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Kustosgässchen

Eine Gasse im Augsburger Stadtbezirk Bleich und Pfärrle, der zum Planungsraum I Innenstadt? gehört.

Allgemeines

Das Kustosgässchen führt in ein idyllisches und ruhiges Viertel Augsburgs, den Lärm des Stadtverkehrs lässt man schnell hinter sich zurück. Umgrenzt wird das Kustosgässchen vom Hohen Weg, Bei Sankt Barbara?, Spenglergässchen? und vom Inneren Pfaffengässchen?. Die Gasse ist schmal und gepflastert, sie liegt nordöstlich des Augsburger Doms?. Hinter hohen Einfriedungsmauern liegt oft Gärten. Zwar ist in den letzten Jahrzehnten hier und da ein Neubau in der Gasse entstanden, doch hat sie sich zum großen Teil noch ihren historischen Charakter bewahrt, so dass man nachvollziehen kann, wie hier die Domgeistlichen vor Hunderten von Jahren in der Augsburger Domstadt mit ihren Klerikerhöfen gewohnt haben.

Die ruhige Lage der Gasse hat allerdings nachts eine dunkle Seite. So berichtete die Augsburger Allgemeine am 10. August 2010, dass kurz vor 20 Uhr am Tag zuvor ein Exhibitionist ein 9-jähriges Mädchen belästigt habe.

Geschichte

Der Domherrenhof wurde um 1500 erbaut.

Details

Der Name der Gasse ist historisch, doch ist nicht genau belegt, woher er kommt. Laut Augsburger Stadtlexikon? geht er vielleicht auf ein dort gelegenes Haus des Domkustos Konrad von Randeck? zurück, vielleicht aber auch nur auf einen dortigen Besitz der Domkustodie?. Das Wort ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen "cūstōs", was "Wächter, Aufseher" bedeutet. In der katholischen Kirche ist ein Kustos entweder ein Kapitular oder ein Vikar, der einer bestimmten Kirchen, im Falle des Kustosgässchens dem Dom? zugeordnet ist. Auch heute befinden sich im Kustosgässchen noch viele kirchliche Einrichtungen.

Kustosgässchen 5. Im Kustosgässchen lebten bis ins 19. Jahrhundert Domgeistliche. Typisch für eine solche Residenz von Gebäuden, die meist im Besitz von adeligen oder bürgerlichen Domkapitularen waren, ist das Anwesen im Kustosgässchen 5, das ein Domherrenhof war und auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Das Anwesen umfasst das Wohnhaus (Dekanatswohnhaus: Nr. 5a) mit einem Satteldach und polygonalen Erker, das Stall- und Remisengebäude (Nr. 5), eine Tordurchfahrt, einen gassenseitigen Flacherker, weitere Nebengebäude und einen Hausgarten. Eine Waschküche ist abgerissen worden. Ddas Wohnhaus steht frei im Garten und hat zwei Geschosse. Frücher besaß es eine eigene Hofhaltung. Wenn man vor dem rundbogigen Eingang im Süden steht, sieht man rechts eine um 1500 entstandene Bautafel aus Sandstein, die auf den Bischof Friedrich von Zollern? zurückgeht und leider stark verwittert ist. Wie der ehemalige Burggrafenturm? in der Peutingerstraße 25 hat das Gebäude einen polygonalen Ausluchterker, der wohl der letzte in Augsburg gebaute Erker dieser Art ist. er ist an der südwestlichen Hausflanke und besitzt Parapetts und abgerundete Gesimse. Interessant ist eine weitere Bautafel, diesmal aus Solnhofer Stein, der im Fries des Erdgeschosses in Form einer Kartusche eingelassen ist. Ihm ist zu entnehmen, dass der Erker 1613 von dem Kanonikus Johannes Haug aus Feldkirch geweiht wurde. Auf der Hauswand im Süden ist eine Sonnenuhr angebracht, die ein neueres Wappen trägt. Das Remisen- und Stallgebäude zieht sich im Süden der Gasse entlang. Es hat zwei Geschosse, einen Flacherker und einen Überschutz zum Hof hin; die Breite ist gering. Ursprünglich besaß der Domherrenhof eine Zufahrt vom Hohen Weg aus, doch wurde der durch den Erweiterungsbau der ehemaligen Domdekanei? im Hohen Weg 22/24 versperrt, so dass man eine Tordurchfahrt ins Kustosgässchen brechen musste.

Lage


Weblinks


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