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Kinogeschichte in Augsburg

Die wilhelminischen Anfänge

Zur Zeit des Kaiserreichs unter Wilhelm I. und Wilhelm II. wurde Pathos groß geschrieben. Es war eine dynamische Epoche, in der sich die Technik schell entwickelte. Man glaubte, alles beherrschen zu könnten. Eine der wichtigen Erfindungen dieser Zeit waren öffentliche Filmvorführungen. Die erste dieser Vorstellungen fand am 28. Dezember 1895 in Paris statt, ein Jahr später versammelten sich Zuschauer in Berlin zur ersten deutschen Filmvorführung. Ebenfalls 1896 sahen Augsburger im Café Mercur? am Judenberg einen ersten Film. Er zeigte die Ankunft eines Eisenbahnzuges in einem Bahnhof. Die Augsburger Dulten waren in den folgenden Jahren Orte, an denen Wander-Kineatographen dem Publikum das neue Medium nahe brachten.

Schon bald begann der ideologische Missbrauch des Films. Am 16. November 1901 hielt ein Berliner Offizier im Saalbau Herrle einen Vortrag zum Thema "Deutschland im stillen Weltmeere, besonders in Ostasien" und zeigte begleitend einen Film mit heroischen Kampfszenen.

Vor dem II. Weltkrieg

Das erste Augsburger Lichtspielhaus eröffnete im Jahr 1906.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnten die Augsburger immerhin zwischen elf Kinos wählen. Angesagt waren vor allem das Luitpold-Lichtspielhaus?, kurz Luli genannt, nahe dem Königsplatz, die Palast-Lichtspiele? (kurz Pali bzw. Pa-Li) oder das Emelka? beim Wertachbrucker Tor. Besonders schön waren die Säle der Kammerlichtspiele? im ehemaligen Riedingerhaus (heute Stadtwerke?) oder der Filmpalast?, mit 1.250 Plätzen Schwabens größtes Lichtspielhaus.

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Neuanfang nach dem II. Weltkrieg

Bei Kriegsende lagen auch in Augsburg viele Kinos in Schutt und Asche und manche waren für immer verloren. Andere Häuser, wie das Capitol und das Luli?, waren glimpflicher davongekommen, blieben aber von den Amerikanern besetzt. Nur zwei der im Krieg zerstörten Kinos öffneten 1945 wieder die Pforten: die Hubertuslichtspiele? in Oberhausen und die Neuen Lichtspiele? am Schmiedberg. Schon Mittags standen die Menschen den Schmiedberg hinauf Schlange, um einen der 345 Plätze zu ergattern, die das „Kartoffelkellerkino“ zu bieten hatte. Und das, obwohl in dem gesamten Jahr nur fünf amerikanische Filme im O-Ton mit Untertitel gezeigt wurden.

Sternstunden des Kinos

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In den 50er-Jahren begann die Blütezeit des deutschen Heimat- und Unterhaltungsfilms. Auch in Augsburg bescherte sie den Kinobetreibern einen Klassenschlager nach dem anderen. Kino war das Freizeitvergnügen Nummer eins und das konnte man in sämtlichen Stadtteilen Augsburgs genießen. Insgesamt 17 Vorstadtkinos etablierten sich neben den großen Lichtspielhäusern der City, von denen am längsten die Neue Schauburg in Lechhausen überlebte.

Die Paläste der Träume, ob groß oder klein, sie boten den Augsburgern in den 50er-Jahren vor allem eine heile Kinowelt: „Die Csardas-Fürstin“ oder der „08/15“-Streifen mit Mario Adolf und Joachim Fuchsberger, O. W. Fischer als „Ludwig der Zweite“ - das waren die Publikumslieblinge in jenen Jahren. Auch „Sissi“ und „Der Hauptmann von Köpenick“ waren zwei Kassenschlager, die 1956 allein im Filmpalast? 92.000 Zuschauer anzogen. Aber natürlich machte auch die bevorstehende Sexwelle vor Augsburgs Kino keinen Halt, so sehr die damaligen CSU -Stadtabgeordneten auch bemüht waren, den schleichenden Prozess des Sittenverfalls im Keim zu ersticken. Der Sündenfall begann in Augsburg im März 1951 mit Hilde Knef. 35.000 ZuschauerInnen lockte „Die Sünderin“ in den Filmpalast? - trotz enormen Polizeiaufgebotes. Sittlicher ging es im Luli? zu: der erste Aufklärungsfilm („Schleichendes Gift“) wurde hier für Männer und Frauen getrennt vorgeführt.

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