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Henning, Erwin

ein Maler, der in Augsburg geboren wurde

Leben und Wirken

Geboren wurde Erwin Henning am 19. Juni 1901 in Augsburg. Schon als Kind zeichnet er gern und stundenlang, was sowohl seinem Volksschullehrer als auch seinen Eltern auffällt. Und so beginnt er 1915 eine Lehre als Dekorationsmaler an der Gewerbeschule München? und an der Staatsschule für angewandte Kunst?. Ab 1917 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste? in München bei Hermann Groeber und Franz von Stuck, bei dem er Meisterschüler war. Nach Abschluss seiner Ausbildung an der Akademie im Jahr 1923 arbeitete er unter anderem als Porträtmaler. In diesen Jahren befreundete er sich mit Oskar Maria Graf und Karl Valentin.

Er versucht jetzt, als freier Künstler Fuß zu fassen und wendet sich aufgrund seiner auffallenden Begabung für Porträtmalerei dieser zunächst zu, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, indem er jeden malt, der bereit ist, ihn dafür zu bezahlen.

1930 wurde Erwin Henning Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, bis ihn die Nazis zwangsauflösten. Im gleichen Jahr ermöglichte ihm ein Stipendium der Stadt München einen Studienaufenthalt in Nizza. Dort wurde er zu einem seiner Hauptmotive angeregt, den Badebildern. Zurückgekehrt aus Frankreich trat er der Künstlergruppe "Die Juryfreien" bei, zwei Jahre später der Ausstellungsgemeinschaft "7 Münchner Maler". Mit dieser Gemeinschaft stellt Henning 1931 zum ersten Mal in München in der renommierten Städtischen Galerie im Lenbachhaus aus. Die "7 Münchner Maler" bleiben bis 1937 trotz zunehmender Schwierigkeiten aktiv.

Erwin Henning war gegen die Nazis. 1936 wird er sogar von der Gestapo? verhaftet, jedoch schnell wieder freigelassen wird. Der Vorwurf war, er habe Verbindungen zu einem jüdischen Kunsthändler gehabt. 1939 berief ihn die Staatsschule für angewandte Kunst Nürnberg, doch verhinderten die Nazis die Anstellung, weil Henning kein NSDAP-Mitglied und politisch nicht auf Linie war. So unterstützt er einen Freund bei der Ausmalung der katholischen Kirche St. Martin in Leutkirch?, wo er Irma Hurt kennenlernt, die Liebe seines Lebens, die er noch 1939 heiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn Wolfgang Henning wurde 1946 geboren und ergriff später ebenfalls den Malerberuf. Ebenfalls 1939 bekommt Erwin Henning den Auftrag zur Ausmalung der Kirche der Benediktinerabtei Schweikelberg? bei Vilshofen?. Wegen dieses und eines weiteren Auftrags wird er zunächst nicht an der Front im beginnenden Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

1941 wird er dann doch noch als Soldat einberufen. Zunächst war er in Potsdam, dann in Lappland als Kriegsmaler eingesetzt, gegen Ende des Krieges versetzt man ihn nach Ostpreußen. Er gerät 1945 in englische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung lässt er sich in Leutkirch? im Allgäu nieder, weil seine damalige Münchener Wohnung und sein Atelier samt seiner bis 1944 geschaffenen Werke zerstört worden waren.

1947 kann man zum ersten Mal wieder Bilder von ihm in der "Großen Münchner Kunstausstellung" sehen.

1948 wird Henning Ausschussmitglied der "Secession München", später auch Mitglied der Jury, in der er sich bis 1984 ehrenamtlich engagiert. Dazu wird er nach dem Krieg Mitglied des "Künstlerbundes Baden-Württemberg" und der "Secession Oberschwaben".

Ab 1984 reist er zu jeweils längeren Studienaufenthalten nach Rom, Paris, New York, Südfrankreich und Italien. Möglicherweise verarbeitete er mit diesen Reisen den Tod seiner Frau im gleichen Jahr. 1991 zieht Erwin Henning zu seinem Sohn nach Karlsruhe-Durlach, wo er am 8. März 1993 im Alter von 92 Jahren stirbt.

Werk

Zum einen arbeitete Henning als Portraitmaler oder schuf sonstige Abbildungen von Menschen (siehe z. B. seine Badebilder). Daneben ist sein Werk hauptsächlich von Landschaftsbildern geprägt. Seine Werke sind u. a. im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.

Immer wieder hat sich der Künstler mit den Merkwürdigkeiten menschlicher Existenz, mit der Beziehung zwischen Mann und Frau beschäftigt. Dabei hat er nicht so sehr dramatische Inszenierungen geschaffen, sondern eher heiter-ironische Betrachtungen mit hintersinnigem Humor. Nicht nur diese Eigenschaft seines Werkes kennzeichnet den Maler als großen Philanthropen.

Ab den 1930er Jahren wird der Einfluss der Neuen Sachlichkeit in den Werken des später zur "verlorenen Generation" gerechneten Malers immer stärker.

Auszeichnungen

1928 erhielt Henning den Sir-Edward-Mond-Preis.

1938 (nach anderen Quellen 1940) bekommt er den Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg.

1953 überreicht man ihm den Kemptener Kunstpreis.

Weblinks


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