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Informationspavillon zur Lechfeldschlacht

offiziell "Infopavillon 955"; ein Informationspavillon der Stadt Königsbrunn über die Kämpfe auf dem Lechfeld im Jahr 955 gegen die Ungarn

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© Regio Augsburg Tourismus GmbH/Norbert Liesz. Mit drei großen Zinnfigurendioramen erklärt das Königsbrunner „Infozentrum 955“ den Verlauf der Schlacht auf dem Lechfeld.

Allgemeines

Der „Infopavillon 955“ – genau: „Regionaler Informations- und Präsentationspavillon 955 zur Lechfeldschlacht“ – in Königsbrunn befasst sich mit den historischen Verbindungen zwischen Bayern und Ungarn bis zum Fall des Eisernen Vorhangs.

Hintergrund des touristischen Informationspavillons am Mercateum? ist die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955, die manche Historiker als "Geburtsstunde der Deutschen" bezeichnen. Der Pavillon soll die erste Erinnerungs- bzw. Bildungsstätte zu diesem Thema sein. Ziel ist es, die Details und die Folgen dieser Schlacht lebendig werden zu lassen. Das Informationsgebäude soll in Königsbrunn die Bedeutung und die Folgen der Schlacht für die Region Augsburg, für Deutschland, Ungarn sowie die europäischen Nachbarn darstellen. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke der Friedensförderung.

Im Rahmen der Planung und Entwicklung des Museums wurde der Förderkreis "Lechfeldschlacht 955" als lockerer Zusammenschluss von am Thema Interessierten gegründet. Durch Informationsmaterial, Vorträge und Ausflüge erwerben die Mitglieder Kenntnisse über die Schlacht. Mit ihrem Beitrag fördern und unterstützen sie im Gegenzug die Entstehung und den Ausbau des Museums.

Den Standort am Mercateum? wählte man wegen seiner Eignung, denn er hat sich zu einem Königsbrunner Veranstaltungszentrum entwickelt (hier fanden oder finden die Bayern-1-Sommerreise, der Lesepark oder auch der Niklausmarkt statt). Der Infopavillon zur Lechfeldschlacht wertet den Platz zusätzlich auf. Die gute Erreichbarkeit aufgrund einer guten Verkehrsanbindung und Parkinfrastruktur waren ebenfalls wichtige Indikatoren bei der Standortwahl.

Geschichte

Mitte 2009 waren von der Regio Augsburg Tourismus GmbH drei Multimedia-Dioramen mit 10.000 Figuren aus Zinn in Auftrag gegeben worden, obwohl das komplette Konzept, die Finanzierung und der Standort noch nicht feststanden. Ebenfalls 2009 wollten Kissing, Mering und Königsbrunn Standort des Museums werden.

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Über 450 Interessierte besuchten am 12. April 2010 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses ein Symposium zur Lechfeldschlacht. Auf Anregung der Regio Augsburg Tourismus GmbH hatte Prof. Kaufhold vom Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Augsburg hochkarätige Referenten zusammen gerufen, um die legendäre Schlacht im Kontext der Planungen für das Informationsgebäude Lechfeldschlacht in Königsbrunn zu beleuchten. Besonders die nationale und auch europäische Perspektive auf das Ereignis standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Am 10. August 955 fand die epochale „Schlacht auf dem Lechfeld“ statt: Ungarische Reitertruppen hatten Augsburg belagert. Trotz ihrer mangelhaften Befestigung konnte die Stadt unter der Führung Bischof Ulrichs? – heute der Augsburger Bistumspatron – gegen die Einfälle verteidigt werden, bis die Truppen des ostfränkischen Königs Otto I. zur Unterstützung eintrafen. Auf dem Lechfeld bei Augsburg kam es schließlich zu einer schicksalhaften Schlacht – die Niederlage der Ungarn bedeutete das endgültige Ende der Ungarneinfälle in das deutsche Reich, das Ereignis wurde in der ZDF-Serie "Die Deutschen" gar als "Geburtsstunde der Deutschen" bezeichnet. Doch auch für die Ungarn war die Schlacht auf dem Lechfeld prägend: Die ungarischen Reiter – Gegenspieler der ungarischen Königsmacht – wurden durch die Niederlage entscheidend geschwächt (und in der Folge sesshaft), was zur Festigung des ungarischen Königtums beitrug. Auf der Tagung referierten acht Spezialisten aus ganz Deutschland über die historischen Fakten der Schlacht, aber auch über die Legenden, die sie umgeben, über ihre Verhaftung in der Erinnerungskultur der Region Augsburg, über ihre Bedeutung für die deutsche und die ungarische Geschichte oder – im Hinblick auf das Informationsgebäude zur Lechfeldschlacht – über die Probleme und Perspektiven bei der Darstellung von Krieg und Gewalt in Museen.

Der Kreisheimatpfleger? warf im Februar 2012 dem Tourismus-Vorhaben mangelnde geschichtliche Hintergründe vor. Denn die Schlacht auf dem Lechfeld habe nicht bei Königsbrunn, sondern zwischen Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen stattgefunden. Auch die aufwändigen Dioramen zur Schlacht seien von historischer Inkompetenz geprägt.

2014 bekam Königsbrunn für den touristischen Informationspavillon am Mercateum? insgesamt 830.000 € an Fördermitteln (730.000 € über LEADER, 100.000 € über EVA?). Beschafft wurden die Fördergelder über die Regionalentwicklung Begegnungsland Lech-Wertach? in Zusammenarbeit mit den genannten Förderstellen.

Das dritte Diorama des Infozentrums in Königsbrunn wurde im Oktober 2014 übergeben. Titel: "Überfall auf den Tross von König Otto". Die von Dioramenbauer Martin Sauter in 14 Arbeitswochen erstellte Szenerie mit 2.600 Zinnfiguren war das dritte von drei Schlachtendioramen für das Infozentrum in der Nachbarschaft des Königsbrunner Mercateums?. Im Rathaus der Stadt Königsbrunn erinnerte bereits das 27 Quadratmeter große, mit 7.500 Zinnfiguren ausgestattete Diorama "Überfall auf das Lager der Ungarn" an die „Schlacht auf dem Lechfeld“ im Jahr 955. Das ebenfalls fertiggestellte Diorama "Angriff auf Augsburg" fiel so groß aus, dass es bis zur Eröffnung des Königsbrunner Infozentrums eingelagert blieb. Die Dioramen sowie die moderne Museumstechnik und -didaktik des Infozentrums wurden im Rahmen eines EU-Projekts mit 180.000 Euro gefördert, noch einmal 140.000 Euro kamen mit Unterstützung der Kreissparkasse Augsburg, der Bürgerstiftung Augsburger Land? sowie weiterer Partnern und Sponsoren zusammen. Die Gestaltung der Zinnfiguren durch Martin Sauter erfolgte ehrenamtlich.

Anfang März 2016 eröffnete der „Infopavillon 955“ zur Lechfeldschlacht in Königsbrunn für die Öffentlichkeit an Wochentagen. Erstmals am Samstag, 1. Oktober 2016 konnte die Ausstellung jeweils auch an den Wochenenden sowie im Rahmen von Gruppenführungen der Regio Augsburg Tourismus GmbH besichtigt werden.

Im November 2016 bekundete der tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt das Interesse an einer Kooperation in Sachen Schlacht auf dem Lechfeld von 955. Lars-Jörn Zimmer MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landtags von Sachsen-Anhalt sowie Vorsitzender des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt e.V. und Vorstandsmitglied des Deutschen Tourismusverbands e. V. erklärte sein großes Interesse daran, das Thema Lechfeldschlacht in Kooperation mit der Region Augsburg zu besetzen. Denn im Jahr 955 war es schließlich ein Sachse – Otto I., der Herzog von Sachsen war zugleich König des Ostfrankenreichs –, der das belagerte Augsburg vor den Angriffen der Ungarn rettete. Das große Interesse der Tourismusexperten aus Sachsen-Anhalt basiert darauf, dass man auch dort die epochale Bedeutung der Ungarnschlacht von 955 kennt und über Otto I. – der Sachse wurde nach seinem Sieg auf dem Lechfeld im Jahr 962 zum Kaiser gewählt – touristisch ein- und umsetzen will. Der „Infopavillon 955“ ist für die Experten aus Sachsen-Anhalt deshalb ein potentieller Kooperationspartner.

Am Freitag, den 19. Mai 2017 vernetzten sich Augsburg und Magdeburg als "Otto-Städte" im "955 Informations- und Präsentationspavillon". Königsbrunn / Augsburg und Magdeburg sind durch ein Stück gemeinsame Geschichte miteinander verbunden, die durch das Charisma und den starken Charakter eines einzigen Mannes geprägt wurden. Widukind von Corvey beschreibt „Otto den Großen“ in seiner „Sachsengeschichte“ als vorbildlichen Menschen und Herrscher. Er war der siegreiche Beschützer der lateinischen Christenheit in der Schlacht auf dem Lechfeld anno 955 und er war der Begründer des Erzbistums Magdeburg im Jahre 968. In Augsburg und in Magdeburg wird seine Geschichte erzählt. Im Focus der Vernetzung standen die Erörterung der Kooperationsmöglichkeiten der beiden Städte und die Unterzeichnung eines "Letters of Intent".

Details

Der Informationspavillon zur Schlacht auf dem Lechfeld umfasst in erster Linie einen Ausstellungsbereich, in dem Zinndioramen zur Lechfeldschlacht ausgestellt werden, einen Bereich für ein touristisches Infobüro und einen öffentlichen Toilettenbereich.

Die Dioramen-Zinnfiguren, die in dem Informationspavillon zur Ausstellung kommen, fertigte der Augsburger Martin Sauter?, ein pensionierter Kriminalhauptkommissar. Außerdem hat er alte Stadtpläne, Straßenverläufe und Recherchen in anderen Städten in einer Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Augsburg verarbeitet. In die Mitte Augsburgs legte er den romanischen Dom. Darum herum fanden in einem etwa 15 Quadratmeter großen Diorama 170 Gebäude und rund 3200 Zinnfiguren Platz.

Das Lechfeld-Museum soll mit einem Geschichtspfad zur Lechfeldschlacht verbunden werden. Wie der Pfad genau verlaufen soll, ist noch unklar. Die Kosten wurden auf etwa 300.000 Euro geschätzt - für etwa 75 Kilometer. Die Stadt Augsburg und die beiden Landkreise sowie die Regio Augsburg Tourismus GmbH planen den Pfad mit Hilfe von EU-Geldern umzusetzen. Er soll sich über die Stadt Augsburg, den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg erstrecken.

Öffnungszeiten und Führungen

Samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr - in der Zeit von 15 bis 17 Uhr kann sie ausschließlich im Rahmen von Führungen der Regio Augsburg Tourismus GmbH und von Königsbrunner Kulturvermittlern besucht werden. Eine Anmeldung zu diesen öffentlichen, rund 45-minütigen Führungen ist nicht nötig. Diese Führungen beginnen jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr; die Ausstellungsführung kostet pro Person ein geringes Entgelt. Kostenlos ist die ungeführte Besichtigung des „Infopavillons 955“ an den Wochenenden von 14 bis 15 Uhr. Dies gilt auch für die werktags angebotenen Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr. Montag und Mittwoch: geschlossen.

Es gibt darüberhinaus ein Angebot der Regio Augsburg Tourismus GmbH, angemeldete Gruppen individuell zu führen. Diese Führungen für bis zu 25 Personen können bei der Regio gebucht werden (Tel. 08 21/5 02 07-26, E-Mail: projekt(@)regio-augsburg.de und kosten 66 Euro (Stand Ende 2016).

Weblinks


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