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Justizvollzugsanstalt Aichach

Allgemeines und Geschichte

Die Justizvollzugsanstalt Aichach wird vom Freistaat Bayern für männliche und weibliche Strafgefangene betrieben und besitzt im Regelvollzug etwa 430 Haftplätze für weibliche Häftlinge sowie etwa 120 Haftplätze für männliche Gefangene. Dazu kommen einige wenige Haftplätze im offenen Strafvollzug.

Schon an den Belegungszahlen kann man sehen, dass die Aichacher JVA besonders für Frauen angelegt ist. Die Anstalt besitzt z. B. eine Frauenkrankenabteilung, die auch anderen Justizvollzugsanstalten als Unterbringungsort dient. Und es gibt eine Mutter-Kind-Abteilung mit 10 Plätzen. Die Ausrichtung der Anstalt an den Bedürfnissen von Frauen hat ihren geschichtlichen Hintergrund: sie wurde nämlich in den Jahren 1904 bis 1908 eigens für katholische weibliche Häftlinge errichtet und ab 1909 in diesem Sinn betrieben. Die gefangenen Frauen wurden damals von den Strafanstalten Wasserburg, Würzburg, Kaiserslautern und Sulzbach/Oberpfalz nach Aichach verbracht. Erst Jahre später richtete man auch einen Betsaal für protestantische Gefangene ein, die in der Zwischenzeit auch aufgenommen wurden. Ein Arbeitshaus für Frauen, das sich in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth befand, wurde 1935 von den Nazis nach Aichach verlegt. Und als 1966 die Frauenstrafanstalt Rothenfeld aufgelöst wurde, verlegte man die dort inhaftierten Frauen in die JVA Aichach.

Errichtet ist das Gefängnis, das mitsamt dem 1924 angekauften Gutshof in Oberschneitbach bei Aichach etwa 2,8 Mio. Reichsmark kostete, im panoptischen System mit vier Zellenflügeln, die unterkellert wurden. Seitlich baute man einen zweiten Bau an, der für Gefangene mit Zuchthausstrafen bestimmt war (ab 1968 als Jugendabteilung, ab 1975 als Männerabteilung genutzt).

Zuständigkeit

Erst- und Regelvollzug für alle Verurteilte aus dem Landgerichtsbezirk Augsburg, Erst- und Regelvollzug über einen, drei bzw. sechs Monate Freiheitsstrafe für alle weiblichen Gefangenen aus den übrigen bayerischen Landgerichtsbezirken, schwangere und kranke weibliche Gefangene, Untersuchungshaft für alle weiblichen erwachsenen und jugendlichen Gefangenen aus dem Landgerichtsbezirk Augsburg; Jugendstrafen für weibliche Verurteilte aller bayerischen Landgerichtsbezirke, Vollzug der Freiheitsstrafe an männlichen erwachsenen Gefangenen aus den Amtsgerichtsbezirken Aichach, Augsburg, Dillingen, Nördlingen, Ingolstadt, Neuburg (Donau) und Pfaffenhofen (Erstvollzug bis zu 2 Jahren), aus den Amtsgerichtsbezirken Dachau und Fürstenfeldbruck für den Erstvollzug bis zu 18 Monaten und aus den Amtsgerichtsbezirken Aichach, Augsburg, Kaufbeuren, Kempten und Lindau für den Regelvollzug bis zu 1 Jahr.

Vollzugsgestaltung

Die weiblichen Gefangenen haben folgende Arbeitsmöglichkeiten: Industrienäherei, Schneiderei, Küche, Bäckerei, Wäscherei, Büglerei, Gärtnerei, Blumenbinderei, Friseurbetrieb, verschiedene Montagearbeiten, Verpackungsarbeiten, Bibliothek, Hausarbeiten, Arbeitstherapie.

Die männlichen Gefangenen haben folgende Arbeitsmöglichkeiten: Kfz-Betrieb, Bau-Betrieb, Bau-Zeichnen, Schreinerei, Malerei, Schlosserei, Installations-Betrieb, Elektro-Betrieb, Gärtnerei, Metallmontagearbeiten, Hausarbeiten.

Darüber hinaus kann man sich in folgenden Berufen ausbilden lassen: Bäckerin, Bekleidungsnäherin, Damenschneiderin, Friseuse, Floristin, Hausgehilfin. Im Wege des Freigangs Pflegehelferin, Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau, Fachverkäuferin, Köchin.

Auch verschiedene Bildungsmaßnahmen sind möglich: gewöhnlicher und qualifizierender Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Berufschulunterricht, Grundausbildungslehrgang für kaufmännische Berufe, Kurse für Fremdsprachen, Kurse für Schreibtechnik, EDV-Unterricht, Deutschkurs für Ausländer und Legastheniker.

Besonderheit

Seit 1981 gibt es eine Kindertagesstätte für die in der Justizvollzugsanstalt Beschäftigten, die werktags von 6 bis 18 Uhr geöffnet ist. Seit 1996 besteht darüber hinaus die Möglichkeit bis zu drei Schulkinder der ersten beiden Grundschulklassen nach dem Unterricht zu betreuen.

Anschrift

Justizvollzugsanstalt Aichach
Münchener Straße 33
D-86551 Aichach

Postanschrift

Postfach 13 80
D-86544 Aichach

Telefon: (08251) 907-0
Telefax: (08251) 907-400
[email protected]

Weblinks

Die Justizvollzugsanstalt Aichach hat keine eigene Webseite, ist aber über die Justizvollzug-Portalseite Bayern erreichbar:

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