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Hinterer Lech

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eine kleine Straße im Augsburger Lechviertel, das zur Jakobervorstadt-Süd? gehört

Allgemeines

Der Hintere Lech verläuft parallel zur Schlossermauer. Die Häuserzeile ist fast geradlinig, die Gebäude farbig bemalt und die Mülltonnen wirken wie in Reih und Glied aufgestellt. Die Straßenbezeichnung ist schon sehr alt und geht auf den Hinteren Lecharm zurück. In der Nähe (Bei Sankt Ursula) teilt sich nämlich der Schwallech (Am Schwall). Er ist die Fortsetzung des Kaufbachs?. Am Schwall beginnen zwei Arme des Lechs, nachdem der Kaufbach? in die Altstadt? eingetreten ist: der Mittlere Lech und eben der Hintere Lech, der eine Länge von etwa 520 Metern erreicht. Ab da, wo sich der Mittlere Lech? und der Hintere Lech wieder vereinen, spricht man vom Stadtbach?, der aber kurz darauf schon in den Vorderen Lech übergeht. Das Gewässer Hinterer Lech transportiert eine Wassermenge von ca. 2m³/s.

Wer schöne Wohnungen oder Zimmer in einer idyllisch-historischen Umgebung bzw. einem Altstadt-Ambiente sucht, ist hier goldrichtig.

Geschichte

Im Mittelalter hieß der Hintere Lech "Geumulners Laech", wie das Stadtrecht von 1276 beweist. Benannt war die Gemarkung damals nach der hier gelegenen Geumühle. Später sprach man vom "Geumüllerslech".

Anders als bei der Schlossermauer arbeiteten am Hinteren Lech in früheren Zeiten die unterschiedlichsten Handwerker. Daran erinnern viele der hier stehenden Häuser.

Nachdem Augsburg 1806 in Bayern eingegliedert wurde, entwickelten sich Gässchen wie Vorderer Lech, Mittlerer Lech und Hinterer Lech zu einem Viertel für Arme.

In den 1980er Jahren führte man hier eine Altstadtsanierung durch und die damals etwas heruntergekommenen Häuser wandelten sich zu ansehnlichen Wohnungen, wodurch natürlich auch die Mieten in dieser Straße gestiegen sind. Der vorher verborgene Hintere Lech wurde im Zuge dieser Sanierung aufgedeckt. Im Anschluss ließen sich hier und in der Umgebung Boutiquen, Bars und Kneipen nieder.

Details

Im Hinteren Lech liegen viele alte Bürger- und Handwerkerhäuser. Das beginnt mit dem Hinteren Lech 2, einem Bürgerhaus, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht und einen Giebel zum Schleifergässchen hat. Hinterer Lech 3 ist ein Handwerkerhaus mit einem tief liegenden Erdgeschoß und einem Giebelbau, der drei Geschosse hat. Auch dieses Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es ist ein typisches Mietzinshaus für Kleinhandwerker im Lechviertel und an den Giebelfassaden kann man Bauphasen im späten 16. und späten 18. Jahrhundert ablesen. Auch die Dachstuhkonstruktion deutet auf verschiedene Umarbeitungen hin. Man findet ein Kehlbalkendach mit verblatteten Holzverbindungen und im östlichen Dachstuhl eine stehende Stuhlkonstruktion. Zum Teil ist noch historische Ausstattung im Haus erhalten. Ein Handwerkerhaus ist auch Hinterer Lech 5. Es stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, ist giebelständig und hat ein tief liegendes Erdgeschoß. Bei dem Gebäude Hinterer Lech 7 handelt es sich um einen dreigeschossigen Giebelbau mit einem Flacherker, einer hohen Barocktür: Es ist ein Bürgerhaus, das im Kern auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Auch Bürgerhäuser sind Hinterer Lech 9, 11, 12 und 33. Nr. 9 ist ein Giebelbau mit drei Geschossen aus dem 16. Jahrhundert, bei Nr. 11 kommt zum dreigeschossigen Giebel aus dem 16. Jahrhundert noch eine Tür mit geschwungenen Oberlichtern aus dem 17. Jahrhundert hinzu. Bei Nr. 12 ist die Fensteranordnung nicht symmetrisch, der Giebel breit gelagert; das Haus geht ebenfalls auf das 16. Jahrhundert zurück. Im Dachboden ist eine Seilwinde zu sehen, die aus der Erbauungszeit stammt. Besonders interessant ist wieder die Nr. 33, ein breit gelagerter Giebelbau aus dem 16. Jahrhundert. In der Mittelachse befinden sich zwei Eingänge, die in verschiedene Wohnungen führen. Die Aufteilung der Räume und ihre Ausstattung geht auf das ausgehende 18. Jahrhundert zurück, im frühen 19. Jahrhundert hat man sie etwas modernisiert. Der Dachstuhl geht noch auf das mittlere 16. Jahrhundert zurück. Als man 1989 das Haus saniert hat, entdeckte man im 1. Dachgeschoß eine Bohlen-Balken-Decke. Diese konnte man durch dendrologische Untersuchungen auf 1527 datieren. Das Gebäude Hinterer Lech 42 ist eine erdgeschossige Werkstatt mit Mansarddach und geht auf das 16./17. Jahrhundert zurück.

Lage


Weblinks


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