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Kurhaus Göggingen

ein Theater in Augsburg- Göggingen; es beherbergt das Parktheater

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Allgemeines

Ganz aus Stahl und Glas steht die barocke Logenkonstruktion mit integriertem Wintergarten im Stil der traditionellen „pleasure gardens“ für den ganz besonderen Reiz dieses einzigartigen Hauses. Multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten machen dieses architektonische Schmuckstück für Tagungen und Veranstaltungen in außergewöhnlichem Ambiente interessant. Man hat hier viel Platz zum Treffen und Tagen, Feiern und sich wohl fühlen – ob im Theatersaal oder in anderen Flügeln und Räumen des Baudenkmals, ob im Parket, im Umgang, Rang, Jean-Keller-Flügel, Jean-Keller-Anbau, Friedrich-v.-Hessing-Flügel, Tagungsraum Süd, Tagungsraum Nord, Kurhaus-Café oder Giebelzimmer. Die für moderne Tagungsstätten übliche technische Ausstattung ist vorhanden. Der Mieter ist an keinen bestimmten Caterer gebunden.

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Das Kurhaus gilt als in Europa einzigartiges Zeugnis der Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Es ist eines der wenigen Zeugnisse von "Glaspalästen" der damaligen Zeit, also von Eisen-Glas-Konstruktionen. Fast wäre auch das Kurhaus heute nicht mehr zu besichtigen. Viele Jahre war es praktisch vergessen - bis es 1972 nach einem Brand wiederentdeckt wurde. Bis heute weiß man nicht, warum das Gebäude, das nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise als Kinosaal benutzt wurde und vor dem Brand das Lager einer Baufirma war.

Es gibt nur noch wenige in Europa erhaltene Zeugnisse der Illusionskunst wie das Kurhaus Göggingen. Man meint einen Massivbau vor sich zu haben, doch war die scheinbar von den Gesetzen der Statik gelöste Bauform nur durch die Verwendung einer Eisenskelettkonstruktion zu verwirklichen.

Insgesamt finden pro Jahr im Kurhaus etwa 200 Kulturveranstaltungen statt. Darüber hinaus können Privatleute und Firmen unterschiedlich große Räumlichkeiten des Kurhauses für Veranstaltungen mieten.

Geschichte

Eröffnet wurde das Kurhaus 1886. Gebaut wurde es von dem Augsburger Architekten Jean Keller in der so genannten "Gründerzeit", als Deutschland in den Jahren nach dem Deutsch-Französischen Krieg einen starken wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr. Er schuf das Theater im Auftrag der Hessingschen Kuranstalten für ihre Gäste. Neben dem Zweck Theater zu sein, sollte das Kurhaus auch als Gesellschafts- und Palmenhaus dienen. Jean Keller baute im Stil der Glaspaläste, wie sie auf Weltausstellungen zu sehen waren.

Weil nach dem Ersten Weltkrieg die adeligen und betuchten Gäste in den Hessing-Kliniken ausblieben, konnte sich das Krankenhaus das teure Gebäude nicht mehr leisten und verpachtete es in den 1920er Jahren. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg fand das Kurhaus Göggingen Nutzung als Mehrzweckhalle und Kino. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwendete man es bis zur Währungsreform 1948 noch einmal als eigenständiges Theater. Dann verkauften die Hessing-Kliniken das Gebäude an den langjährigen Pächter, der das Kurhaus wieder als Mehrzweckhalle verwendete. Im Laufe der Jahre erfolgten viele Umbauten, mit denen die ursprüngliche Architektur, weil nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr geschätzt, verdeckt wurde. Nach und nach geriet das architektonische Kleinod in Vergessenheit.

Anfang der 1970er Jahre verkaufte der damalige Besitzer das Kurhaus und das umgebende Areal. Das Kurhaus sollte abgerissen werden und auf dem Gelände Wohnhäuser entstehen.

1972 brannte das Kurhaus aus. Dieser Brand zerstörte später eingebaute Holzteile und Verkleidungen, so dass der ursprüngliche Baukörper mit seinen Glas-Eisenkonstruktionen wieder zum Vorschein kam. Nach Jahrzehnten konnte man wieder auf eine zweigeschoßige Halle mit gußeisernen Säulen und Umgängen blicken, mit ornamentalen Brüstungsgittern, mit ausgeglühten Eisensprossenfenstern, mit geborstenen farbigen Glasfenstern. Auch der Zuschauerraum des Kurhaustheaters mit seinen etwa 370 beweglichen Sitzplätzen mit seiner historischen Gusseisenkonstruktion war nun freigelegt. Jetzt erkannten die Augsburger, welches architektonische Denkmal fast vernichtet worden wäre und die Stadt Augsburg kaufte das Theater und renovierte es mit hohem Aufwand. Bis in die 1990er Jahre aber war unklar, was mit dem Gebäude passieren sollte.

1996 wurde das Kurhaus Göggingen neu eröffnet, nachdem man es original rekonstruiert hatte. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hauses betrugen etwa 22,5 Mio. €.

2001 konnte der Zweckverband Kurhaus Augsburg-Göggingen etwa 640.000 Euro für den Erhalt und Betrieb ausgegeben werden, wovon 360.000 Euro je zur Hälfte durch die Stadt Augsburg und den Bezirk Schwaben, der Rest durch Einnahmen des Hauses zusammenkamen.

Details

Für den Erhalt und Betrieb des Kurhauses Göggingen ist der Zweckverband Kurhaus Augsburg-Göggingen zuständig.

Die Glasfenster

Das Märchenschloss aus Gold, Glas und Licht prunkt mir großen Glasfenstern, die auch heute noch die Besucher staunen lassen. Der Sonnenschein ergießt sich hier durch bleiche und farbige Gläser in das Innere. Möglich wurden die riesigen Glasflächen des Gebäudes durch die Eisenskelettbauweise mit ihren dünnen Stützen und Stäben - ähnlich wie bei den so genannten Glashäusern des 19. Jahrhunderts oder heutigen Gewächshäusern. Ansonsten wären so viele Glasfenster nicht möglich gewesen - vor allem nicht in den Wölbungen der Decke. Die Skelettkonstruktion ist nicht sofort sichtbar, weil der Architekt die Decke verputzen ließ, damit sie wie gemauert aussah.

Es sind vor allem die Lichtwirkungen der Glasfenster mit ihren vielfarbigen Ornamente, die für die märchenhafte Wirkung des Kurhauses ausmachen. Im 19. Jahrhundert wurde die Glasmalerei wiederbelebt und sehr gepflegt. Es war der Historismus, der Anfang des 19. Jahrhunderts, der die Glasfensterkunst des Mittelalters wiederbelebte. Die Neugotik z. B. entstand einst in den Parkarchitekturen englischer Landschaftsgärten und hat auch im Kurhaus in spätgotisch gestalteten Maßwerkformen ihren Niederschlag gefunden. So z. B. in den feinen Rankenmalereien mancher Türen. Jahrhunderte lang hatte man religiöse Gebäude mit Glaskunst ausgestattet - Moscheen wie Kirchen. Nun versuchte man mit Kirchen im gotischen oder romanischen Stil (und entsprechenden bemalten Glasfenstern) die alte Religiosität in neuer Form wiederzubeleben. Dabei spielte München von Anfang an mit seinen Glasmalereifirmen in Deutschland eine große Rolle. Übrigens bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Während die Zu- und Umgangsfenster wenigstens einen farbigen Einsatz haben, sind die Fenster im Deckengewölbe und unter ihm ganz in Farbe ausgeführt. Man sieht gotischen Kirchenfenstern nachempfundene Fenstertüren ohne religiöse Thematik und viele andere Fensterformen, die ihre Vorbilder in mittelalterlichen Fenstergestaltungen haben. Im Augsburger Kurhaus hatte die Glasmalerei keinen religiösen Hintergrund, sondern wurde wegen der ästhetischen Wirkung ihrer mystischen Stimmung verwendet. Passend zu der damals modernen Orientmode verwendete man eine abstrakte Ornamentik, die an Moscheen erinnern sollte.

Heute kann sich niemand mehr vorstellen, dass 1972 während eines Brandes fast alle Fenster restlos zerstört wurden. Im Laufe der 1990er Jahre hat man im Zuge der umfassenden Rekonstruktion auch die Glasfenster wieder hergestellt - selbst in den Nebengebäuden. Ausgeführt wurde die Rekonstruktion der historischen Verglasungen durch die Münchener Werkstätte Gustav van Treeck, die seit dem 19. Jahrhundert einen guten Ruf hatte. Diese Werkstätte konnte auf eine kontinuierliche Tradition zurückgreifen und selbst die damals angewandten Techniken beachten, etwa bei den Bleiverglasungen der Buntglasscheiben.

Der historische Park

Der Kurhauspark ist mit gartengestalterischen Elementen aus verschiedensten Epochen ausgestattet. Auch dies geht auf den Historismus zurück, der in England seinen Ausgang genommen hatte und verschiedene historische Stile gleichzeitig nebeneinander zitierte. Der Historismus in der Parkgestaltung entstand im englischen "landscape garden", einem weitläufig gestalteten Landschaftsgarten mit verschiedenen kleinen Gebäuden, die als Vergnügungsstätten ausgestattet waren. So entstanden Pavillons, Türme und Pagoden mit arabischer, indischer oder chinesischen Anmutung oder aber im antiken oder gotischen Stil.

Mit diesen Vorbildern im Blick gestaltete man auch den Park um das Kurhaus. Als Parkbauten hat der Architekt die Flügelbauten des Gebäudes gesehen, die er als "Grotten"-Bauten ausgestaltete und damit auf die Grottenbauten römischer Kaiser zum Vorbild nahm, in denen diese Erholung und Vergnügen suchten. Schon in der Renaissance wurden solche Bauten wiederbelebt und auch im 19. Jahrhundert liebte die Architektur solche künstlichen Grotten.

Wie in den englischen Landschaftsgärten hat man auch im Park am Kurhaus Göggingen auf die naturnahe Wirkung Wert gelegt. Im Einzelnen setzte man kleine Baumgruppen ("clumps") zur Tiefenstaffelung des Gartens ein, ließ geschwungene Parkwege ("belt walks") um die Anlage herumführen und so die Besucher den Park von verschiedenen Blickwinkeln wahrnehmen, legte runde "Naturbeete" ohne Blühpflanzen an, um die Bepflanzung wie natürlich gewachsen aussehen zu lassen, und zitierte mit "Denkmälern" gotische und antike Vorbilder.

Allerdings hat der Park heute keine festen Kunstdenkmäer, die so typisch für den englischen Landschaftsgarten sind. Deshalb können hier in Zusammenarbeit mit der Augsburger Ecke-Galerie? Bildhauer von Mai bis November eines Jahres ihre Werke aus Marmor, Holz oder anderen witterungsbeständigen Materialien ausstellen. Sie sind jeden Sommer ein Anziehungspunkt und laden zur Besichtigung ein. In der Reihe "Parknovellen" stellten etwa schon Tobias Freude (2009), Willi Weiner (2010), Karl K. Maurer (2011) oder Jürgen Knubben (2012) aus.

Sonstiges

Veranstaltungen sind im Kurhaus in kleinerem Rahmen in den "Grottenbauten" oder mit bis zu 420 Besuchern im Hauptgebäude möglich. Eine Bühne mit allen technischen Einrichtungen ist vorhanden. Künstler werden auf Wunsch vom Management des Hauses vermittelt.

Adresse

Kurhaustheater GmbH
Klausenberg 6
86199 Augsburg

Tel. 0821/906 22 11
Fax. 0821/906 22 41
E-Mail: inf[email protected]


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