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Historischer Text über Afra

Ein Text über die Märtyrerin Afra, die Stadtheilige von Augsburg, die in Sankt Ulrich und Afra begraben liegt.

Allgemeines

Der Text ist von Joseph Fischer vom Peterhof verfasst und in seinem Buch mit dem Titel "Augsburger Frauen" veröffentlicht worden.

Der Text

Nachdem die Römer das Alpenvorland? bis zur Donau? unterworfen hatten, begannen sie bald, ihre neue Provinz Rätien mit Straßen und festen Lagern auszubauen. Kurz vor Einmündung der Wertach (vinda) in den Lech (lacus) errichteten sie westlich derselben ein Zweilegionenlager.

Auf der Anhöhe zwischen den beiden Flüssen, doch nicht in räumlichem Zusammenhang mit dem Lager, erbauten sie später - wie ehedem Marthesia und die Vindeliker? - ihre Stadt, die nach dem Kaiser Augustus den Namen Augusta Vindelicorum? erhielt. Augusta wurde bald der Verwaltungsmittelpunkt der Provinz Rätien und entwickelte sich durch die aus allen Richtungen zusammenlaufenden, kunstvollen Straßen zu einem wichtigen Waffen- und Handelsplatz. Auch als kulturelles Zentrum hat sich die Stadt stark hervorgetan. Ihren Göttern erbauten die Römer Tempel und Altäre, in denen sie besonders Juno, Minerva, Proserpina, Victoria und Venus verehrten. Schon Tacitus? konnte Augusta die "überaus glanzvolle Haupstadt Rätiens" nennen.

Über die dort beginnende Christianisierung? können wir aus der Geschichte der hl. Afra Aufschluß erhalten. Als 302 n. Chr. in Rom unter Diokletian die Christenverfolgung einsetzte, kam der spanische Bischof Narzissus? aus Gerona mit seinem Diakon Felix? auf der Flucht vor den Grausamkeiten in die Augusta Vindelicorum?. Dort fand er Bleibe in der Herberge der ledigen Frauensperson Afra, deren Eltern aus Cypern stammten und die ihre Tochter entsprechend den religiösen Sitten ihrer Heimat zum Dienste der Göttin Venus gegeben hatten. Die Unterkunft lag vor der Stadt, nahe der von Süden kommenden, verkehrsreichen Via Claudia?. Die beiden fremden Einkehrer erweckten bald durch eifriges Gebet und sittenreines Benehmen die Aufmerksamkeit Afras. Sie bat um Unterweisung im christlichen Glauben, bereute ihren bisher lasterhaften Lebenswandel und ließ sich taufen. Auch ihre Mutter Hilaria, ihre Verwandten Afer und Dyonisos, außerdem ihre Mägde Digna, Eunomia und Eutropia wurden von Afra bewogen, den Christenglauben anzunehmen. Narzissus? soll die Herberge als Sammelpunkt der ersten Christen der Stadt zur Kirche geweiht haben. Nach fast neun Monaten Aufenthalt reiste er wieder nach Gerona ab, wo er aber nach weiteren drei Jahren den Martyrertod starb.

Dem über die Provinz Rätien herrschenden Landpfleger Gajus? war es nicht verborgen geblieben, dass Afra den christlichen Glauben angenommen hatte. Er ließ sie vorführen und verlangte die Rückkehr zu den alten Göttern und als Beweis hierfür das Opfer im Capitol. Da Afra dem christlichen Glauben nicht abschwörte, wurde sie auf einer Lechinsel an einen Pfahl gebunden und bei lebendigem Leibe verbrannt (303 n. Chr.). Ihr Körper blieb aber wunderbarerweise unversehrt. Mutter Hilaria und ihre Verwandten bargen die sterblichen Überreste der Martyrin und bestatteten sie in einer Gruft eines Friedhofes zwei Meilen vor der Stadt. Auch dieser Vorfall wurde sogleich dem Landpfleger hinterbracht. Er schickte seine Knechte an die Grabstätte der Afra und ließ von den dort weilenden Personen fordern, den Göttern zu opfern. Da sie aber dem christlichen Glauben treu blieben, wurden sie sofort in Afras Gruft geworfen und dort durch Rauch erstickt. Außer Hilaria, Afer, Dyonisos und den drei Mägden starben zu jener Zeit auch fünfundzwanzig andere Christen den Martertod. (... ) Das Grab der reumütigen Sünderin und standhaften Martyrin Afra wurde bald zum Sammelpunkt und Wallfahrtsort heilsuchender, christlicher Pilger, die dort eine Kirche errichteten. Heute ruhen die Gebeine Afras in einem Reliquienschrein der Basilika zu Sankt Ulrich und Afra, der dort alljährlich an ihrem Namenstag am 7. August gezeigt wird.

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