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Lochgässchen

altertümlich Lochgäßchen; eine Augsburger Straße, die zum 9. Stadtbezirk (Jakobervorstadt-Süd?) und damit zum Planungsraum I (Innenstadt) gehört; Postleitzahl 86152

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Allgemeines

Das Lochgässchen in Augsburg verbindet die Vogelmauer? mit dem Kappeneck und dem Jakobsplatz. Vom Lochgässchen ab gehen das Meister-Veits-Gässchen?, das Häspelegäßchen und das Paradiesgässchen?. Benannt ist das Lochgässchen nach einer Grube, die sich vor vielen Jahren hier befunden haben soll. Bei Haid ist zu lesen, dass hier neben einem Weiher eine Schwindgrube gelegen haben soll. Mit Schwindgrube bezeichnete man früher Gruben, die trocken ausgemauert und mit einem steinernen oder hölzernen Rahmen versehen waren. Zur Abdeckung legte man meist Holzbohlen darauf. In Schwindgruben sammelte man entweder den Regen oder anderes Wasser, das nicht auf die Straße ausgeleitet werden durfte. Solches Wasser sollte in einer Schwindgrube "schwinden", also versiegen. Während man den Weiher im 15. Jahrhundert zuschüttete, um die Stadt Augsburg zu erweitern, bliebe die Grube noch einige Zeit länger erhalten, unklar aber ist, wie lange.

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Geschichte

Vor 1937 gab es ein Langes und ein Kurzes Lochgässchen. 1937 bezog man das Lange Lochgässchen in das Meister-Veits-Gässchen? ein und übrig blieb nur noch das Kurze Lochgässchen, das man jetzt der Einfachheit halber nur noch als Lochgässchen bezeichnete.

Bis in die 1960er befanden sich in dem schmalen Gässchen, eine Einbahnstraße, noch ein Milchladen und eine Bäckerei. Über dem Milchladen lebte bis in die 1980er der Trödler Bullinger, der das Patent auf mit Frottee bezogenen Klosettdeckel hatte.

Am Ende, Ecke Kappeneck, befand sich bis in die 1980er die Metzgerei Fritsch. Deutschlandweit bekannt wurde das Lochgässchen durch eine schrille Bewohnerin in den 1990ern. Diese füllige Dame, die als Sexshop-Verkäuferin arbeitete, spazierte mit einem ausgewachsenen Hausschwein durch das Lochgässchen zum Äußeren Stadtgraben bei der Vogelmauer?. Über dieses skurrile Duo berichteten damals viele Medien.

Im November 2011 wurde im Lochgässchen ein Mann in seiner Wohnung von einem Bekannten im Streit getötet.

Details

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Zwischen Hausnummer 13 und 17 geht ein Fußweg vom Lochgässchen zum Kappeneck ab.

Das Lochgässchen führt an dem Lokal Drei Königinnen? vorbei, das durch seine sommerlichen Biergartenlesungen bekannt ist. Beachtenswert ist das von Urban Ehm geschnitzte große Holztor zum Hof des Hauses Nummer 17.

Lochgässchen 1: Das Augsburger Bürgerhaus geht auf das 16./17. Jahrhundert zurück, hat drei Geschoße und einen Flacherker an der gebogenen Traufseite Richtung Kappeneck. Das Stufengiebelhaus steht auf der Ecke zum Kappeneck.

Lochgässchen 6: Dieses Bürgerhaus stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert, wurde mit einem seitlichen Außenaufgang versehen und besitzt einen einhüftigen Giebel zum Meister-Veits-Gässchen?. Der giebelständige Eckbau steht frei und hat zwei Hauseingänge. Einer blickt zum Kappeneck. Er ist seitlich überdacht und führt in die oberen Stockwerk, wo das Dach weiter nach unten reicht und wo die Seite eine zusätzliche Fensterachse hat.

Lochgässchen 11: Der bürgerliche dreigeschossige Giebelbau mit Flacherker auf einer profilierten Konsole geht auf das 16./17. Jahrhundert zurück und hat einige Besonderheiten. Es gibt Ladeneinbauten mit spitzbogigen Fenstern, auf der Rückseite einen höheren Anbau, eine Tordurchfahrt mit einem runden Bogen (gemeinsam mit Lochgässchen 13) und eine Aufzugluke. Das westliche Dachwerk geht auf das 15. Jahrhundert zurück und wurde wohl wiederverwendet, die anderen Joche des Dachstuhls stammen aus dem 16. Jahrhundert. 1987 wurde das Haus grundlegend instand gesetzt.

Lochgässchen 12 ist ein bürgerliches Giebelhaus aus dem 16. Jahrhundert, aber interessant ist erst wieder Lochgässchen 13, ein Bürgerhaus mit einem einhüftigen Giebel ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Der Giebel steht zur Straße, östlich ist das Dach verlängert. Dort gibt es auch eine Tordurchfahrt und eine zusätzliche Fensterachse. Das Rückgebäude wirkt wie ein Turm und hat ein Walmdach. Der Bau ist rechteckig und besitzt eine niedrige, sattelgedeckte Abseite mit einer Werkstadt. Früher wurde das Haus, das einen Hof hat, landwirtschaftlich genutzt. 1986 hat man den Dachstuhl dendrologisch untersucht. Dabei ergab sich dass das Holz für den Dachstuhl des nördlichen Vorderhauses 1578 und 1608 gefällt wurde.

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Lochgässchen 16: Der Giebel des dreigeschossigen Bürgerhauses, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht und einen überdachten östlichen Außenaufgang besitzt, steht zum Paradiesgässchen? hin. Wo der Außenaufgang verläuft wurden in der Mauer Spolien verbaut. 1989 sanierte man das Haus und erfuhr dabei einiges. So vermutet man seitdem, dass das Haus 1552 als Handwerker- oder Zinshaus gebaut wurde. Der heutige Grundriss, der Treppenort und der Hochkeller gehen wohl auf die Zeit des Baus zurück. Damals besaß das Haus noch alte Dielenböden und einen kleinen Hausgarten.

Lochgässchen 17 ist eine Mixtur von Traufseit- und Giebelhaus und geht auf das 16./17. Jahrhundert zurück. Das Augsburger Bürgerhaus diente wohl Kleinhandwerkern und ist nicht unterkellert. Es hat zwei Geschoße, die unterschiedlich erschlossen werden. Untersuchungen ergaben, dass das Haus im Barock? Fresken als Fassadenschmuck erhielt, die jedoch nicht mehr erhalten sind. Gebaut im 16. Jahrhundert wurde das Haus im 18. Jahrhundert umgebaut und zwischen 1984 und 1986 saniert.

Das ehemalige Zinswohnhaus Lochgässchen 19 ist ein langgestreckter Satteldachbau mit Zwerchhäusern. Der dreigeschossige Bau geht ins 16./17. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich wurde es im 18./19. Jahrhundert umgebaut. Dabei hat man die Stockwerke ähnlich wie in der Fuggerei selbständig erschlossen.

Lage


Weblinks


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