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Klinikum Augsburg Süd

offiziell Klinikum Süd; oft noch "Haunstetter Krankenhaus" genannt; ein Teil des Klinikums Augsburg im Süden Augsburgs (Haunstetten, genauer Haunstetten-Ost?)

Allgemeines

Das Klinikum Augsburg Süd ist Teil des Klinikums Augsburg, weshalb die Patienten alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten dieses Großkrankenhauses in Anspruch nehmen können. Vorteil: Gleichzeitig sind sie in einem kleineren, überschaubaren Haus in landschaftlich reizvoller Umgebung neben dem Haunstetter Wald? und dem Jägerbach? untergebracht.

Das Klinikum Augsburg Süd hat die klinischen Schwerpunkte Chirurgie, Innere Medizin (mit Diabeteszentrum), die HNO Klinik und die Klinik für Dermatologie.

Das Diabeteszentrum bietet die stationäre Betreuung von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern mit Einzel- und Gruppenschulungen in der Diabetesbehandlung inkl. Insulinpumpeneinstellung und Langzeitbetreuung. Die Behandlung der Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft erfolgt interdisziplinär, ebenso die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms.

Das Klinikum Augsburg Süd ist Notfallklinik für Notfälle der Dermatologie und der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Patienten mit Krankheiten der Schwerpunkte Chirurgie, Innere Medizin, HNO und Dermatologie werden nach einer Erstversorgung im Klinikum Augsburg häufig für die weitere stationäre Behandlung in das Klinikum Augsburg Süd verlegt.

Geschichte

Die Anfänge des Klinikums Augsburg Süd gehen auf das Jahr 1859 zurück. Im Haus Quergässchen 1 (damals Nr. 45) richtete Haunstetten bereits im September 1859 eine Krankenstube ein, für die eine „Krankenhauswärterin“ eingestellt wurde. Dieses Gebäude hieß „Halbe Fleckenmoossölde“ und ist heute längst Geschichte, denn zum Bau eines Geschäftshauses wurde es 1954 abgerissen. Die Krankenstube bestand bis zum Februar 1900.

Im Mai 1890 stiftete Georg Käß? der Gemeinde Haunstetten 100.000 Mark, mit denen sie ein "Armen- und Krankenhaus" sowie eine "Kinderbewahranstalt" errichten sollte. Dazu kaufte Haunstetten im Oktober 1897 das Anwesen "Jägerhaus". Seine erste urkundliche Erwähnung geht in das Jahr 1616 zurück. Damals hieß es "Bayerhäusl". Zum Kaufzeitpunkt befand sich in dem Anwesen eine gut gehende Gaststätte. Dieses Anwesen baut man mit dem gestifteten Geld zum Krankenhaus Haunstetten um, das zwischen 1900 und 1968 seinen Dienst tat.

Zur Eröffnung am 12. Februar 1900 hatte das Haunstetter Krankenhaus 40 Betten. Die Ordensfrauen „Barmherzige Schwestern vom hl. Vincenz von Paul“ arbeiteten hier als Krankenschwestern. Als Georg Käß? am 9. Februar 1903 starb, bedachte sein Testament das Armen- und Krankenhaus mit 500.000 Mark, die Kinderbewahranstalt mit 200.000 Mark.

Die Regierung von Schwaben drängt 1907 zu einem Neubau des Krankenhauses, das im November 1909 an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen wurde.

1926 schaffte das Krankenhaus Haunstetten eine Wäschereianlage an, im September 1927 konnte mit finanzieller Unterstützung der Gräfin von Tattenbach eine Zentralheizung eingebaut werden, während sie im gleichen Jahr die Erneuerung der Krankenhauskapelle komplett übernahm und dem Krankenhaus ein Harmonium schenkte. 1929 baute man das gemeindliche Armenhaus in einem Krankenhaus-Nebengebäude um und erweiterte es durch den Ausbau des Dachgeschosses auf 25 Plätze. Daraus entwickelte sich später das kommunale Altersheim von Haunstetten. Auch hier waren die Barmherzigen Schwestern als Betreuerinnen tätig.

Im Sommer 1940 verfügte die Gräfin von Tattenbach in ihrem Testament, dass Haunstetten alle Grundstücke um das Haunstetter Krankenhaus erben sollte. Darauf wurden bis heute das AWO-Altenheim, das Schwesternheim, das Klinikum Augsburg Süd und der große Parkplatz beim Altersheim und Krankenhaus errichtet.

Aus Platzmangel musste im Juli 1950 das Krankenhaus-Dachgeschoss ausgebaut werden, wodurch man zehn neue Räume samt Nebenräume gewann. 1954 folgte der Ausbau des Anbau-Dachgeschosses, was acht weitere Räume einbrachte (Schwesternzimmer, Bügelraum, Mädchenzimmer).

1961 schrieb Haunstetten einen Architektenwettbewerb für ein neues Krankenhaus aus, denn längst genügten die Verhältnisse im alten Haunstetter Krankenhaus nicht mehr den Anforderungen. Im Februar 1962 lagen verschiedene Pläne und Modelle vor, doch überstiegen alle Vorschläge die finanziellen Möglichkeiten Haunstettens. Deshalb schloss Haunstetten am 25. April 1963 einen Krankenhausvertrag mit dem Landkreis Augsburg, der sich an den Bau- und Betriebskosten zu rund 60 Prozent beteiligte, während die Trägerschaft bei Haunstetten verblieb. Im April 1965 begannen die Bauarbeiten für das neue Haunstetter Krankenhaus und im November 1965 konnte Richtfest gefeiert werden.

Erstes fertiges Gebäude war das im April 1967 eröffnete Personalwohnheim, "Schwesternheim" genannt. 62 Einbettzimmer mit Duschzelle, zwei Appartements mit Schlafnische, Kochnische, Bad und WC, ein Appartement mit Schlafnische, Bad und WC sowie eine 4-Zimmerwohnung konnten bezogen werden.

Im März 1968 konnte das Krankenhaus eingeweiht und bezogen werden. Kurz vorher hatte Haunstetten beschlossen, die Georg Käß’schen und Karoline Käß’schen Stiftungen für das Kranken- und Armenhaus (Stiftung I) sowie für die Kinderbewahranstalt (Stiftung II) in Haunstetten aufzuheben, was das Bayerische Staatsministerium des Innern im November 1968 genehmigte. Durch die Aufhebung der Stiftung I entfiel die Beschäftigung der "Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul" im Krankenhaus. Eröffnet wurde das Haunstetter Krankenhaus mit 156 Betten, zu denen je nach Bedarf noch bis zu 24 Säuglingsbetten kommen konnten. Der Krankenhausbetrieb begann am 25. April 1968 mit der Aufnahme der ersten Patienten. Im Februar 1969 besuchte die damalige Bundesgesundheitsministerin Käthe Strobel das Krankenhaus Haunstetten. Einen Monat später riss man das alte Haunstetter Krankenhaus ab.

Zum 1. Januar 1971 trat das Krankenhaus in Haunstetten dem Krankenhauszweckverband Augsburg? bei, von dem es noch heute getragen wird. Mit der Übernahme des Haunstetter Krankenhauses durch den Krankenhauszweckverband Augsburg? verlor es seinen Status als örtliches Krankenhaus. Noch im September 1971 begann die Erweiterung um 90 Betten, so dass 1972 246 Betten angeboten werden konnten.

1996 verfügten die chirurgische und medizinische Klinik mit der Belegarzt-Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe über etwa 200 Betten.

1997 begann die Sanierung bzw. der Umbau des Krankenhauses Haunstetten mit den Operations- und Funktionsräumen. 2002 renovierte man den Eingangsbereich, die Pforte, die Ambulanzen, Kreißsäle und den Entsorgungshof.

2000 wurde das Krankenhaus Haunstetten Teil des Kommunalunternehmens Klinikum Augsburg.

Im Januar 2003 eröffnete die Cafeteria.

Weil das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen? aus finanziellen Gründen eine Doppelvorhaltung von medizinischen Leistungen an einem Ort verbot, löste das Krankenhaus im Oktober 2005 seine Belegarzt-Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe auf.

Nach umfangreichen Umstrukturierungen legte das Krankenhaus Haunstetten 2006 seinen Namen ab und nannte sich "Klinikum Süd".

Im November 2014 eröffnete man die Kapelle des Klinikum Augsburg Süd nach einer Neugestaltungs- und Renovierungsphase mit einer kleinen Feier. Die Kosten für die bauliche und künstlerische Neugestaltung der Kapelle betrugen rund 130.000 Euro. Einen Teil davon trugen das Dekanat Augsburg? und das Bistum Augsburg.

2015 standen nach Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten knapp 170 Planbetten zur stationären Behandlung zur Verfügung.

Details

Wie das Klinikum Augsburg ist auch das Klinikum Augsburg Süd akademisches Lehrkrankenhaus der Universität München?.

Die Regelleistung im Klinikum Augsburg Süd sind Dreibettzimmer. In der Eingangshalle des Erdgeschosses befindet sich ein Kiosk mit dem "Café Kanne", ein Briefkasten und ein Münztelefon.

Das Augsburger Krankenhaus hat eine Patientenbibliothek im Erdgeschoss, doch werden die Stationen von ehrenamtlichen Mitarbeitern mit dem Bücherwagen besucht, so dass Patienten die Ausleihe direkt vom Bett aus erledigen können. Ambulante Patienten können das Medienangebot ebenso nutzen wie stationäre Patienten. Im Angebot finden sich Unterhaltungsliteratur, Sachbücher und Zeitschriften, Hörbücher und DVD sowie Literatur in englischer, französischer, italienischer, spanischer, türkischer, russischer und arabischer Sprache.

Die Kapelle im Klinikum Augsburg Süd ist ein Raum der Ruhe und inneren Einkehr, der allen hier unabhängig von ihrer Konfession die Möglichkeit geben soll, neue Kraft und Mut zu schöpfen. Ein Raum zum Beten, Meditieren und Nachdenken. Die künstlerische Leitung bei der Einrichtung hatte Anna Hitzker-Lubin. Sie hat die Kapelle schlicht gestaltet, zwei Wände durch eine Rundung miteinander verbunden, so dass die Aufmerksamkeit am Kreuz entlang zum Fenster und zum Licht hin gelenkt wird. Das verwendete Holz schenkt Wärme und sinnliche Inspiration. Von einem kleinen abgetrennten Raum hat man einen Blick auf den Krankenhauspark und den Siebentischwald.

Die Verkehrsanbindung des Klinikums Augsburg Süd ist relativ gut. So hält die Buslinie 39? vor dem Krankenhaus (Haltestelle "Klinikum Süd") an Wochentagen im 15-Minuten-Takt. Mit dem Auto kann das Klinikum Süd über die Ausfahrt "Augsburg-Haunstetten/Inningen" der B 17 erreicht werden.

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Adresse

Klinikum Augsburg Süd
Sauerbruchstraße? 6
86179 Augsburg

Tel. 0821/400-03


Weblinks


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