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Klimaschutz in Augsburg

lokale Bemühungen in Augsburg, um den Treibhauseffekt, die globale Erderwärmung zu stoppen oder wenigstens zu bremsen

Allgemeines

Im Bereich Klimaschutz arbeitet Augsburg mit den umgebenden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg zusammen, um die Treibhausgase in der Region zu senken. Darüber hinaus ist der Wirtschaftsraum Augsburg Standort von überregional bedeutenden Firmen der Umwelttechnologie oder Institutionen wie dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) und dem KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e. V.?. In der Umweltregion Augsburg? engagiert man sich beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Steigerung der Energieeffizienz oder bei der Sensibilisierung der Bevölkerung durch Veranstaltungen und Beratungen.

Aktuell gilt das Klimaschutzkonzept der Stadt Augsburg mit seinem 9-Punkte-Plan 2009 bis 2014. Ein Regionales Klimaschutzkonzept? soll die Maßnahmen und Ziele in der Region bündeln und regionale Modellprojekte anstoßen.

Der Augsburger Energiepfad zeigt Kompetenzen der Stadt Augsburg und der beiden Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg in Sachen Energie und Klimaschutz.

Augsburg will als Umweltstadt? den Ausstoß von Treibhausgasen, den Verbrauch fossiler Brennstoffe, den Energieverbrauch im OEPNV, in Privathaushalten und in Betrieben verringern. Denn darin besteht ein wirksamer Klimaschutz.

Technisch ist schon vieles im Klimaschutz möglich, doch nicht immer sind technische Möglichkeiten finanzierbar. Das beginnt bei der Energieerzeugung, wo der Kohlendioxid-Ausstoß so gut es geht vermieden werden muss, um eine weitere Aufheizung der Atmosphäre zu verhindern. Am besten ist dazu der Einsatz erneuerbarer Energie?, aber auch Blockheizkraftwerke?, die mit Erdgas betrieben werden, sind eine kohlendioxidarme Möglichkeit der Energiegewinnung. An Atomkraftwerken wie dem Kernkraftwerk Gundremmingen scheiden sich die Geister. Die überwiegende Mehrheit in Deutschland hält diese kohlendioxidfreie Gewinnung von Energie angesichts des möglichen GAU für zu gefährlich. Durch die Nähe von Gundremmingen wäre gerade Augsburg im Falle einer Katastrophe betroffen. Deshalb ist die Energiewende auch in Augsburg eingeleitet.

Kohlendioxidemissionen können auch durch Energie-Effizienz- und Energie-Einsparung verhindert bzw. verringert werden. Das setzt an der Isolation von Gebäuden an, geht über Niedrig-Energie- oder Passivhäuser und endet noch lange nicht bei der Reduzierung des Verkehrs oder dem Einsatz effizienterer Verkehrsmittel.

Während die internationale Klimaschutzpolitik nur langsam voranschreitet, kann Klimaschutz auf der lokalen Ebene in Augsburg schneller vorangetrieben werden. Schon die persönliche Energieeinsparung oder der maßvollere Konsum tierischer Produkte trägt zum Klimaschutz bei.

Klimaschutz erfordert von allen Augsburgern Verhaltensänderungen. Das unterstützt die Stadt Augsburg unter dem Motto Klimaoffensive durch

Geschichte

1998 trat die Stadt Augsburg dem Klima-Bündnis der europäischen Städte bei. Sie verpflichtete sich durch diese Mitgliedschaft zu kurz-, mittel- und langfristigen Klimaschutzzielen. Kurzfristig lautete das Ziel, die CO2-Emissionen alle fünf Jahre um 10% zu reduzieren, langfristig, die CO2-Emissionen pro Kopf auf maximal 2,5 Tonnen pro Jahr zu senken.

2001 begann die Stadt Augsburg Umweltmanagementsysteme (Ökoprofit, EMAS?, Klimafit? …) aber auch Branchenkonzepte (Umweltfreundliches Gastgewerbe, Branchenkonzept für Sportvereine …) aufzubauen.

2003 richtete die Stadtverwaltung eine Abteilung Klimaschutz ein und baute eine Klimaschutzberichterstattung mit Kohlendioxid-Bilanzierung auf.

2004 startete die Klimaoffensive Augsburg? und die Stadt Augsburg beschloss ein Kohlendioxid-Minderungskonzept. Diesen Schritten folgte 2012 ein Regionales Klimakonzept mit den Nachbarlandkreisen von Augsburg.

2006 vergab der Augsburger Zukunftspreis zum ersten Mal an drei Preisträger die Würdigung im Bereich Klimaschutz.

2008 führte die Handwerkskammer für Schwaben als erste bundesdeutsche Kammer die Kampagne „Klimaschutz ist unser Handwerk“ durch und die Hochschule Augsburg richtete den Studiengang „Energieeffizientes Bauen“ ein.

Im Frühjahr 2009 begann die Umweltbildungsstation Augsburg? das Umweltbildungsprogramm „Prima Klima in Augsburg“ anzubieten. Ebenfalls 2009 entstand die Idee für ein regionales Klimaschutzkonzept in Gesprächen der Klimaschutzexperten der Landratsämter Augsburg und Aichach-Friedberg und der Stadt Augsburg. Die Idee wurde vom Regionalmanagement der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH aufgegriffen und vorangetrieben. Für die Erarbeitung eines solchen regionalen Klimaschutzkonzeptes wurden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 60.000 € Fördermittel eingeworben. Im Dezember 2010 begann der Wirtschaftsraum Augsburg auf Initiative des Regionalmanagements der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ein Konzept für eine regionale Klimaschutzstrategie zu erarbeiten. Ende 2011 sollte das Konzept stehen. Als Ziel des Konzepts wurde angegeben, gemeinsam mit den Akteuren der Region wegweisende Modellprojekte zu erarbeiten.

Zunächst erhob man regionsweit grundlegende Daten zu Energiebedarfen und zur aktuellen Energieversorgung in den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg sowie der Stadt Augsburg. Dann sollten Projektgruppen und zwei Klimaschutzkonferenzen folgen, in denen auf Basis der Daten mit Akteuren der Region – aus Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Institutionen etc. – Modellprojekte entwickelt werden. Auch wollte man mit dem Klimaschutzkonzept Kommunen Unterstützung bei ihren Klimaschutzaktivitäten anbieten.

Außerdem plante man eine regionale Energieagentur, deren Gründung die Stadt Augsburg als Förderantragsstellerin auch stellvertretend für den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg ab Dezember 2010 vorantrieb. Sie sollte später u. a. auch solche Projekte im Namen der regionalen Partner umsetzen. Die Stadt Augsburg brachte Erfahrungen und umfangreiche Daten aus dem städtischen Klimaschutzkonzept mit ein.

In die Konzepterarbeitung wurden eingebunden die Managementberatung Identität & Image, der Spezialist für Erneuerbare Energien Green City Energy GmbH aus München sowie die Hochschule Augsburg mit dem Lehrstuhl Prof. Sahner für den Bereich der Energieeffizienz. Als Schnittstelle zwischen den Beteiligten und den Dienstleistern wurde das Regionalmanagement der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH als koordinierende Stelle eingebunden.

Das regionale Klimaschutzkonzept wurde 2011 erarbeitet. Es enthielt eine Datengrundlage zu CO2-Emissionen und Energieverbräuchen und zeigte Stellschrauben auf, mit denen Energie eingespart und die Nutzung von erneuerbaren Energien erhöht werden konnte. Insgesamt 23 Leitprojekte wurden zu diesem Zweck erarbeitet. Ausgezeichnet hat diesen Prozess neben dem regionalen Fokus auch der breite Einbezug von Akteuren aus der Region Augsburg. Insgesamt wurden über 600 Akteure aktiv eingebunden.

Im Herbst 2011 startete die Regionale Energieagentur Augsburg mit dem Ziel BürgerInnen, Unternehmen und Kommunen neutrale und produktunabhängige Informationen zur Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zu bieten.

2012 erarbeitete Augsburg Solardachkataster? / Solarkonzept? und Windkonzept?, ein Jahr später einen Energienutzungsplan?.

Im März 2012 stellte der Wirtschaftsraum Augsburg ein regionales Klimaschutzkonzept mit einem Umfang von 300 Seiten vor. Darin wurden die Ausgangssituation der Kommunen, die Potenziale der Region, mögliche Szenarien bis 2030 und konkrete Maßnahmen vorgestellt.

Durch die 10-H-Regelung vom November 2014 wurde das gemeinsame Klimaschutzkonzept der Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und der Stadt Augsburg in seiner Zielerreichung erschwert, denn um bis 2030 55 Prozent Kohlendioxid einzusparen, wäre der Windenergie-Einsatz notwendig gewesen. Das Konzept von 2011 sah 77 Windräder im Wirtschaftsraum Augsburg vor. Ob die Photovoltaik die entstandene Windenergie-Lücke schließen kann, war zweifelhaft. Ein Ausweg sah man darin, Windkraftanlagen auf Waldgebieten Augsburgs außerhalb der Stadt zu errichten oder sich an fremden Windkraftanlagen zu beteiligen.

Im Mai 2015 wurde ein neuer Augsburger Klimaschutzbericht vorgestellt, aus dem hervorging, dass der 2008 beschlossene 9-Punkte-Plan fast vollständig umgesetzt wurde. Beim Beitritt der Stadt Augsburg zum Klimaschutzbündnis der europäischen Kommunen im Jahre 1998 hatte man sich jedoch verpflichtet alle 5 Jahre den CO2-Ausstoß pro Kopf um 10% zu reduzieren. Das hatte Augsburg 2015 noch nicht geschafft. Vor allem in den Bereichen kommunaler Energiestandard und der energetischen Sanierung großer Gebäude gab es noch Nachholbedarf.

Am 30. Juni 2016 beschloss der Augsburger Stadtrat das Klimaprogramm 2020, das die früheren Klimaschutzaktivitäten fortentwickeln und als "Programm mit Dialog" flexibel, diskursiv und partizipativ neu aufgestellt werden sollte. Das Klimaprogramm 2020 sollte deutlich machen, dass Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist und die Grundlage für ein wirkungsvolles Klimaschutzkonzept der Dialog sowie eine breite Information und Beteiligung der Öffentlichkeit und der Stadtgesellschaft. Auch sollte es mit der neuen Struktur besser möglich sein, auf aktuelle Entwicklungen schneller zu reagieren und das Programm im Rahmen der jährlich stattfindenden Klimadialoge anzupassen. Eingeordnet in den sog. Energie-Drei-Sprung - Energiebedarf senken, Energieeffizienz steigern und erneuerbare Energien ausbauen - wurden verschiedene Maßnahmen benannt, deren Umsetzung angegangen oder forciert werden sollten. Auch die Themen Sanierung und kommunaler Energiestandard wurden als Vorhaben zur Senkung des Energiebedarfs angesprochen.

Details

Ein wichtiger Bereich für einen besseren Klimaschutz ist die Verkehrspolitik.

Wer Beratung für gesundes Bauen, Sanieren oder Wohnen sucht, findet auf der Internetseite des Klimaschutznetzwerkes der Handwerkskammer für Schwaben verschiedene Fachfirmen: Klimaschutz-Fachfirmen bei der HWK-Schwaben

Augsburger Klimadialog

Diese Veranstaltung wurde von Reiner Erben und dem Umweltamt? initiiert, um die Klimaschutzaktivitäten in der Stadt Augsburg zu begleiten und dazu mit Fachleuten und Engagierten Maßnahmen-Vorschläge zu erarbeiten. Zum Augsburger Klimadialog werden Akteure aus der Stadtgesellschaft eingeladen: Mitglieder des Stadtrats, insbesondere des Umweltausschusses, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Akteure und Multiplikatoren von Organisationen und Institutionen wie der Handwerkerschaft, der Industrie, der Energieberater, der Wissenschaft und Forschung sowie Vertreterinnen und Vertreter engagierter Bürgerinnen und Bürger wie beispielsweise von attac, greenpeace oder dem Fachforum Energie der Lokalen Agenda?.

Der 1. Augsburger Klimadialog fand am 20. Juli 2015 im Zeughaus statt. Es wurden Voruntersuchungen vorgestellt, auf deren Grundlage weitergearbeitet werden sollte:

  • die Evaluation des 9-Punkte-Plans,
  • das Regionale Klimaschutzkonzept für die Region Augsburg mit Stadt und Landkreis Augsburg und Landkreis Aichach-Friedberg,
  • die hieraus priorisierten Leitprojekte,
  • die Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung dieser Programme mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 des Bundes sowie
  • der Input aus den Diskussionen des 1. Klimadialogs.

Weblinks


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