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Heiligste Dreifaltigkeit

eine katholische Kirche und Gemeinde im Augsburger Stadtteil Kriegshaber

Allgemeines

Die katholische Kirche und Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit gehört zur Pfarreiengemeinschaft Augsburg-Kriegshaber?, die sich aus den beiden Pfarreien Sankt Thaddäus und Heiligste Dreifaltigkeit zusammensetzt. Die Heiligste Dreifaltigkeit ist die ältere der beiden Gemeinden und versteht sich als "Mutterpfarrei" von Sankt Thaddäus. Die Heiligste Dreifaltigkeit umfasst den alten Ortskern von Kriegshaber einschließlich des Klinikums und des Wohn- und Gewerbegebiets südlich des Kobelwegs.

Die Kirche mit dem Patronat "Allerheiligste Dreifaltigkeit" wurde anstelle einer barocken Kirche im Stil des historisierenden Eklektizismus mit einem Vorherrschen des neugotischen Stils erbaut. Der Bau ist heute basilikal und hat drei Schiffe mit einer rundbogigen Portalanlage. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ging es nicht darum, historische Detailformen zu rekonstruieren, sondern die Form als Typ wieder zu errichten.

Katholische Dreifaltigkeitskirche Augsburg Kriegshaber
Katholische Dreifaltigkeitskirche, Augsburg Kriegshaber am 29. September 2013. By Mailtosap (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Geschichte

Noch 1816 besuchten die Katholiken Kriegshabers die Kirche und Pfarrei Sankt Peter und Paul in Oberhausen, weil sie bis dahin kein geeignetes Gotteshaus hatten. Zwar war an der Ecke Ulmer Straße / Neusäßer Straße schon 1689 die Kapelle Mariä Heimsuchung?, eine Stiftung des Bauern Simon Magg, erbaut worden, doch war sie zu klein, um die Sonntagsgottesdienstbesucher aus Kriegshaber aufzunehmen. 1717 erfolgte der Neubau einer größeren Kapelle am gleichen Ort, doch erst 1816 erweiterte man die Kapelle, so dass mehr Menschen in ihr Gottesdienst feiern konnten.

1859 wurde die Expositur Kriegshaber errichtet. Bis dahin hatte Kriegshaber zur Pfarrei Oberhausen gehört. 1863 gründete sich in Kriegshaber eine Marianische Kongregation.

1864 erhob das Bistum Augsburg die Gemeinde in Kriegshaber zu einer selbständigen Kirchengemeinde, doch erst 1866 begannen die Katholiken mit dem Bau der heutigen Pfarrkirche "Heiligste Dreifaltigkeit", die 1868 eingeweiht wurde. Architekt war Max Treu?.

1892 gründet man einen Katholischen Arbeiterverein, 1918 einen Arbeiterinnenverein (heute KAB, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung). Und 1913 war schon der Katholische Gesellenverein Kriegshaber (heute Kolpingsfamilie) entstanden. 1914 baute der Architekt Gaugenrieder das Pfarrhaus im Jugendstil?.

In den Jahren 1925 bis 1929 erfolgte eine teilweise Umgestaltung durch Michael Kurz?.

1936 renovierte man die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit und beseitigte dabei die im neugotischen Stil gehaltene Inneneinrichtung. Durch einen Bombenangriff am 16. Juli 1944 wurde die Kirche so stark zerstört, dass nur der Turm, die Westwand und der Chorraum mit der Dreifaltigkeitsgruppe (heute über dem Altar hängend) erhalten blieben. Nach 1945 begann der Wiederaufbau und 1950 konnte die Heiligste Dreifaltigkeit in Kriegshaber ein zweites mal eingeweiht werden - mit einem beeindruckenden Kreuzweg von Karl Radinger, der ihn auf die Innenwände malte. Den Wiederaufbau leitete Michael Kurz?.

1955 stellte die Pfarrei eine barocke Marienfigur am rechten Seitenaltar auf. Sie war eine Schenkung, die auf ein vom Krieg zerstörtes Haus der Innenstadt zurückging. 1958/59 erfolgte eine neue Ausgestaltung der Kirche. Die Kreuzwegstationen und Altarbilder kamen von dem Kunstmaler Karl Radinger?. Am Hochaltar stellte er das Letzte Abendmahl, die Taufe Jesu und die Aussendung der Jünger dar. Am Marienaltar zeigen sich die Bistumspatrone Ulrich? und Afra sowie als Patrone der christlichen Nächstenliebe die heilige Elisabeth und der Bruder Klaus von der Flüe. Am Josefsaltar sind der hl. Christusträger Franz Xaver, Barbara, Christophorus und Tarcisius dargestellt. Die Statue des heiligen Antonius stammte vom Münchener Prof. Karl Bauer.

1967 erbaute die Pfarrei ihr Pfarrheim und 1982 errichtete man eine Seitenkapelle, die durch Prof. Georg Bernhard ausgemalt wurde. 1984 vergrößerte man das Pfarrheim und 1987/88 erfolgte eine Innenrenovierung der Kirche. Man errichtete einen Volksaltar und ließ die Kirchenfenster im Altarraum von Prof. Georg Bernhard gestalten.

Ende 1996 zählte die katholische Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit in Kriegshaber fast 4.700 Mitglieder.

Im Jahr 2000 weihte man eine Lourdes-Kapelle ein. 2005 erfolgte die Errichtung der Pfarreiengemeinschaft Augsburg-Kriegshaber? und 2007 die Renovierung der Seitenkapelle.

Zu Beginn des Jahres 2009 zählte die Pfarrei etwas über 3.100 Gemeindemitglieder.

Im Frühjahr 2015 sorgten Pläne, das Pfarrzentrum von Heiligste Dreifaltigkeit abzureißen und durch ein Hospiz zu ersetzen, für Widerstand der katholischen Gläubigen quer durch alle Altersschichten. Der Hintergrund lag darin, dass die Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit seit Gründung der Pfarreiengemeinschaft Augsburg-Kriegshaber? nach und nach ihre Bedeutung verlor, vor allem dadurch, dass das Pfarramt bei Sankt Thaddäus angesiedelt wurde und sie fürchtete, durch den Abriss des Pfarrzentrums einen weiteren Gemeindetreffpunkt zu verlieren. Besonders von den Plänen betroffen war die Pfarrjugend, die das Gebäude damals als Sitz der pfarreilichen Jugendarbeit nutzte. Damals fanden in fünf Räumen im Keller des Pfarrheims wöchentlich sieben Jugendgruppen und darüber hinaus Glaubensstunden und Freizeittreffen, Planungstreffen für verschiedene Freizeitangebote wie Jugendwochenenden und Zeltlager statt. Als für das Pfarrheim 2010 kein Pächter mehr gefunden wurde, hatte sich die Pfarrjugend mehr in die Organisation von Pfarreiveranstaltungen im Pfarrheim eingebracht. Das Pfarrheim wurde Heimat, ein offenes Haus des Austauschs und Mittelpunkt des Pfarreilebens.

Details

Der Treppenturm ist Zugang zur Orgelempore.

Der Chorschluss ist polygonal gestaltet, der Turm ist nordöstlich errichtet. Ihn ziert eine kupferne Helmspitze über einem unregelmäßigen Achteck. Das sattelgedeckte Querhaus springt nach Außen etwas vor, möglicherweise, weil ursprünglich bei der Wiedererrichtung östlich ein Zweiturmanlage geplant war. Im Inneren ist das Querhaus nur an dem Kreuzgrat-Gewölbe im Presbyterium zu erkennen. Es besitzt nur einen Gurt, danach folgt das Schalengewölbe der Stichkappen des Chors.

Lage

Ulmer Straße 195a


Weblinks


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