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Kulturpark West

Das größte soziokulturelle Zentrum Augsburgs und ein Augsburger Kreativ-Areal.

Allgemeines

Der Kulturpark West sieht sich als Augsburgs Zentrum für kreative urbane Kulturen. Auf einer Gesamtfläche von ungefähr 6000 Quadratmetern sind neben einigen kommerziellen Mietern etwa 1500 Nutzer aktiv, darunter 200 Bands, 50 Bildende Künstler und 20 Projekte, Gruppen oder Initiativen. Das in Oberhausen gelegene ehemalige Fabrikgebäude der Ballonfabrik? ist Teil des Projekts Kulturpark West. Hier arbeiten auf 2000 Quadratmetern etwa 200 weitere Nutzer (Stand 2012).

Der Kulturpark West liegt auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne in Kriegshaber. Er besteht aus drei großen Kasernengebäuden, die entlang der Sommestraße? liegen. Hier gibt es Platz für Bands, die sich Räume mit dicken Schallschutzläden aus Holz und Glaswolle mieten können. Die übrigen Räume stehen Ateliers, Grafikbüros und Jugendprojekten zur Verfügung.

In der Nähe liegen das Reese-Theater?, das Junge Theater? und das abraxas. Ein viertes großes Kasernengebäude in der Nähe beherbergt die Kantine, die sich verpflichtet hat, jedes Jahr 30 Veranstaltungen mit Kulturpark-Künstlern zu veranstalten. In der etwa 300 Quadratmeter großen Kradhalle gibt es eine weitere Bühne, die gemietet werden kann.

Der Kulturpark West beheimatet etwa Augsburger Kulturschaffende. Betrieben wird er von der gemeinnützigen Kulturpark West GmbH?, die Gelände und Gebäude von der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung? (AGS) gepachtet hat.

Geschichte

Die Idee zum Kulturpark West geht auf Peter Bommas zurück. Der Kulturpark West wurde im Jahr 2007 auf dem Gelände der ehemaligen amerikanischen Reese-Kaserne gegründet. Der Gründung gingen mehrjährige bürgerschaftliche Planungs- und Lobbyarbeit voraus. Dabei verbündeten sich Initiativen der Augsburger Kultur- und Kunstszene mit dem Zwang für die Stadt, das Gelände sinnvoll zu nutzen und ihm eine Perspektive zu geben.

Eröffnet wurde der Kulturpark West im Mai 2008.

2010 wurde eine Dependence im Augsburger Norden gegründet: die Ballonfabrik Augsburg auf dem Riedinger-Gelände?, die vom alternativen Kulturzentrum bis hin zur kreativen Bürogemeinschaft viele Nutzungen ermöglicht.

Im Februar 2011 veranstaltete die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration im Interkulturellen Garten im Park ein Winterfest.

Im April 2012 waren Berliner Grüne zu Gast im Kulturpark West, um sich über die vielfältige und beispielhafte Arbeit des Augsburger Kulturparks West zu informieren. Im Rahmen der Veranstaltung "Kultur verbindet - Menschen, Ideen, Emotionen - Tour durch das bunte Bayern" besuchten die Bundestagsabgeordneten Agnes Krumwiede und Ekin Deligöz zusammen mit Christine Kamm (MDL) und den Augsburger Stadträten Eva Leipprand und Reiner Erben Augsburgs einzigartiges Kreativareal.

Am 15. Dezember 2012 berichtete die Augsburger Allgemeine in dem Artikel „Vision Gaskessel“, dass seitens des Kulturparks West und der Stadt Augsburg Überlegungen bestünden, den Kulturpark dauerhaft nach Oberhausen zu verlagern.

Am 11. Januar 2013 schrieben die DIE GRÜNEN eine Anfrage zum Kulturpark West, die sie an den damaligen Oberbürgermeister? richteten. Damals wurden im Südosten und Nordwesten des Areals des Kulturparks West (auf dem seit Februar 2009 der Bebauungsplan „Reese-Kaserne“ in Kraft war) Gebäude abgebrochen. Der Kindergarten Kleine Freunde? sollte von der Sommestraße? in einen Neubau im Bereich westlich des Schwäbischen Förderzentrums für Hörgeschädigte? (ehemals High School) umziehen. Der Umbau der Ulmer Straße im Bereich der Reese-Kaserne war damals abgeschlossen. Auf dem Areal des Kulturparks West hatte sich eine lebhafte Kultur- und Kreativwirtschatftsszene entwickelt, die im Zusammenhang mit den bestehenden Gebäuden an der Sommestraße? als „Kulturmeile“ gedacht werden könne. Der Kulturpark West als soziokulturelle Einrichtung finde großen Zuspruch und habe sich gut etabliert. Diese Nutzung liefe vereinbarungsgemäß bis zum Jahr 2017. Weil die DIE GRÜNEN für den Kulturpark West sowohl die Reese-Kaserne als auch das angedachte Gaskessel-Areal für geeignet hielten, wollten sie in ihrer Anfrage wissen:

  • Welche planungsrechtlichen und finanziellen Auswirkungen würden sich aus einem dauerhaften Verbleib des Kulturparks West am jetzigen Standort ergeben?
  • Welche finanziellen und planungsrechtlichen Schritte wären für die Umsiedlung auf das Gaskessel-Areal erforderlich? Welche Entwicklungsmöglichkeiten würden auf dem Gaskessel-Areal bestehen? Welche Schwierigkeiten entstehen aus einer Verlagerung vor dem ursprünglich geplanten Ende der Nutzung des Reese-Areals?

Bis Ende Juni 2013 erhielten sie keine Antwort auf ihre Fragen, weshalb Eva Leipprand am 26. Juni 2013 äußerte: „Es ist unverständlich, dass dies so lange dauert. Wir erwarten jetzt Klarheit in der nächsten Sitzung des Bauausschusses?. Dies ist wichtig, denn davon hängt die Diskussion ab, wie es weitergeht. Es besteht sonst die Gefahr, dass die notwendigen Entscheidungen zu spät fallen, dann bestimmte Entwicklungen oder Maßnahmen nicht mehr möglich sind und der Kulturpark ausziehen muss ohne dass klar ist, wo es hingehen wird.“

Der Juli 2013 brachte erste Aktionen und Proteste der Künstler im Kulturpark West gegen eine "Abschiebung in das hochkontaminierte Gaswerk": "Verdammt, wir lassen uns nicht vergiften!" lautete die Überschrift einer versandten Pressemitteilung. In ihr war zu lesen:

Vor sechs Jahren schloss die „Kulturpark West GmbH“ mit der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung GmbH (AGS) den Vertrag, der Künstlern "zunächst bis 2017" auf einem verlassenen Kasernenareal ein Refugium bieten sollte. Das Gelände mit den Gebäuden für die Künstler befindet sich an der Sommestraße? im Augsburger Stadtteil Kriegshaber. Über 1.500 Künstler aller Genres, von Musik bis Malerei?, von Bildhauerei? bis Multimedia?, bilden in der ehemaligen Reese-Kaserne, dem heutigen Kulturpark West, ein kreatives Zentrum, das deutschlandweit einzigartig ist.

Nun möchte Augsburgs gegenwärtige Stadtregierung von dem "z u n ä c h s t bis 2017" nichts mehr wissen. Der politische Wille ist, das Gelände des Kulturpark West einer gewinnbringenden Luxusbebauung zu opfern. Opfer dabei sind die Künstler, die den Kultupark West beleben und den politisch gewollten Verfall der Einrichtungen gestoppt haben. Sie sollen in ein stillgelegtes und hochkontaminiertes ehemaliges Gaswerk ziehen.

Über mehr als ein Jahrzehnt hat die Stadt versucht, die Industrieruine Gaswerk den Investoren schmackhaft zu machen. Alle ins Auge gefassten Projekte sind an den hohen Kosten für die Dekontaminierung gescheitert. Nur Kunst und Kultur blieben dafür als Lückenfüller noch übrig, sozusagen zwangsverpflichtet, um EU-Fördergelder zu kassieren, die aber nicht der Kunst und Kultur zugutekommen.

Die Politik rechnet die Kosten der Dekontaminierung in altbewährter Weise klein und redet seit zwei Jahrzehnten von 40 Mio. DM, bzw. seit 2000 von 20 Mio Euro. Kostensteigerungen sind in der Politikermathematik nicht vorgesehen. Interessant ist nur, dass intern und hinter vorgehaltener Hand bereits um die 300 Mio. € Kosten für die Dekontaminierung veranschlagt werden. Das leugnet die Politik aber. Es könnte also durchaus passieren, dass das Projekt Gaswerk an den Kosten scheitert. Ganz davon abgesehen, dass im Gaswerk die vielen kleinen mietgünstigen Räume, wie sie im Kulturpark West existieren und wie sie die Künstler benötigen, nicht vorhanden sind. Wissend und vorsätzlich versucht die Politik also Menschen zu bewegen, ihre mit viel Liebe und Mühe aufgebauten Ateliers aufzugeben, um in einem vergifteten Gelände neu anzufangen.

Das lassen sich die empörten Künstler im Kulturpark West nicht gefallen. Erster Protest regt sich nun gegen die Umsiedlung der Künstler vom Kulturpark West in das vergiftete Gaswerk. Sie sammeln sich immer mehr um den Marketingclub |augX|, der nicht nur zu ihrem Internet-Sprachrohr wurde. Seit einigen Tagen beginnt sich der Augsburger Künstler-Protest mit Social-Network-Aktionen im Internet zu regen und bekommt immer mehr Zulauf. Protest-Banner werden erstellt. Auch größere Protestaktionen gegen die Umsiedlung ins vergiftete Gaswerk werden schon geplant. Damit sollen die Politiker und die Öffentlichkeit auf dieses existenzielle Problem der vielen Augsburger Künstler aufmerksam gemacht werden. Noch lassen sich nämlich die Planungen ändern.

Am 25.7.2013 wird im Augsburger Stadtrat über die Anträge zum Kulturpark West und das Gaswerk entschieden.

Im Oktober 2013 veranstaltete man im Kulturpark West "Kulturpark open", öffnete die Tore und bot vielfältige Kultur zum Nulltarif. Offene Ateliers: Zahlreiche Künstler und Kreative zeigten ihre unterschiedlichen Werke und ermöglichten Einblicke in die Augsburger Kunstszene. Dazu kam das Stac Festival im Reese-Theater?, eine Aktion des Augsburger Graffiti-Verein Die Bunten oder das Herbstfest des Interkulturellen Gartens sowie Live-Konzerte im Bombig.

Nachdem sich 2017 die Stadt Augsburg mit den Künstlern im Kulturpark West auf einen Umzug ins Gaswerk, wo ein Zentrum für Kunst und Kreativwirtschaft entstehen sollte, geeinigt hatte, hieß es, dass das Kulturpark-Gelände auf dem Reese-Areal wie ursprünglich geplant als Wohngebiet entwickelt werden sollte. Im Juni 2017 zurrte man die Modalitäten für den Umzug des Kulturpark (Kupa) West auf das Gaswerkgelände fest. Von der Wohnbaugruppe Augsburg? (WBG) und der Kupa-Geschäftsführung wurde ein befristeter Pachtvertrag unterzeichnet, der die von der Verwaltungsgesellschaft Kupa West `gGmbh zu verantwortenden Auszugstermine regelte. Ein Großteil der Kupa-Nutzer sollte in mehreren Phasen bis spätestens 2019 auf das neue Kreativgelände „Gaswerk“ umziehen. Vertraglich geregelt wurde auch, dass das Gebäude des Musik-Clubs „Kantine“ nach dessen voraussichtlichem Auszug in die Yum-Club-Räume? am Königsplatz nicht nachgenutzt wird, sondern leer bleibt.

Details

Das Netzwerk des Kulturparks West umfasst Beratungs-, Qualifizierungs-, Bildungs- und Veranstaltungsmaßnahmen im Bereich popkultureller Szenen, interkultureller Begegnung und intergenerativer Performance. Es gibt ein Theaterpädagogisches Zentrum mit Kinder-, Jugend- und Seniorentheater, eine Kleinkinderbetreuung mit frühkindlicher Musikerziehung, den Kultur- und Schulservice Augsburg (KS:AUG), das Bildungsprojekt „Mehr Musik!“, das Rockmusikzentrum KUKI e.V., ein Fanprojekt von FCA und Stadtjugendring Augsburg, eine Forschungsstelle der Universität Augsburg zu Popkulturen/Alltagskulturen, eine Firma für Veranstaltungsmanagement und Licht-/Tontechnik, einen Security-Service, eine Booking-Agentur, Musikschulen und Tonstudios, die Workshopplattform „urban cultures network“, das Projekt Interkultureller Garten, das Projekt „Tanz in Schulen“, den „Kunst Aktionsraum? e.V.“, den Musikclub Kantine und den Garagen-Klub Bombig.

Hinter dem Kulturpark West steht die private Gründung der gemeinnützigen Kulturpark West GmbH, eine langfristige planerische Absicherung des Areals und ein politischer Konsens in der Stadt.

Krad-Halle

Früher, als hier noch amerikanische GIs Dienst taten, wurden in der Krad-Halle – wie der Name „Krad“ = Kraftrad sagt – Motorräder, dann aber auch LKW und Jeeps gewaschen. Im Zuge des Aufbaus des Kulturparks West wurde aus dieser Halle eine Location für die Kultur. Heute kann jedermann die Krad-Halle für die unterschiedlichsten Events nutzen, von der Geburtstagsfeier über die Firmenveranstaltung bis hin zum Theaterstück.

Die Halle ist 250 Quadratmeter groß. Es finden keine regelmäßigen Veranstaltungen statt, um nicht zur Konkurrenz für umliegende Clubs zu werden. Die Halle kann aber von jedem für eine überschaubare Miete genutzt werden, zu der im Winter noch ein Heizkostenzuschuss dazu gerechnet werden muss. Dafür bietet die Halle aber viel: eine große Bühne, Kühlschränke, Stehtische, Theke, Backstagebereich, Starkstrom … Der Vermieter organisiert auch gerne Licht und Soundanlagen oder die Bestuhlung. Den Getränkeverkauf darf man selbst organisieren. Direkt neben der Krad-Halle steht die Livekneipe Bombig, die natürlich auch den Getränkeverkauf übernehmen kann.

Offiziell zugelassen wurde die Halle im Januar 2010 für 200 Personen. Nach der Vergrößerung des Einlassbereichs können sogar 300 Menschen die Halle nutzen.

Bei der Renovierung der Halle hat man darauf geachtet, die Industriearchitektur zu bewahren, weshalb die Halle etwas nackt wirkt, wozu z. B. viele Kabel und Hebel beitragen, die man belassen hat. Am unteren Ende der Halle gibt es eine hohe Glaswand und in der Decke Oberlichter, so dass tagsüber für Licht gesorgt ist.

Adresse

Kulturpark West
Sommestraße? 40
86156 Augsburg

Tel. 0821/ 4506142
E-Mail: info(@)kulturparkwest.de


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