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Heimatpflege des Bezirks Schwaben

auch Bezirksheimatpflege Schwaben

Allgemeines

Der Bezirk Schwaben engagiert sich für alle Facetten der Heimatpflege in Bayerisch-Schwaben. Dazu trägt er Museen und stößt Projekte an, die das Leben in Bayerisch-Schwaben in seiner kulturellen Vielfalt zeigen. Um schwäbische Identität am Leben zu erhalten, sorgt die Heimatpflege des Bezirks Schwaben für die Integration neuer kultureller Strömungen. Ein wichtiges Feld der Heimatpflege sind für den Bezirk Schwaben auch eigene Veranstaltungen - von wissenschaftlichen Tagungen über Konzerte, Ausstellungen, Theatertagen bis hin zum Schwabentag. Auch die Kulturpreise, die der Bezirk Schwaben vergibt, dienen diesem Zweck.

Um alle diese Aufgaben erfülle und koordinieren zu können betreibt der Bezirk Schwaben eine Bezirksheimatpflege-Stelle. Ihre Aufgaben sind u. a.

  • Beratung und Begutachtung im Bereich der Denkmalpflege und der regionalen Baukultur
  • Engagement für Mundart, regionale Literatur und Amateurtheatergruppen in Schwaben
  • eigene wissenschaftliche Beiträge zur landesgeschichtlichen Forschung
  • eigene Ausstellungen und Publikationen

Die Bezirksheimatpflege sitzt in Augsburg.

Geschichte

Die Heimatpflege des Bezirks Schwaben ging aus der Heimatschutzbewegung hervor. Sie entwickelte sich in den deutschen Ländern ab etwa 1850 aus Einzelinitiativen heraus. Sie war gegen die Technikbegeisterung gerichtet, die in der Industrialisierung nur Positives erkennen konnte, während die Heimatschutzbewegung auch Verluste eintreten sah: Geräte, Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände, Häuser, Sitten, Bräuche und Glaube würden verschwinden.

Auf diesem Hintergrund begründete der Kaufbeurer Geistliche Christian Frank (1867-1942) die schwäbische Heimatschutzbewegung. 1899 kulminierte dies in der Gründung eines "Vereins zur Förderung heimatlicher Kunde, Kunst und Sitte". Christian Frank organisierte 1901 eine Ausstellung für Volkskunst und Heimatkunde in Kaufbeuren, um den kulturellen, künstlerischen und handwerklichen Reichtum der ländlichen Welt zu dokumentieren.

Das war der Startschuss für ehrenamtliche Sammlungs- und Dokumentationsarbeit und erste Bemühungen in Denkmalpflege und Naturschutz. Immer mehr Heimatvereine und historische Vereine gründeten sich. Und am 26. Oktober 1928 schlug der Bürgermeister von Kempten und damalige Kreistagspräsident Dr. Otto Merkt in einem Rundschreiben an die Kreistagsmitglieder vor, einen hauptamtlichen Kreisheimatpfleger einzustellen. Er sollte die Aufgabe übernehmen, "für den inneren Menschen, für die Seele des schwäbischen Menschen, damit sie schwäbisch werde und bleibe", zu sorgen. Dazu sollte er nach Otto Merkt "vom Volk, von den Vorfahren, von den Bauern ausgehen, um dem Volk, von den Vorfahren, um dem Volk, um Stadt und Land Schwabenart zu zeigen ... Wir kämpfen nicht gegen München, aber wir wollen, dass unser Bayerland altbayerische und fränkische, pfälzische und schwäbische Stammeseigenart achte". Als Aufgabengebiete des Heimatpflegers sah Merkt: Mundart, Volkstracht, Volkslied, Familiengeschichte, Flurnamen, heimische Bauweise, Schutz der Landschaft, Schutz der heimischen Pflanzen, der Tiere, heimische Sitten und Gebräuche, Volkskunst, Dorfgeschichte, Heimatbücherei.

Wegen der wirtschaftlichen Lage stellte der Kreisausschuss erst am 23. Oktober 1929 einen Heimatpfleger auf nebenamtlicher Basis an. Es war der aus dem Kreis um Christian Frank kommende Benefiziat in Obergünzburg? Dr. Barthel Eberl. Erstmals in Deutschland wurde damit ein Kreis- bzw. nach heutigem Sprachgebrauch Bezirksheimatpfleger eingesetzt. Damit setzte mit der Heimatpflege eine selbständige Kulturpolitik des Kreises ein, die noch in der Zeit Merkts mit der hauptamtlichen Bestellung Eberls 1934, der Ernennung von Weitnauer 1935 und Ohlenroth 1940 zu Kreisheimatpflegern fortgesetzt wurde.

Im Frühjahr 2001 bezog die Bezirksheimatpflege Schwaben ihre Geschäftsräume in der Prinzregentenstraße 8 in Augsburg.

Heute definiert sich Heimatpflege des Bezirks Schwaben als umfassender Schutz und Pflege von Natur und Landschaft wie der kulturellen und geschichtlichen Traditionen und Denkmale zum Wohle und Besten der Menschen.

Details

Bibliothek und Sammlungen

Die Heimatpflege des Bezirks Schwaben pflegt heimatgeschichtliche Sammlungen:

  • Karten und Pläne
  • Foto- und Bildersammlung
  • Kalender- und Plansammlung
  • Dienstlicher und privater Nachlass von Barthel Eberl
  • So genannte Schwabenkartei
  • Schwäbische Literatur und Literaten (Sammlung von Schwäbischen Literaten; Adressen, Biographien, Werke)

Die Bibliothek der Heimatpflege des Bezirks Schwaben umfasst:

  • eine Amtsbibliothek mit etwa 8.000 Medien; Schwerpunkte: Heimatgeschichte, Architektur, Volkskunde und schwäbische Literatur
  • die so genannte Eberlbibliothek mit etwa 2.500 Medien; Schwerpunkte: Geographie, Romanistik, Heimatgeschichte
  • Graue Literatur (landkreisweise gesammelt)

Museen

Die Museen des Bezirks Schwaben werden oft gemeinsam mit Landkreisen und örtlichen Trägervereinen betrieben.

Beratungsstellen

  • Trachtenkulturberatung: Sie sammelt, erforscht und bewahrt Zeugnisse schwäbischer Tracht. Die Trachtenkulturberatung hat ihren Sitz im denkmalgeschützten Landauer-Haus (Krumbach). Hier finden regelmäßig Kurse und Seminare statt, die ermöglichen, sich die eigene Tracht zu schneidern.
  • Beratungsstelle für Volksmusik, Volkslied und Volkstanz: Die Beratungsstelle für Volksmusik engagiert sich für die Dokumentation und Erforschung traditioneller Musik und deren Weiterentwicklung. Lehrgänge und Veranstaltungsreihe halten die musikalische Volkskultur Schwabens lebendig. Die Beratungsstelle sitzt im historischen Hürbener Wasserschloss? (Krumbach). Sie ist Ansprechpartner für alle Belange traditioneller Volksmusik. Außerdem publiziert sie Lieder und Noten, organisiert Konzerte, Tanzveranstaltungen, Lehrgänge und einen internationalen Musikantenstammtisch jeden ersten Dienstag im Monat im Café Neruda?.

Kultur- und Denkmalförderung

Die Heimatpflege des Bezirk Schwabens setzt sich für Denkmäler wie das Kloster Irsee? oder das Kurhaus Göggingen ein und sichert sie durch zeitgemäße Nutzungen.

Dazu kommen andere kulturelle Einrichtungen, die der Bezirk Schwaben zusammen mit Zweckverbänden, Vereinen und privaten Förderern lebendig hält. Beispiele sind:

Ein wichtiges Mittel dazu ist die Bezirk-Schwaben-Stiftung für Kultur und Bildung?.

Sonstiges

Die Bezirksheimatpflege konzipiert und führt in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen, die als Wanderausstellungen gedacht und kostenlos entliehen werden können. Themen sind z. B. Vorbildliche Denkmalpflege in Schwaben, Bräuche in Bayerisch-Schwaben, Das Kriegsende in Schwaben 1945, Schwäbische Dörfer, Landschaftsgebundenes Bauen in Dörfern und Märkten Schwabens, Literatur der Heimatvertriebenen, Revolution 1848/49 in Bayerisch-Schwaben, Literatur und Landschaft in Schwaben, Jüdische Friedhöfe in Schwaben etc. Zum Teil liegen für die Ausstellungen Begleitbände vor.

Adresse

Bezirksheimatpflege des Bezirks Schwaben
Prinzregentenstraße 8
86150 Augsburg

Tel. 0821/3101309
Fax. 0821/3101406
E-Mail: [email protected]


Weblinks


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