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Heinemann, David

ein Kunsthändler und Portraitmaler aus Schlipsheim? (Neusäß) bei Augsburg

Leben und Wirken

Geboren wurde David Heinemann 1819 in Schlipsheim?. Er kam aus einer jüdischen Familie.

Seit 1872 besaß er eine Kunsthandlung in München. Später kamen zu dieser Kunsthandlung noch Dependancen in Frankfurt, Bad Kissingen?, New York und Nizza hinzu. Die Münchener Kunsthandlung und Galerie lag zunächst am Promenadenplatz, später in der Prinzregentenstraße und ab 1902 am Lenbachplatz (bis 1954).

Im Münchener Stadtmuseum ist ein Selbstportrait von Heinemann erhalten. Daneben ist sein Bild "Die Schmückung der Braut" bekannt.

In der Galerie Heinemann sah man vor allem Münchner Maler und Künstler aus deutschen Nachbarländern. „Die Heinemanns waren, neben Bernheimers, wohl die erfolgreichsten Kunsthändler in München. Großzügig ließen sie an ihrem Erfolg auch die Bayerischen Gemäldesammlungen teilhaben, denen sie nicht nur Gemälde von Sir Joshua Reynolds (1723-1792) oder Sir Henry Reaburn (1756-1823) stifteten, sondern auch Leihgaben zur verfügung stellten oder bei Staatsankäufen auf einen Teil des Erlöses verzichteten“ (Meissner, Karl-Heinz: Der Handel mit Kunst in München 1500-1945. In: Walser, Rupert, und Wittenbrink, Bernhard (Hrsg.): ohne Auftrag. Zur Geschichte des Kunsthandels. München 1989, S. 29; Quelle: Negendanck, Ruth. Die Galerie Ernst Arnold (1893-1951): Kunsthandel und Zeitgeschichte. VDG. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften. Weimar 1998. S. 22).

Die Galerie war sicher eine der damals bedeutendsten Kunsthandlungen Deutschlands. Neben der deutschen Kunst des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts widmete sie sich auch englischer, französischer und spanischer Kunst. Zwischen 1880 und 1935 veranstaltete sie etwa 300 Einzel- und thematische Gruppenausstellungen.

David Heinemann starb 1902 und hinterließ eine Familie, aus der viele Mäzene und Galeristen hervorgingen.

Die Galerie Heinemann

Seine Söhne führten die Münchener Galerie weiter. Sohn Hermann (1857 bis 1920) trat 1890 in das Geschäft ein, fünf Jahre später auch Sohn Theobald (1860 bis 1929) als Teilhaber. Der älteste Sohn Theodor (1855 bis 1933) ging in die USA und leitete die New Yorker Dependance bis 1914. Nach dem Tod Theobalds im Jahr 1929 führte seine Witwe Franziska (Fanny oder Mimi) Heinemann (1882 bis 1940) zusammen mit ihrem Sohn Fritz (1905-1983) das Geschäft. Bereits im Januar 1938 war Fritz Heinemann aus dem elterlichen Kunsthandel ausgeschieden. Im Mai 1938 emigrierte er in die Schweiz. Seine Mutter Franzsika reiste im Februar 1939 in die USA aus, wo sie im November 1940 verstarb.

Wie lange aber die Heinemanns das Geschäft führten, ist unklar, denn 1938 (1937? 1939?) wurde das Geschäft arisiert. Neuer Inhaber wurde Heinrich Zinckgraf. Ob die Familie Heinemann die Galerie nach 1945 wieder übernahm, ist unklar. Nach einigen Quellen taten sie das, doch spricht mehr dafür, dass Heinrich Zinckgraf (1878 bis 1954) die Galerie in Besitz behielt und bis 1954 leitete, denn sonst wäre sie wahrscheinlich wieder zur "Galerie Heinemann" geworden. Und auch das Todesjahr Zinckgrafs und das Ende der Galerie, die zusammenfallen, sprechen dafür, dass die Heinemanns nach dem Krieg nicht mehr in den Besitz des Geschäfts kamen.

Heinrich Zinckgraf (1878-1954) war ein leitender Mitarbeiter der Galerie. Er übernahm den Anteil Fritz Heinemanns. Nach der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 übernahm er auch den Anteil von Franziska Heinemann. Weil ihm die Industrie- und Handelskammer München wegen seines engen Kontaktes zur Familie Heinemann eine "Scheinarisierung" vorwarf dauerte es noch etwa ein Jahr, bis Zinckgraf die ganze Kunsthandlung zugesprochen bekam, was er mit einem Kredit von Reichsminister Hjalmar Schacht finanzierte. Den Wert des Geschäfts hatte man auf 220.000.- Reichsmark, den Wert des Warenlagers auf 200.000.- Reichsmark taxiert. Zinckgraf benannte die Galerie Heinemann im Mai 1941 in Galerie Zinckgraf um, behielt aber das Nummernsystem der Galerie Heinemann bei. Nach dem Krieg hieß die Galerie dann wegen ihrer Lage am Lenbachplatz "Galerie am Lenbachplatz". Da Heinrich Zinckgraf 1946 eine erneute Lizenz erhielt, kann man - wie schon erwähnt - wohl davon ausgehen, dass er es war, der die Galerie bis 1954 führte.

Allerdings kehrte Fritz Heinemann im Juni 1946 nach München zurück. Wahrscheinlich hat er die Unterlagen der Galerie Heinemann erst nach dem Tod Zinckgrafs 1954 zurückerhalten. Sicher ist, dass er unter dem Namen seiner Frau Christel von 1955 bis 1957 wieder als Kunsthändler tätig war. 1972 übergab er die Geschäftsbücher und Karteien der Galerie Heinemann dem Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg. Ein Teil der Fotografien und die Kataloge der Kunsthandlung kamen gleichzeitig in den Bestand des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München.

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