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KUKA AG

Ein Roboter- und Anlagenbauer mit Weltgeltung in Augsburg.

Allgemeines

Die KUKA AG hieß früher IWKA. Sie ist im SDAX gelistet, hat ihren Sitz in Augsburg und ist die Holding für zwei Bereiche:

  • Robotics (KUKA Roboter GmbH & Niederlassungen)
  • Systems (KUKA Systems GmbH & Niederlassungen)

Geschichte

19. Jahrhundert

1872 wurde die Patronenhülsenfabrik Henri Ehrmann & Cie.? gegründet, 1898 von Johann Josef Keller? und Jakob Knappich? ein Acetylenwerk, um kostengünstige Haus- und Stadtbeleuchtungen herzustellen. Diese beiden Fabriken verschmolzen in den nächsten Jahren und aus den Anfangsbuchstaben von "Keller und Knappich Augsburg" bildete man die Bezeichnung "KUKA" für das neue Unternehmen, das 1889 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

20. Jahrhundert bis 1933

1916 nahm die Firma Keller & Knappich in der Ulmer Straße 74 die Fertigung von Acetylenapparaten für Haus- und Stadtbeleuchtungen, Aufzugwinden etc. auf. Das Gebäude steht heute noch zum großen Teil und wird als Wohnanlage benutzt. Ab 1922 stellte KUKA hier auch Aufbauten für Müllautos her.

Ehem. Maschinenfabrik Keller & Knappich Augsburg Kriegshaber
Ehem. Maschinenfabrik Keller & Knappich, Augsburg Kriegshaber, 29. September 2013, by Mailtosap (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

1928 kam die KUKA in den Besitz der Familie Quandt.

1933 bis 1945

Während der Zeit des Dritten Reiches wurde das Werk von Keller und Knappich zu einem Zulieferer für die Luftwaffe, insbesondere für Junkers, Dornier und Messerschmitt. Eine Übersicht des Rüstungskommandos Augsburg über die Belegung der Baracken- und Firmenlager im Raum Augsburg belegt, dass Keller und Knappich allein im Jahr 1944 etwa 1.400 Zwangsarbeiter ausbeutete. Diese Ausbeutung hatte aber schon früher angefangen. So forderte die Firma etwa am 14. Februar 1942 beim Oberbürgermeister? der so genannten „Gauhauptstadt“ 150 russische Kriegsgefangene, 300 nichtrussische Kriegsgefangene und 250 andere ausländische Arbeitskräfte an.

Während des Zweiten Weltkrieges stellte KUKA also hauptsächlich auf die Produktion von Rüstungsgütern um. Das hatte eine Vorgeschichte in der Person des Firmenchefs Walter Knappich?. Er trat schon 1923 in die NSDAP ein und stieg Anfang der 1930er Jahre in den Rang eines Bezirksgruppenleiters auf. Nach dem Krieg behauptete er jedoch, es habe 1940 einen Bruch mit der Ideologie des Nationalsozialismus? gegeben und er habe sich ab diesem Zeitpunkt im Widerstand gegen die Nationalsozialisten? engagiert.

Unmittelbar nach dem Krieg

Nach dem Krieg musste die Firma ihre Produktion natürlich umstellen. Man spezialisierte sich zunächst auf die Themen Schweißen und Schweißanlagen, kommunale Fahrzeuge und Umwelttechnik. Außerdem produzierte man eine Flachschreibmaschine namens "Princess", die zu einem Verkaufsschlager wurde.

1950er bis 1970er Jahre

Bis in die 1950er Jahre siedelte Keller und Knappich in Kriegshaber. Erst Ende der 1950er Jahre zogen die Produktionsstätten in die Blücherstraße und die Zugspitzstraße (Lechhausen) um (1959). Damals machte sich Kuka einen Namen als Hersteller von Schweißanlagen, Robotern, Müllautos und Rüstungsgütern (verschleiert hinter der Selbstbezeichnung als "Partner der Fahrzeug- und Fahrzeuglieferungsindustrie"). Denn die Wehrtechnik holte sich KUKA im Lauf der Jahre zurück. Man spezialisierte sich auf die Panzerproduktion und lieferte Panzerteile.

1966 arbeiteten schon die Hälfte der etwa 2.300 Beschäftigten von KUKA in Lechhausen Kurz darauf legte man das Werk in der Ulmer Straße 74 (Kriegshaber) still.

1970er Jahre bis 2000

Noch im letzten Jahrhundert ging die Wehrtechnik-Sparte von Kuka im Rheinmetall-Konzern auf, in dem sie als Kompetenzzentrum für Lafetten, Munitionsflusssysteme für Panzer und Artillerie sowie für Waffentürme weiterbestand. Spezialisten bauten hier die Prototypen und es wurde der Vertrieb von Augsburg aus organisiert. Nach Angaben der Augsburger Friedensinitiative arbeiteten im Jahr 1984 knapp 90 Beschäftigte in der Augsburger Wehrtechnik des Rheinmetall-Konzerns.

Derweil entwickelte Kuka die Produktpalette weiter und wurde zu einem weltweit anerkannten Spezialisten für Industrieroboter und Automation.

1970 gehörten sowohl die Industrie-Werke Karlsruhe AG als auch die KUKA GmbH zur Quandt-Gruppe. Beide Unternehmen verschmolz man in diesem Jahr zur Industrie-Werke Karlsruhe Augsburg Aktiengesellschaft (IWKA AG), deren Sitz in Karlsruhe lag.

1979 wandelte man die verschiedenen Aktivitäten der IWKA AG in rechtlich selbstständige Gesellschaften. Die AG war fortan eine reine Holdinggesellschaft.

Im Jahr 1980 verkaufte die Familie Quandt alle ihre Anteile an der Firma, die weitgehend in Streubesitz geriet.

Seit 1997 befindet sich in den ehemaligen Gebäuden der IWKA in Karlsruhe das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM).

2000 bis 2010

In den ersten Jahren des 3. Jahrtausends bewegte sich Kuka nach Jahren rüstungstechnischer Abstinenz wieder auf die Rüstungsindustrie zu und zwar über den Geschäftsbereich „Systems“. Hier werden Fertigungsprozesse automatisiert und Fabriken betrieben. Für die Oberstufendüse der Trägerrakete Ariane 5 liefert Kuka z. B. die WIG-Schweißzelle.

2003 zog Kuka mit einigen Abteilungen in einen Büroturm im Hery-Park? (Gersthofen), der eigens für etwa zehn Mio. Euro durch die Betreiber des Hery-Parks? erstellt worden war.

Ab 2005 kam das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Immer wieder wurden Teile der Firma verkauft. So etwa im 2. Quartal 2007 für 255 Mio. Euro die Verpackungssparte. Die Firma geriet nach und nach in den Fokus der Medien, die sie in den Diskussionen um den so genannten "Heuschreckenkapitalismus" zitierten. Fakt war, dass sich die Firma wieder mehr auf ihre Kernbereiche zu konzentrieren versuchte. In diesem Zug beschloss die Hauptversammlung im Mai 2007 die Umbenennung der IWKA in KUKA und die Verlegung des Sitzes nach Augsburg.

2008 hatte das Unternehmen 6171 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 1.266 Mio. €. Die internationale Rezession, die 2008 einsetzte, nahm die Firma zum Anlass, ein "Verschlankungsprogramm" durchzuführen und sich durch die Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur zurückzufahren.

2009 zeigten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Firma immer deutlicher. Z. B. gingen die Aufträge von Autoherstellern um etwa 20 % zurück. Darauf reagierte die Kuka AG z. B. mit der Entlassung von Leiharbeitern, dem Auslaufenlassen befristeter Verträge und dem Abbau von Überstunden. Für das Jahr 2009 plante Kuka mehr als 50 Mio. € Kosten zu senken. Bis 2009 machte Kuka rund drei Viertel seines Umsatzes mit Autoherstellern. Planungen sahen vor, das Geschäft mit anderen Industriezweigen auszubauen und sich breiter aufzustellen. Das erste Halbjahr 2009 brachte Kuka knapp 23 Mio. € Verlust, was auf die Abhängigkeit von der Autoindustrie zurückzuführen war. Allein im ersten Halbjahr 2009 gingen die Auftragseingänge laut Handelsblatt um etwa 37 Prozent zurück, das Betriebsergebnis sei von plus 32 Mio. € auf minus 23 Mio. € gesunken, dafür die Nettoverschuldung um 51 auf 94 Mio. € gestiegen. Weil der Umsatz auf wenig mehr als 900 Mio. € sank, baute man am Augsburger Konzersitz etwa 260 Arbeitsplätze ab, so dass noch 2.375 Arbeitsplätze verblieben.

Im Jahr Juni 2010 stellte KUKA Youbot vor, einen mobilen Roboter mit Greifarm, der mit einer Linux-basierten Steuerungssoftware läuft. Statt in der Industrie soll dieser Roboter in Forschung und Lehre eingesetzt werden. Das Chassis des Roboters war 53 Zentimeter lang, 36 Zentimeter breit und etwa 11 Zentimeter hoch und fuhr auf vier so genannten Mecanumrädern, also Allseitenrädern, die Bewegungen in jede Richtung erlauben. Die Laufzeit des Roboters mit zwei Bleiakkus wurde mit 90 Minuten angegeben. Der Greifer des Roboters konnte Gegenstände mit einem Gewicht von 500 Gramm bewegen. Im Jahr 2010 stärkte Kuka seine Position auf dem Markt der Medizintechnik und unternahm große Anstrengungen, den asiatischen Markt für sich zu erschließen.

Das führte dazu, dass der Roboterhersteller Kuka 2010 mit einem Gwinn von fast 25 Mio. € 2010 abschließen konnte - bei einem um 20 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro gestiegenen Umsatz. 2010 hatten die Auftragseingänge um mehr als 26 Prozent zugenommen.

2011 und folgende Jahre

Der Juni 2011 brachte Kuka einen Großauftrag: Der Autobauer Daimler kaufte Fertigungsanlagen, deren Wert im zweistelligen Millionenbereich lagen.

Noch nie war die Kuka AG Augsburg so erfolgreich wie 2011. Die Firma hatte 36 Prozent mehr Auftragseingänge (1,55 Milliarden Euro), der Umsatz lag mit 1,44 Milliarden Euro um ein Drittel über dem des Vorjahres und das EBIT konnte auf 72,6 Millionen Euro verdreifacht werden.

Ein chinesischer Kunde schloss mit Kuka im März 2012 einen Vertrag über die Lieferung von 300 Industrierobotern. Schon 2011 hatte Kuka seine China-Umsätze um mehr als 110 Prozent gesteigert.

Im Frühjahr und Sommer 2013 kursierten Gerüchte in Augsburg, Kuka gebe seinen Standort in Gersthofen auf und ziehe ganz nach Augsburg. Damals waren etwa 250 Mitarbeiter in den Bereichen Geschäftsführung Roboter, Vertrieb und Kuka-College von Kuka in Gersthofen im Hery-Park? beschäftigt.

2013 baute Kuka in Augsburg ein neues Forschungs- und Entwicklungsgebäude sowie eine Kinderkrippe. Mitte Dezember des Jahres übernahm Kuka die Mehrheit an dem unterfränkischen Konkurrenten Reis Robotics (51%), der damals 20 Standorte in der ganzen Welt hatte und einen Umsatz von etwa 130 Mio. € mit 1.300 Mitarbeitern machte.

Der chinesische Konzern Midea kündigte am 18. Mai 2016 an, mehr als 30 Prozent der Aktien des Augsburger Roboterbauers kaufen zu wollen. Im Juli 2016 wurde der deutsche Roboterbauer Kuka von dem chinesischen Haushaltsgeräte-Konzern Midea übernommen, indem er knapp 60 Prozent an der Aktiengesellschaft erwarb. Auch im Juli 2016 eröffnete der Roboterhersteller Kuka AG sein neues Entwicklungs- und Technologiezentrum für rund 850 Mitarbeiter in Augsburg.

Details

Das erste Halbjahr 2009 brachte Kuka knapp 23 Mio. € Verlust, was auf die Abhängigkeit von der Autoindustrie zurückzuführen war.

Auszeichnungen

Im September 2011 wurde die Kuka AG auf der IAA in Frankfurt mit dem Titel "Top Arbeitgeber Automotive 2011/12" ausgezeichnet.

Adresse

Hausanschrift

KUKA Aktiengesellschaft
Zugspitzstraße 140
86165 Augsburg

Tel. 0821/79750
Fax. 0821/7975252
E-Mail: kontakt(@)kuka.com


Postanschrift

KUKA Aktiengesellschaft
Postfach 43 12 69
86072 Augsburg

Weblinks


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