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Kernkraftwerk Grundremmingen

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Ein Kernkraftwerk, das etwa 50 Kilometer von Augsburg entfernt steht und als leistungsfähigstes AKW in Deutschland gilt.

Allgemeines

Die beiden AKW-Blöcke B + C in Gundremmingen zählen zu den gefährlichsten in Deutschland noch laufenden Atomkraftwerken. Als Siedewasserreaktoren haben sie nur einen Hauptkreislauf; die Steuerstäbe müssen von unten und gegen die Schwerkraft in den Reaktor gedrückt werden. Die beiden Abklingbecken mit jeweils über 2000 verbrauchten und extrem strahlenden Spaltelementen („Brennelementen“) liegen außerhalb des Sicherheitsbehälters. Im AKW Gundremmingen findet weltweit der größte Einsatz der besonders problematischen MOX- und WAU-Spaltelemente in Siedewasserreaktoren statt. Sämtliche anderen Siedewasserreaktoren Deutschlands sind vom Netz. Nur noch in Gundremmingen werden 2 Reaktoren (Block B + C) an einem Standort betrieben. Block B soll 2017 und Block C erst 2021 vom Netz genommen werden. Castor für Castor entsteht in Gundremmingen das größte oberirdische Atommüll-Lager Deutschlands (Stand 2012).

Das AKW Gundremmingen ist auch für die Stadt und den Großraum Augsburg eine besondere Gefahr. Die Stadt Augsburg liegt nur 39 Kilometer Luftlinie von Gundremmingen entfernt.

Das Gundremminger Kernkraftwerksgeländer hat eine Fläche von etwa 35 Hektar und liegt auf etwa 430 Meter Höhe. Es ist in land- und forstwirtschaftliche Flächen eingebettet. Die Nähe zur A 8 und zur Eisenbahn ermöglicht den leichten Transport schwerer Lasten. Die nahe Donau? wird zur Kühlung des Kraftwerks benutzt.

Betreiber des AKW Gundremmingen ist die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG). Diese GmbH gehört zu 75 Prozent der RWE Power AG, die in Essen sitzt, und zu 25 Prozent der E.ON Kernkraft GmbH aus Hannover. Das im Landkreis Günzburg liegende Kraftwerk besteht aus zwei Siedewasserreaktoren (Block B und Block C) mit jeweils 1.344 MW Leistung. Laut Betreiber werden pro Jahr 21 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, was etwa 30 Prozent des bayerischen Strombedarfs entsprechen soll. Laut Wikipedia ist das Atomkraftwerk Gundremmingen damit das leistungsstärkste deutsche Kernkraftwerk. Laut Betreiber erspart das Werk der Atmosphäre im Vergleich zu Kohlekraftwerken etwa 21 Mio. Tonnen Kohlendioxid jährlich, was 2009 etwa 2,5 Prozent der jährlich in Deutschland anfallenden Kohlendioxid-Emissionen bedeutete. Früher lief auch noch ein Block A, der erste kommerziell genutzte Siedewasserreaktor in Deutschland, der aber wegen eines schweren Störfalls aufgegeben werden musste. Die verbliebenen Siedewasserreaktoren „laufen in der Regel im Grundlastbetrieb“, wie es die KGG auf ihrer Webseite ausdrückt. Gekühlt wird über Naturzugkühltürme mit Zusatzwasser aus der Donau?, das über etwa einen Kilometer zum Kraftwerk transportiert werden muss.

2011 beschäftigte das KGG fast 800 eigene Mitarbeiter und weitere fast 400 ständig vor Ort arbeitende Angestellte von Fremdfirmen. Im Falle von Revisionen kommen noch bis zu 1.500 Auftragnehmer-Mitarbeiter hinzu. Damit ist das Kernkraftwerk Gundremmingen in der Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Jährlich werden Aufträge im Wert von etwa 25 Mio. € an Firmen der Region vergeben und es werden Ausbildungsplätze für Jugendliche vergeben.

Geschichte

1960er Jahre

Dass es in Gundremmingen zum Bau eines Atomkraftwerks kam, ist eher einem Zufall zu verdanken als einer strategischen Planung. Eigentlich sollte das Kraftwerk nämlich in Bertoldsheim? an der Donau? zwischen Donauwörth und Neuburg? gebaut werden. Doch dagegen protestierte die Stadt Nürnberg, die dort im Mündungsgebiet des Lechs Trinkwasserschutzgebiete hatte. Deshalb verlegte man den Standort 50 Kilometer donauaufwärts nach Gundremmingen und beantragte am 13. Juli 1962 den Betrieb dieses ersten Großkernkraftwerks in Deutschland. Für heutige Verhältnisse wurde das AKW in unglaublich schneller Zeit genehmigt: Schon am 14. Dezember 1962 hatte man das Okay der Behörden vorliegen. Zwar gab es eine „Notgemeinschaft Atom-Kraftwerk Gundremmingen-Offingen“, doch machte man sie mit Geld, das in Aussicht gestellt wurde, mundtot, wie Joachim Radkau in seinem Buch „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft 1945–1975“ schreibt. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Schon 1963 lag das positive Sicherheitsgutachten des TÜV München vor und im Dezember 1966 konnte Block A als erster deutscher Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 237 MW in Betrieb genommen werden.

Dass man den Standpunkt Gundremmingen wählte, lag daran, dass Gundremmingen nahe am Hochspannungsnetz, in der Nähe eines Flusses und verkehrsgünstig lag.

1970er Jahre

Im November 1975 kam es in diesem Gundremminger Block A zum ersten tödlichen Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk. Der damalige bayerische Umweltminister Max Streibl, so der SPIEGEL vom 24. November 1975, sprach von einer „Panne“ und davon, dass es auch „in jedem normalen Kraftwerk“ zu einem solchen traurigen Unglücksfall kommen könne. Fakt war, dass sich zwei Schlossermeister in austretendem heißen Dampf verbrühten und an den Folgen starben. Nach den Wahrscheinlichkeitsberechnungen von Atomkraft-Befürwortern ein Unglück, das nie hätte stattfinden dürfen – wären die Handwerker beim Hantieren am Reaktor nicht von der Betriebsanleitung abgewichen, was aber wohl geschehen sein muss. Der rekonstruierte Ablauf sah so aus: Nachdem der Reaktor abgeschaltet und drucklos gemacht worden war, um kleinere Wartungsarbeiten auszuführen, montierten die beiden Schlosser den Kopf eines Ventils im Primärwasserkreislauf ab. Zu- und Ableitungen waren vorschriftsmäßig abgeschottet. Dennoch wurde die Ventilabdeckung herauskatapultiert und es trat 265 Grad Celsius heißer Dampf, der unter 65 atü stand, explosionsartig heraus. „Ein ganz konventioneller Unfall“, zitierte der SPIEGEL den damaligen technischen Leiter des Kraftwerks Reinhardt Ettemeyer. Nur mit dem Merkmal, dass der ausgetretene Dampf radioaktiv war. Laut Betreiber maßen die Messstellen im Abluftkamin des Kraftwerks keine Veränderung der Radioaktivität, auch wenn im Reaktor für drei Minuten ein Ansteigen der Radioaktivität gemessen wurde – bis an die Grenze, über der Mitarbeiter eine Strahlenschutzmaske tragen mussten. Zwischen den 10.000 Litern radioaktiv verseuchten kochenden Wassers im Reaktordruckgefäß und dem Unglücksventil lag nur noch ein einziges weiteres Ventil.

Als Folge des Unglück führte man im AKW Gundremmingen Arbeitspläne mit Checklisten ein, auf denen jeder einzelne Punkt abgehakt werden muss.

Schon wenig später kam es zu einem erneuten Störfall im Atomkraftwerk Gundremmingen: Der Großunfall vom 13. Januar 1977 führte zu einem wirtschaftlichen Totelschaden. Die deutsche Wikipedia schreibt dazu am 23. März 2011: "Bei kaltem und feuchtem Wetter traten an zwei stromabführenden Hochspannungsleitungen Kurzschlüsse auf. Bei der dadurch eingeleiteten Schnellabschaltung kam es zu Fehlsteuerungen. Nach zirka zehn Minuten stand im Reaktorgebäude das Wasser etwa drei Meter hoch und die Temperatur war auf rund 80 Grad Celsius angestiegen. Durch die Fehlsteuerung kam es dazu, dass zu viel Wasser zur Notkühlung in den Reaktor gepresst wurde. Durch Überdruck-Ventile gelangten – unterschiedlichen Quellen zufolge – zwischen 200 m³ und 400 m³ radioaktives Kühlwasser in das Reaktorgebäude (im Gegensatz zu den heutigen besaßen die damaligen Siedewasserreaktoren noch keine Kondensationskammern, sondern bliesen den Dampf in ein Volldruck-Containment ab). Das im Gebäude befindliche Wasser wurde später, wie auch die Gase, ins Freie geleitet. Dieses Szenario wurde im Sicherheitsgutachten als Worst-Case-Fall beschrieben ("Großes Leck an einer Haupt-Kühlleitung mit ungenügender Notkühlung sowie Versagen einer Absperr-Armatur des Containments")."

Nach diesem schweren Zwischenfall schrieben die Aufsichtsbehörden und die Politik den Betreibern des AKW Gundremmingen eine Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik vor, doch hätten dazu 180 Mio. DM investiert werden müssen. Deshalb nahmen sie den Block A nicht wieder in Betrieb. Damals befanden sich auch schon die Blöcke B und C in Bau. Die kontaminierten Teile des Kraftwerks goss man in Behälter und lagerte sie im so genannten "Zwischenlager Mitterteich" ein. Bisher (Stand 2011) hatte Deutschland Glück und der Störfall im Block A von Gundremmingen war der bisher einzige Großunfall mit Totalschaden.

1976 hatte man mit dem Bau von zwei Siedewasserreaktor-Blöcken direkt neben dem stillgelegten Block A begonnen. Jeder der beiden Blöcke B und C wurde auf eine Leistung von 1344 MW ausgelegt.

1980er Jahre

Im Jahr 1983 begannen die Betreiber mit dem Rückbau von Block A, der bis 2005 geplant war. 14 Prozent der Anlage, etwa 1.400 Tonnen Schrott, mussten als radioaktiver Abfall gelagert werden. So schwer waren die Hinterlassenschaften eines Kraftwerks, das bis zu seiner Stilllegung gerade einmal 13,8 Milliarden kWh Energie ins Stromnetz einspeiste.

Die beiden Siedewasser-Reaktoren wurden nach achtjähriger Bauzeit 1984 in Betrieb genommen. Seit damals erzeugen sie pro Jahr etwa 21 Milliarden Kilowattstunden Strom, was etwa einem Drittel des in Bayern jährlich verbrauchten Stroms entspricht.

1990er Jahre

Am 14. September 1999 stellte die damalige Betreiberin RWE den Antrag, die Atomstromproduktion in Gundremmingen in den Reaktoren B und C erhöhen zu dürfen. Dieser Antrag wurde am 19.12.2001 modifiziert.

2000 bis 2010

Im Januar 2006 genehmigt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz?, den Unglücksblock A des Kernkraftwerks Gundremmingen – allerdings nicht das Reaktorgebäude – als Technologiezentrum zu nutzen, in dem Kernkraftwerksteile und Reststoffe aus dem laufenden Betrieb mechanisch und chemisch behandelt oder dekontaminiert werden sowie Kernkraftwerkskomponenten zu warten oder zu reparieren und Spezialwerkzeuge und -geräte anzufertigen und bis zu ihrem Einsatz vorzuhalten.

Im Oktober 2010 wurde durch eine Pressemitteilung von Christine Kamm (DIE GRÜNEN) bekannt, dass die Bayerische Staatsregierung? einen kerntechnischen Unfall in Gundremmingen für möglich hält.

Im gesamten Jahr 2010 wurden im alten AKW Gundremmingen bis November vier undichte Brennelemente festgestellt. Auf eine Anfrage von Christine Kamm gab die Staatsregierung im November 2010 keine Auskunft darüber, ob diese Brennelemente in Deutschland, Frankreich, Russland oder Spanien hergestellt worden sind. Auch vermied die Staatsregierung Auskünfte, ob es die herkömmlichen Uranelemente, die häufig kritisierten plutoniumhaltigen MOX-Brennelemente oder sogar Elemente des umstrittenen WAU-Typs mit wieder aufbereitetem Uran sind.

2011 bis 2015

Am 25. April 2011 fand am Ostermontag in Günzburg eine '''Anti-Atom-Demo" mit dem Motto 25 Jahre Tschernobyl – 45 Tage Fukushima mahnen: Atomkraftwerke abschalten! statt.

Im November 2011 wurde bekannt, dass der Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen abgeschaltet und dessen Brennelemente geprüft werden sollten. Block C war damit nach seiner siebenwöchigen Revision nur knapp drei Wochen in Betrieb. Besonders wenn Brennelemente ausgewechselt werden, steigt die Belastung: Den Halbstundenmittelwerten im Normalbetrieb von 3.000 Becquerel standen offenbar während des Brennelementewechsels im September 2011 für mehrere Tage Werte von über 100.000 mit Spitzen über 1.400.000 Becquerel pro Kubikmeter gegenüber, wie Christine Kamm in einer Pressemitteilung vom 29. November 2011 wissen ließ.

Ebenfalls 2011 beschloss der Augsburger Stadtrat unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Initiative der GRÜNEN einstimmig, dass die bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen darstellen, die mit einer Abschaltung der Kernkraftwerksblöcke B und C Gundremmingen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Augsburg verbunden sind. Ebenso beschlossen wurde, die sicherheitstechnischen Anforderungen des Kraftwerks Gundremmingen B und C sowie des dortigen Zwischenlagers von unabhängigen Experten prüfen zu lassen und aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung eine neue Risikoanalyse sowie notwendige Änderungen der Sicherheitsbestimmungen vorzunehmen und die bestehenden Notfallpläne entsprechend dieser Erkenntnisse zu überarbeiten und ggfs. zu aktualisieren.

Im Januar 2012 wandte sich Christine Kamm in einer Presseerklärung gegen geplante zehn Meter hohe Schutzwände um das Zwischenlager Gundremmingen und erklärte, die Schutzwände würden nicht die erforderliche Sicherheit schaffen. Die größten Gefahren gingen weiterhin von den beiden Nasslagern aus, in denen unmittelbar unter der Reaktorkuppel außerhalb des Reaktorsicherheitskontainments abgebrannte Brennelemente gelagert würden. Wörtlich: „Das Zwischenlager Gundremmingen ist für 192 Castoren genehmigt. In jedem einzelnen Castor ist etwa so viel lang dauernde Radioaktivität wie in Tschernobyl insgesamt frei gesetzt wurde. Die geplanten Wände um die Zwischenlager können jedoch Terror- und Unfallrisiken nicht vollständig ausschließen.“

Im März 2012 sind nach einer Meldung der Augsburger Allgemeinen in Gundremmingen erneut defekte Brennelemente aufgetaucht (Block B). Gleichzeitig übte der Katastrophenschutz in Augsburg für den GAU. Bis zu diesem Zeitpunkt blieben die Betreiber jedoch eine Antwort auf die Frage nach der Ursache ähnlicher Defekte in der Vergangenheit schuldig. Man werde die betroffenen Brennelemente bei der anstehenden Revision austauschen, so die Betreiber. Dass dabei wegen der undichten Brennstäbe wieder erhebliche Spitzenstrahlungswerte an die Umgebung abgeben werden, befürchtete der Vorsitzende der ÖDP Augsburg, Christian Pettinger, und schrieb dazu in einer Pressemitteilung: „Es ist seit langem bekannt, dass bei Revisionsarbeiten immer wieder erhöhte Spitzenstrahlungswerte auftreten, die dann mit Hilfe von gemittelten Messwerten verharmlost werden. Mit den undichten Brennstäben steht zu befürchten, dass dieses Mal wieder eine Extradosis freigesetzt wird."

Am 26. April 2012 jährte sich zum 26. Mal die Atomkatastrophe von Tschernobyl. Aus diesem Anlass rief das Anti-Atom Forum Augsburg zu einer Kundgebung auf dem Augsburger Rathausplatz auf. Weil Augsburg nur 39 Kilometer entfernt vom Atomkraftwerk (AKW) Gundremmingen ist, dessen beide Reaktoren vom Typ her denen in Fukushima gleichen, reicht nach Aussage der Augsburger oedp bereits ein starkes Gewitter, um ein AKW in die Knie zu zwingen: Werden durch Blitzschlag die abgehenden Hochspannungsleitungen beschädigt oder müssen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden, kann das AKW die erzeugte Energie nicht mehr abführen und muss deshalb eine Schnellabschaltung einleiten. Der Prozess einer Schnellabschaltung sei aber genau bei Siedewasserreaktoren besonders kritisch und habe letztlich in Tschernobyl zur Katastrophe geführt. Im Rahmen dieser Gefahr stellte initiiierte die oedp? einen Bürgerantrag an den Stadtrat von Augsburg, um Fragen wie diese zu klären: Was sind aber die Folgen eines GAUs in Gundremmingen? "Wir wollen das Thema atomare Gefahren durch Gundremmingen in einer breiten öffentlichen Diskussion erläutert sehen und erwarten von der Stadt hier kompetente Antworten. Soweit wir derzeit wissen, gehen die geplanten Maßnahmen aber nicht über den Aufbau von zwei Notaufnahmestationen im Stadtgebiet hinaus. Insbesondere eine Evakuierung der Stadt scheint nicht geplant zu sein", so Christian Pettinger? von der ÖDP Augsburg. "Sollen die Augsburger dann im radioaktiv verseuchten Stadtgebiet ausharren? Viele werden das nach Möglichkeit nicht tun und sich entsprechend privat absetzen. Ab was geschieht mit den Mitbürgeinnen und Mitbürgern, die nicht aus eigener Kraft aus dem Krisengebiet fliehen können? Kann für die Verbleibenden eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden? Wer sichert die leerstehenden Häuser gegen Plünderung? Oder ganz profan die Frage nach dem Wert von Immobilien nach einer radioaktiven Verseuchung. Die Betreiber von AKWs sind nicht Haftpflicht versichert und können daher keinen Schadensersatz leisten für den (Wert)Verlust von Immobilien. Und ob eine mögliche staatliche Entschädigung den Erwerb eines vergleichbaren Objektes andernorts ermöglicht, muss bezweifelt werden."

Mitte 2012 stellte der Betreiber des AKW Gundremmingen den Antrag, den Wasserrechtsbescheid zur Entnahme des Donauwassers für Kühlzwecke um 30 Jahre zu verlängern.

Anfang Dezember 2012 berichtete das Kernkraftwerk Gundremmingen von einem Störfall: Wegen eines Lecks am Reaktorboden musste der Reaktor C heruntergefahren werden. Nach fast 28 Betriebsjahren zeigte der Reaktor Zeichen von Verschleiß, sollte aber doch noch bis 2021 am Netz bleiben.

Im Februar 2013 lagerte in Gundremmingen der gefährlichste deutsche Atommüll. Während 2010 25 Castoren in den Zwischenlagern des Atomkraftwerks standen, waren es im Februar 2013 schon 41. Darüber hinaus lagerten in den Nasslagern von Block B 2064 bestrahlte Brennelemente, in Block C 1970 Brennelemente. Von diesen insgesamt über 4.000 bestrahlten Brennelementen gehörten 836 zu der Gruppe der hochgefährlichen MOX-Brennelemente. Diese Zahlen erhielt die Landtagsabgeordnete Christine Kamm auf eine Anfrage im Bayerischen Landtag? und folgerte daraus: „Wir haben in Gundremmingen Deutschlands meistes Plutonium und den gefährlichsten Atommüll bundesweit. Damit hat sich meine Befürchtung, die ich bereits seit Jahren äußere, bewahrheitet: Das angebliche Zwischenlager vor unserer Haustür droht stillschweigend zu einem hochgefährlichen langfristigen Lager zu werden, wenn das Endlagersuchverfahren von den Energiekonzernen torpediert wird und nicht in Gang kommt.“

Gundremmingen verfügte damals über 192 mögliche Castor-Stellplätze für hochradioaktiven Atommüll. Jeden Tag produzierte das damals größte deutsche Atomkraftwerk 150 Kilogramm radioaktiven Abfall, etwa alle zwei Monate wurde damit ein weiterer Castor gefüllt. Jeder einzelne dieser Castoren enthielt so viel langlebiges radioaktives Inventar wie insgesamt 1986 bei der Katastrophe von Tschernobyl freigesetzt wurde. Das Zwischenlager in Gundremmingen war damals bis 2046 genehmigt.

Noch im Februar 2013 war der Antrag vom 14. September 1999 (modifiziert am 19.12.2001) aktuell und wurde von EON, die das Atomkraftwerk Gundremmingen damals betrieb aufrechterhalten. Das war für Christine Kamm der Grund, das bayerische Umwelt- und Gesundheitsministerium? nach dem Stand des Antrags auf Ausweitung der Atomstromproduktion in Gundremmingen zu fragen. Sie fragte auch, ob die Aufforderungen der Kreistage von Dillingen? und Heidenheim?, die Genehmigung zur Ausweitung der AKW-Leistung nicht zu erteilen, berücksichtigt würden. Dazu antwortete das Ministerium: „Unterlagen zum Antrag der Leistungserhöhung des Kernkraftwerks Gundremmingen wurden im Jahr 2012 im Zuge der bundesaufsichtlichen Beteiligung an das BMU übersandt. Das Verfahren läuft noch. Über die Entscheidung und den etwaigen Zeitpunkt einer Genehmi-gungserteilung lässt sich aus derzeitiger Sicht noch keine Aussage treffen. Die Äußerungen kommunaler Gremien fließen grundsätzlich in die Entscheidungsfindung laufender Verfahren mit ein.“

Aufgrund dieser Antwort des Ministeriums befürchtete Christine Kamm, dass die Bayerische Staatsregierung? plante, die Genehmigung zur Erhöhung der Atomstromproduktion in Gundremmingen noch vor der Wahl im Herbst 2013 zu erteilen. Christine Kamm weiter: „Ich befrüchte außerdem, dass bei einer höheren Stromproduktion die Sicherheitspuffer in diesem relativ alten AKW reduziert werden und dies sich nachteilig auf die Sicherheit des AKW auswirkt (Presseerklärung vom 7. März 2013).“

Am Samstag, den 9. März 2013 fand eine Großkundgebung gegen das Atomkraftwerk Gundremmingen in Günzburg statt.

Im November 2014 stellte die oedp Augsburg eine Anfrage bezüglich Gundremmingen an den damaligen Katastrophenschutz-Referenten der Stadt Augsburg Dirk Wurm?. In der Anfrage ging es um die Auswirkungen auf Augsburg durch eine mögliche atomare Katastrophe im nur 39 km entfernt liegenden Atomkraftwerk (AKW) Gundremmingen. Der Vorsitzende der ÖDP Augsburg, Hans-Peter Bogdahn meinte dazu: "Das AKW in Gundremmingen bleibt noch bis 2021 in Betrieb. Zusammen mit Deutschlands größtem Zwischenlager, das direkt daneben mehr oder weniger ungeschützt abgebrannte Brennstäbe und Atommüll beherbergt, wird es aber noch auf viele Jahrzehnte ein permanentes Risiko für Augsburg darstellen. Denn die Frage der Endlagerung ist nach wie vor nicht geklärt." Die oedp Augsburg wollte von Referent Wurm wissen, wie die Stadt Augsburg ihre Bürgerinnen und Bürger im Falle eines drohenden radioaktiven Fallouts wirksam beschützen und die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten wolle. Doch nicht nur die öffentliche Ordnung, sondern auch die Verteilung von Jodtabletten, die Ver- und Entsorgung, die medizinische Versorgung, die Unterbringung von Flüchtlingen oder der Betrieb städtischer Einrichtungen standen im Fragenkatalog der ÖDP. Die ÖDP stellte auch die Frage, ob eine Evakuierung von Augsburg überhaupt möglich sei und welche Maßnahmen in diesem Zusammenhang von der Stadt angedacht seien. Insbesondere erhebe sich die Frage, wie denjenigen geholfen würde, die nicht aus eigener Kraft die Stadt verlassen könnten.

2015 gab es im Kernkraftwerk Gundremmingen fünf meldepflichtige Ereignisse.

In einer Presseverlautbarung zum Atomkraftwerk (AKW) in Gundremmingen vor den Toren Augsburgs zeigte sich die Generalsekretärin der Bayerischen SPD, Frau Natascha Kohnen, am 10. März 2016 sehr verwundert über die Tatsache, dass „dieser Hochrisikoreaktor überhaupt noch läuft“. Allein 2015 habe es fünf meldepflichtige Vorfälle gegeben. Davon sei ein Vorfall mit Brennelementen noch ungeklärt. Deshalb sei dieser Reaktor eine tickende Zeitbombe.

Der Augsburger ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger unterstützte Kohnens Statement: „Die Aussagen von Frau Kohnen kann ich inhaltlich nur unterstützen. Es zeugt von einem erheblichen Maß an Menschenverachtung, dass dieser Schrottreaktor trotz einer langen Serie von Pannen immer noch nicht abgeschaltet wurde. Hier wird wie so oft die Gewinnmaximierung des Betreiberkonzerns über das Wohl der Bürger Innen? gestellt.“. Nachdem im Rahmen des Atomausstiegprozesses die Reaktoren in Gundremmingen sowieso in 2017 bzw. 2022 abgeschaltet werden sollen, müsse es nun vor allem auch darum gehen, den Ausstiegsprozess kritisch zu begleiten: Es gelte die Betreibergesellschaft zuverlässig in die Pflicht zu nehmen für den Abbau der Anlagen und die Entsorgung der riesigen Mengen an radioaktiv verseuchtem Material. Auch müsse unbedingt sichergestellt werden, dass die Bundesregierung nicht vor den Lobbyisten der Energiekonzerne einknicke und die Besteuerung für Brennelemente fallen lasse.

2016 bis 2020

Im April 2016 wurde im Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen ein Computervirus entdeckt.

Am 28. September 2016 tagte der Umweltausschuss des Augsburger Stadtrates. U. a. stand eine Resolution des Stadtrates auf der Tagesordnung zur damals aktuellen Gefahrenlage im Atomkraftwerk in Gundremmingen vor den Toren der Stadt. Die CSU machte damals "Beratungsbedarf" geltend und setzte damit durch, dass über diesen Tagesordnungspunkt nicht gesprochen wurde. Tags drauf tagte in München der Umweltausschuss des Bayerischen Landtags? und ließ sich von der Staatsregierung über zwei Störfälle aufklären, die sich im Jahr 2015 in Gundremmingen ereignet hatten.

Im dem Bericht wurde erwähnt, dass ein Brennelement über vier Meter tief in das Lagerbecken abgestürzt, aber zum Glück nicht gebrochen sei. Bei einem anderen Vorfall hatte ein Arbeiter einer Fremdfirma bei der Revision vom Block B die falsche Armatur ausgebaut, nämlich die, die zum laufenden Block C gehörte. Daraufhin erfolgte eine Reaktorschnellabschaltung.

Am 5. Oktober 2016 verschickte die Ausschussgemeinschaft von Freien Wählern, den Linken, der oedp und der Polit WG? einen Änderungsantrag zur Resolution vom 28. September 2016, die der Augsburger Stadtrat nicht verhandelte. Dieser Änderungsantrag wurde damals bei Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl eingereicht. Dabei wurde auf die beiden Störfälle von 2015 und auf den Computervirus-Befall im April 2016 Bezug genommen: "Alle drei Vorfälle zeigen, dass in Gundremmingen Schlamperei und Unwissenheit an der Tagesordnung sind," so ÖDP-Stadtrat? Christian Pettinger?. „Es beruhigt mich keinesfalls, wenn als Ursache für eine Beinahe-Katastrophe menschliches Versagen angeführt wird. Kommt dann noch grenzenloses Gewinnstreben hinzu, haben wir genau die Gemengelage, die in Fukushima zum Gau geführt hat." Dies lasse nur eine mögliche Konsequenz zu: der Betrieb in Gundremmingen müsse mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. Eine entsprechende Forderung an die Staatsregierung sollte nach dem Willen der AG deshalb Bestandteil der Resolution des Stadtrates sein. Pettinger: "Alle Stadträte haben in ihrem Amtseid geschworen, die Stadt Augsburg und ihre BewohnerInnen vor Schaden zu bewahren. Wenn nicht jetzt, wann dann erfordert eine Bedrohung wie die durch das AKW Gundremmingen unser Handeln?"

Vom Oktober bis Dezember 2016 wurden die Unterlagen zum Rückbau von Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen öffentlich ausgelegt. Danach war für die erste Hälfte 2017 die Behandlung von Einwänden geplant. Ende 2017 sollte nach den ausliegenden Plänen Block B abgeschaltet werden. Block C sollte noch bis Ende 2021 laufen dürfen. Spätestens 2040 wollte man das AKW Gundremmingen aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen.

Ende November 2016 lehnte der Augsburger Stadtrat mit den Stimmen von CSU, CSM? und Pro Augsburg eine Vorlage zum Thema Notfallplanung im Falle eines Reaktorunglückes in Gundremmingen ab.

Im März 2017 forderten die GRÜNEN im Bayerischen Landtag? mit einem Dringlichkeitsantrag die Stillegung des Atomkraftwerks Gundremmingen. Durch ein Gutachten von Prof. Dr. Manfred Mertins sei im Dezember 2016 bekannt geworden, erfülle das Atomkraftwerk Gundremmingen nicht die Anforderungen, die durch das Kerntechnisches Regelwerk Deutschlands gefordert werden. Das Nach- und Notkühlsystem weise erhebliche Mängel auf. Aufgrund der untergesetzlichen Regelungen müssten drei redundante und erdbebensichere Notkühleinrichtungen vorhanden sein. Dies sei in Gundremmingen nicht der Fall.

Details

Daten

Die thermische Leistung des Reaktors beträgt 3840 MW, die elektrische Bruttoleistung beträgt 1344 MW, die Nettoleistung 1284 MW. Jeder Block hat einen Eigenbedarf von 60 MW. Damit beträgt der Bruttowirkungsgrad 35 Prozent.

Der Reaktordruck beträgt im Normalbetrieb 70,6 bar und die Dampftemperatur liegt bei 286 Grad Celsius. Als Brennstoffe kommen Urandioxid und Mischoxid zum Einsatz, das Brennstoffgewicht beträgt etwa 136 Tonnen. In jedem Block sind 784 Brennelemente im Einsatz.

Das Brennstoffgewicht beträgt etwa 136 Tonnen, Brennstoffe sind Urandioxid und Mischoxid. Brennelemente hat der Reaktor 784, Steuerstäbe 193. Jedes Brennelement hat 80 bis 96 Brennstäbe und eine Gesamtlänge von 4470 Millimeter. Der spaltbare Anteil der Uran-Brennelemente beträgt 3,13 bis 4,60 Gewichtsprozent.

Der Reaktordruckbehälter hat einen Innendurchmesser von 6,62 Metern und eine lichte Höhe von 22,35 Meter. Die Zylinderwanddicke samt Plattierung beträgt 163 + 8 Millimeter, die Deckelwanddicke samt Plattierung 90 + 8 Millimeter, die Bodenwanddicke mit Plattierung beträgt 228 + 8 Millimeter. Das Gesamtgewicht des Reaktordruckbehälters beträgt 785 Tonnen.

Die Wandstärke des Reaktorgebäudes beträgt 1,8 Meter, der Werkstoff ist Stahlbeton. Die Turbine ist eine Überdruck-Kondensationsturbine. Der Drehstomgenerator hat vier Pole, 1500 Umdrehungen pro Minute. Die Spannung beträgt 27 kV, die Frequenz 50 Hz.

Siedewasserreaktoren

Siedewasserreaktoren sind nach der Katastrophe von Fukushima in die Kritik geraten. So auch die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen. Im Reaktordruckbehälter steht etwa zwei Drittel hoch Wasser. Im Wasser stehen die gebündelten Brennelemente. Durch die Kernspaltung erhitzt sich das Wasser und steigt von unten nach oben durch den Reaktorkern. Dabei führt es die Wärme ab. Ein Teil des Wassers verdampft. Dieser Wasserdampf wird auf die Turbine geleitet, wo Bewegungsenergie entsteht, die über eine Turbinenwelle mit dem Generator gekoppelt ist. Ähnlich wie durch einen Fahrraddynamo wird die mechanische Energie zu elektrischer Energie gewandelt. In einem Maschinentransformator wird die Energie hochgespannt, gelangt in die nahe gelegene Umspannstation und dann in das öffentliche Netz eingespeist.

Nach der Turbine wird der Dammp in einen Kondensator geleitet, wo er seine Restwärme ans Kühlwasser abgibt und erneut als Wasser durch den Reaktor geleitet wird, wenn das Kühlwasser im Kühlturm abgekühlt worden ist, wodurch ein Teil des Wassers verdunstet und als weiße Dampffahne über dem Kühlturm sichtbar wird. Diese Kühlwasserverluste werden durch frisches Wasser aus der Donau? aufgefüllt.

Installierte Sicherheitsbarrieren sind ein Kristallgitter in den Urantabletten, das den größten Teil der Spaltprodukte zurückhalten soll, der gasdichte und druckfeste Stahlbehälter um die Brennstofftabletten, der Druckbehälter mit einem geschlossenen Kühlkreislauf, eine ein Meter dicke Betonhülle, ein Sicherheitsbehälter aus 1,2 Meter dickem Stahlbeton und das Reaktorgebäude, das aus 1,8 Meter starkem Stahlbeton besteht.

Nasslager

Im Nasslager des Atomkraftwerks Gundremmingen Block B lagern 2092 Brennelemente, im Block C weitere 2058 Brennelemente, die permanent gekühlt werden müssen (Stand Januar 2012).

Vorsorge gegen einen Reaktorunfall

Deutsche Atomkraftwerke wie Gundremmingen sind nur gegen ein Erdbeben zwischen 6 bis 8 auf der MSK-Skala gesichert, doch gab es im Jahr 1356 in der Nähe von Basel ein Beben der Stärke 10 auf der MSK-Skala. Zwar liegt Gundremmingen nicht im Erdbebengebiet Rheingraben, doch ist auch hier die Sicherheit keine absolute und die Folgen eines historischen Erdbebens wäre laut verschiedener Wissenschaftler denen in Fukushima vergleichbar.

Im Falle eines Reaktorunfalls im Atomkraftwerk Gundremmingen soll Gundremmingen nach Plänen des bayerischen Innenministeriums in einem Umkreis von maximal 25 Kilometern evakuiert werden. In diesem Radius lebten 2010 etwa 220.000 Menschen. Die Hauptrolle im Katastropheneinsatz sollen laut bayerischem Katastrophenschutzgesetz die freiwilligen Feuerwehren und andere freiwillige Hilfsorganisationen übernehmen. Für den Ernstfall liegen bis zu einem Radius von 25 Kilometer Kaliumjodidtabletten bereit. Größere Bestände befinden sich weit entfernt in Kempten. Die für einen „kerntechnischen Unfall" konzipierten Katastrophenübungen werden alle drei Jahre als Planspiel und alle sechs Jahre als Stabsrahmenübung durchgeführt. Notfallübungen zum Umgang der Helfer mit kontaminierten Personen gab es seit 1992 nur an 20 einzelnen Notfallstationen (Schwimmbäder und Turnhallen etc.). In Schwaben sind 22 dieser Notfallstationen vorgesehen, die im Idealfall 1000 Personen je Objekt und Tag behandeln könnten. Für die etwa 220.000 Menschen im schwerstbetroffenen Radius viel zu wenig.

Die Betreiber des AKW Gundremmingen sind nur zu einer Haftungsvorsorge von 2,5 Milliarden Euro verpflichtet (Stand 2010). Ein Reaktorunglück in Deutschland könnte aber zu Kosten von mehreren Billionen Euro führen. Die Haftungssumme deckt also im Ernstfall nur den Promillebereich.

Wie andere deutsche AKWs hat auch das Atomkraftwerk Gundremmingen keinen Schutz vor Terrorangriffen.

Katastrophenfallzonen

Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums des Innern? vom 9. September 2010; berücksichtigt sind nur bayerische Gemeinden.

Nach den „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen gehören zur Zentralzone der Auswirkungen von Störfällen (bis zwei Kilometer Entfernung zum Atomkraftwerk) Teile des Gemeindegebietes von Gundremmingen, Gundelfingen?, Lauingen und Aislingen?.

Zur Gefährdungszone M (Mittelzone mit bis zu zehn Kilometer Entfernung zum AKW) gehören die Gemeinden Glött?, Holzheim?, Dillingen?, Wittislingen?, Haunsheim?, Medlingen?, Bächingen an der Brenz?, Günzburg, Offingen?, Rettenbach?, Burgau?, Dürrlauingen?, Haldenwang?, Röfingen? und Winterbach?.

Zur so genannten Zone A (Außenzone, bis zu 25 Kilometer Entfernung zum AKW) gehören die folgenden bayerischen Orte: - alle verbleibenden Gemeinden des Landkreises Dillingen a. d. Donau?, die verbleibenden Gemeinden im Landkreis Günzburg ohne Aichen?, Balzhausen?, Aletshausen?, Waltenhausen?, Ebershausen?, Breitenthal?. Dazu kommen Amerdingen?, Zusmarshausen, Biberach?, Kutzenhausen, Altenmünster?, Dinkelscherben, Welden, Ustersbach?, Emersacker?, Roggenburg?, Heretsried?, Weißenhorn?, Bonstetten, Pfaffenhofen an der Roth?, Adelsried?, Nersingen?, Horgau und Elchingen?.

Zur bayerischen Zone F (Fernzone, bis 100 Kilometer Entfernung zum Atomkraftwerk) gehören aus dem Regierungsbezirk Schwaben der Landkreis Donauries? mit seinen verbleibenden Gemeinden, der Landkreis Aichach-Friedberg mit allen seinen Gemeinden, der Landkreis Augsburg mit seinen verbleibenden Gemeinden, die Stadt Augsburg, der Landkreis Günzburg mit seinen verbleibenden Gemeinden, vom Landkreis Unterallgäu alle Gemeinden, vom Landkreis Ostallgäu alle Gemeinden, die Stadt Kaufbeuren, die Stadt Kempten, vom Landkreis Oberallgäu die Gemeinden Altusried?, Oy-Mittelberg?, Betzigau?, Rettenberg?, Buchenberg?, Sulzberg?, Dietmannsried?, Waltenhofen?, Durach?, Weitnau?, Haldenwang?, Wertach?, Immenstadt?, Wiggensbach?, Lauben?, Wildpoldsried?, vom Landkreis Lindau der Ort Gestraz? und Maierhöfen?, die Stadt Memmingen, vom Landkreis Neu-Ulm die verbleibenden Gemeinden.

Gesundheitsgefährdungen

Laut Christine Kamm erkranken in der Umgebung des AKW Gundremmingen mehr Kinder an Krebs als in anderen Regionen, wie Studien ergeben haben. Im Fünf-Kilometer-Umkreis erkranken sogar doppelt so viele Kinder. Eine überdurchschnittliche Erkrankungsrate ist in der Hauptwindrichtung bis 50 Kilometer Entfernung nachgewiesen worden. Bis zum November 2010 sind der Betreiber RWE und die CSU –Regierung in München eine Erklärung für die Ursache dieser Krebshäufungen schuldig geblieben.

Öffnungszeiten

Das AKW Gundremmingen hat ein Informationszentrum, das als Kommunikationsplattform mit der Bevölkerung dienen soll und in dem kompetente Mitarbeiter des Unternehmens für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Öffnungszeiten des Informationszentrum:
Montag bis Freitag: 9 bis 16 Uhr
Samstag und Sonntag: 13 bis 18 Uhr
An Feiertagen ist geschlossen.

Adresse

Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH
Dr.-August-Weckesser-Straße 1
89355 Gundremmingen

Tel. 08224/782231
Fax. 08224/783565
E-Mail: info(@)kkw-gundremmingen.de

Weblinks


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