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Kloster Maria Stern

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Franziskanerinnenkloster, dessen Klosterkirche von Johannes Holl?, dem Vater von Elias Holl, geschaffen wurde.

Allgemeines

Hinter dem Rathaus steht am Elias-Holl-Platz die Klosterkirche Maria Stern mit angeschlossenem Kloster der Franziskanerinnen. Über der Anlage erhebt sich ein bemerkenswertes achteckiges Türmchen mit einer Zwiebelhaube, die auch "Augsburger Haube" genannt wird und besonders natürlich in Schwaben und Bayern oft nachgebaut wurde. Man sollte sich einen Besuch der Kirche gönnen, denn sie weist sehenswerte Deckengemälde und Fresken auf.

Das Kloster Maria Stern ist das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Maria Stern, auch Sternschwestern oder Schwestern von Maria Stern genannt. Von hier aus wird der weltweite Orden gelenkt. In Deutschland gibt es noch etwas über 200 Sternschwestern, etwa 90 Schwestern wirken in Brasilien und Afrika. Auch dieser Orden hat, wie viele andere Nachwuchssorgen.

Geschichte

Die Geschichte des Klosters beginnt im 13. Jahrhundert. Seit 1258 lebten sowohl die Witwe des Augsburger Bürgers Canione sowie seine beiden Töchter in einem Haus "Zum Stern" als Beginen?. Nach und nach erworben sie Häuser in der Nähe und verbanden sie untereinander. Die "Sternfrauen" wurden von den Barfüßern? betreut und ihre Gemeinschaft wuchs anscheinend so schnell, dass der Provinzial der Barfüßer? im Jahr 1282 schon eine erste Vorsteherin der Gemeinschaft einsetzen musste, spätestens jedoch 1315.

Die frommen Frauen verpflichteten sich, die Regeln des Dritten Ordens einzuhalten und so wurden sie 1315 in die franziskanische Ordensprovinz aufgenommen, was 1317 auch die Bestätigung durch Rom fand. 1317 war auch das Jahr, in dem sich die Terzarinnen in Klausur begaben und das Chorgebet in deutscher Sprache beteten (ab 1595 in lateinischer Sprache).

Das Kloster war nicht besonders groß. So manche Tochter eines Augsburger Patriziers trat in die Gemeinschaft ein und so wuchs nach und nach die Grundlage des Lebensunterhalts. Man besaß Bauernhöfe im Umland, die Abgaben leisteten, einige städtische Mietshäuser, ein Apotheke ... Auch stellte man Lebkuchen, Wachsbilder, künstliche Blumen und Stoffe her.

Im 15. Jahrhundert stritten sich der Stadtrat und der Bischof? um die Rechtsstellung einiger Augsburger Frauenklöster, darunter auch die des Sternklosters. Durch einen Schiedsspruch des Kaisers von 1456 gewann die Reichstadt schon vor der Reformation Einfluss auf das Klostervermögen. Der Kaiser bestimmte nämlich, dass die Sternfrauen einem Pfleger unterstellt wurden, den der Stadtrat bestimmte.

Auch die Franziskanerinnen von Maria Stern hatten unter der Reformation zu leiden. Während der Reformation wurde die Barfüßerkirche evangelisch, so dass die Schwestern ihren Betchor und ihre Begräbnisstätte verloren. Die Franziskanerinnen blieben nämlich ihrem alten Glauben verbunden. Weltgeistliche hielten jetzt in ihrem Konvent die Gemeinschaftsmesse. Zwischen 1537 und 1547 kam das Sternkloster in den Besitz der Stadt und es wurde eine evangelische Vorsteherin berufen. Erst im Jahr 1547 lebte das echte Klosterleben wieder auf.

So wurde der Bau einer Klosterkirche notwendig, den der Augsburger Bischof Johann Eglof von Knöringen? im Jahr 1574 genehmigte. Die Meisterin Anna Krölin nahm den Bau der Klosterkirche in die Hand und 1576 war Johannes Holl? damit fertig und die Kirche konnte eingeweiht werden.

1618 stellte sich die franziskanische Klostergemeinschaft unter den Schutz Mariens und 1632 wurde der Name "Maria Stern" zum ersten Mal nachweislich verwendet.

Im Jahr 1730 barockisiert man die Klosterkirche.

1802 ging die Gewalt über das Kloster an die Reichsstadt Augsburg über. 1804 dann wieder ein tiefer Einschnitt in die Klostergeschichte durch die Säkularisation. Der Augsburger Grundbesitz des Klosters fällt an die Stadt. Man erlaubte den Sternfrauen bis auf Widerruf im Kloster wohnen zu bleiben, sie durften aber keine neuen Kandidatinnen mehr aufnehmen. Doch obwohl das Kloster aufgehoben werden sollte, halten sechs Schwestern durch und führen das Gemeinschaftsleben weiter. 1808 wird den Schwestern dann die Praxis klösterlichen Lebens verboten, die sie aber im Geheimen doch weiter pflegen. 1828 erlaubt Ludwig I.? eine Neubelebung des Klosters - allerdings unter der Bedingung, dass die Schwestern die Leitung der Mädchenschule der Pfarreien St. Moritz und St. Maximilian übernehmen, sprich ihr beschauliches Leben in ein tätiges wandeln. Die Schwestern lassen sich darauf ein und es entstehen Filialen in den Diözesen Augsburg? und Würzburg?. 1829 eröffnen sie auch eine Industrie- und Handarbeitsschule und ab 1845 wenden sie sich caritativen Aufgaben zu und dehnen ihren Erziehungsauftrag auf ganz Bayern aus, so dass im Jahr 1936 in Bayern 125 Niederlassungen bestehen. Das ermutigt die Schwestern 1938 erste Missionarinnen nach Brasilien zu entsenden.

Bei dem Bombenangriff im Jahr 1944 auf Augsburg wird auch das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Maria Stern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt in den Jahren nach dem Krieg und heute kann man keine Schäden mehr nachvollziehen.

1965 beginnt sich die Gemeinschaft nach den Leitlinien des II. Vaticanums zu erneuern, was zu einer neuen Ordensregel im Jahr 1982 führt. 1990 wird die Brasilienmission zu einer eigenen Provinz mit Namen Santa Cruz. Im gleichen Jahr gründet man in Zaire eine Niederlassung und beginnt 1992 mit der Missionstätigkeit. 1994 gründet die Gemeinschaft in Schwaan (Mecklenburg-Vorpommern, Erzdiözese Hamburg) eine Niederlassung und 1998 eine Niederlassung in Mosambik.

1998 hatte die Gemeinschaft 37 Niederlassungen in Bayern und 14 in Brasilien.

Auch auf heimischem Boden bleibt man nicht untätig und experimentiert. So gründet man 2003 in Lechhausen die Schwesterngemeinschaft "San Damiano", in der Schwestern nicht mehr im Kloster, sondern in einem Pfarrhaus mitten unter den Menschen leben.

2008 feierte das Kloster Maria Stern sein 750. Bestehen. Dazu kamen auch Schwestern aus der Ordensprovinz Brasilien.

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Spiritualität

Die Franziskanerinnen von Maria Stern sehen Franz und Klara von Assisi als Vorbild an und gehören der geistlichen Familie an, die sich auf diese beiden katholischen Heiligen berufen.

Schon seit der Gründung der Gemeinschaft war der Stern ein wichtiges Symbol. Jesus Christus soll der Stern der Gemeinschaft sein und die Schwestern wollen sich von ihm leiten lassen. Deshalb feiern sie den 6. Januar als Fest ihrer Gemeinschaft und glauben, dass eine jede Schwester ein Stern in der Hand Gottes ist. Der Ring, den sie tragen, zeigt diesen Stern.

Wie andere Ordensleute wollen sie nach dem Evangelium leben und das einzig Notwendige suchen. Richtlinien sind die Verbundenheit mit Gott im Gebet, die Verwirklichung des Reiches Gottes, der Frieden mit der ganzen Schöpfung, die Achtung vor jedem Geschöpf, das Leben in Wahrheit und Gerechtigkeit. Wie für Franziskus und Klara von Assisi ist ihnen die Armut und das Leben an der Seite der Armen besonders wichtig.

In Zeiten der Not weihten sich die Schwestern Maria und noch heute trägt jede Schwester Maria in ihrem Namen. Wie sie wollen sie Gott empfangen und in die Welt hineingebären, ein freudiges JA zu seinem Willen bis unter das Kreuz sagen.

Auch ein anderes Merkmal der Spiritualität der Sternschwestern hat seine Wurzel in schwerer Zeit: Seit den Zeiten des Nationalsozialismus, genau seit 1937, wird in der Sternkirche täglich das Allerheiligste Sakrament des Altares zur Anbetung ausgesetzt. Man nennt das die Eucharistische Anbetung. Stellvertretend für die Stadt und die Welt beten sie in den Anliegen der Zeit, doch kann jeder an ihrem Gebet teilnehmen. Sechs Mal im Jahr wird auch während der ganzen Nacht angebetet: am 4. Januar, 25. März, 2. Mai,1. Juli, 31. August, 25. November bis 24 Uhr für Kirchenbesucher. In der Eucharistischen Anbetung wollen die Schwestern einfach präsent sein vor dem, der gesagt hat: "Ich bleibe bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt". Das gibt ihnen auch heute Kraft wie in der Vergangenheit, als ihre Gemeinschaft mehrmals in ihrer Existenz bedroht war und die Schwestern ihre eigene Ohnmacht erleben mussten.

Heute suchen die Schwestern den geschwisterlichen Dialog mit der Gesellschaft, der sie je nachdem positiv oder kritisch gegenübersehen. Auf ihrer Webseite ist zu lesen: "Wir wollen uns nicht an der Ausbeutung der Schätze unserer Erde beteiligen, sondern bewusst einfach leben und sensibel werden für die vielfältige Armut unserer Zeit, für die Ausgegrenzten und Armgemachten. Wir verpflichten uns zur "Option für die Armen" und wollen Zeichen der Hoffnung sein. Wir wollen Zufriedenheit ausstrahlen, versöhnt leben und uns für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit einsetzen."

Tätigkeitsbereiche

Zum einen arbeiten die Schwestern missionarisch in Brasilien und Afrika. Sie betreiben dort Grundschulen und weiterführende Schulen, Kindertagesstätten und Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderhorte. Sie betreuen behinderte Kinder und Straßenkinder, alte und kranke Menschen, Gefangene und Hilfsbedürftige. Daneben sind sie katechetisch und pastoral tätig.

Auch in Deutschland sind die Schwestern in der Betreuung von Kindern tätig. Ob in der Schule oder in Kindergärten. So betreiben sie z. B. in Pfersee die Kindertagesstätte Maria Stern?, in Göggingen das Gymnasium Maria Stern? und die Realschule Maria Stern?, in Immenstadt? die Mädchenrealschule Maria Stern?, in Nördlingen? die Realschule Maria Stern?, die Fachakademien für Sozialpädagogik Maria Stern in Augsburg? und in Nördlingen? und die Berufsfachschule für Hauswirtschaft Maria Stern? in Augsburg.

Gottesdienstzeiten

In der Sternkirche können alle zu bestimmten Zeiten am Gebet der Schwestern und ihren Gottesdiensten teilnehmen.

Laudes werktags 6.40 Uhr
Laudes sonntags 7.30 Uhr im Chor

Mittagsgebet werktags 11.45 Uhr

Rosenkranz täglich 17.10 Uhr

Vesper täglich 17.35 Uhr

Anbetung täglich nach der Hl. Messe

Hl. Messe
Mo. - Fr. 7.00 Uhr und Sankt Peter am Perlach 9.00 Uhr
Samstag 7.30 Uhr
Sonntag 8.00, Gemeinde Sankt Peter am Perlach 9.30 Uhr und Spanische Gemeinde in Sankt Peter am Perlach 11.00 Uhr

Adresse

Franziskanerinnen von Maria Stern
Sterngasse? 5
86150 Augsburg

Tel. 0821/32980
Fax. 0821/3298115
E-Mail: infos(@)kloster-mariastern.de


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