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Klaucke, Johann Gottlieb

Leben und Wirken

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Geboren wurde Johann Gottlieb Klaucke 1719 in dem pommerschen Ort Küstrin, der heute teilweise zu Polen, teilweise zu Deutschland gehört. Er war der Sohn eines Bäckers. Als er um 1746 nach Augsburg kam, wurde er von dem Silberhändler Philipp Adam Benz? eingestellt. Als dieser 1749 starb, heiratete Klaucke dessen Witwe. Sie hieß Sibylle Euphrosina Köpf. Mit ihr war Klaucke über zehn Jahre verheiratet, bis sie 1761 starb.

Klaucke übernahm zunächst lediglich die Geschäftsführung der Silberhandlung und und erweiterte das Geschäft um den Handel mit Schmuck und Kunst aus Silber. Das Geschäft gehörte zunächst noch der Benzschen Witwe und deren Kindern. Aber Klaucke leitete das übernommene Geschäft sehr erfolgreich, was auch für seine Gattin ein Vorteil war, die damit sich und ihre Kinder gut versorgt sah.

Nachdem Klauckes erste Ehegattin 1761 verstorben war, heiratete er Juliane Barbara von Welser (1732 - 1807). Damit wurde Klaucke nun mit einer weiteren wohlhabenden und historisch berühmten Familie in Augsburg verbunden.

Johann Gottlieb Klaucke war äußerst geschäftstüchtig und erreichte es 1769, dass ihm die gesamte Firma gehörte. Seine fünf Stiefkinder Anna Sybilla, Christian, Christoph, Philipp Adam und Maria Anna zahlte er nach einigen Streitereien um das Geld (es ging damals um rund 300.000 Gulden) aus und diese zogen sich aus dem Geschäft zurück, indem sie ihrem Stiefvater Klaucke ihre Geschäftsanteile übertrugen. Klaucke blieb bis zu seinem Tod Chef der Silberhandlung.

1772 beteiligte sich Johann Gottlieb Klaucke an der Unteren Bleiche?, einer Augsburger Bleicherei, also an einem Betrieb in einer anderen Branche. Das hing wohl damit zusammen, dass er seinem ältesten Stiefsohn Philipp Adam Benz, der plante das Silber-Geschäft zu übernehmen, davon fernhalten wollte, indem er ihm die Untere Bleiche als Arbeitsbereich anbot. Allerdings ging die Untere Bleiche? in Konkurs und Philipp Adam Benz zog von Augsburg mit seiner Frau und 14 Kindern nach Karlsruhe, wo er einen Posten als Polizei-Rat erhielt.

In seinem Testament vom 17. Juli 1801 bestimmte Johann Gottlieb Klaucke, dass sein Vermögen im Wert von mehr als 400000 fl nicht nur seine Witwe erhalten, sondern auch sozialen evangelischen Einrichtungen in Augsburg zukommen sollte. So bedachte er das evangelische Armenkinderhaus? mit Geld, vermachte dem evangelischen Waisenhaus? 30.000 fl, der neuen Armenanstalt 15.000 fl, dem Anna-Kolleg? 60.000 fl und der evangelischen Scholarchatskasse 30.000 fl; die evangelische Scholarchatskasse ging 1808 im evangelischen Studienfonds auf. Die beiden letztgenannten Stiftungen tätigte Johann Gottlieb Klaucke, um die Lehrerbesoldung am Gymnasium bei Sankt Anna und der evangelischen Pfarrer in Augsburg zu verbessern. Dazu bedachte er noch weiter kleinere Stiftungen in seinem Testament.

Großherzig beginnt sein Testament: "... zu etwelcher Betätigung meiner gegen Gott schuldigen Dankbarkeit für den mir in meinem Leben zugewandten Segen und reichliche Belohnung meiner Arbeiten, auch zur Bezeugung meines Wohlwollens und Liebe gegen meine Nebenmenschen und Freunde und in der redlichen Absicht, unter meinen Mitbürgern noch nach meinem Tode zu nützen, folgende Legate ..." Er verfasste für das Waisenhaus? sogar eine pädagogische Beilage zu seinem Testament, in dem er den Tagesablauf und die Erziehungsprinzipien im Waisenhaus? regelte. Übrigens gilt die Stiftung Evangelisches Waisen- und Klauckehaus Augsburg? die auf ihn zurückgeht und in Hochzoll angesiedelt ist, als ein sehr gut geführtes heilpädagogisches Heim für Kinder und Jugendliche.

Johann Gottlieb Klaucke starb am 1. August 1805 in Augsburg; seine zweite Frau überlebte ihn etwa zwei Jahre.

Sonstiges

Zu erwähnen ist, dass er mit der pädagogisch interessierten Anna Barbara von Stetten? verwandt war.

Um an den großen Augsburger Stifter zu erinnern, wurde die Klauckestraße nach dem Silberhändler und Wohltäter benannt.

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