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Hundeklos

auch Hundetoiletten oder Robidog-Stationen genannt; spezielle öffentliche Einrichtungen für Besitzer von Hunden, die eine Entsorgung von Hundekot einfach möglich macht

Allgemeines

Hundekot auf Gehwegen, Kinderspielplätzen, Radwegen? oder in Parks sind oft Grund für Beschwerden über gedankenlose Hundebesitzer. Hundekot an Stellen, die von Kindern oder Senioren besucht werden, sind nicht nur eine Zumutung, sondern oft auch ein hygienisches Problem oder gefährlich für Menschen, die aufgrund ihres Alters einen unsicheren Gang haben.

In Augsburg besteht das städtische Hundeklo in einer „kleinen Lösung“. Anders als in anderen Städten, in denen z. B. Kiesbetten mit Recylingsplitt für das Absetzen des Hundekots bestimmt sind oder es Objekte, gibt an denen ein Hund beim Urinieren statt an einem Baum markieren kann, sind die Augsburger Hundeklos lediglich mit einem Kübel zum Entsorgen der Exkremente und einem Behälter mit Plastiksäcken zum hygienischen Einpacken der Exkremente ausgestattet. Die Augsburger Hundetoiletten beinhalten die Komponenten Plastiksackspender und Kotkübel als fertiges Kombiprodukt in grüner Farbgestaltung.

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Deshalb ist hier von einer Hundetoilette-Service-Station zu sprechen, die aus feuerverzinktem Stahl und Stahlrohren besteht. Der Abfallbehälter hat ein Volumen von ca. 20 Liter, die Servicestation kann bis zu 1.000 Entsorgungstüten aufnehmen. Hund-Piktogramm und Aufkleber in deutscher Sprache erläutern die Benutzung. Die Service-Station hat einen Behälter mit Schwingdeckel zum Einwerfen der benutzten Beutel und kann durch einen herausnehmbaren Innenbehälter leicht entleert werden.

Geschichte

Die verstärkte Aufstellung von Hundeklos in Augsburg war Punkt 23 des 100-Punkte-Programms von Dr. Kurt Gribl (CSU), mit dem er als Nachfolger von Dr. Paul Wengert in 2008 in das Amt des Oberbürgermeisters? gewählt wurde.

Der Werkausschuss? für den Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb? beschloss nach seiner Wahl in der Sitzung vom 28. Mai 2008 die Aufstellung weiterer Hundeklos in Augsburg. Im Beisein von Augsburgern konnte der damalige Umweltreferent? Rainer Schaal am 12. März 2009 das erste Hundeklo montieren. Für die Stadt Augsburg (ohne den Stadtwald Augsburg) wurden zunächst 100 Hunde-WC zum Preis von 215 Euro netto pro Klo angeschafft. Dazu kamen die Kosten für Montage und Fundamente, was zu Gesamtkosten von zunächst 30.000 Euro führte.

Schon im April 2011 wurden die nächsten 15 Robidog-Stationen in Augsburg aufgestellt. Und im Mai 2011 zitierte die Augsburger Allgemeine den damaligen Umweltreferenten? Rainer Schaal, die Stadt Augsburg wolle jedes Jahr 15 weitere Hundeklos aufstellen lassen. Damals zählte man schon 155 Hundetoiletten im Stadtbereich, was die Hundeexkremente allein auf öffentlichen Grünflächen um etwa zwei Drittel reduziert haben sollte. Bei damals geschätzten etwa 600 Kilo täglichem Hundekot in Augsburg feierte die Stadt eine deutliche Entlastung.

Wer 2011 vom Ordnungsdienst? der Stadt Augsburg beim Liegenlassen der Exkremente seines Hundes beobachtete wurde, musste 35 Euro bezahlen.

Augsburg hat heute dank des Sauberkeitsengagements von Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl so viele Hundeklos bzw. Hundetoiletten, dass sich Augsburger einigermaßen ekelfrei in ihrer Stadt bewegen können.

Details

Geliefert werden die Augsburger Hundeklos von der Firma Mika in Westendorf? (Standmodell in Moosgrün).

Für die Betreuung der Augsburger Hundeklos sind unterschiedliche Einrichtungen, je nachdem, wo die Service-Einheiten aufgestellt sind, zuständig. So ist der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg? (aws) für die an Gehwegen und Radwegen? befindlichen Hundeklos zuständig. Hundeklos, die sich in Grünanlagen befinden, werden vom Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen? betreut und für die Hundeklos im Augsburger Stadtwald zeichnen die Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH und der verantwortlich.

Im Rahmen der Kampagne der Stadt Augsburg „Sauber ist in!“, in der Augsburg als eine schöne und saubere Stadt vorgestellt wird, die noch schöner und noch sauberer werden soll, was durch Abfälle und Hundekot auf Gehwegen, Straßen und in Grünanlagen konterkariert wird, werden die Augsburger dazu aufgerufen, die Situation zu verbessern.

Gerade im Stadtwald Augsburg ist die Entsorgung von Hundekot sehr wichtig, denn Hundekot mindert den Erholungswert und birgt gesundheitliche Risiken für den Menschen und Tiere. Hundehaufen sind Infektionsquellen für Krankheitserreger, da die ausgeschiedenen Wurmeier lange infektiös bleiben. Der Stadtwald Augsburg ist eine Trinkwasserschutzzone? und dient der Gewinnung von Trinkwasser. Hundekot enthält Bakterien und Keime, die auch ins Grundwasser und so ins Trinkwasser gelangen können. Hundekot führt darüber hinaus zum Verlust von biologischer Vielfalt, z. B. in den Lechheiden, die als Naturerbe von nationaler Bedeutung sind. Viele der nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind streng geschützt und können nur auf nährstoffarmen Standorten überleben. Über Hundekot gelangen jedoch zusätzliche Nährstoffe auf die Flächen, was zum Verschwinden der typischen Heide-Arten führt. Viele der Heideflächen werden aus Naturschutzgründen mit Schafen beweidet. Hundekot verhindert diese Beweidung, da Stellen mit Hundekot von Schafen gemieden werden. Hundekot beeinträchtigt auch die Qualität von Nahrungs- und Futtermitteln, die auf Äckern und Wiesen wachsen. Hundekot kann mit dem Parasiten Neospora caninum infiziert sein, der, wenn er ins Grünfutter gelangt, bei Rindern zu Fehlgeburten führen kann.

Angesichts der von der Stadt Augsburg aufgestellten Hundeklos ist es von Hundebesitzern rücksichtslos, sie nicht zu benutzen, denn es dauert je nach Wetter und Witterung Wochen und Monate, bis die Hundeexkremente entweder verrottet oder weggespült sind. Selbst Tierliebhaber können angesichts rücksichtsloser Hundebesitzer aggressiv werden.

Zwar kann kaum eine Gemeinde oder Stadt das Problem der Hinterlassenschaften von Hunden 100%ig lösen, doch hat sich Dr. Kurt Gribl um die Hygiene und Entsorgung „hündischer Tretminen“ in Augsburg durch die Erhöhung der Anzahl von Augsburger Hundeklos verdient gemacht. Natürlich brachte das Engagement Dr. Kurt Gribls für Hundeklos viel Spott und Kritik seitens der Opposition oder anderer Gegner mit sich, die das Thema Sauberkeit bzw. die Bekämpfung des Hundekots in Augsburg für spießbürgerlich hielten. Die Augsburger Skandalzeitung verlieh ihm sogar den Titel "Augsburger Hundeklo-Pionier" und nannte Augsburg die "Hundekacke-Metropole" Deutschlands. In letzter Zeit ist es jedoch um die Aufstellung der Hundeklos in Augsburg ruhig geworden, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil heute die meisten Augsburger ihre Berechtigung einsehen.

Weblinks


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