr. Kurt Gribl jedoch eingestellt, weil das Gericht den betreffenden Beitrag als Satire erkannte. Dagegen ging die Staatsanwaltschaft Augsburg in Berufung und so kam es zu einem neuen Urteil. Im Januar 2010 veröffentlichte Arno Löb in dem Internetblog "Augsburger Skandalzeitung" das Urteil des Augsburger Gerichts, wonach er sich durch sein Verhalten der üblen Nachrede durch Verbreiten von Schriften nach §§ 186 2.AIt., 194 StGB schuldig gemacht habe. Es blieb bei der vom Erstgericht verhängten Geldstrafe von 120 Tagessätzen.

Werkauswahl

  • Der Neuschwanstein-Code, Diedorf 2012
  • Das Lexikon der Kultfilme, Berlin 1999
  • Draculas großes Vampirlexikon, Feldkirchen 1997
  • Sweet Baby mein - Roy Blacks wilde Jugendjahre, Königswinter 1997
  • Die besten Kneipen in Augsburg und Umgebung, München 1995
  • Die schönsten Biergärten in Augsburg und Umgebung, München 1995
  • Ganz Lechhausen, Augsburg 1993
  • Augsburgs beste Restaurants, Augsburg 1991

Politisches Engagement

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Arno Löb liebt seine Heimatstadt Augsburg wie wenig andere. Das war der Grund, warum er sich im Kulturpolitischen schon immer einsetzte und zusammen mit anderen Literatur- und Kulturveranstaltungen organisierte. Vieles, was sich in Augsburg tut, erscheint ihm spießig, provinziell und der Stadt nicht angemessen. Mit seinen oft ungewöhnlichen Aktionen oder Einwürfen will er aufrütteln und zum Umdenken bringen.

2007 engagierte er sich kurzfristig bei den Freien Wählern Augsburg e. V.? für seine Heimatstadt und kandidierte auf Listenplatz 10 als Stadtratskandidat bei den Kommunalwahlen 2008. Sein Schwerpunkt dabei: die lebendige Kultur in Augsburg.

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