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Jesuitenkolleg Sankt Salvator

eine ehemalige Ordensniederlassung der Jesuiten? in Augsburg

Allgemeines

Vergleicht man die frühere Augsburger Ordensniederlassung Sankt Salvator der Jesuiten? mit den jesuitischen Niederlassungen in anderen deutschen oder europäischen Städten, so war sie recht bescheiden und konnte dem Anspruch des Ordens kaum genügen. Das hing damit zusammen, dass die Jesuiten? in Augsburg der letzte Orden waren, der innerhalb der alten Stadtmauern seine Gebäude errichten wollte. Im Süden saßen schon die Benediktiner? mit der Benediktinerabtei Sankt Ulrich und Afra?, im Osten lagen mehrere Pfründe, etwa das Heilig-Geist-Spital oder die Jakobspfründe? und Niederlassungen von Franziskanern? und Dominikanern?. Dazu kamen drei Stifte der Augustiner-Chorherren? (Sankt Moritz, Katholische Heilig-Kreuz-Kirche, Sankt Georg. Außerhalb der Mauern der Domstadt? lagen in der nörlichen Vorstadt das Damenstift Sankt Stephan und ein Kloster der Karmeliten?.

Um dem protestantischen Gymnasium bei Sankt Anna ein gleichwertiges katholisches Gymnasium in Augsburg entgegenzusetzen, setzten sich sowohl die in Dillingen? residierenden Augsburger Fürstbischöfe wie die katholischen Fugger für die Ansiedlung eines Jesuitenkollegs ein, glaubten sie doch, nur so der katholischen Sache im paritätischen Augsburg wieder Auftrieb geben zu können. Die Frage war nur: Wo gab es in Augsburg noch einen Bauplatz für ein solch repräsentatives Vorhaben? Man fand verfügbares Gelände nur südlich der Straße Auf dem Kreuz.

Geschichte

Die ersten Jesuiten? waren 1559 nach Augsburg gekommen, darunter Petrus Canisius?, der zum Domprediger? bestellt wurde und der prominenteste Pater der Gesellschaft Jesu in Augsburg war.

Simon Grimm Jesuitenkolleg Augsburg
Augsburg, Jesuitenkolleg mit Kirche und Gymnasium. Von Simon Grimm 1679. [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

1581 konnte die Grundsteinlegung für das Kolleg Sankt Salvator in Augsburg stattfinden. Schon 1582 eröffnete man das Gymnasium mit 132 Schüler. Bereits 1618 zählte es etwa 600 Schüler. Gymnasium ist vielleicht der falsche Begriff für die Bildungseinrichtung, die aus einem Gymnasium, einem Lyzeum und einem theologischen Seminar bestand. 1618 unterrichteten 17 Pater und sechs Magister, denen neun Laienbrüder zugeordnet waren, die Jesuitenzöglinge.

1584 weihte man die Kirche mit ihrer Fassade zur Jesuitengasse hin ein.

1619 gliederte man das Gymnasium Sankt Salvator an das Jesuitenkolleg Sankt Salvator an.

Von 1729 bis 1735 besuchte Leopold Mozart das Gymnasium des Jesuitenkollegs Sankt Salvator. Da er Augsburg im Jahr 1736 verließ, hat er den heutigen Kleinen Goldenen Saal nicht mehr erlebt. Allerdings müssen die Theateraufführungen, bei denen er insgesamt achtmal mitwirkte, im Komplex des Jesuitenkollegs Sankt Salvator stattgefunden haben.

Nach der Auflösung des Jesuitenordens? durch Papst Clemens XIV. 1773 (in Augsburg erst 1776) wurden die Gebäude des Augsburger Jesuitenkollegs Sankt Salvator im Verlauf des 19. Jahrhunderts bis auf den Kleinen Goldenen Saal alle abgerissen.

Details

Das Jesuitenkolleg Sankt Salvator bot jungen Augsburger Katholiken die Möglichkeit, ohne Standesunterschied kostenlos zur Schule zur Schule zu gehen. Hier erhielt Leopold Mozart jene umfassende Bildung, die er an seinen Sohn Wolfgang Amadeus weitergab. Schon als knapp Fünfjähriger stand Leopold Mozart hier auf der Schulbühne.

Ehemalige Lage

Weblinks

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