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Kriegshaber

ein Augsburger Stadtviertel, das sowohl Planungsraum als auch Stadtbezirk ist

Allgemeines

Kriegshaber liegt im Westen von Augsburg zwischen den Planungsräumen Bärenkeller im Norden, Oberhausen im Nordosten und Pfersee im Süden. Richtung Westen schließen die Städte Neusäß und Stadtbergen an Kriegshaber an.

Der Name des heutigen Augsburger Stadtteils lässt an eine Herkunft von "Krieg" denken. Doch obwohl Kriegshaber eine militärische Vergangenheit hat, hat der Ortsname nichts mit Krieg zu tun.

Geschichte

Um das Jahr 1000 ist der Ort unter der Bezeichnung "Chrechesaver" erstmals urkundlich belegt. Woher der Name genau kam, ist unklar. Manche wollen ihn aus der Römerzeit ableiten: Angeblich habe hier eine Schlacht zwischen Römern und Kelten stattgefunden, in der griechische Söldner auf römischer Seite fochten. Darunter der Sohn des Königs Bogud namens Avar. Die Kelten sollen diesen Avar hier gefangen und ihren Göttern geopfert haben. Aus "Grieche Avar" soll dann der Name gebildet worden sein. Andere meinen, der Name ginge auf einen eingewanderten rheinfränkischen Bauern mit dem Namen "Chriech" zurück. Im Altsächsischen hat "Chrieches avaron" die Bedeutung "Nachfahren des Chriech". Der Volksmund begnügt sich mit der Deutung, der Name Kriegshaber komme von "Grieshaber" ("Griesle" bedeutet Sandboden, haber Hafer). Kriegshaber sei also ein sandiges Gelände, auf dem nur Hafer wuchs.

Als um 1440 die Juden? Augsburgs aus der Stadt vertrieben wurden, siedelten sich viele von ihnen in Kriegshaber an, weil sie hier in der Markgrafschaft Burgau? unbehelligt leben konnten und die Stadt Augsburg so nahe lag, dass sie dort weiterhin arbeiten konnten. Auch in umliegenden Ortschaften siedelten sich die Juden? an, aber an der Ulmer Straße, wo sich heute die Synagoge Kriegshaber befindet, kam es zu einem Siedlungsschwerpunkt der ausgewiesenen Augsburger Juden?.

1732 zählte Kriegshaber mehr als 400 jüdische Bewohner, die aber als "Bürger zweiter Klasse" leben mussten. Das zeigt sich daran, dass die Christen in Kriegshaber immer wieder gegen eine Ausweitung des jüdischen Siedlungsgebiets votierten, weshalb die Juden? ihre Häuser immer höher bauten. Von diesen mehrgeschossigen Judenhäuser sind im Ensemble Ulmer Straße noch einige erhalten. An ihnen sieht man auch, dass sich die Juden? auch in Kriegshaber nie sicher fühlten, denn die Häuser waren über die Dachböden miteinander verbunden, um bei Gefahr schnell von Haus zu Haus wechseln zu können. Und sie besaßen unterirdische Gänge, die zur Synagoge Kriegshaber führten und die Häuser untereinander verbanden. Es waren Schutzvorkehrungen der Juden?, die den christlichen Nachbarn nie vertrauen konnten. Typisch sind auch die weit herausragenden Erker der "Judenhäuser". Man verwendete sie zur Feier des Laubhüttenfestes. Viele der Juden? in Kriegshaber arbeiteten als Viehändler, aber anders als das Vorurteile gegenüber Juden? besagen, waren sie selten reich. In Kriegshaber zählte ein großer Teil der Juden? zu den so genannten "Betteljuden".

1806, als die Stadt Augsburg Juden? wieder auf ihrem Territorium siedeln ließ, zogen nach und nach die meisten Juden? Kriegshabers in die schwäbische Metropole.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten? flohen viele Juden? aus Kriegshaber. 1938 lebten nur noch knapp 50 Juden? in dem heutigen Stadtteil von Augsburg, doch fanden viele von ihnen in den Konzentrationslagern Auschwitz und Piaska den Tod durch die Nationalsozialisten?. Nach der Reichspogromnacht 1938 kamen Augsburger Juden? zum Gottesdienst in die Synagoge Kriegshaber, denn ihre Synagoge in der Halderstraße war zwar nicht völlig zerstört, aber unbrauchbar für den Gottesdienst geworden.

Details

Die Langemarckstraße mit dem Heimgarten? bildet die Grenze zwischen dem alten Kriegshaber und "Neu-Kriegshaber". Gegenüber der Langemarckstraße 2 befand sich noch lange einer der letzten Bauernhöfe in Kriegshaber.

Weblinks


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