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Kunstsammlungen und Museen Augsburg

oft nur Kunstsammlungen oder Städtische Kunstsammlungen genannt; ein Zusammenschluss von mehreren unterschiedlichen Museen in Augsburg, die fast alle in historischen Gebäuden untergebracht sind (Ausnahme: Naturmuseum)

Allgemeines

Zu den Kunstsammlungen und Museen Augsburg gehören folgende Einrichtungen:

Geschichte

Der Museumsverband wurde mit zunächst sieben Mitgliedern unter der Regenbogen –Stadtregierung eingerichtet, um das breite kulturelle Profil der alten Reichsstadt? Augsburg darzustellen und zu vermitteln.

In den Jahren nach 2000 konnten insgesamt vier der Museen mit Unterstützung privater Sponsoren und des Freistaates Bayern? saniert und mit einem neuen musealen Konzept ausgestattet werden.

2001 begannen die Städtischen Kunstsammlungen Augsburg mit der Provenienzforschung.

2004 kam das Naturmuseum in den Augusta Arcaden zu dem Museumsverband dazu.

Ab 2006 begannen die Kunstsammlungen und Museen Augsburg verstärkt mit internationalen Museen zusammen zu arbeiten und zu kooperieren. Dabei knüpfte man an regionale Aspekte der Kunst- und Kulturgeschichte an und versuchte sie in einen internationalen Rahmen zu stellen. Auch das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst schloss sich im Mai 2006 dem Museen- und Kunstsammlungsverbund an.

Im Jahr 2009 erhielten die Kunstsammlungen und Museen Augsburg ein neues Webportal, das Auskunft über die angeschlossenen Häuser gibt, den Sammlungsbestand aufführt, die Geschichte der einzelnen Museen vorstellt und aktuelle Ausstellungen promotet.

2010 erhielten die Städtischen Sammlungen von der Stadt Augsburg 68.000 € für Sonderausstellungen, doch mussten private Spenden von etwa 300.000 € darüber hinaus aufgebracht werden, um Ausstellungen wie "Irdische Paradiese" oder "Weltenglanz" möglich zu machen. Der finanzielle Anteil der Stadt an Sonderausstellungen betrug 18 Prozent. Über 350.000 Menschen hatten damals die verschiedenen Ausstellungen der Städtischen Museen in Augsburg besucht. Etwa 1.800 Führungen wurden 2010 durchgeführt.

Ende 2011 konnten die Kunstsammlungen und Museen Augsburg gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz das zum nationalen Kulturgut zählende "Kleine Klebeband" erwerben. Das "Kleine Klebeband" ist ein Kompendium mit etwa 120 Zeichnungen v. a. aus der Zeit um 1500.

2012 zeigten die Augsburger Museen im Schaezlerpalais Werke des Barockmalers Johann Georg Bergmüller (1699-1762), der ab 1713 in Augsburg wirkte und zu einem der einflussreichsten Maler und Verleger seiner Zeit wurde. Neben Häuserfassaden fertigte er Deckenfresken und Ölgemälde, als wichtiger Verleger gab er eigene und Stiche von fremder Hand heraus.

Gemeinsam mit dem Diözesanmuseum Sankt Afra zeigten die Kunstsammlungen ebenfalls 2012 Albrecht Dürers gesamtes druckgrafisches Werk, an dem sich auch Augsburger Meister orientierten. Durch die Freundschaft mit dem Augsburger Humanisten Konrad Peutinger kam Dürer mit der Augsburger Elite in Berührung. Und auf seiner zweiten Italienreise im Jahr 1505 reiste er über über Augsburg und war im Sommer 1518 als Vertreter Nürnbergs beim Reichstag in Augsburg, wo er unter anderem Jakob Fugger den Reichen porträtierte.

Im Jahr 2017 erwarben die Kunstsammlungen und Museen Augsburg aus Anlass des 300. Geburtstags von Kaiserin Maria Theresia von Österreich eine Miniaturmalerei von Johann Esaias Nilson? (1721 – 1788). Es handelte sich um eine auf Pergament gemalte Miniatur. Das Blatt zeigt die vom Genius des Ruhms bekränzte Kaiserin Maria Theresia. Vor ihr sitzt ihr Sohn, der spätere Kaiser Joseph II., mit der Reichskrone und dem Reichsapfel neben sich. Er deutet mit der linken auf das Portraitmedaillon seines Vaters Kaiser Franz I. von Lothringen-Toskana. Die Art der Darstellung lässt vermuten, dass die Miniatur nach dem Tod von Kaiser Franz I. (1765), also wohl zwischen 1765 und 1770, entstand. Die kleine kolorierte Zeichnung bereichert den 55 Objekte umfassenden Zeichnungsbestand der Grafischen Sammlung von dem herausragenden Künstler und Kupferstecher Johann Esaias Nilson?, der zeitweilig sowohl evangelischer Direktor der Reichstädtischen Akademie und ab 1765 auch der privaten "Kaiserlichen Franziscischen Akademie" war.

Details

Jedes Haus des Verbandes hat eine historisch gewachsene einmalige Sammlungsstruktur.

Museumspädagogik

Die Kunstsammlungen und Museen Augsburg bieten zu ihren Dauer- und Sonderausstellungen regelmäßig museumspädagogische Veranstaltungen und Lehrerfortbildungen an.

Provenienzforschung

Am 3. Dezember 1998 wurde die so genannte Washingtoner Erklärung (Washington Principles) unterschrieben. Damit wurden Grundsätze für Kunstwerke aufgestellt, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden. Natürlich unterschrieb auch Deutschland diese rechtlich nicht bindende Übereinkunft. Danach sollten die Unterzeichnerstaaten die während der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmten Kunstwerke ("Raubkunst") identifizieren, ihre Vorkriegseigentümer oder Erben ausfindig machen und eine "gerechte und faire Lösung" finden. In Deutschland gab es dazu am 14. Dezember 1999 die "Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz" sowie eine "Handreichung zur Umsetzung der Washingtoner Erklärung".

Die Augsburger Museen und Kunstsammlungen betreiben seit 2001 diese Art der Provenienzforschung. Damit waren sie zusammen mit der Hamburger Kunsthalle, dem Walraff-Richartz-Museum in Köln und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München eine der ersten Institutionen, die solche Recherchen durchführten. Dabei untersuchte man zuerst Kunstobjekte aus der Sammlung des umstrittenen Kunsthändlers Karl Haberstock?. Er hatte während des Naziregimes eine wichtige Rolle im Kunsthandel. Seit 2008 liegen die Ergebnisse dieser Untersuchungen vor. Der Historiker Horst Keßler hat dazu ein umfangreiches Buch veröffentlicht, das vom Stiftungsamt der Stadt Augsburg? finanziert wurde.

Danach begann man mit Unterstützung der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung in Berlin und dem Stiftungsamt der Stadt Augsburg? mit der Aufarbeitung des hauseigenen Bestandes. Im Juli 2009 begannen der Historiker Horst Keßler und die Kunsthistorikerin Verena Larbig Unterlagen und Akten zu hauseigenen Beständen dahingehend zu sichten, ob sich zu einzelnen Objekten Verdachtsmomente auf Provenienzlücken und unrechtmäßigen Erwerbungen ergeben.

Jahreskarten

Die Kunstsammlungen und Museen bieten günstige Jahreskarten an, entweder als Einzel- oder als Partnerkarte. Beide Karten gewähren ein Jahr lang freien Zugang zu allen Häusern der Kunstsammlungen und Museen Augsburg und den jeweiligen Sonderausstellungen. Darüber hinaus sind sie für die Staatsgalerie Alte Meister in der Katharinenkirche?, die Staatsgalerie Moderne Kunst? im Glaspalast, das Brechthaus, das Kunstmuseum Walter und die Galerie Noah gültig.

Adresse

Kunstsammlungen und Museen Augsburg
Maximilianstraße 46
86150 Augsburg

Tel. 0821/3244102
E-Mail: Kunstsammlungen.stadt(@)augsburg.de


Weblinks


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