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Hofer, August

Ein Künstler der so genannten verschollenen Generation, der in Augsburg lebte.

Leben und Wirken

August Hofer wurde am 1. März 1899 in Achthal? (Teisendorf?/Oberbayern?) geboren.

August Hofer lernte in der Lehre bei seinem Vater Augustin Hofer, der Fassmaler und Vergolder der Achthaler Carolinenhütte war, das Vergolden, Malen, Aquarellieren und Radieren (1905 bis 1916).

1916 wurde August Hofer als Soldat für den Ersten Weltkrieg eingezogen. Er geriet in Gefangenschaft und wurde 1918 aus ihr entlassen.

1922 zog er nach Augsburg und ließ sich hier als freischaffender Künstler nieder. Er heiratete Katharina Guggenberger und trat 1923 der Künstlervereinigung „Die Ecke“ bei, gleich nachdem er zusammen mit seiner Frau entschieden hatte als freier Künstler zu arbeiten. Der Künstlervereinigung verdankte August Hofer einiges und er revanchierte sich durch die Übernahme von Funktionen in ihr. In der Künstlervereinigung erfuhr August Hofer, dass Reste eines kunstsinnigen Patriziats der freien Reichsstadt? auch in der Moderne ihre Verpflichtungen für die bildenden Künste wahrnahmen, um damit ein Beispiel zu geben.

1923 schuf August Hofer seine ersten Holzschnitte. Bis 1928 schnitt er ca. 100 Stöcke. Bis 1935 befasste er sich nur noch sporadisch mit dieser Technik.

Ab 1926 beteiligte sich Augsburg Hofer an Ausstellungen in München und Augsburg.

1928 erhielt er ein Studienstipendium des Kunstvereins und unternahm Studienreisen.

1935 starb seine Frau und hinterließ August Hofer vier Kinder. Das war ein schwerer Verlust für ihn und erst 1938 konnte er durch die Arbeit am Zyklus seiner Duisburger Rheinhafenbilder, an Industrie- und Rheinveduten etwas Abstand gewinnen.

1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und arbeitete ab 1940 als Dienstverpflichteter am Theater Augsburg. 1944 musste er wie im Ersten Weltkrieg an die Front und wurde gefangen genommen, aber schon 1945 aus der Gefangenschaft entlassen.

Ab 1946 wirkte er in vielen Künstlerorganisationen mit. 1954 heiratete er Anna Eilers und siedelte ein Jahr später nach Zusmarshausen über. Allerdings gab er erst 1966 sein Augsburger Atelier auf.

Der Maler starb am 25. August 1981 in Zusmarshausen. In seinem Nachlass fanden sich etwa 800 Aquarelle, 300 Gemälde und 200 Holzschnitte. Der gesamte künstlerische Nachlass ging in den Besitz seines Sohnes Tassilo Hofer über.

Werk

August Hofer wird zu den bedeutendsten Malern des Expressiven Realismus im süddeutschen Raum? gerechnet. August Hofer reduziert die Bildinhalte auf das Wesentliche. August Hofer war Autodidakt und verwendete stark ölhaltige Druckfarbe für seine Arbeiten. Durch ihre Verwendung werden bei den Holzschnitten die Formen und Linien nicht scharf wiedergegeben. Manche Holzschnitte kolorierte August Hofer. In ihnen kann man verkleinerte und reproduzierbare Versionen seiner Gemälde sehen. Das bemerkten schon 1929 die Augsburger Neuesten Nachrichten? und schrieben, dass bei ihm "das Graphische ins Bildhafte erhöht und erweitert wird".

Hofer widmete sich Alpenlandschaften, Aktbildern und Stilleben. Manche Bilder (Stilleben mit Blumen, 1924) ziegen sich vom Konstruktivismus beeinflusst, andere von der Abstraktion (Klamm, 1925), doch überwiegt die realistische Sichtweise. An prähistorische Felszeichnungen erinnert "Pferderennen" (1928), während sich im Bild "Badende" Jugendstil-Elemente mit seinem Expressionismus mischen. Hofer malte heitere, lichtdurchflutete und weiche Formen, Alpenlandschaften jedoch dunkel und drohend.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten? passte er sich nicht deren Idealismus an, wie in Bildern wie "Holländische Schleppkähne" (1938), einer dunklen und düsteren Darstellung, zu erkennen ist. August Hofer widmete sich nicht der erwarteten Propagierung von Industrie und Technik als Grundlagen von Kraft und Stärke, von Deutschtum und Gesundheit. Er blieb dabei, nüchterne Bestandsaufnahme zu malen, ohne einen Anflug von verordnetem Optimismus. Seine Bilder bleiben sachlich und malerisch akkurat.

Im Augsburg des Bürgertums? und des Proletariats? entwickelte sich August Hofer zu einem kritischen Realisten. Immer wieder thematisierte er das Eindringen der Industrie in das traditionelle Erscheinungs- und Funktionsbild Augsburgs. Die Stadtsilhouette wird von Fabrikschornsteinen dominiert. Im Symbol zeigt August Hofer, wie die Vergangenheit im Blick auf die Gegenwart entschwindet. 1944 bis 1947 malt August Hofer das zerstörte Augsburg mit seltener Eindringlichkeit.

Sonstiges

August Hofers expressiver Realismus war in den 1920er Jahren noch zu jung, um sich durchsetzen zu können; vor 1933 war er noch zu unbekannt, um nach 1945 ein größeres Publikum erreichen zu können.

Weblinks


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