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Lauingen

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Geschichte

Im Dezember 2013 musste die Lauinger Stadthalle wegen Einsturzgefahr für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Details

Die Tempelanlage in Faimingen

Faimingen ist ein Stadtteil von Lauingen und als Freilichtmuseum von Touristen frequentiert. Zu verdanken ist das dem Dorfschullehrer Magnus Scheller, der Ende des 19. Jahrhunderts in einem Stall eine steinerne Rinne entdeckte, die als Schweinetrog Verwendung fand. Seine klassische Bildung ließ ihn an eine römische Herkunft denken. Er begann 1888 an Ort uns Stelle zu graben und legte die Überreste einer keltisch-römischen Tempelanlage frei.

Professor Johannes Eingartner war der letzte Ausgräber dort (1983 bis 1986). Er konnte viel über die Vergangenheit des Ortes sichern. Klar ist heute, dass Faimingen zur Zeit der Römer eine der größten Siedlungen der Provinz Rätien war, deren Hauptstadt Augsburg hieß. Damals stand auf dem Donauufer eine Tempelanlage, die weithin sichtbar war. Man hatte sie auf fest gestampfter Erde errichtet. Eine Vorhalle mit Säulengängen umgab den Tempel. Die Anlage war wohl Apollo Grannus oder Sirona geweiht - oder beiden Gottheiten. Jedenfalls fand man in der Nähe Altarteile und Weihesteine mit diesen Namen. Professor Eingartner konnte auch feststellen, dass der Tempel in eine weitere Anlage eingebunden war, wahrscheinlich schlossen sich ihm Läden an. Auch konnte er Befestigungswerke eines Kastells ausmachen und erschließen, dass Faimingen zum nahe gelegenen obergermanischen Limes gehörte und etwa 100 nach Christus gegründet worden war. Und zwar an strategischer Stelle: dort, wo die Römerstraße von Augsburg nach Mainz die Donau überquerte.

Schon die Kelten hatten an der Stelle des römischen Tempels ihre Götter verehrt, Man fand eine Kultstätte, die von Palisaden und einer Schanze umgeben war, Scherben von Grablichtern und ein Priesteramulett.

Übrigens hat man 1981 auch zwei römische Meilensteine am Ort gefunden, die den Ortsnamen "Phoebiana" als Inschrift trugen. Apollo wurde auch "Phoibos" genannt. Somit dürfte sicher sein, dass in Phoebiana (Faimingen) wirklich Apollo Grannus verehrt wurde, der keltisch-römische Quell- und Heilgott. Wahrscheinlich hat man sich dann auch die Tempelanlage ähnlich wie ein antikes Maria Brünnlein? vorzustellen.

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