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Lechviertel

Ein Augsburger Stadtteil im Planungsraum Innenstadt. Das Lechviertel gehört zum Stadtbezirk 1 (Lechviertel östliches Ulrichsviertel).

Allgemeines

Weil das Lechviertel von Augsburg mehr als 135 Kilometer Kanal- und Bachlauf und mehr kleine Brückchen als Venedig hat, nennen es manche Augsburger auch "Klein Venedig". Das Lechviertel in der Augsburger Altstadt Teil, der am dichtesten bebaut ist. Die Gässchen zwischen den kleinen Kanälen wirken vor allem nachts heimelig und romantisch. Zu bestimmten Festen werden sogar Windlichter in den Wegen aufgestellt, die das Lechviertel noch mehr ans Herz gehen lassen. Viele der Häuser sind denkmalgeschützte Objekte.

Begrenzungen des Lechviertels und z. T. des Ulrichsviertels sind:

Als Sehenswürdigkeiten im Lechviertel gelten unter anderem die Stadtmetzg, das Gignoux-Haus, das Brechthaus, die Kresslesmühle, die Barfüßerkirche, die Alte Silberschmiede und viele Handwerkerhäuser.

Seinen Namen hat das Lechviertel von den Lechkanälen, die das Gebiet parallel von Süden nach Norden durchziehen. Man hat sie für die Wasser-? und Energieversorgung der vielen mittelalterlichen Handwerksbetriebe gebraucht, die sich hier ansiedelten. Mit Wasserrädern wurden früher ihre Maschinen antrieben. Auch die Abwasserbeseitigung übernahmen die Lechkanälen - bis zum Bau der Schwemmkanalisation im Jahr 1910. Heute kann man die Kanäle wieder in ihrem historischen Zustand abgehen, während sie noch in den 1980er Jahren abgedeckt waren. Sie verleihen den mittelalterlichen Gassen des Lechviertels ihr besonderes Flair. Mit den Kanälen sind auch die Brücken in die Augsburger Altstadt zurückgekehrt. Angeblich hat man seit den 1980er Jahren mehr als 500 Brücken und Stege über die Lechkanäle gebaut.

Geschichte

Über viele Jahrhunderte seit dem Mittelalter war das Lechviertel das Zentrum des Augsburger Handwerks?, wo sich die Werkstätten von Webern?, Gerbern? und anderen Handwerkern befanden. Hier wurde auch das berühmte Augsburger Tafelsilber? hergestellt, das bis ins 18. Jahrhundert für den Luxus an europäischen Höfen stand.

Nach der Eingliederung Augsburgs nach Bayern im Jahr 1806 wandelte sich das Lechviertel vom Handwerkerviertel zum Wohnviertel für die armen Augsburger. Viele Häuser verfielen und das Lechviertel mit seinen engen Gassen galt als Brutstätte von Krankheiten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Augsburger Lechviertel schwer zerstört. In den 1960er Jahren plante der Augsburger Stadtrat deshalb sogar das Lechviertel ganz abzureißen und Platz für moderne Neubauten zu schaffen, was aber nicht umgesetzt wurde, weil der Widerstand der Augsburger Bevölkerung dagegen zu groß war. In diesen Zeiten waren es vor allem sozial schwache Bürger, die das Lechviertel bewohnten.

Anfang der 1980er Jahre begannen umfassende Sanierungen des Augsburger Lechviertels. Sie umfassten im Wesentlichen folgende Maßnahmen:

  • Wiederbelegung der Gassen mit Kopfsteinplaster, wie es früher war
  • Freilegung der ab den 1930er Jahren bis nach dem Krieg in großer Zahl überdeckten Lechkanäle
  • Restaurierung mittelalterlicher Handwerkerhäuser

Durch diese und weitere Maßnahmen wurde das Lechviertel zu einer begehrten Wohnadresse für Augsburger und zu einem Anziehungspunkt für Touristen, die in Boutiquen?, Bars und Kneipen? gern einkehren.

Details

Das System der Gassen im Lechviertel ist nord-südlich ausgerichtet und passt sich an die Topographie und die im Mittelalter angelegten Lechkanäle. Die hier stehenden Häuser sind typisch für Wohnhandwerker. Meist haben sie drei bis vier Geschoße mit glatten Fassaden ohne plastischen Schmuck.

Im Lechviertel sind Parkplätze Mangelware. Anwohner ohne Stellplatz brauchen meist einige Runden, bis sie einen Parkplatz gefunden haben. Alternativen bieten Parkhäuser, die aber nicht günstig sind.

Das Lechviertel hat in den letzten Jahren vom Merkurbrunnen zur City-Galerie eine Fußgängerachse ausgebildet, die an schönen Wochenenden fast so viele Besucher wie die Annastraße hat. Entlang dieser Achse gibt es ein Einkaufs-, Ausgeh- und Dienstleistungsviertel entwickelt, das auch ein beliebtes Wohnquartiere Augsburgs mit hohem Freizeitwert ist. Durch die Nähe der City-Galerie entwickelte sich hier Nischeneinzelhandel mit einer Dichte und Vielfalt, wie sie in Augsburg sonst kaum zu finden ist. Sanierte Häuser bieten im Erdgeschoss viele kleine Ladenflächen. Die engen Gassen im Lechviertel sind zwar für Fußgänger geeignet, aber für Fahrzeuge kaum geeignet sind.

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH veranstaltet im Lechviertel gerne Stadtführungen, denn es bietet interessante Durchgänge, überraschende Plätze, lauschige Restaurants und Handwerksbetriebe der besonderen Art.

Im Lechviertel lebten bekannte Augsburgerinnen wie Anna Barbara Gignoux, Sophie Brecht?, Anna Eberle? oder Anna Krölin.

Weblinks


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