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Leopold-Mozart-Zentrum

ein Institut der Universität Augsburg in der Nachfolge der ehemaligen Musikhochschule Nürnberg-Augsburg; abgekürzt auch LMZ; bayernweit einziges Zentrum für Musik an einer Universität

Allgemeines

Das Leopold-Mozart-Zentrum sieht sich als Kompetenzzentrum für künstlerische Interpretation und künstlerische, musikpädagogische und musiktherapeutische Ausbildung. Benannt ist die musikalische Einrichtung der Universität Augsburg nach dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, dem Augsburger Leopold Mozart. Es ist als „Zentrum für Musik und Musikpädagogik“ der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät angegliedert. Als solches umfasst es drei Institute

  • "Musikpädagogik (Lehramt), Musikwissenschaft und Musiktherapie"
  • "Saiteninstrumente, Tasteninstrumente, Gesang und Elementare Musikpädagogik"
  • "Blasinstrumente, Schlagwerk und Blasorchesterleitung"

Damit integriert es wesentliche Teile der ehemaligen Musikhochschule Nürnberg-Augsburg und sichert die Zukunft des Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart. Denn als Partner des Leopold-Mozart-Kuratoriums richtet das Zentrum den Wettbewerb weiterhin aus.

Das Musikstudium am Leopold-Mozart-Zentrum entspricht den internationalen Standards und zielt auf ein breites professionelles Betätigungsfeld und vielfältige künstlerisch-pädagogische Profile ab. Nahezu die gesamte Breite musikalischer Erziehung - von der Elementaren Musikpädagogik über die Lehramtsausbildung (Grund-, Haupt-, Realschule) und die Instrumental- und Gesangspädagogik bis hin zur Musiktherapie und Blasorchesterleitung - ist damit in Augsburg vertreten. Dazu kommen zahlreiche innovative und berufsorientierte Vertiefungsrichtungen wie z. B. "Interkulturelle musikalische Erziehung", "Klassenmusizieren", "Jazz/Pop/Medien" oder "musiktherapeutische Elemente in der musikpädagogischen Arbeit" und "Musikwissenschaft/Musiktheorie".

Als Teil der Universität Augsburg hat das Studium am Leopold-Mozart-Zentrum weitere Vorteile für die Studierenden des Masterstudiengangs Musikvermittlung/Konzertpädagogik: Es ergeben sich Verknüpfungsmöglichkeiten zu Musikwissenschaft, Musikpädagogik und interdisziplinär zu vielen weiteren Studiengängen der Universität - z. B. Kultur-, Kommunikations- und Sozialwissenschaften.

Geschichte

Gegründet wurde das LMZ 2008 als „Musikhochschule in der Universität Augsburg“. Vorbilder gab es für das innovative Modell damals nur in Mainz und Münster. 2008 investierte der Freistaat Bayern? beinahe 20 Millionen € in den Neubau des Instituts auf dem Campus der Universität Augsburg. Zu dem Bau gab es einen Wettbewerb, an dem etwa 140 Architekten teilnahmen. Gewonnen wurde der Arhitekturwettbewerb für das Gebäude von dem Büro Knoche und Partner (Leipzig). Als Ort des Neubaus wurde der Norden des Campus an einem Hang neben dem Universitätssee ausgesucht. Schon im Sommer 2008 stellten sich über 160 Interessentinnen und Interessenten den Eignungsprüfungen mit dem Wunsch, als Anfänger in den neuen BA-Studiengängen, als Hochschulwechsler oder in der Fortbildungs- oder Meisterklasse bei den Dozentinnen und Dozenten des Leopold-Mozart-Zentrums zu studieren. Nur ein gutes Drittel der Bewerbungen konnte damals berücksichtigt werden.

Am 20. Oktober 2008 wurde der Gründungsvertrag bei einem Festakt in Anwesenheit des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, im Rokokosaal? der Regierung von Schwaben unterzeichnet. Am gleichen Tag haben die Universität Augsburg und das Leopold-Mozart-Kuratoriums Augsburg e. V.? eine Vereinbarung über ihre künftige Zusammenarbeit unterzeichnet, worin festgelegt wurde, dass das Kuratorium die Förderung, die es bis zu deren Auflösung der Abteilung Augsburg der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg zukommen ließ, künftig dem neuen Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg zukommen lässt. Ebenfalls im Oktober 2008 nahm das Zentrum den regulären Studienbetrieb in den Bachelor- und Masterstudiengängen auf. In diesem Zentrum wurden damals wesentliche Teile der ehemaligen Hochschule für Musik Augsburg-Nürnberg integriert und mit der Musikpädagogik und Musikwissenschaft verschmolzen, die schon vorher als Ausbildungsrichtungen der Lehrerausbildung an der Universität Augsburg bestanden.

2011 bekam das Leopold-Mozart-Zentrum Räume im damals fertiggestellten Zentrum für Kunst und Musik? auf dem Campus der Universität Augsburg im Universitätsviertel.

Ab dem Wintersemester 2011/12 bot das Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg den Masterstudiengang "Musikvermittlung/Konzertpädagogik" an.

2012 plante man den Hauptstandort des Zentrums bis 2014 aus den Räumen in der Maximilianstraße 57 und 59 sowie der Wintergasse in das ehemalige Postgebäude in der Grottenau zu verlegen.

Ende Februar 2013 meldete das Theater Augsburg die ersatzlose Streichung der gemeinsamen Produktion „Masaniello furioso oder die neapolitanische Fischer-Empörung“ von Reinhard Keiser, die am 7. Mai 2013 auf der brechtbühne zur Premiere kommen sollte. Das Theater Augsburg zeigte sich vier Monate nach Beginn der Vorbereitungen und sechs Wochen vor dem Start der szenischen Proben enttäuscht über die Absage, die vom Leopold-Mozart-Zentrum damit begründet wurde, dass eine stabile Besetzung nicht gewährleistet werden könne.

Im Oktober 2013 schlug die Polit-WG vor, das ehemalige Gebäude der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, in dem nach Auflösung der Musikhochschule das Leopold-Mozart-Zentrum untergebracht wurde, als "Kulturzentrum Maxstraße" weiter zu nutzen. Es sollte auch nach dem Komplettumzug an die Universität Augsburg in städtischer Hand bleiben, denn eine attraktive Innenstadt bekomme man nur mit bürgerlichem Leben in einer Stadt. Dazu reiche es nicht, nur schöne Gebäude zu besitzen. Dieses "Kulturzentrum Maxstraße" sollte Angebote für unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen anbieten. So sei die Attraktivität der Maximilianstraße deutlich zu steigern. Und zwar ganzjährig.

Nachdem die Lehrstühle der Kunst- und Musikpädagogik an der Universität Augsburg seit 2012 fast vollständig im fertiggestellten Neubau für Kunst und Musik auf dem Campus an der Universitätsstraße? untergebracht worden waren, hatte sich seit 2008 der Bedarf für Werkstätten und Übungsräume durch die Änderungen der Lehramtsprüfungsordnung sowie durch die gestiegenen Studentenzahlen erhöht. Der bisherige Standort in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Augsburg? in der Schillstraße konnte deshalb nach dem Umzug in den Neubau noch nicht vollständig aufgegeben werden. Mit dem Erweiterungsbau des Gebäudes für Kunst und Musik auf dem Universitätscampus konnte der Lehrbetrieb der Kunstpädagogik im April 2017 von zwei Standorten in einem Gebäude gebündelt werden. Damit dieses Ziel erreicht werden konnte, wurden im 1. Nachtrag zum Haushaltsplan des Freistaates Bayern? die genehmigten Gesamtkosten von 4,95 Mio. € auf 5,48 Mio. € erhöht.

Details

Die Besonderheit des Leopold-Mozart-Zentrums ist das Zueinanderfinden von Ausbildungspotentialen und -ressourcen zu einer Ausbildung, die wissenschaftliche, pädagogische und künstlerische Komponenten vereint.

Räumlich verteilt sich das Zentrum auf Gebäude der Universität Augsburg in der Schillstraße, auf das Gebäude der ehemaligen Musikhochschule in der Maximilianstraße und ein neues Zentrum für Kunst und Musik auf dem Campus der Universität Augsburg im Universitätsviertel.

Nach Erwerb des Bachelors können künstlerisch besonders begabte Studentinnen und Studenten am Leopold-Mozart-Zentrum in einem viersemestrigen Masterstudiengang in Kooperation mit einer Musikhochschule eine konzentriert künstlerische Ausbildung absolvieren. Im Masterstudiengang stehen also die künstlerische Entwicklung und die Erweiterung der technischen und interpretatorischen Kompetenzen im Vordergrund.

Angeboten wird ein Musikstudium, das internationalen Standards entspricht, auf ein breites professionelles Betätigungsfeld abzielt und vielfältige künstlerisch-pädagogische Profile aufweist. Nahezu die gesamte Breite musikalischer Erziehung - von der Elementaren Musikpädagogik über die Lehramtsausbildung (Grund-, Haupt-, Realschule) und die Instrumental- und Gesangspädagogik bis hin zur Musiktherapie und Blasorchesterleitung - ist vertreten. Außerdem gibt es zahlreiche innovative und berufsorientierte Vertiefungsrichtungen wie "Interkulturelle musikalische Erziehung", "Klassenmusizieren", "Jazz/Pop/Medien" oder "musiktherapeutische Elemente in der musikpädagogischen Arbeit" und "Musikwissenschaft/Musiktheorie", die das Angebot des Leopold-Mozart-Zentrums deutschlandweit einzigartig machen.

Masterstudiengang Musikvermittlung - Konzertpädagogik

Die Vermittlung von Musik ist die Voraussetzung einer lebendigen Konzertkultur. Neuartige Konzertformate, Einführungsvorträge, Aktionen im öffentlichen Raum, Education- und partizipative Projekte, social-media-Aktionen u. v. m. belegen die vielen Ausdrucksmöglichkeiten. Es geht ihnen um die Verbindung zum möglichen Publikum stärker auf- und auszubauen, Brücken herzustellen, Berührungsängste zu vermindern, Dialoge zu fördern und stärker für klassische Musik zu begeistern. Das Berufsbild der Musikvermittler fordert interdisziplinäre Kompetenzen wie etwa konzertante Aufführungspraxis, Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Kulturmanagement, Marketing, Journalismus, und Dramaturgie. Dies alles wird am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg sowohl in Theorie als auch in der Praxis vermittelt.

Die Studierenden konzipieren vom ersten Moment an eigene Projekte und setzen sie dramaturgisch, organisatorisch und künstlerisch um. Die Mozartstadt? Augsburg mit ihrer Kulturlandschaft bietet dabei mit verschiedensten Aufführungsorten und kulturellen Partnern interessante Möglichkeiten. Das Studium wird mit dem akademischen Grad des Master of Arts (M. A.) abgeschlossen. Wegen der universitären Vernetzung berechtigt dieser Master-Abschluss auch zur Promotion (z. B. Musikwissenschaft, Musikpädagogik, unter Berücksichtigung der jeweiligen fachspezifischen Anforderungen).

Der Masterstudiengang Musikvermittlung/Konzertpädagogik kooperiert mit städtischen Institutionen und Projekten, wie MehrMusik!, Kultureinrichtungen wie dem Theater Augsburg oder der Deutschen Mozart-Gesellschaft?, dem Masterstudiengang „Musikvermittlung - Musik im Kontext“ der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg u. v. m.

Die Verteilung der Lehrveranstaltungen konzentriert sich bewusst auf zwei Wochentage und wenige Blockveranstaltungen, so dass bei teilweiser wöchentlicher Arbeitsbefreiung ein berufsbegleitendes Studieren möglich ist. Das Studium dauert ein Jahr und stellt einen weiterführenden berufsqualifizierenden Abschluss des Studiums der Musik dar. Die Studierenden sollen zu vielseitigen Pädagogen und Organisatoren im Bereich Musik werden. Zugelassen werden kann, wer über einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss wie Bachelor, Diplom, Magister, Staatsexamen oder einen vergleichbaren Abschluss bzw. Nachweis entsprechender Kompetenzen verfügt und eine Eignungsprüfung besteht.

Masterstudiengang Musiktherapie

Der Masterstudiengang Musiktherapie hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern und ist ein berufsbegleitender Studiengang mit dem Masterabschluss M. A. Musiktherapie. Fachwissenschaftlich ist er der Psychotherapie bzw. künstlerischen Therapie zugeordnet. Er beinhaltet 24 Wochenendblöcke, sechs Langblöcke zu neun Tagen, zwei regional organisierte Praktika und 100 Stunden regionale Einzellehrmusiktherapie.

Zulassungsvoraussetzungen sind eine abgeschlossenes musikalisches, medizinisches, psychologisches, pädagogisches oder vergleichbares Hochschulstudium, dreijährige Berufserfahrung oder Tätigkeit in einem relevanten Arbeitsfeld, Selbsterfahrung (mindestens je 15 musiktherapeutische Einzel- und Gruppensitzungen), klinisches Vorpraktikum und das Bestehen einer Eignungsprüfung.

In der Musiktherapie ist der entscheidende Wirkfaktor die heilsame Beziehung, die sich über die Musik herstellen lässt. Therapeutisch begleitet, kann durch musikalische Interaktion etwas entstehen, was wir schon alle einmal erfahren haben: Musik bietet emotionalen Ausdruck, tröstet, hilft, heilt.

In der Musiktherapie wird Musik als Medium eingesetzt: Einzelne oder Gruppen, die an seelischen Konflikten, Behinderungen, Störungen oder Erkrankungen leiden, werden mit Musik behandelt. Einsatzgebiete sind u. a. die Geriatrie, Neurologie, Psychosomatik, Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Psychiatrie, Rehabilitation, Krankheitsbewältigung ...

In Augsburg erfolgt die Ausbildung in Musiktherapie tiefenpsychologisch orientiert mit einem integrativen Ansatz. Dabei werden die wichtigen psychotherapeutischen Richtungen (humanistische, behaviorale, systemische Psychotherapie) berücksichtigt. Musikanthropologische, musikpsychologische und andere musikwissenschaftliche Grundlagen werden genauso vermittelt wie Forschungsmethoden und -ergebnisse in Musiktherapie und Musikmedizin. Die Studierenden werden interdisziplinär in Forschung und Praktikum begleitet. Medizin, Psychotherapie und musiktherapeutische Klinik sind in Augsburg intensiv vernetzt. Die Universität Augsburg bietet als eine von wenigen deutschen Hochschulinstitutionen eine akademische Ausbildung mit dem Abschluss M. A. (Master of Arts, Music Therapy) und eine angeschlossene Promotions- und Forschungsmöglichkeit an.

Die Forschungsstelle Musik und Gesundheit bietet die Möglichkeit, im wissenschaftlichen Bereich weiterzuarbeiten: Sie ist mit eigenen Forschungsprojekten Teil eines internationalen Netzwerkes. Augsburger Forschungsschwerpunkt ist die Erforschung von musiktherapeutischen Elementen im Rahmen von Präventiv- bzw. Fördermaßnahmen in verschiedenen pädagogischen Institutionen wie Vorschule, Schule, Musikschule, aber auch im klinischen Bereich wird geforscht. Bei entsprechender Eignung ist hier die Promotion möglich.

Jedes Jahr am zweiten Februar-Wochenende findet die Tagung "werkstatt für musiktherapeutische forschung augsburg" statt. Die Tagung bietet Vorträge und Seminare, hat aber insofern auch Werkstattcharakter, als dass laufende Master- und Dissertationsprojekte hier zur Diskussion gestellt werden können.

Im Institut für Musiktherapie an der Universität Augsburg (IMTUA) begegnen sich Behandlung, Forschung und Lehre: Durch einen Förderverein wird hier die Behandlung von Patienten finanziert, Studierende im Masterstudiengang können unter der Aufsicht von Ärzten und erfahrenen Kollegen hospitieren und unter Supervision erste eigene therapeutische Schritte gehen.

Sonstiges

Das Zentrum veranstaltet den Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart - als Partner des Leopold-Mozart-Kuratoriums Augsburg e. V.?. Dieser Violinwettbewerb zählt zu den kulturellen Markenzeichen der Stadt Augsburg und hat schon manche große Musikerkarriere begleitet und gefördert.

Adresse

Postanschrift

Leopold-Mozart-Zentrum
Maximilianstraße 59
86150 Augsburg

Tel. 0821/45041633 bzw. 0821/45041615

Weblinks


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