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Hermannstädter, Dolf

Mitbegründer und Herausgeber des Trust-Fanzines.

Leben und Wirken

Geboren wurde Dolf Hermannstädter 1965 in Augsburg, wo er bis 1998 lebte, bevor er nach Bremen zog.

Bekannt von ihm ist, dass er als Vegetarier lebt und seit Juli 1986 das Hardcore-Punk Magazin "Trust" herausgibt, in dem er auch selbst schreibt. Das Fanzine erscheint in einer Print- und einer Online-Version und beschäftigt sich mit Punk- und Hardcore-Musik sowie der Popkultur drumherum. Erhältlich ist es in gut sortierten Bahnhofskiosken, bei einschlägigen Versendern und Plattenläden oder direkt über die Webpage von Trust. Gegründet hat Dolf Hermannstädter das Fanzine mit anderen, weil es 1986 keine Publikation gab, die etwas über die Musik und die Themen schrieb, die ihn und die Gründungsmitglieder interessierten. Im Lauf der Jahre sind nur noch wenige Gründungsmitglieder übrig geblieben. Aber das Heft hat sich einen Leserkreis von etwa 3.000 Abonnenten erstritten, die das Heft alle zwei Monate beziehen. Dafür investiert Dolf Hermannstädter jeden Tag viele Stunden Arbeit und bedient Menschen mit Inhalten, die sich, wie er meint, nicht von den etablierten Medien einschüchtern lassen.

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Trust publiziert vor allem Interviews mit Bands sowie Musikrezensionen, aber auch sozialpolitische Reportagen. Seit 1997 werden Teile des Fanzines auch ins Internet zum Lesen eingestellt. Dolf Hermannstädter sieht es als Leistung, das Magazin schon mehr als zwei Jahrzehnte zu veröffentlichen, ohne dass es zu einem kommerziell erfolgreichen Betrieb verkommen ist, sich dabei aber selbst finanziert. Und andere sehen es als Leistung, Jahrzehnte nicht müde geworden zu sein, die Probleme unserer Gesellschaft mit eigenen Augen zu betrachten und in der Hermannstädter Weise Weise offen kundzutun. Als Hauptproblem der Menschen in unserer Gesellschaft sieht er die permanente Verwechslung der Erscheinung (wie eine Sache nach außen erscheint) und dem Wesen (was eine Sache, eine subkulturelle Bewegung, das menschliche Zusammenleben bedeuten soll). Dolf Hermannstädter benennt als Tatsache, dass der Mensch nicht ist, was er sein sollte, und er beschwört, dass er sein sollte, was er sein könnte. Damit bringt er auch zum Ausdruck, wozu Punk ursprünglich aufrief: Think for yourself - also sich etwas Eigenes aufzubauen, ohne sich von Trends blenden zu lassen. In seinen eigenen Worten sieht er Punk und Hardcore auch als Lebenseinstellung. "Also folgende Werte und Verhaltensweisen gehören da meiner Meinung nach definitiv dazu: vegetarische Ernährung, atheistisch und fair sein, ehrlich sein (denen gegenüber, die es "verdienen"), Kritikfähigkeit haben, bewusst bzw. gar nicht konsumieren, Wiederbenutzen bzw. Wiederverwerten, Autos vermeiden, Rad fahren, Leute nicht nach ihrer Herkunft, ihrer "Rasse" ihres Geschlechts, oder gar ihres Aussehens beurteilen. Sondern an ihren Handlungen/Denkweisen, also was sie tun oder glauben. Den Umweltschutz praktizieren, eigenen Geschmack in jeder Hinsicht haben bzw. zu entwickeln und bei all dem den Spaß nicht vergessen!" (zitiert nach peta2.de)

Punk/Hardcore/Unterground gibt das Trust-Magazin als Themen an. Seit einer Gründung ist es ein Ort für Punk-Rock-Musiker, die von den etablierten Medien kaum behandelt werden und selbst vielen Musikliebhabern unbekannt sein. Oder Musiklabels: Wer kennt schon Chaos, Ladehemmung oder Verlorene Jungs? Wichtig ist Dolf Hermannstädter Punk als Lebensentwurf für eine bessere Welt und deshalb ist ihm der Inhalt der Songs, denen er sich widmet, wichtiger als der Stil.

Im Jahr 2008 veröffentlichte Dolf Hermannstädter das Buch "Got Me? Hardcore-Punk als Lebensentwurf" in dem Bremer Verlag "Mox & Maritz". Darin veröffentlichte er sein 1986 bis 2007 erschienenen Kolumnen aus "Trust". Immerhin hat Dolf Hermannstädter dafür 125 Hefte durchforstet und dabei die Entwicklung der Hardcore-Punk-Szene nachgezeichnet.

Werke

  • Got Me? Hardcore-Punk als Lebensentwurf. Bremen 2008.

Auszeichnungen

Pressestimmen

"Dass Dolf ein sehr guter Schreiber mit viel Wortwitz ist, muss ich den meisten von euch sicher nicht noch extra erzählen." Plastic Bomb, Ausgabe 63, Sommer 2008.

"In der Tat gehört der Autor Hermannstädter zu jenen, die einem manchmal auf die Nerven gehen, weil sie einen immer an die eigenen Unzulänglichkeiten erinnern. Er ist einer von denen, auf die man andererseits aber auch nicht verzichten möchte: Weil sie einen überhaupt noch an etwas erinnern." Ralf Lorenzen, taz, 26.06.08.

"Mal regt Hermannstädter an, auf Zucker, Softdrinks und Duschgel zu verzichten – `Was kann man machen?´, dann philosophiert er über den Untergang der Musikindustrie. Das ist meistens unterhaltsam, mal lustig aber eben auch beklemmend radikal und kompromisslos. So wie seine Schilderung des Todes seiner Mutter, die sich für das in der Schweiz gewährte Angebot der Todeshilfe entschied und ihren Sohn um Beistand bat. Wenn Punk noch lebt, dann dank solcher Texte!" Christoph Dallach, Spiegel online, 04. 04.08.

"Der Schreibstil ist immer erfrischend direkt, die Kolumnen lesen sich oft wie ein Tresenmonolog nach zwei Bieren. Die Ausdrucksweise wurde im Laufe der Zeit immer gewandter, wodurch gerade die Kolumnen der letzten Jahre zum wahren Lesevergnügen werden. Dabei wird sowohl auf Gedankenströme als auch auf trockene, aber lesenswerte Analysen zurückgegriffen. Interessant wären vielleicht noch Kommentare zu den Kolumnen aus heutiger Sicht gewesen, aber ansonsten ist `Got Me? - Hardcore-Punk als Lebensentwurf´ ein tolles, unkonventionelles Portrait einer Szene, geschrieben von jemanden der sie kennt wie nur wenige andere." Benedikt Ernst, Bizarre Radio, 3.04.08.

"Dolf Hermannstädter hat mit dem TRUST-Fanzine nicht nur eine der einflussreichsten Publikationen der ganzen deutschen Szene gegründet, sondern er blieb seiner Arbeitsweise und seinen Wertvorstellungen bis heute treu. Das TRUST war nie ein Populärschriftstück, sondern ein Fanzine, das von Ehrlichkeit und Offenheit lebt. Und in dem geschrieben wird, was man denkt. Nicht, was andere von einem erwarten ... Sein Buch "Got Me? Hardcore-Punk als Lebensentwurf" ist gerade erschienen und ein mehr als unterhaltsamer Schmöker geworden." Peta2.de

Adresse

Trust Verlag
Dolf Hermannstädter
Postfach 11 07 62
28087 Bremen

Tel: 0421/49 15 88 0
Fax: 0421/49 15 88 1 (Faxen nur nach vorheriger Anmeldung)
E-Mail: dolf(at)trust-zine.de

Weblinks


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