Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Umwelt und Umgebung | Bezirk Schwaben | Heimatpflege des Bezirks Schwaben | Heimatpflege


Heimatpflege

Pflege und Präsentation menschlicher Lebensumwelt als Heimat in umfassendem Sinn

Allgemeines

Die Heimatpflege widmet sich allen Bereichen, die mit Heimat im weitesten Sinn zu tun hat. Dazu gehören in erster Linie Alltagskultur, Landschaft und Natur. Zunächst ist Heimat einfach der Heimatort. Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, erinnern sich an diesen Ort, nennen ihn Heimat. Diese Heimat ist von geliebten Menschen besiedelt, mit vertrauten Wegen verbunden und mit vielem mehr. Heimat lässt sich mit unserer Erinnerung verbinden: Woran denken wir bei dem Begriff Heimat oder bei dem Begriff "daheim"? Kaum ein Mensch, der nicht seine Heimat im Herzen trägt.

Im Zeitalter der Globalisierung und eines vereinten Europa entdecken Menschen die Region neu. Das führt zum Aufblühen der Heimatkultur in Ortsgeschichten und historischen Festen. Diese Heimatkultur fördert der Bezirk Schwaben mit Veranstaltungen, Publikationen, Zuschüssen und fachlicher Beratung.

Getragen wird die Heimatpflege von staatlichen Institutionen, Heimatvereinen (z. B. Bayerischer Landesverein für Heimatpflege) und den Heimatpflegern. Gemeinsam kümmern sie sich um die Trachten-, Brauch-, Volkstanz-, Volkslied- und Denkmalpflege.

Architektur

Für das Gefühl von Heimat spielen architektonische Symbolbauten wie in Augsburg z. B. das Rathaus oder die Fuggerei eine wichtige Rolle. Sie stiften Identität und sind positiv besetzt. Die Attraktivität des Wohnumfeldes führt dazu, dass sich Menschen zu Hause fühlen oder Fremde davon angezogen werden. Sanierungen von Innenstädten oder Dorfkernen, die behutsam durchgeführt werden und entsprechende Symbolbauten erhalten oder schaffen, zahlen auf die Identität und und Wohlgefühl ein. Letztlich haben sie auch monetär-wirtschaftliche Auswirkungen. Siedlungskonglomerate, die keine Identität besitzen, verlieren ihre Anziehungskraft. Das hat man nicht nur in Günzburg oder Nördlingen?, sondern auch in Augsburg beachtet. In den 1970er und 1980er Jahren, als man historische Wohnbereiche in der Altstadt von Augsburg erhielt und sanierte, ohne die angestammten Bewohner zu vertreiben.

Allerdings muss festgehalten werden, dass heute Augsburg und Bayerisch-Schwaben zum Teil geschichtslos geworden sind. Immer öfter wurden Bebauungen, die erhaltenswert oder denkmalgeschützt waren, nicht entsprechend geschützt. Häuser und Höfe verschwanden auf Nimmerwiedersehn, historische Streuobstwiesen wurden zu Baugebieten für Toskana-Villen und anderem gestalterischen Widersinn. Man braucht nur durch die Randgebiete oder neuen Baugebiete Augsburgs zu gehen oder über Bayerisch-Schwaben zu fahren und man glaubt sich in einem architektonischen Disneyland, in dem Bauformen aus Amerikas Mittlerem Westen mit chinesischen Einflüssen oder südländischen Villenstilen konkurrieren. So verschwindet langsam und unaufhaltsam das bayerisch-schwäbische historische Bezugsfeld und die heimatliche Architektonik wird zu einer gesichtslosen globalen Legoland-Animation. Qualitätslose Allerweltsbauten haben die einheimische zeitgemäße Architektur überschwemmt, ja die Weiterentwicklung heimatlicher Bauformen wird sträflich vernachlässigt. Und noch viel zu oft werden Abrissgenehmigungen für denkmalgeschützte Gebäude gegeben, die es nur geben dürfte, wenn die Sanierung eines solchen Objekts wirtschaftlich unzumutbar ist.

Positiv hervorgehoben werden muss der Bayerische Landesverein für Heimatpflege?. Er versucht mit Publikationen wie "Schönere Heimat" oder "Der Bauberater" Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Heimat zu betreiben und beschränkt den Heimatbegriff nicht auf Brauchtumspflege wie Trachten? und Volksmusik. Auch die Architektur ist im Blick und die Bayerisch-Schwaben angepasste neue Architektur findet ihre Beachtung. Damit wendet sich dieser Verein gegen die Liberalisierung von Bauordnungen und kurzfristige ökonomische Nutzungsinteressen, um wertvolle Grünflächen und identitätsstiftende Ortsbilder zu erhalten.

Geschichte

Der Begriff und die Einrichtung Heimatpflege kam im 19. Jahrhundert auf. Damals nannte man sie Volkstumspflege. Sie entstand als Gegenbewegung zu Industrialisierung des menschlichen Lebens und der Landschaft. In manchmal romantischer Idealisierung des einfachen Lebens der Landbevölkerung wollte man sich gegen die Veränderungen wehren.

Anfang des 20. Jahrhunderts ("Völkische Bewegung") und während des Nationalsozialismus? wurde die Heimatpflege stark rezipiert und in den Totalitarismus mittels der Blut-und-Boden-Ideologie eingebunden.

Details

Die schwäbische Kulturpflege ist ein eigenständiger Teil der bayerischen Kulturpflege. Das drückt sich im Bild der Stämme (Altbayern, Franken? und Schaben? sowie im Staatswappen? von 1835 aus.

In Bayern üben HeimatpflegerInnen ihr Amt im öffentlichen Auftrag aus. Sie sind bei den Bezirken angesiedelt (etwa dem Bezirk Schwaben) und fördern regionale Kultur. Auf Landkreisebene, in kreisfreien Städten oder Großen Kreisstädten kümmern sich oft ehrenamtliche HeimatpflegerInnen um das Thema Heimatpflege.

Adresse

Öffnungszeiten

Weblinks


Hauptseite | Umwelt und Umgebung | Bezirk Schwaben | Heimatpflege des Bezirks Schwaben | Heimatpflege


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis