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Komödie

Allgemeines

Geschichte

Bis zur Schließung der Komödie

Die Komödie als zweite Spielstätte für das Theater Augsburg wurde immer wieder zur Disposition gestellt. So befürchtete Ekkehard Gesler?, der damalige Kulturreferent, im Jahr 1998 die Schließung der Komödie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten.

Im Jahr 2000 veröffentlichte die Hasenbräu AG ihren Wunsch, das Gebäude der Komödie zu verkaufen. Der Eigentümer der Komödie, Eberhard Schaub (damaliger Chef der Hasenbräu AG, deren Pensionsfonds eigentlicher Besitzer der Komödie war), sprach immer wieder von bis zu drei interessierten Investoren. Damit begann die Diskussion um den Neubau eines Schauspielhauses in Augsburg – und das, obwohl die Augsburger Allgemeine am 4. November 2000 meldete, dass man die Fassadensanierung des Theaters Augsburg auf die Streichliste gesetzt habe und Hermann Weber? in der CSU über eine Schließung der Sparte diskutiere.

Es war der damalige Intendant Dr. Ulrich Peters, der die Diskussion um ein neues Schauspielhaus eröffnete und vorantrieb. Die Augsburger Allgemeine schrieb schon im August 2000: „Exakt kalkulierbar sind laut Peters ... die Kosten für ein neues Schauspielhaus mit 380 Plätzen, variabler Bühne und einer Tiefgarage für 110 Autos: ‚Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass wir es mit zwölf Millionen Mark schaffen, wenn wir so bauen dürfen, wie wir wollen.’ Nach den Vorstellungen des Intendanten muss ein Generalunternehmer beauftragt werden, der die neue Werkbühne zum Fixpreis termingerecht und schlüsselfertig erstellt.“ Eva Leipprand schreibt in einer Denkschrift zu diesem Thema: „Vom Freistaat erwartete Peters zu diesem Zeitpunkt bis zu 3 Millionen Mark (also etwa 25%) Zuschuss. 5 Millionen Mark wollte das Theater durch Einsparungen (Reduzierung der Betriebskosten um 185 Millionen Mark, AZ 29.05.2003) selber beisteuern – über 25 Jahre gerechnet (AZ 02.02.2005).“

Schon im Jahr 2000, als die Hasenbräu-AG die Komödie verkaufen wollte, in der Zeit der CSU -Regierung unter OB? Peter Menacher?, besaß die Stadt ein Vorkaufsrecht, hat es aber nicht wahrgenommen. Sie entschied sich aber auch gegen eine Renovierung der Spielstätte Komödie.

Vor 2002 gab es immer wieder Investoren, die gegen einen langfristigen Mietvertrag mit der Stadt für die Nutzung als zweite Spielstätte bereit gewesen wären, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren. Aber durch das Vorkaufsrecht der Stadt Augsburg hätte auch sie das Gebäude übernehmen können.

In den folgenden Jahren prägten immer wieder wechselnde und widersprüchliche Berechnungen zu den Baukosten die Diskussion um die zweite Spielstätte in Augsburg. Viele bezweifelten, dass so günstig gebaut werden könne und rechneten mit dem Doppelten; das Hochbauamt sprach von 29 Mio. Mark. Auch wurde bezweifelt, dass von Dr. Ulrich Peters alles Theaternotwendige bedacht wurde. Eva Leipprand erinnerte sich 2003 in München im Finanzministerium? höchstens 25% der üblichen FAG-Förderung für eine zweite Spielstätte zugesagt bekommen zu haben.

Am 9. Januar 2001 berichtet die Augsburger Allgemeine von ausgearbeiteten Plänen des Architekturbüros Schrammel (Kosten für die Stadt rund 7 Mio Mark, davon 3,4 Mio Mark als Zuschlag auf die Miete).

Eva Leipprand: „Am 30. 01.2001 wurde dann im Kulturausschuss? der Grundsatzbeschluss für ein Schauspielhaus gefasst, obwohl auch ein vergleichendes Gutachten Schauspielhaus/Komödie die Zweifel angesichts der Kosten nicht ausräumen konnte. Anfang Februar 2001 standen die Baukosten bei 20 Mio Mark. Das Schauspielhaus wurde ein zentrales Wahlkampfprojekt der CSU. Hermann Weber (der kurz zuvor noch die Komödie ersatzlos dicht machen wollte) hielt als OB-Kandidat eine flammende Rede für den Neubau (AZ 03.02.2001).“ Trotz dramatisch sinkender Steuereinnahmen für die Stadt wurde das Projekt jedoch auf Drängen der CSU (und des Intendanten) vorangetrieben. Noch vor der Wahl 2002 wurde der Architektenwettbewerb ausgeschrieben, um Fakten zu schaffen."

Die Regenbogen -Stadtregierung unter Oberbürgermeister? Paul Wengert versuchte zwischen 2002 und 2008 das Gignoux-Haus zu erhalten, doch verhinderte der Beschluss ein neues Schauspielhaus zu bauen, eine Renovierung des Gignoux-Hauses.

Die Haltung von Eva Leipprand während ihrer Zeit als Kulturreferentin lässt sich auf folgenden Satz bringen: „Erhalt des Drei-Sparten-Theaters, wobei bezüglich des geplanten Neubaus eines Schauspielhauses noch weitere Prüfungen und ein abschließender Vergleich mit der Sanierung der Komödie stattfinden muss“. In ihrer Amtszeit wurde der Architek-tenwettbewerb Schauspielhaus zu Ende geführt. Das Ergebnis weckte erneut Zweifel an den Kostenberechnungen. Beide Preise des Wettbewerbs überschritten den Kostenrahmen von gut 10 Mio € um 15 Prozent (AZ 12.06.2002).

Im Juli 2002 machte der Eigentümer der Komödie erneut Verkaufsdruck. Zu befürchten war, dass man die Komödie verlieren könnte, während die Finanzierung des Schauspielhauses noch nicht gesichert war. Deshalb verhandelte Eva Leipprand mit einem „bekannten Augsburger Arzt“ (AZ 21.09.2002), der die Komödie sanieren und auf Wunsch der Stadt auch eine einfache Sanierung von Foyer und Zuschauerraum anbot, allerdings nur unter der Bedingung eines mindestens siebenjährigen Mietvertrags. Diese Verhandlungen scheiterten aber an der Beschlusslage (Neubau eines Schauspielhauses, AZ 24.07.2002); der damalige Intendant wollte höchstens einem Interim von drei Jahren zustimmen.

Als die Stadtregierung 2002 in allen Budgets 5 Prozent kürzte, kam es im Theater Augsburg zu großen finanziellen Problemen, weshalb die CSU Kooperationen mit anderen Theatern und die Zusammenlegung von Sparten forderte.

2005 kürzte der Freistaat Bayern? seinen Theaterzuschuss um 360.000 Euro. Weil keine Lösung mit der Stadt Augsburg zustande kam, konnte die CK Holding? (Immobilienhändler Capartas) die Komödie kaufen und der Baubeginn eines neuen Schauspielhauses wurde vom Finanzausschuss? auf 2009 verschoben.

Nach der Schließung des Gignoux-Hauses

Viele Jahre wurde die Komödie im Gignoux-Haus dem Verfall preisgegeben. Immer mehr traten die maroden Zustände und unzumutbaren Arbeitsbedingungen für die Künstler und Mitarbeiter ans Tageslicht. Von Spielzeit für Spielzeit mogelte man sich durch. Schließlich hätte die Stadt Augsburg das Haus erwerben können, doch taten sie das nicht und nahmen sogar die Gefahr einer mittelfristigen Schließung des Hauses wegen unzureichender Brandschutz- und Sicherheitsbedingungen in Kauf. Die zuständige Sicherheitsbehörde erklärte schließlich in der Tat, die vorhandenen Mängel so nicht länger hinnehmen zu können. 2006 verhandelte die Stadt eine letzte Mietverlängerung, ohne sich jedoch des Themas Rückbau zu widmen. Schließlich hatte es viele Ein- und Umbauten gegeben. Als zum 1. Januar 2008 die neue, verschärfte Versammlungsstätten-Verordnung in Kraft trat, bedeutete dies das Ende der Komödie in der Altstadt?.

Nach Darstellung des am 2. Mai 2008 neu gewählten Kulturbürgermeisters Peter Grab gab es zu diesem Zeitpunkt keine vorliegenden Überlegungen zu einer zweiten Spielstätte oder gar ein realistisches Sanierungskonzept zur Komödie (Rundbrief vom 9. November 2010). Deshalb gründete er eine Arbeitsgruppe, die diese Fragen behandeln sollte. Unter Auflagen konnte er eine weitere Spielzeit in der Komödie aushandeln.

Danach folgte die Vergabe einer erstmaligen Grundlagenermittlung, die sich mit allen Problemen der Augsburger Theaterlandschaft gleichzeitig auseinandersetzte. Danach kam es zu Verhandlungen über die Aufgabe der Komödie. Dabei wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der die Stadt Augsburg von Rückbau-Verpflichtungen befreite, die viele Monate in Anspruch genommen hätten. Wörtlich schreibt Peter Grab in seinem Rundbrief vom 9. November: „Gleichzeitig konnten die komplizierten Grundstücksteilungen gelöst werden, da nämlich ein Teil der Hinterbühne im städtischen Besitz war. Der Eigentümer des Gignoux-Hauses übernahm diesen städtischen Teil, so dass komplexe, baulich und rechtlich bedingte Auftrennungen nicht vorgenommen werden mussten. Schließlich wurde eine Ausgleichszahlung an den Besitzer ausgehandelt, die weit unter den ursprünglichen Schätzungen liegt.“

Ohne diese Aufgabe der Komödie im Gignoux-Haus wäre sie von den Sicherheitsbehörden geschlossen worden.

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