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Langner, Manfred

Augsburger Ur-Rockgestein, Bluesröhre und Plattendealer (Cover).

Leben und Wirken

Jugend und Lehre

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Die heißeste Ära kam für Manfred Langner mit dem Beat. Die wilde Musik der Beatles, Stones, Kinks, The Who, Pretty Things, Animals, Small Faces und den vielen anderen angesagten Beat-Bands aus England. Das begann ab 1963, als Manfred Langner gerade seine Schule abschloss und eine dreijährige Lehre im Augsburger Modekaufhaus Jung an der Wertachbrücke? absolvierte. Er bekam den Beat-Sound zuerst aus den Lautsprechern der Plärrer-Attraktionen wie Teufelsrad, Diebold Auto-Scooter und Leopardenspur mit. Das war für Manfred Langner der Start in eine Zukunft mit viel Musik.

Geboren wurde Manfred Langner am 7. September 1950 in Augsburg. Als Sohn von Edeltraud und Walter Langner. Er wuchs in dem Arbeiterviertel Rechts der Wertach auf und besuchte die Löweneck-Schule? in Oberhausen.

Seine Lehre als Dekorateur begann er 1965 beim Modehaus Jung an der Oberhauser Wertachbrücke?. Manfred Langner kann sich noch an den Beginn seines ersten Lehrjahres erinnern, weil damals der packende Song „Satisfaction“ von den Rolling Stones die beatbegeisterte Jugend elektrifizierte. In der modisch-künstlerischen Umgebung des Dekorateurs bei Jung war es gerade noch erlaubt, dem neuen Langhaar-Trend zu frönen.

Es waren damals in Augsburg vor allem die Dekorateure, die sich mit ihren Pilzkopf-Frisuren und Schlaghosen am einstigen Königsplatz -Pilz trafen. Auch Manfred Langner, einer der ersten Langhaar-Träger, der wegen seiner exklusiven Beat-Mode auch „Dandy“ gerufen wurde, suchte oft den Kö auf. Er kleidete sich wie die anderen Beat-Fans damals bei dem Augsburger Schneider Spriewald in der Jesuitengasse ein - mit ausgefallenen Hosen, Jacken, Hemden und Beat-Stiefeln.

Natürlich zählte Manfred Langner zu den Stammgästen des Musik-Lokals (man sagte damals auch Beatschuppen) Big Apple? in der Gögginger Straße bei der heutigen Kongresshalle, in der sich später auch Lokale wie das Metro?, das Clochard? und das Kerosin befanden.

Die Musik ruft

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Seine Karriere als jüngster Augsburger Beat-Musiker begann er 1965 als 15jähriger Sänger der Beat-Band The Wilds?. Die Band-Premiere war damals in dem Lokal Wertach-Stüble?. Auf seiner ersten Gitarre spielte er zuvor Schlager von Cliff Richard, dann aber auch schnellere Songs von Chuck Berry und Bill Haley.

Sein Vater musste den 15jährigen Manfred wegen des Jugendschutzes zu den Auftrittsorten fahren und dort auf ihn warten. In Augsburger Beat-Clubs wie Schützenhalle?, Tarantel?, Weißenburger Hof? und Zirbelnuss? spielten die Beat-Bands an den Wochenenden für ihr langhaariges Publikum auf. Auch The Wilds?, die bei ihrer Bühnen-Show Songs wie „Poor Boy“, „Hanky Panky“ und „With A Girl Like You“ von den Troggs spielten.

Die erste Schallplatte, die sich Manfred Langner im Jahre 1964 von seinem kargen Lehrlingsgehalt (ca. 95,- DM) zulegte, war die Single „Slow Down“ von den Beatles. Das erste Konzert einer bekannten Band besuchte er 1965 bei einem Gastspiel der deutschen Beat-Gruppe „The Lords“ im Augsburger Moritzsaal?. Weitere Konzerte von Bands wie The Smoke, The Rattles, Creation, The Kinks und Manfred Mann besuchte er in der Augsburger Sporthalle?.

Im Musikbusiness

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Bands, in denen Manfred „Dandy“ Langner damals nach dem Mikrophon griff, waren Mephisto (1972-1978), Lionheart? (1981-1983), Salvation Army und Salvation Road?. Mit der Hardrock-Formation Lionheart?, die Material von UFO, Whitesnake oder Montrose auf die Bühne brachten, veröffentlichte Manfred Langner 1983 eine Single mit den beiden Songs “Walking the Dog” und “Remember All”. Das geschah in Zusammenarbeit mit dem Club Oldie Record Collectors? Augsburg/Königsbrunn, der dafür extra das Plattenlabel Malu-Music? gründete. Lionheart? war Vorband bei Guru Guru.

Salvation Road? gründeten Manfred Langner und der Gitarrist Manfred Hecker? 1984. Zuerst hieß dises Band Salvation Army, aber die englische Organisation Heilsarmee (Salvation Army) untgersagte dies der Band aus namensrechtlichen Gründen. So wurde die Combo Salvation Road? daraus. Diese Formation mauserte sich in kurzer Zeit zur bekanntesten, gefragtesten und erfolgreichsten Augsburger Bluesboogie-Rockband mit Cover-Songs der besten Rockbands. Das Songmaterial rekrutiert sich ausschließlich aus den 1960ern und 1970ern und reicht von Smash-Hits wie „Black Night“ von „Deep Purple“ über Klassiker von Frankie Miller und Cream bis zu R&B-Perlen wie „Roadrunner“ von den Pretty Things. Aber auch diverse Raritäten und Hymnen für Insider füllten das umfangreiche Repertoire auf.

Viele Gastspiele in ganz Süddeutschland folgten. Die Auftritte führten die Band in den Norden bis Frankfurt am Main und im Süden bis in die Schweiz. Salvation Road? war Support bei Jane, Paul Rogers und Russ Ballard.

Mit der Band Salvation Road? nahm Manfred Langner 2001 die erste CD auf, die als Titel den Namen der Band bekam. Das Album “Covered In Time” brachte er 2007 ebenfalls mit Salvation Road? heraus. Mit der Unplugged-Combo Theken-Tornados?, mit denen er bei Feten und in Kneipen auftritt, nahm er 2002 ebenfalls eine CD auf.

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Beruf und Privatleben neben der Musik

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Als die Hippie-Ära begann, reiste Manfred Langner von 1968 bis 1969 nach Ibiza und Tunesien. In dieser Zeit war er bereits Sänger bei der Augsburger Band The Trace. In eine WG in der Wertachstraße zog Manfred Langner 1971.

Er heiratete 1973 in Augsburg die Italienerin Rosa Cinquina, deren Eltern als Gastarbeiter nach Augsburg gekommen waren. Als Dekorateur war Manfred Langner in Augsburg auch bei Neckermann und bei Woolworth angestellt. Einige Zeit war er auch für den Kunstmaler und bei dem Karussellbauer Peter Petz in Sulzbach? bei Aichach tätig.

Zwei Jahre nach der Geburt des Sohnes Simon, der 1977, genau wie sein Vater am 7. September das Licht der Welt erblickte, zog Manfred Langner mit seiner Familie 1979 für einige Jahre nach Italien in die Abruzzen. Dort trat er mit der Band S.P.A. auf.

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Nach seiner Rückkehr aus Italien gründete Manfred Langner in Augsburg im ehemaligen Drugstore-Haus in der Philippine-Welser-Straße den Schallplatten-Laden Cover. Mit diesem zog er 1985 dann in die Altstadt? und 2000 in die Barfüsserstraße? 10, bei der Barfüßerkirche. Nicht weit vom Kulturhaus Kresslesmühle, in dem er als DJ von 1983 bis 1985 die legendären Beat-Partys veranstaltete.

1999 brachte Manfred Langner als Autor das Musik-Buch “Beat-Lexikon” heraus. Darin schreibt er im Vorwort: “Aus den geschäftlich eher unbekümmerten Beatmusikern mit umgeschnallten Elektrogitarren wurden harte Geschäftsleute mit Managerkoffern, Krawatte und Zopf.”

Für den Musikverlag Bosworth komponierte er für die Leipziger Buchmesse 2001 den Song “Through The Past” als Hommage für die Beatles. Er diente auf einer CD als Marketing-Gag für das präsentierte Buch “The Beatles – Story und Songs kompakt”, das er für Bosworth als Redakteur mitbearbeitet hatte. Er betreute noch weitere Bücher aus dieser Serie, etwa die über The Doors, Madonna und Elvis.

Sonstiges

Manfred Langner über seine Leidenschaft als Rock-Shouter: “Ich höre erst auf, wenn ich in der Kiste liege!”

Wolfgang Langner, Bruder von Manfred Langner, heute Sportreporter, wandelte vor vielen Jahren auch schon auf musikalischen Wegen. Er nahm mit dem Produzenten Bernhard Leitenmaier für das AuBuMu? -Label 1985 zwei Lieder für eine Single-Schalplatte auf: “Hallo Gisela” und “Mitternachtszug 510”.

Andere über ihn

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Das Buch “Die Augsburger Pop-Geschichte” schrieb über Manfed Langner: “Sein Lebensmotto wurde der Song I need a shot of rhythm and blues…” und betitelte ihn als “Blues-Röhre und Mann mit der Whiskey-Bourbon-Stimme”.

Das Augsburger Trend-Magazin “Szene” bezeichnete ihn als “einsamen Wolf” und attestierte ihm schon über 1000 Konzerte, die er hinter sich gebracht habe.

Fazit

Nur wenige Musiker haben den modernen Sound von Augsburg so deutlich geprägt wie das Rock-Urgestein Manfred Langner. Wer die Chance hat, ein Konzert von Salvation Road? mit Manfred Langner am Mikrophon zu erleben, sollte das nicht versäumen. Hier sind noch die Wurzeln der Augsburger Rock-Szene zu erleben. Es ist längst eine rockige Tradition, dass Salvation Road? zum Jahresausklang am 30. Dezember in der Kresslesmühle ein bejubeltes Konzert abliefert. Da muss man hin!

Weblinks


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