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Landsberg am Lech

Allgemeines

Landsberg liegt unter 10°53' östlicher Länge und 48°61' nördlicher Breite an der oberbayerischen Grenze zu Schwaben. Es ist am steilen Ostabhang des Lechmittellaufes gelegen. Außerdem liegt Landsberg am Lech etwa 42 Kilometer südlich von Augsburg. Wo der Lech direkt an der Silhouette der Landsberger Altstadt vorbeirauscht, stößt man auf eine der markantesten Stadtansichten Oberbayerns?. Das Stadtzentrum lohnt den Besuch unter anderem wegen des "Bayertors": Es ist eines der prägnantesten Stadttore Süddeutschlands?. Besonders schön ist der Blick auf das Lechwehr und die Altstadt, gleich zu welcher Tageszeit.

Geschichte

12./13. Jahrhundert

Auf dem Schlossberg von Phetine, dem ehemaligen Vasallensitz der Herren von Pfetten, baute der Welfenherzog Heinrich der Löwe (1129–1195) im Jahr 1158 eine Burg. Zur gleichen Zeit entstand hier eine Brücke über den Lech, die von dieser „Landespurch“ geschützt werden sollte. Hintergrund der Gründung von Landsberg war der Salzhandel. Denn das in Oberbayern? und Schwaben benötigte Salz stammte aus der Saline von Bad Reichenhall?. Bis zur Gründung von Landsberg kam es über Traunstein? und Wasserburg? nach München. Von hier ging es über die Isarbrücke bei Oberföhring? weiter nach Westen. Nur: Diese Isarbrücke lag im Herrschaftsgebiet des Bischofs von Freising? und das war Heinrich dem Löwen ein Dorn im Auge, hatte er doch nichts davon. Deshalb ließ er die Oberföhringer Brücke 1158 zerstören und die Lechbrücke bei Landsberg bauen, wo auch er seinen Anteil am Salzhandel bekam.

Bald herrschten die Wittelsbacher und Landsberg war die Westgrenze des bayerischen Herzogtums. Das brachte einen weiteren Aufschwung, so dass Herzog Ludwig II. (1229–1294), genannt der Strenge, Landsberg zwischen 1260 und 1280 zur Stadt erhob, nachdem um 1270/80 eine Stadtmauer errichtet worden war.

14. bis 16. Jahrhundert

Anfang des 14. Jahrhunderts geriet Landsberg in die Wirren der Kronstreitigkeiten zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen (1289 – 1330). Während letzterer Landsberg attackierte, das sich ihm nicht ergab, hatte Ludwig der Bayer die Gelegenheit bei Augsburg ein Heer zu sammeln. Mit diesem besiegte er Friedrich den Schönen und half durch wirtschaftliche Subventionen beim Wiederaufbau des zerstörten Landsberg. Eine dieser Subventionen war der Wagenpfennig, ein Zoll, der noch vor der Brücke am „Laechtor“ entrichtet werden musste. Ein paar Jahre später kam noch der Salzpfennig dazu (1320). Für je drei Scheiben Salz oder drei Galveyen Salz, die durch Landsberg geführt wurden, musste man am Oberen Tor einen Pfennig zahlen.

Unter Ludwig dem Bayern (1282–1347) und Ludwig dem Brandenburger (1315–1361) ging es durch verliehene Privilegien für Landsberg weiter wirtschaftlich vorwärts. Im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit war Landsberg ein guter Ort sich niederzulassen, denn damals ging es den Landsbergern sehr gut. Noch in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts musste deshalb die Stadtmauer erweitert werden.

1353 erlaubte Ludwig V. den Landsbergern einen „gemainen Salzstadel“ zu bauen, den diese im Westen vor den Mauern der Stadt errichteten. Noch war das nicht mit dem Salzniederlagsrecht verbunden, das Ludwig der Bayer 1332 München verliehen hatte. Doch 1358 schreibt die Chronik von Landsberg, dass Ludwig der Brandenburger der Stadt das Niederlagsrecht verlieh, allerdings fehlt ein entsprechender Eintrag im Rechtsbuch der Stadt.

Am 15. Juni 1364 bestätigte Herzog Stephan II. (1319 – 1375) der Stadt Landsberg nicht nur alle bisherigen Rechte, sondern verlieh ihr sogar das „ewigliche Salzniederlagsrecht“ (nach einigen Quellen schon 1353). Außerdem erhielt Landsberg die gleichen Rechte wie München, durfte einen Mühlbach bauen und das „Ungeld“ erheben. Das bedeutete für Landsberg eine erneute Steigerung wirtschaftlichen Erfolgs.

Um das Salzniederlagsrecht hatte es zuvor zwischen Landsberg und München Streit gegeben. Die Salzniederlage in Landsberg brachte für München die Gefahr im Salzhandel mit Schwaben überholt zu werden. Für Landsberg bedeutete das Salzniederlagsrecht eine große Einnahmequelle, denn die schwäbischen Kaufleute waren praktisch verpflichtet in Landsberg Salz zu kaufen. Landsberg erhielt das Privileg wohl deshalb, weil die Grenzstadt zu Schwaben bei Streitigkeiten mit den schwäbischen Landesherren stets den bayerischen Herzögen die Treue hielt. Und weil auch die Herzöge etwas von den Einnahmen erhielten, schützten sie Landsberg.

Zwischen 1368 und 1383 entzog man Landsberg das Salzniederlagsrecht kurzzeitig. Im Städtekrieg (1373–1388) versuchte Augsburg zusammen mit anderen Reichsstädten das bayerische Herzogtum anzugreifen, während sich Landsberg auf die Seite des Herzogtums stellte. Als Dank erhielt Landsberg von Stephan III. (1337–1413) und seinem Bruder Johann II. (1341–1397) 1376 freie Durchfahrt bis zur Saline in Bad Reichenhall?. Und am 21. September 1383 bekam Landsberg das Salzniederlagsrecht zurück, bezog aber wohl weiter sein Salz aus München.

Ende des 14. Jahrhunderts dehnte sich Landsberg weiter Richtung Norden aus und am Oberen und Unteren Anger standen Anfang des 15. Jahrhunderts mehr als 20 neue Anwesen, in denen oft drei bis vier Familien lebten, während im Erdgeschoss Geschäftsräume waren. Vor allem am Vorderen Anger fanden sich Bürgerhäuser, während am Hinteren Anger die Handwerker lebten. Um 1425 erweiterte Landsberg seine Stadtmauer so stark, dass die eingeschlossene Fläche fast dreieinhalb mal so groß wie vorher war. ''' Zwischen 1458 und 1488 errichteten die Landsberger ihre Stadtpfarrkirche, eine dreischiffige Basilika, die dreimal so groß wie die Vorgängerkirche von 1380 war. Die reich verzierten Seitenaltäre, die kostbaren Stifterfenster und viel Schmuck mehr zeugt von dem Reichtum des damaligen Landsbergs. In der Zeit um 1470 hatte die Stadt ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erricht und war der vierte Landstand.'''

Albrecht IV. bestätigte 1507 das Salzniederlagsrecht, indem er die Rechte der Jahre 1364, 1376 und 1383 erneuerte. Als 1508 von Ober- und Niederbayern eine Landschaft abgehalten wurde, fand sich Landsberg nach München, Ingolstadt, Landshut und Straubing? auf dem fünften Rang.

19. Jahrhundert

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Allgäubahn München-Buchloe geplant wurde, erwies sich Landsberg aufgrund seiner Lage im Lechtal? als verkehrspolitisch ungünstig. Anstelle einer Hauptstrecke, musste sich die Stadt mit einer rund 4,5 Kilometer langen, von Kaufering? abzweigenden, Nebenstrecke begnügen. Dieser bis in die Gegenwart ungünstige Eisenbahnanschluss war einer der Hauptgründe für die zunehmende wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit der Stadt bis ins 20. Jahrhundert.

Details

  • ADAC Technikzentrum
  • Bergstraßenfest: Ein Fest, das in der Alten Bergstraße von Landsberg stattfindet. Kunst, Musik und Verkaufsstände sind die Ingredienzen des Festes. Zum ersten Mal fand das Fest, das jedes Jahr unter einem anderen Motto steht, 2001 statt. Auch zu essen gibt es reichlich: Verteilt über die Straße finden sich die verschiedensten Essensstände und Sitzmöglichkeiten.
  • Ruethenfest

In Landsberg führt ein Nachtwächter in historischem Gewand Interessierte und Touristen durch die Altstadt und erzählt aus der Geschichte Landsbergs.

Weblinks


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