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Klinikum Augsburg

manchmal immer noch Zentralklinikum genannt; für etwa 1,8 Mio. Menschen in Bayerisch-Schwaben das einzige Krankenhaus mit der höchsten Versorgungsstufe; eines der größten kommunalen Krankenhäuser Deutschlands; geplant ist der Ausbau zur Universitätsklinik Augsburg; deshalb auch Uniklinik Augsburg genannt

Klinikum-Augsburg-Vorne
Haupteingang des Klinikum Augsburg am 13. Juni 2014; von Richard Reinhardt (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Allgemeines

Das Klinikum Augsburg ist ein 1.740-Betten-Haus der höchsten Versorgungsstufe, hat etwa 5.400 Mitarbeiter, davon etwa 760 Ärzte und etwa 1.460 Pfleger (Stand 2016), und soll bis 2019 zur Universitätsklinik ausgebaut werden. Das Klinikum Augsburg hat rund 250.000 versorgte Patienten pro Jahr.

Schon immer taten sich die Stadt Augsburg und der Landkreis Augsburg schwer, das Krankenhaus zu finanzieren. Deshalb gab es immer wieder Pläne zur Privatisierung der Klinik. In den letzten Jahren wurden deshalb immer neue Sparkurse umgesetzt. Dennoch ist die Universitätsklinik Augsburg in spe einer der größten Arbeitgeber im Regierungsbezirk Schwaben und mit etwa 4.160 weiblichen Beschäftigten der größte Arbeitgeber für Frauen in Bayerisch-Schwaben.

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2016 umfasste das Klinikum Augsburg 25 Kliniken und Institute. Dazu kamen noch die Kinderklinik Augsburg mit dem Mutter-Kind-Zentrum Schwaben? und dem Klinikum Augsburg Süd. Noch ist das Klinikum Augsburg akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2012 belegte es im Klinikranking der Zeitschrift Focus als einziges Krankenhaus, das kein Universitätsklinikum war, einen der ersten 20 Plätze deutschlandweit.

Das Klinikum Augsburg liegt in Kriegshaber am westlichen Stadtrand und lässt sich über die B 17 und die B 300 schnell erreichen. Auch von der A 8 liegt das Klinikum nur wenige Minuten entfernt. Nebem dem Klinikum liegen noch Kinderklinik Augsburg mit dem Mutter-Kind-Zentrum Schwaben? sowie das BKH Augsburg, eine Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Zusammen mit dem neue Unicampus, der eine zusätzliche Größe von 13,5 Hektar haben soll, liegt hier ein medizinisches Areal, das seinesgleichen sucht.

Kliniken und Institute

Frauenklinik

Das Leistungsspektrum umfasst die komplette Frauenheilkunde und Geburtshilfe, also:

  • die operative Gynäkologie
  • die gynäkologische Onkologie
  • die gesamte Geburtshilfe einschließlich der speziellen Geburtshilfe und Perinatologie
  • die konservative Behandlung gynäkologischer Erkrankungen
  • tageschirurgische (ambulante) Eingriffe
  • ambulante Versorgung und 24-Stunden-Notdienst

Die Frauenklinik ist zertifiziert und hat ein Brustzentrum?, ein Gynäkologisches Krebszentrum? und das Perinatalzentrum?. Ein großer Vorteil der Frauenklinik, gerade bei Schwangerschaft und Geburt, ist die Vernetzung mit andern Fachrichtungen im Klinikum und die Nähe der Kinderklinik, so dass schnell und unkompliziert andere Kollegen hinzugezogen werden können, etwa bei Risikoschwangerschaften.

Palliativstation

Die Augsburger Palliativstation bietet ganzheitliche Betreuung für ambulante und stationäre Patienten. Es geht also nicht nur um körperliche, sondern auch psychische, spirituelle und soziale Bedürfnisse. Sie startete als bayerisches Modellprojekt, da sie Teil des Interdisziplinären Zentrums für palliative Versorgung? ist.

Die Idee dazu entstand schon 1997, aber erst im Jahr 2002 wurde beim Bayerischen Sozialministerium? der Antrag für die Station gestellt, die 10 Betten umfasst. Danach baute man einen palliativmedizinischen Konsiliardienst auf, der interdisziplinär besetzt ist.

Die Palliativstation ist für Menschen bestimmt, die nicht mehr lange zu leben haben. Dort finden sie Ein- und Zweibettzimmer, einen Wohnbereich, aber auch einen Raum der Stille. Die ärztliche Versorgung ist auf Sterbende eingestellt. Vor allem der Schmerzprophylaxe wird viel Aufmerksamkeit gewidmet, damit der Patient in bestmöglicher Verfassung bleiben kann.

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Speziell ausgebildete Pflegekräfte, Ärzte, Seelsorger, Psychoonkologen und Psychiater kümmern sich dort sowohl um die Sterbenden wie ihre Angehörigen.

Geschichte

Im September 2008 wurde mit der Einrichtung einer Palliativstation im fünften Stock des Klinikums begonnen. Zuvor hatte es keine Einrichtung für Schmerztherapie am Klinikum gegeben. Die Station hat sieben Ein- und Zweibettzimmer mit Dachterrasse. Für Angehörige gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Für die Station haben Augsburger Unternehmen und Privatleute gespendet und auch der Förderkreis Hospiz zu Hause? hat sich finanziell eingebracht.

2008 wurde das Defizit mit etwa 8 Mio. € beziffert.

Am 20. Februar 2009 meldete die SZ?, dass die SPD das im Februar 2009 von Ministerpräsidenten Horst Seehofer gegebene Versprechen, das Augsburger Klinikum zur Uniklinik zu machen, ernst nimmt. Man forderte, schon im Doppelhaushalt 2009/2010 50 Mio. € für Sanierungen und Investitionen bereitzustellen und einen Bericht zur Umwandlung zu erstellen. Sogleich soll der zuständige Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch von der FDP? gesagt haben, der Freistaat Bayern? werde die 60 Mio. Schulden des Klinikums Augsburg nicht übernehmen. Daraus meldete sich laut SZ? der frühere Innenminister Bruno Merk von der CSU aus Günzburg zu Wort: "Wenn diese Zusage des Ministerpräsidenten nicht reine Sympathiewerbung vor anstehenden Wahlen gewesen sein soll, müssen jetzt endlich Taten folgen." Und setzte nach, "dass sich die Schwaben nicht endlos vertrösten oder gar für dumm verkaufen lassen".

Im Mai 2009 rechnete das Klinikum Augsburg mit etwa 6 Mio. € Defizit für 2009. Gleichzeitig eröffnete in dieser finanziell schwierigen Zeit die Palliativstation des Klinikums Augsburg und investierte mit Hilfe der Bayerischen Landesstiftung? etwa 1,2 Mio. € in den Bau der Station.

Ende 2009 beriefen Augsburgs Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl und Landrat Sailer (beide CSU) keinen Arzt, sondern den Diplom-Kaufmann Alexander Schmidtke als Sanierer in den Vorstand des Kommunalunternehmens. Der Sanierer Schmidtke konnte schon 2010 eine "Schwarze Null" präsentieren - bei großem Widerstand der Ärzte und des Pflegepersonals gegen seinen Sparkurs.

2011 bis 2015

Noch 2011 sollte begonnen werden, ein universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg einzurichten. Der Freistaat Bayern? hatte nach der Entscheidung das Klinikum Augsburg zu sanieren 350 Mio. € Zuschüsse für das Klinikum Augsburg versprochen.

Im April 2011 begannen die Kliniken an der Paar? und das Klinikum Augsburg gemeinsam Pflegekräfte auszubilden. Auszubildende der Kliniken an der Paar? lernten auch an der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenwesen des Klinikums Augsburg. Die Praxis wurde dann im Landkreis Aichach-Friedberg absolviert.

Am 9. September 2011 legte der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer den Grundstein für die neue Kinderklinik und das Mutter-Kinderzentrum gelegt des Klinikums Augsburg, wofür 36 Millionen Euro vom Freistaat Bayern? zur Verfügung gestellt wurden.

Im Oktober 2011 führte das Klinikum Augsburg Social Media Guidelines zum Schutz seiner etwa 5.300 Mitarbeiter und Patienten ein. Sie beinhalteten z. B. den Umgang mit Patienten- und Mitarbeiterdaten, die Absender-Klarheit und die Einrichtung offizieller Social-Media-Accounts.

Ein neues Trainee-Programm des Klinikums Augsburg im Managementbereich startete im Juni 2012, um den Fachkräftebedarf im Führungsbereich auch in Zukunft zu sichern. Es richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaft mit Zusatzkenntnissen in der Gesundheitswirtschaft/Humanmedizin, der Pflegewissenschaften mit betriebswirtschaftlichen Zusatzkenntnissen, des Krankehhausmanagements und der Gesundheitsökonomie.

Im Juli 2012 gab die Bayerische Staatsregierung bekannt, dass sie das Augsburger Klinikum mit 91 Mio. € fördern will. Geplant wurden ein neues intensivmedizinisches Zentrum und andere Bauvorhaben des Klinikums.

Der Oktober 2012 brachte die ersten vorbereitenden Arbeiten für die Landeplattform eines Rettungshubschraubers auf dem Klinikum, das den höchsten Landeplatz einer deutschen Luftrettungsstation bekommen sollte.

Seit März 2013 verfügte die Klinik für Nuklearmedizin? am Klinikum Augsburg über drei neue hochmoderne Großgeräte, die noch detailliertere und schnellere Diagnosen ermöglichten. Eine ´SPECT Doppelkopfkamera?, ein neues SPECT/CT-System und ein zusätzliches hochmodernes PET/CT-Gerät. Insgesamt wurden rund 2,3 Millionen Euro investiert.

Anfang April 2013 begann die Installation der Luftrettungsstation auf dem Dach des Klinikums in fast 60 Metern Höhe. Dort sollte ab November 2013 der Rettungshubschrauber landen, um den es viel Streit gegeben hatte. Mit einem Luftrettungslandeplatz in 58 Metern Höhe hatte Augsburg damals die höchstgelegene Luftrettungsstation auf einem Gebäude, wie die Augsburger Presse stolz berichtete. Geschätzte Kosten: 5,9 Mio. €, von denen der Freistaat Bayern? 1,9 Mio. € tragen wollte. Geplant war eine teilweise Refinanzierung durch den Adac? als Betreiber des Helikopters.

In der April/Mai-Ausgabe von Augsburg direkt war zu lesen, dass der erste von drei Lehrstühlen am universitären Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg, angesiedelt an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg eingerichtet wurde ("Health Care Operations/Health Information Management" bzw. "Management im Gesundheitswesen").

Ende Juli 2014 wurde am Klinikum Augsburg eine neue Kinderklinik Augsburg mit Mutter-Kind-Zentrum Schwaben? offiziell eröffnet. Kurz zuvor konnte die Palliativstation des Klinikums auf ihr fünfjähriges Bestehen zurückblicken.

Am 22. Oktober 2014 eröffnete das Helmholtz Zentrum München am Klinikum Augsburg das größte Studienzentrum der Nationalen Kohorte (NAKO). Ziel dieser deutschlandweiten Bevölkerungsstudie mit 18 Standorten war es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Das sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Lungenerkrankungen, Demenz und Depressionen. Seit rund 30 Jahren betrieb das Helmholtz Zentrum München in der Region Augsburg mit Erfolg die große Bevölkerungsstudie MONICA/KORA. Aus KORA floss sehr viel Wissen in die Planung ein, sie war sozusagen die Mutter der Nationalen Kohorte. Am Augsburger Studienzentrum sollten auf lange Sicht 20.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren untersucht werden. Das Studienzentrum Augsburg wollte außerdem 6.000 Personen anbieten, mittels Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht zu werden. Für diese besondere Untersuchung wurde extra ein 3-Tesla-MRT-Gerät beschafft und installiert. "Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft" war das Motto der Nationalen Kohorte (NAKO). Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollten bundesweit 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensumständen befragt werden. Ziel war es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Langfristig versprachen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel unsere Gene, die Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind oder aber unser Lebensstil? Welche Rolle spielen dabei soziale Faktoren? Können wir uns vor diesen Krankheiten schützen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Ende Oktober 2014 veranstatete der Rotary Club Augsburg? mit dem Musikkorps der Bundeswehr im Golfclub Augsburg? (Burgwalden?) ein Benefizkonzert für das Kinderschmerzzentrum? des Klinikums, das im September 2015 eröffnet werden sollte. Dabei sammelte man 20.000 Euro als Anschubfinanzierung für das zweite Schmerzzentrum dieser Art in Deutschland. Geplant waren zehn Betten für Kinder zwischen acht und 18 Jahren, die hier über drei Wochen ganzheitlich behandelt werden sollten.

Das Jahr 2014 war für das Klinikum durch inhaltliche Debatten zwischen Ärzten, Mitarbeitern und Politikern über die Ausrichtung und Strategie des Krankenhauses geprägt. Während die einen einen harten Sparkurs durchziehen wollten, stand für andere die Qualität der Patientenversorgung an erster Stelle. Durch Investitionen in den Bau und die medizinische Entwicklung musste an anderen Stellen gespart werden, um das Defizit nicht allzu groß werden zu lassen. Auch war es nicht jedem Beschäftigten im Klinikum Augsburg recht, dass die Stadt Augsburg und der Landkreis Augsburg als bisherige Träger des Krankenhauses das Klinikum als Universitätsklinik an den Freistaat Bayern? übergeben wollten.

2014 hatte das kommunale Krankenhaus mehr als 5.500 Mitarbeiter, war einer der größten Arbeitgeber der Region Augsburg, betreute 75.000 Patienten stationär und etwa 173.000 Patienten ambulant. In der Gewinn- und Verlustrechnung schloss das Klinikum 2014 mit 4,5 Millionen Euro Verlust ab.

Ende Februar 2015 lehnte das Verwaltungsratsmitglied Max Strehle? (CSU) den Wirtschaftsplan für 2015 ab, weil er eine Überlastung des Personals am Klinikum Augsburg befürchtete. In der Notaufnahme des Klinikums erstatteten 15 Ärzte eine sogenannte Gefährdungsanzeige, weil die Überlastung zu groß geworden war.

Am 11. Juni 2015 eröffnete das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung? an der Universität Augsburg, was einen ersten konkreten Schritt zu einer Umwandlung des Klinikums Augsburg in eine Universitätsklinik bedeutete.

Im Sommer 2015 legte Bayern dem Wissenschaftsrat in Köln das Konzept des Universitätsklinikums Augsburg vor, der das Konzept unterstützten muss, damit es umgesetzt werden kann. Nach den Vorgaben des Wissenschaftsrats müssten etwa 60 bis 80 Professorenstellen geschaffen werden, um eine komplette Ärzteausbildung in Augsburg aufzubauen, wobei man von etwa 1.500 Studenten der Humanmedizin ausging. Als Forschungsschwerpunkte plante man Umweltmedizin und Medizininformatik.

2016 bis 2020

Im Juli 2016 stimmte der Wissenschaftsrat dem Konzept einer Universitätsklinik in Augsburg zu. Damit hoffte man in Augsburg, ab 2019 mit dem Lehrbetrieb beginnen zu können. 270 Mio. Euro sollten in die Einrichtung investiert werden, die etwa 1.000 Beschäftigte in der Endausbaustufe haben sollte. Für die laufenden jährlichen Betriebskosten rechnete man mit etwa 100 Mio. Euro für Lehre und Forschung, die Universalmediziner ausbilden sollte - mit Schwerpunkten in der Medizin-Informatik und der Umweltmedizin.

Die Bayerische Staatsregierung forderte im August 2016 eine "Schwarze Null" vor der Übernahme des Klinikums Augsburg als Universitätsklinik. Diese Forderung stieß auf Ablehnung nicht nur unter den Beschäftigten des Augsburger Krankenhauses, das für ganz Schwaben eine zentrale Bedeutung als Vollversorgungskrankenhaus hat und die zweitgrößte Notaufnahme Deutschlands besitzt, eine Notaufnahme, die auch Fälle der überlasteten Notaufnahmen in München übernimmt. Ein Krankenhaus dieser Art, das sich die Patienten nicht wie Rosinen herauspickt, macht zwangsläufig Verluste, hieß es von Seiten der Kritiker der Bayerischen Staatsregierung. Ein weiteres Argument gegen die Forderung wies darauf hin, dass alle anderen bayrischen Universitätskliniken defizitär arbeiten, was aufgrund der Rahmenbedingungen bei der Finanzierung der Krankenhäuser gar nicht anders zu machen sei. Außerdem sei die Ärzteschaft des Klinikums Augsburg schon jetzt überarbeitet, hieß es, und mache viele Überstunden. Es sei unerklärlich, wie vor diesem Hintergrund 30 bzw. 100 gestrichene Stellen noch durch interne Umstrukturierungen aufgefangen werden könnten. Vor allem bleibe die Qualität der Versorgung der Patienten auf der Strecke.

Ende September 2016 stimmte der Stadtrat Augsburg dem Bebauungsplan Nr. 300 "Universität Augsburg – Medizinische Fakultät" zu. Er schuf die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung des Universitätscampus auf dem Klinik-nahen Areal westlich der Virchowstraße. In Kriegshaber sollt damit ein neues Quartier in unmittelbarer Nähe zur zukünftigen Uniklinik entstehen. Die ersten Gebäude umfassen ein Lehrgebäude mit Hörsälen und Seminarräumen, ein Forschungsgebäude und ein Zentrum für Integrierte Forschung. Gemäß der städtebaulichen Leitidee gruppieren sich die ersten sieben Gebäude der medizinischen Fakultät um einen zentralen Hauptplatz.

Am 25. Oktober 2016 machte der Beschluss des Bayerischen Kabinetts den Weg für ein Universitätsklinikum Augsburg frei. Voraussetzung dafür waren das positive Votum des Wissenschaftsrats und die Vorlage eines wirtschaftlichen Sanierungskonzepts durch den kommunalen Träger des Klinikums. Noch 2016 sollte die Universität Augsburg die medizinische Fakultät errichten. Und zum 1. Januar 2019 sollte das Augsburger Klinikum in staatliche Trägerschaft übergehen.

Am 1. Dezember 2016 trat die Gründung der medizinischen Fakultät als achte Fakultät der Universität Augsburg in Kraft.

Details

Das Klinikum hat eine interdisziplinäre Schmerztagesklinik zur Behandlung von chronischen Schmerzen, die oft mit Angst, Depressionen und Schlafstörungen einhergehen. In ihr kommen multimodale Schmerztherapie-Programme zum Einsatz, die sowohl seelische wie soziale und körperliche Komponenten des Schmerzes berücksichtigen. Konkret bedeutet das, die Schmerzpatienten werden nach dem „bio-psycho-sozialen Modell“ medizinisch, psychologisch und trainingstherapeutisch behandelt.Das Klinikum hat eine interdisziplinäre Schmerztagesklinik zur Behandlung von chronischen Schmerzen, die oft mit Angst, Depressionen und Schlafstörungen einhergehen. In ihr kommen multimodale Schmerztherapie-Programme zum Einsatz, die sowohl seelische wie soziale und körperliche Komponenten des Schmerzes berücksichtigen. Konkret bedeutet das, die Schmerzpatienten werden nach dem „bio-psycho-sozialen Modell“ medizinisch, psychologisch und trainingstherapeutisch behandelt.

Jedes Jahr werden im Augsburger Klinikum etwa 1500 Kinder geboren.

Finanzierung

Vom Freistaat Bayern? bekommt das Klinikum pro Jahr 5,4 Mio. € (Stand 2009).

2009 hatte das Klinikum allein im Bereich Medizintechnik einen Investitionsstau von etwa 60 Mio. €.

Ausbildungsstätte

Das Klinikum Augsburg gilt als größter Ausbildungsbetrieb in Schwaben und bildet pro Jahr bis zu 170 Auszubildende in den eigenen Berufsfachschulen für Physiotherapie, Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Krankenpflegehilfe aus. Auch Hebammen, Köchinnen, Köche, Gärtner, Schreiner und Hauswirtschafter Innen? werden hier in ihren Beruf eingeführt.

Da das Klinikum Augsburg ähnlich einer Uni-Klinik ein Haus der Maximalversorgung ist, können nahezu alle Fachrichtungen in der Ausbildung berücksichtigt werden. Kooperationen mit ambulanten Einrichtungen machen es möglich, dass die Auszubildenden auch Bereiche im nicht-stationären Dienst kennen lernen.

Abiturienten können sogar ihre Ausbildung mit dem Studium verbinden. In Kooperation mit der Hochschule München? bietet das Augsburger Klinikum nämlich an, die Ausbildung mit einem Studium (Bachelor of Science in Nursing) zu verbinden.

Forschungsschwerpunkte Uniklinik Augsburg

Environmental Health Sciences: Forschung bezüglich Krankheit und Umwelt. Medizinische Wissenschaften und Umweltwissenschaften analysieren die positiven wie negativen Zusammenhänge zwischen Umwelt und Krankheit – auch die sozialen Faktoren.

Medical Information Sciences: Daten könnten in Zukunft die Basis für die Entwicklung spezifischer und individueller Therapien sein. So sollen Möglichkeiten entwickelt werden, solche Daten individuell nutzbar zu machen und Krankheitsverläufe zu simulieren.

Beide Schwerpunkte bauen auf Kompetenzen der Universität Augsburg auf und sollen so zum ersten Mal in Deutschland realisiert werden. Daneben wird die Augsburger Medizinerausbildung kompetenzorientiert gestaltet und von der üblichen Medizinerausbildung abweichen, hat man doch ein eigenes Medizincurriculum entwickelt und darin Maßgaben des Wissenschaftsrats umgesetzt, die der Verbesserung der Ärzteausbildung dienen sollen. So lernen die angehenden Mediziner früher als üblich kennen, die Ausbildung orientiert sich auch nicht mehr an den klassischen Fächern, sondern an den Rollen, die ein Arzt übernehmen muss. Krankheit wird nicht rein mechanistisch gesehen, sondern als Störung der Interaktion von psychischen, körperlichen und sozialen Faktoren.

Luftrettungsstation

Die Augsburger Luftrettungslandestation besteht aus einer Landeplattform auf dem Klinikumsdach, die eine Fläche von etwa 1300 Quadratmeter hat. Dort ist ein Rettungshubschrauber fest stationiert. Daneben hat noch ein zweiter Helikopter Landefläche, um Patienten aus anderen Kliniken zum Klinikum Augsburg zu transportieren. Auf dem Dach können beide Helikopter jederzeit betankt werden.

Parkraumbewirtschaftung

Die kostenpflichtige Parkraumbewirtschaftung am Klinikum Augsburg gibt es seit 2008. Sie wurde notwendig, weil die etwa 2.200 Parkplätze immer häufiger durch unberechtigte Personen benutzt wurden und weil die Tiefgarage und die Parkplätze saniert und modernisiert werden mussten, was etwa zwei Millionen Euro kostete. Deshalb wurden die gesamten Parkflächen an eine Stuttgarter Firma verpachtet, die dieses Sanierung und Modernisierung in die Hand nahm und den Parkraum bewirtschaftete. Die Parkplätze sind nur noch über Schranken und ein Entgelt zugänglich, das zwischen Angestellten und Besuchern unterscheidet, da es für beide Personengruppen unterschiedliche Tarife gibt. Die Parkraumbewirtschaftung schließt auch das Klinikum Süd in Haunstetten ein.

Adresse

Klinikum Augsburg
Stenglinstraße? 2
86156 Augsburg

Tel. 0821/400-01
Fax. 0821/400-4585
E-Mail: webinfo(@)klinikum-augsburg.de


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